Walker Evans - The Lost Work - 2000





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Walker Evans, The Lost Work, Erstausgabe Hardcover mit Schutzumschlag, 264 Seiten, 235 x 260 mm, Englisch, Arena Editions, Santa Fe, 2000; sehr guter Zustand.
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Dies ist die neueste Ausgabe des SUPER POPULAR SINGLE-SELLER-AUCTION von 5Uhr30.com (Ecki Heuser, Köln, Deutschland).
Präsentiert wird eine persönliche Best-of-Auswahl INTERNATIONALER FOTOALBEN aus meiner PRIVATE COLLECTION und aus JÜNGSTEN ANKÄUFEN.
FANTASTISCHES BUCH von Amerikas Foto-Gelehrter Walker Evans (1903-1975).
MIT ORIGINALER SCHUTZHÜLLE.
"Walker Evans war vielleicht der größte „Dokumentar-Künstler“, den Amerika je kannte. In einer Karriere von vierzig Jahren (1928–1974) veränderte Evans grundlegend, wie Amerikaner sich selbst, ihre sozialen Belange und ihr Land sahen. Aus einer weitgehend unveröffentlichten Privatsammlung – der weltweit größten privaten Sammlung von Walker-Evans-Fotografien – publiziert dieses aufwendig produzierte Werk hier zum ersten Mal Dutzende von Bildern, die der Öffentlichkeit bislang unzugänglich waren. Enthalten sind die bekannten Motive Evans’ aus dem Süden (1935–36) ebenso wie weitaus weniger bekannte Aufnahmen von Evans’ Freunden und Kollegen, seine Arbeiten in Tahiti, Fotografien der viktorianischen Hausarchitektur (1930–31) und Aufnahmen von Reisen nach England, Kuba, Maine, Nova Scotia, Chicago und New Orleans. Die Autoren Belinda Rathbone und Clark Worswick zeigen sich der monumentalen Karriere Evans’ gewachsen, indem sie die von Evans’ Karriere übersehene Seitenwege beleuchten, zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Wiederentdeckung seines Lebenswerks sowohl in der Museumswelt als auch in der Welt der fotografischen Sammlungen stattfindet. Was hier präsentiert wird, ist ein definitiver und mitunter erstaunlicher Blick auf den Fotografen, dessen Œuvre die Arbeiten von Fotografen und dokumentarischen Künstlern aller Richtungen vorwegnimmt."
(vom Verlag)
Wie immer garantiert 5Uhr30.com detaillierte und präzise Beschreibungen, 100% Schutz, 100% Versicherung und weltweiten Kombiversand.
Arena Editions, Santa Fe, New Mexico. 2000. Erstausgabe, Erstdruck.
Hardcover mit Schutzumschlag. 235 x 260 mm. 264 Seiten. 243 sepia-tonierte Bildtafeln von Aufnahmen. Fotograf: Walker Evans. Text: Walker Evans, Belinda Rathbone und Clark Worswick. Text auf Englisch.
Zustand:
Buch innen frisch und makellos; sauber, ohne Vorbesitzer-Marken und ohne Vergilbung. Buchaußenseite sehr frische Einbände und Rücken (vom Umschlag geschützt); kleine Beule oben rechts auf dem Frontcover (ohne Folgen im Inneren), eine Fleck am oberen Rand, keine weiteren bemerkenswerten Mängel oder Defekte. Schutzumschlag vollständig, keine Risse, keine klebende Risse und keine fehlenden Teile; Abnutzungsspuren. Insgesamt hervorragender Zustand.
Wunderbares Fotobuch von Walker Evans – mit originalem Schutzumschlag.
"Walkers Evans’ primäres Subjekt war das Vulgäre – die volkstümlichen Ausdrucksformen eines Volkes, zu finden an Straßenzwischen, billigen Cafés, Werbeanzeigen, einfachen Schlafzimmern und kleinen Hauptstraßen von Kleinstädten. Über fünfzig Jahre, von den späten 1920ern bis in die frühen 1970er Jahre, dokumentierte Evans die amerikanische Szene mit der Narur eines Poeten und der Präzision eines Chirurgen und schuf ein enzyklopädisches visuelles Verzeichnis des sich entwickelnden modernen Amerikas.
Geboren 1903 in St. Louis, Missouri, spielte Evans als Kind mit Malerei, sammelte Postkarten und machte Schnappschüsse von Familie und Freunden mit einer kleinen Kodak-Kamera. Nach einem Jahr am Williams College brach er die Schule ab und zog nach New York City, fand Arbeit in Buchläden und an der New York Public Library, wo er seine Leidenschaft für T. S. Eliot, D. H. Lawrence, James Joyce und e. e. cummings sowie Charles Baudelaire und Gustave Flaubert frei ausleben konnte. Im Jahr 1927, nach einem Jahr in Paris, um seine Französisch zu polieren und Erzählungen und Sachaufsätze zu schreiben, kehrte Evans nach New York zurück mit dem Vorsatz, Schriftsteller zu werden. Doch er ergriffen auch die Kamera und lenkte schrittweise seine ästhetischen Impulse dahin, die literarischen Strategien – Lyrik, Ironie, scharfe Beschreibung und Erzählstruktur – in das Medium der Fotografie zu übertragen.
Die meisten Evans’ frühen Fotografien zeigen den Einfluss europäischen Modernismus’, insbesondere dessen Formalismus und Betonung dynamischer grafischer Strukturen. Doch er entfernte sich allmählich von diesem stark ästhetisierten Stil, um seine eigenen eindringlichen, aber zurückhaltenderen Vorstellungen von Realismus, der Rolle des Betrachters und der poetischen Resonanz alltäglicher Subjekte zu entwickeln. Die Depressionenjahre 1935–36 waren eine Zeit bemerkenswerter Produktivität und Leistung für Evans. Im Juni 1935 nahm er eine Stelle beim U.S. Department of the Interior an, um eine Regierungsgemeinschaft neuansiedelter arbeitsloser Kohlebergleute in West Virginia zu fotografieren. Schnell machte er diese vorübergehende Anstellung zu einer Vollzeitstelle als „Information Specialist“ in der Resettlement (später Farm Security) Administration, einer New-Deal-Behörde im Landwirtschaftsministerium.
Unter der Leitung von Roy Stryker wurden die RA/FSA-Fotografen (Dorothea Lange, Arthur Rothstein und Russell Lee, unter anderen) beauftragt, das Landleben zu dokumentieren und zu zeigen, wie die Bundesregierung versuchte, das Los ländlicher Gemeinschaften während der Depression zu verbessern. Evans arbeitete jedoch mit wenig Interesse an der ideologischen Agenda oder den vorgeschlagenen Reiserouten und befriedigte vielmehr ein persönliches Bedürfnis, die Essenz des amerikanischen Lebens aus dem Einfachen und Gewöhnlichen zu destillieren. Seine Fotos von Straßenarchitektur, ländlichen Kirchen, kleinen Stadtfriseursalons und Friedhöfen zeigen eine tiefe Wertschätzung der vernachlässigten Traditionen des einfachen Mannes und sicherten seinen Ruf als Amerikas führenden Dokumentaristen. Von ihrem ersten Erscheinen in Magazinen und Büchern in den späten 1930er Jahren bis heute sind diese direkten, ikonischen Bilder im kollektiven Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert und fest in der gemeinsamen visuellen Geschichte des Landes der Depression verankert. Im Sommer 1936 nahm Evans eine Beurlaubung von der Resettlement Administration, um mit seinem Freund James Agee, dem Schriftsteller, der von Fortune Magazine beauftragt war, einen Artikel über Pächterfamilien zu schreiben, in den Süden zu reisen; Evans sollte der Fotograf sein. Obwohl Fortune den langen Text Agees über drei Familien in Alabama schließlich ablehnte, führte die Zusammenarbeit schließlich zu Let Us Now Praise Famous Men (1941), einer lyrischen Reise an die Grenzen direkter Beobachtung. Seine 500 Seiten Worte und Bilder sind eine wechselhafte Mischung aus dokumentarischer Beschreibung und intensiv subjektivem, ja autobiographischem Schreiben, das als eine der grundlegenden Leistungen der amerikanischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts fortbesteht. Evans’ Fotografien für Let Us Now Praise Famous Men sind erstaunlich ehrliche Darstellungen der Gesichter, Schlafzimmer und Kleidung einzelner Bauern, die siebenzehn Meilen nördlich von Greensboro, Alabama, auf einem trockenen Hügel leben. Als Serie scheinen sie die ganze Tragödie der Großen Depression zu erläutern; einzeln sind sie intim, transzendent und rätselhaft. Für viele sind sie der Höhepunkt Evans’ Karriere in der Fotografie.
1938 eröffnete das Museum of Modern Art die Ausstellung American Photographs, eine Retrospektive von Evans’ erster fotografischer Dekade. Das Museum veröffentlichte gleichzeitig American Photographs – für viele Künstler weiterhin der Maßstab, an dem alle fotografischen Monographien gemessen werden. Das Buch beginnt mit einem Porträt der amerikanischen Gesellschaft durch ihre Individuen – Baumwollbauern, Appalachen-Arbeiter, Kriegs-veteranen – und sozialen Institutionen – Fast Food, Friseurläden, Autokultur. Es endet mit einer Untersuchung von Fabrikstädten, handgemalten Zeichen, Landkirchen und einfachen Häusern – den Orten und Relikten, die die greifbaren Ausdrucksformen amerikanischer Wünsche, Verzweiflungen und Traditionen darstellen.
Zwischen 1938 und 1941 produzierte Evans eine bemerkenswerte Serie von Porträts in der U-Bahn von New York City. Sie blieben zwanzigfünf Jahre lang unpubliziert, bis 1966, als Houghton Mifflin Many Are Called veröffentlichte, ein Buch mit neunundachtundachtzig Fotografien, mit einer Einleitung von James Agee, geschrieben 1940. Mit einer 35-mm-Contax-Kamera, die er sich ans Brustfach band und dessen Objektiv zwischen zwei Knöpfen seines Wintermantels hervorlugte, konnte Evans seine Mitpassagiere heimlich und aus nächster Nähe fotografieren. Obwohl die Umgebung öffentlich war, stellten sich seine Subjekte, unposed und verloren in ihren eigenen Gedanken, als ständig wechselnde Mischung aus Stimmungen und Ausdrücken dar – mal neugierig, gelangweilt, amüsiert, deprimiert, verträumt und unwohl. „Die Wache ist runter, die Maske ist ab“, bemerkte er. „Noch mehr als in einsamen Schlafzimmern (wo es Spiegel gibt) stehen die Gesichter der Menschen in freier Entfaltung unten in der U-Bahn.“
Zwischen 1934 und 1965 trug Evans mehr als 400 Fotografien zu 45 Artikeln bei Fortune Magazine bei. Er arbeitete bei dem Luxus-Magazin als Special Photographic Editor von 1945 bis 1965 und konzipierte nicht nur die Portfolios, setzte die Fotografien um und gestaltete die Seitenlayouts, sondern schrieb auch die begleitenden Texte. Seine Themen wurden mit Schwarzweiß- und Farbmaterielien umgesetzt und umfassten Firmenwappen von Eisenbahngesellschaften, gängige Werkzeuge, alte Sommerresorts-Hotels und Ansichten Amerikas aus dem Zugfenster. Unter Verwendung des standardisierten journalistischen Bilderzählformats verband Evans sein Interesse an Wörtern und Bildern zu einer interdisziplinären Erzählung von ungewöhnlich hoher Qualität. Klassiker eines vernachlässigten Genres, diese selbst zugewiesenen Essays waren Evans’ Metier über zwanzig Jahre.
1973 begann Evans mit der innovativen Polaroid SX-70 Kamera zu arbeiten und erhielt eine unbegrenzte Filmversorgung von deren Hersteller. Die Vorzüge der Kamera passten perfekt zu seinem Streben nach einer knappen, aber poetischen Weltsicht: Ihre Sofortabzüge waren für den kranken, siebzigjährigen Fotografen das, was Scheren und zugeschnittenes Papier für den alternden Matisse waren. Die einzigartigen SX-70-Abzüge sind Evans’ letzte Fotografien, der Höhepunkt eines halben Jahrhunderts Arbeit in der Fotografie. Mit der neuen Kamera kehrte Evans zu einigen seiner beständigen Themen zurück – zu den wichtigsten gehören Schilder, Plakate und deren ultimative Reduktion, die Zeichenformen selbst."
(Metropolitan Museum of Art, New York)
Der Verkäufer stellt sich vor
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FANTASTISCHES BUCH von Amerikas Foto-Gelehrter Walker Evans (1903-1975).
MIT ORIGINALER SCHUTZHÜLLE.
"Walker Evans war vielleicht der größte „Dokumentar-Künstler“, den Amerika je kannte. In einer Karriere von vierzig Jahren (1928–1974) veränderte Evans grundlegend, wie Amerikaner sich selbst, ihre sozialen Belange und ihr Land sahen. Aus einer weitgehend unveröffentlichten Privatsammlung – der weltweit größten privaten Sammlung von Walker-Evans-Fotografien – publiziert dieses aufwendig produzierte Werk hier zum ersten Mal Dutzende von Bildern, die der Öffentlichkeit bislang unzugänglich waren. Enthalten sind die bekannten Motive Evans’ aus dem Süden (1935–36) ebenso wie weitaus weniger bekannte Aufnahmen von Evans’ Freunden und Kollegen, seine Arbeiten in Tahiti, Fotografien der viktorianischen Hausarchitektur (1930–31) und Aufnahmen von Reisen nach England, Kuba, Maine, Nova Scotia, Chicago und New Orleans. Die Autoren Belinda Rathbone und Clark Worswick zeigen sich der monumentalen Karriere Evans’ gewachsen, indem sie die von Evans’ Karriere übersehene Seitenwege beleuchten, zu einem Zeitpunkt, zu dem eine Wiederentdeckung seines Lebenswerks sowohl in der Museumswelt als auch in der Welt der fotografischen Sammlungen stattfindet. Was hier präsentiert wird, ist ein definitiver und mitunter erstaunlicher Blick auf den Fotografen, dessen Œuvre die Arbeiten von Fotografen und dokumentarischen Künstlern aller Richtungen vorwegnimmt."
(vom Verlag)
Wie immer garantiert 5Uhr30.com detaillierte und präzise Beschreibungen, 100% Schutz, 100% Versicherung und weltweiten Kombiversand.
Arena Editions, Santa Fe, New Mexico. 2000. Erstausgabe, Erstdruck.
Hardcover mit Schutzumschlag. 235 x 260 mm. 264 Seiten. 243 sepia-tonierte Bildtafeln von Aufnahmen. Fotograf: Walker Evans. Text: Walker Evans, Belinda Rathbone und Clark Worswick. Text auf Englisch.
Zustand:
Buch innen frisch und makellos; sauber, ohne Vorbesitzer-Marken und ohne Vergilbung. Buchaußenseite sehr frische Einbände und Rücken (vom Umschlag geschützt); kleine Beule oben rechts auf dem Frontcover (ohne Folgen im Inneren), eine Fleck am oberen Rand, keine weiteren bemerkenswerten Mängel oder Defekte. Schutzumschlag vollständig, keine Risse, keine klebende Risse und keine fehlenden Teile; Abnutzungsspuren. Insgesamt hervorragender Zustand.
Wunderbares Fotobuch von Walker Evans – mit originalem Schutzumschlag.
"Walkers Evans’ primäres Subjekt war das Vulgäre – die volkstümlichen Ausdrucksformen eines Volkes, zu finden an Straßenzwischen, billigen Cafés, Werbeanzeigen, einfachen Schlafzimmern und kleinen Hauptstraßen von Kleinstädten. Über fünfzig Jahre, von den späten 1920ern bis in die frühen 1970er Jahre, dokumentierte Evans die amerikanische Szene mit der Narur eines Poeten und der Präzision eines Chirurgen und schuf ein enzyklopädisches visuelles Verzeichnis des sich entwickelnden modernen Amerikas.
Geboren 1903 in St. Louis, Missouri, spielte Evans als Kind mit Malerei, sammelte Postkarten und machte Schnappschüsse von Familie und Freunden mit einer kleinen Kodak-Kamera. Nach einem Jahr am Williams College brach er die Schule ab und zog nach New York City, fand Arbeit in Buchläden und an der New York Public Library, wo er seine Leidenschaft für T. S. Eliot, D. H. Lawrence, James Joyce und e. e. cummings sowie Charles Baudelaire und Gustave Flaubert frei ausleben konnte. Im Jahr 1927, nach einem Jahr in Paris, um seine Französisch zu polieren und Erzählungen und Sachaufsätze zu schreiben, kehrte Evans nach New York zurück mit dem Vorsatz, Schriftsteller zu werden. Doch er ergriffen auch die Kamera und lenkte schrittweise seine ästhetischen Impulse dahin, die literarischen Strategien – Lyrik, Ironie, scharfe Beschreibung und Erzählstruktur – in das Medium der Fotografie zu übertragen.
Die meisten Evans’ frühen Fotografien zeigen den Einfluss europäischen Modernismus’, insbesondere dessen Formalismus und Betonung dynamischer grafischer Strukturen. Doch er entfernte sich allmählich von diesem stark ästhetisierten Stil, um seine eigenen eindringlichen, aber zurückhaltenderen Vorstellungen von Realismus, der Rolle des Betrachters und der poetischen Resonanz alltäglicher Subjekte zu entwickeln. Die Depressionenjahre 1935–36 waren eine Zeit bemerkenswerter Produktivität und Leistung für Evans. Im Juni 1935 nahm er eine Stelle beim U.S. Department of the Interior an, um eine Regierungsgemeinschaft neuansiedelter arbeitsloser Kohlebergleute in West Virginia zu fotografieren. Schnell machte er diese vorübergehende Anstellung zu einer Vollzeitstelle als „Information Specialist“ in der Resettlement (später Farm Security) Administration, einer New-Deal-Behörde im Landwirtschaftsministerium.
Unter der Leitung von Roy Stryker wurden die RA/FSA-Fotografen (Dorothea Lange, Arthur Rothstein und Russell Lee, unter anderen) beauftragt, das Landleben zu dokumentieren und zu zeigen, wie die Bundesregierung versuchte, das Los ländlicher Gemeinschaften während der Depression zu verbessern. Evans arbeitete jedoch mit wenig Interesse an der ideologischen Agenda oder den vorgeschlagenen Reiserouten und befriedigte vielmehr ein persönliches Bedürfnis, die Essenz des amerikanischen Lebens aus dem Einfachen und Gewöhnlichen zu destillieren. Seine Fotos von Straßenarchitektur, ländlichen Kirchen, kleinen Stadtfriseursalons und Friedhöfen zeigen eine tiefe Wertschätzung der vernachlässigten Traditionen des einfachen Mannes und sicherten seinen Ruf als Amerikas führenden Dokumentaristen. Von ihrem ersten Erscheinen in Magazinen und Büchern in den späten 1930er Jahren bis heute sind diese direkten, ikonischen Bilder im kollektiven Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert und fest in der gemeinsamen visuellen Geschichte des Landes der Depression verankert. Im Sommer 1936 nahm Evans eine Beurlaubung von der Resettlement Administration, um mit seinem Freund James Agee, dem Schriftsteller, der von Fortune Magazine beauftragt war, einen Artikel über Pächterfamilien zu schreiben, in den Süden zu reisen; Evans sollte der Fotograf sein. Obwohl Fortune den langen Text Agees über drei Familien in Alabama schließlich ablehnte, führte die Zusammenarbeit schließlich zu Let Us Now Praise Famous Men (1941), einer lyrischen Reise an die Grenzen direkter Beobachtung. Seine 500 Seiten Worte und Bilder sind eine wechselhafte Mischung aus dokumentarischer Beschreibung und intensiv subjektivem, ja autobiographischem Schreiben, das als eine der grundlegenden Leistungen der amerikanischen Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts fortbesteht. Evans’ Fotografien für Let Us Now Praise Famous Men sind erstaunlich ehrliche Darstellungen der Gesichter, Schlafzimmer und Kleidung einzelner Bauern, die siebenzehn Meilen nördlich von Greensboro, Alabama, auf einem trockenen Hügel leben. Als Serie scheinen sie die ganze Tragödie der Großen Depression zu erläutern; einzeln sind sie intim, transzendent und rätselhaft. Für viele sind sie der Höhepunkt Evans’ Karriere in der Fotografie.
1938 eröffnete das Museum of Modern Art die Ausstellung American Photographs, eine Retrospektive von Evans’ erster fotografischer Dekade. Das Museum veröffentlichte gleichzeitig American Photographs – für viele Künstler weiterhin der Maßstab, an dem alle fotografischen Monographien gemessen werden. Das Buch beginnt mit einem Porträt der amerikanischen Gesellschaft durch ihre Individuen – Baumwollbauern, Appalachen-Arbeiter, Kriegs-veteranen – und sozialen Institutionen – Fast Food, Friseurläden, Autokultur. Es endet mit einer Untersuchung von Fabrikstädten, handgemalten Zeichen, Landkirchen und einfachen Häusern – den Orten und Relikten, die die greifbaren Ausdrucksformen amerikanischer Wünsche, Verzweiflungen und Traditionen darstellen.
Zwischen 1938 und 1941 produzierte Evans eine bemerkenswerte Serie von Porträts in der U-Bahn von New York City. Sie blieben zwanzigfünf Jahre lang unpubliziert, bis 1966, als Houghton Mifflin Many Are Called veröffentlichte, ein Buch mit neunundachtundachtzig Fotografien, mit einer Einleitung von James Agee, geschrieben 1940. Mit einer 35-mm-Contax-Kamera, die er sich ans Brustfach band und dessen Objektiv zwischen zwei Knöpfen seines Wintermantels hervorlugte, konnte Evans seine Mitpassagiere heimlich und aus nächster Nähe fotografieren. Obwohl die Umgebung öffentlich war, stellten sich seine Subjekte, unposed und verloren in ihren eigenen Gedanken, als ständig wechselnde Mischung aus Stimmungen und Ausdrücken dar – mal neugierig, gelangweilt, amüsiert, deprimiert, verträumt und unwohl. „Die Wache ist runter, die Maske ist ab“, bemerkte er. „Noch mehr als in einsamen Schlafzimmern (wo es Spiegel gibt) stehen die Gesichter der Menschen in freier Entfaltung unten in der U-Bahn.“
Zwischen 1934 und 1965 trug Evans mehr als 400 Fotografien zu 45 Artikeln bei Fortune Magazine bei. Er arbeitete bei dem Luxus-Magazin als Special Photographic Editor von 1945 bis 1965 und konzipierte nicht nur die Portfolios, setzte die Fotografien um und gestaltete die Seitenlayouts, sondern schrieb auch die begleitenden Texte. Seine Themen wurden mit Schwarzweiß- und Farbmaterielien umgesetzt und umfassten Firmenwappen von Eisenbahngesellschaften, gängige Werkzeuge, alte Sommerresorts-Hotels und Ansichten Amerikas aus dem Zugfenster. Unter Verwendung des standardisierten journalistischen Bilderzählformats verband Evans sein Interesse an Wörtern und Bildern zu einer interdisziplinären Erzählung von ungewöhnlich hoher Qualität. Klassiker eines vernachlässigten Genres, diese selbst zugewiesenen Essays waren Evans’ Metier über zwanzig Jahre.
1973 begann Evans mit der innovativen Polaroid SX-70 Kamera zu arbeiten und erhielt eine unbegrenzte Filmversorgung von deren Hersteller. Die Vorzüge der Kamera passten perfekt zu seinem Streben nach einer knappen, aber poetischen Weltsicht: Ihre Sofortabzüge waren für den kranken, siebzigjährigen Fotografen das, was Scheren und zugeschnittenes Papier für den alternden Matisse waren. Die einzigartigen SX-70-Abzüge sind Evans’ letzte Fotografien, der Höhepunkt eines halben Jahrhunderts Arbeit in der Fotografie. Mit der neuen Kamera kehrte Evans zu einigen seiner beständigen Themen zurück – zu den wichtigsten gehören Schilder, Plakate und deren ultimative Reduktion, die Zeichenformen selbst."
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- Repräsentant:
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