Eine Bronzeskulptur - Glocke - Ogoni - Nigeria






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Eine Bronzeskulptur, eine Ogoni-Glocke aus Nigeria, original/offiziell, in fairem Zustand, Gewicht 2,1 kg, Höhe 27 cm.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Eine Ogboni-Ölaltar-Bronzeglocke aus der Edo‑State‑Region in Nigeria, incl. Ständer.
Für dieses Stück wird kein wissenschaftlicher Prüfbericht vorgelegt. Sein Alter und seine geographische Herkunft wurden damit nicht verifiziert.
Diese anthropomorphe Glocke aus einer Ogoni‑Kupferlegierung aus dem Niger-Delta nimmt die Form eines stark stilisierten menschlichen Kopfes an; ihr hohler Körper, der sich nach unten zum Boden hin erweitert, behält die funktionale Logik eines Musikinstruments bei und verwandelt sie in eine figürliche Darstellung: das Gesicht, breit und fast eiförmig, besitzt große, tief liegende mandelförmige Augen, eine lange, gerade Nase, einen Mund mit dicken, leicht nach oben gerichteten Lippen und Relief-geformte Ohren, während mehrere parallele Linien, die von den Mundwinkeln zu den Wangen verlaufen, ein grafisches Muster bilden, das an Körpermarkierungen, Schönheitsriten oder eine ästhetische Codierung des Gesichts erinnern könnte. Die Stirn wird von gezackten Reliefbändern eingerahmt, die eine Kopfbedeckung oder Ornament hervorrufen; darüber entfaltet sich ein bemerkenswertes zoomotropes Element: ein Vogel mit fein eingeritztem Körper und Flügeln, vertikal entlang der Achse der Stirn positioniert, dessen gekrümmter Kopf in Richtung Gesicht herabzieht; diese Kombination aus menschlicher Figur und avianem Motiv fügt eine emblematische Dimension hinzu, die auf Rang-, Vermittlungs- oder Machtvorstellungen anspielen könnte, wobei jedoch keine eindeutige Bedeutung unabhängig vom Fund- und Nutzkontext festgelegt werden kann. Oben weist eine breite ringförmige Schlaufe, verstärkt durch kleine Knoten und über ein Netz aus offenen Strukturen mit dem Deckel verbunden, darauf hin, dass das Objekt zum Aufhängen, Tragen oder Handhaben vorgesehen war, während der leicht gefächerte untere Rand mit Relief-Geometrien verziert ist – insbesondere X‑förmige Kreuzungen und Gruppen vertikaler Streben –, die visuell den Übergang zwischen Kopf und Öffnung der Glocke strukturieren. Die Oberfläche, die nun eine komplexe Patina aus Brauntönen, Grün und rötlichen Oxidationsflecken trägt, verrät sowohl das materiell gealterte Objekt als auch die Unregelmäßigkeiten, die Charakter der verlorenen Wachsausstanzung (lost-wax casting) kennzeichnen, ein Prozess, der historisch in mehreren metallurgischen Traditionen des südlichen Nigeria weit verbreitet war. Aus anthropologischer Sicht liegt das Objekt damit am Schnittpunkt von Skulptur, Ornamentik und Musikinstrument: die Monumentalisierung des Kopfes, die Betonung körperlicher Merkmale und Prestige-Motive sowie das Vorhandensein des Vogels und der Aufhänge-Ring deuten nicht bloß auf ein einfaches Utensil, sondern auf ein Artefakt hin, das gleichzeitig Ton erzeugt, Sichtbarkeit und Autorität in einem sozialen oder rituellen Kontext produzieren soll, wobei seine Form den menschlichen Körper selbst zum symbolischen Medium für die tonproduzierende Handlung macht.
Laut Elsy Leuzinger nehmen die Kultobjekte der Ogboni-Gesellschaft eine besondere Stellung ein. Soweit man etwas über die Geheimnisse der Gesellschaft herausfinden kann, hängen sie mit dem Kult des Erdgott-Geistes Onile zusammen. Es ist möglich, dass die Relieffigur mit den Welsenbeinen auf den Agba-Trommeln diese Onile darstellt. Wenn die Agba‑Trommel klingt, um Mitglieder der Gesellschaft zu rufen, ergreift alle Schrecken, denn der Ruf bedeutet stets, dass ein Todesurteil vollstreckt wird, üblicherweise als Strafe für den Verrat an den Geheimnissen der Gesellschaft. Das Blut der geopferten Tiere wurde früher über die Trommel gegossen.
Im Ogboni‑Schrein gibt es auch eine größere Bronzefigur mit durchdringenden Augen und einer hornähnlichen Frisur. Ihre Hände bilden den Ogboni‑Gruß. Morton Williams untersuchte ihre Geheimnisse und erfuhr, dass es Ajagbo war, ein schrecklicher Alafin von Oyo, der zu einem Rachegeist wurde und von der Ogboni‑Gesellschaft angerufen wird, wenn ein göttliches Todesurteil ausgesprochen werden muss. Ajagbo wird mit Onile, dem Erdgottgeist, identifiziert.
„Der Stil der Arbeiten in Metall und Elfenbein unterscheidet sich sehr stark vom Stil der Schnitzerei im Yoruba-Gebiet. Dieses Phänomen lässt sich zweifellos durch seine völlig andere Funktion erklären.“ (The Art of Black Africa, übersetzt von R.A. Wilson, The New York Graphic Society, New York, 1972, S. 174–176.)
Im National Museum von Lagos befindet sich eine ähnliche weibliche Figur (Höhe 106 cm), die aus Iperu stammt; von einer weiteren wird berichtet, dass sie in einem Ogboni‑Schrein in Ibadan noch in Gebrauch sei. Morton Williams identifizierte jene Figur als Darstellung Ajagbos, eines schrecklichen Alafin von Oyo, der als Rachegeist göttliche Ehren erlangte und dessen Statue eine Rolle bei der Entlarvung und Bestrafung derjenigen spielt, die Ogboni‑Geheimnisse verraten haben. (Quelle: Frank Willet, Ife, Metropole afrikanischer Kunst, zweite Auflage 1975, Tafel 101).
Lit.: Leuzinger, Elsy, Kunst uit Afrika: Rond de Niger - De Machtige Rivier, Den Haag: Haags Gemeentemuseum, 1971, Nr. L11. Leuzinger, Elsy, Kunsthaus Zürich: Die Kunst von Schwarz-Afrika, Zürich: Kunsthaus, 1970, S. 178, Nr. L11. „Ogboni shrine figures, Bonhams“, eine ähnliche, einzelne weibliche Bronze-Skulptur ist bei Barakat Gallery erhältlich, „Large Yoruba Bronze Statue of a Woman“, mit Altersschätzung von ca. 1800 n. Chr. bis 1920 n. Chr.
Einige der Informationen stammen aus künstlicher Intelligenz und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte.
Inv. Nr. MAZ21527
Der Verkäufer stellt sich vor
Eine Ogboni-Ölaltar-Bronzeglocke aus der Edo‑State‑Region in Nigeria, incl. Ständer.
Für dieses Stück wird kein wissenschaftlicher Prüfbericht vorgelegt. Sein Alter und seine geographische Herkunft wurden damit nicht verifiziert.
Diese anthropomorphe Glocke aus einer Ogoni‑Kupferlegierung aus dem Niger-Delta nimmt die Form eines stark stilisierten menschlichen Kopfes an; ihr hohler Körper, der sich nach unten zum Boden hin erweitert, behält die funktionale Logik eines Musikinstruments bei und verwandelt sie in eine figürliche Darstellung: das Gesicht, breit und fast eiförmig, besitzt große, tief liegende mandelförmige Augen, eine lange, gerade Nase, einen Mund mit dicken, leicht nach oben gerichteten Lippen und Relief-geformte Ohren, während mehrere parallele Linien, die von den Mundwinkeln zu den Wangen verlaufen, ein grafisches Muster bilden, das an Körpermarkierungen, Schönheitsriten oder eine ästhetische Codierung des Gesichts erinnern könnte. Die Stirn wird von gezackten Reliefbändern eingerahmt, die eine Kopfbedeckung oder Ornament hervorrufen; darüber entfaltet sich ein bemerkenswertes zoomotropes Element: ein Vogel mit fein eingeritztem Körper und Flügeln, vertikal entlang der Achse der Stirn positioniert, dessen gekrümmter Kopf in Richtung Gesicht herabzieht; diese Kombination aus menschlicher Figur und avianem Motiv fügt eine emblematische Dimension hinzu, die auf Rang-, Vermittlungs- oder Machtvorstellungen anspielen könnte, wobei jedoch keine eindeutige Bedeutung unabhängig vom Fund- und Nutzkontext festgelegt werden kann. Oben weist eine breite ringförmige Schlaufe, verstärkt durch kleine Knoten und über ein Netz aus offenen Strukturen mit dem Deckel verbunden, darauf hin, dass das Objekt zum Aufhängen, Tragen oder Handhaben vorgesehen war, während der leicht gefächerte untere Rand mit Relief-Geometrien verziert ist – insbesondere X‑förmige Kreuzungen und Gruppen vertikaler Streben –, die visuell den Übergang zwischen Kopf und Öffnung der Glocke strukturieren. Die Oberfläche, die nun eine komplexe Patina aus Brauntönen, Grün und rötlichen Oxidationsflecken trägt, verrät sowohl das materiell gealterte Objekt als auch die Unregelmäßigkeiten, die Charakter der verlorenen Wachsausstanzung (lost-wax casting) kennzeichnen, ein Prozess, der historisch in mehreren metallurgischen Traditionen des südlichen Nigeria weit verbreitet war. Aus anthropologischer Sicht liegt das Objekt damit am Schnittpunkt von Skulptur, Ornamentik und Musikinstrument: die Monumentalisierung des Kopfes, die Betonung körperlicher Merkmale und Prestige-Motive sowie das Vorhandensein des Vogels und der Aufhänge-Ring deuten nicht bloß auf ein einfaches Utensil, sondern auf ein Artefakt hin, das gleichzeitig Ton erzeugt, Sichtbarkeit und Autorität in einem sozialen oder rituellen Kontext produzieren soll, wobei seine Form den menschlichen Körper selbst zum symbolischen Medium für die tonproduzierende Handlung macht.
Laut Elsy Leuzinger nehmen die Kultobjekte der Ogboni-Gesellschaft eine besondere Stellung ein. Soweit man etwas über die Geheimnisse der Gesellschaft herausfinden kann, hängen sie mit dem Kult des Erdgott-Geistes Onile zusammen. Es ist möglich, dass die Relieffigur mit den Welsenbeinen auf den Agba-Trommeln diese Onile darstellt. Wenn die Agba‑Trommel klingt, um Mitglieder der Gesellschaft zu rufen, ergreift alle Schrecken, denn der Ruf bedeutet stets, dass ein Todesurteil vollstreckt wird, üblicherweise als Strafe für den Verrat an den Geheimnissen der Gesellschaft. Das Blut der geopferten Tiere wurde früher über die Trommel gegossen.
Im Ogboni‑Schrein gibt es auch eine größere Bronzefigur mit durchdringenden Augen und einer hornähnlichen Frisur. Ihre Hände bilden den Ogboni‑Gruß. Morton Williams untersuchte ihre Geheimnisse und erfuhr, dass es Ajagbo war, ein schrecklicher Alafin von Oyo, der zu einem Rachegeist wurde und von der Ogboni‑Gesellschaft angerufen wird, wenn ein göttliches Todesurteil ausgesprochen werden muss. Ajagbo wird mit Onile, dem Erdgottgeist, identifiziert.
„Der Stil der Arbeiten in Metall und Elfenbein unterscheidet sich sehr stark vom Stil der Schnitzerei im Yoruba-Gebiet. Dieses Phänomen lässt sich zweifellos durch seine völlig andere Funktion erklären.“ (The Art of Black Africa, übersetzt von R.A. Wilson, The New York Graphic Society, New York, 1972, S. 174–176.)
Im National Museum von Lagos befindet sich eine ähnliche weibliche Figur (Höhe 106 cm), die aus Iperu stammt; von einer weiteren wird berichtet, dass sie in einem Ogboni‑Schrein in Ibadan noch in Gebrauch sei. Morton Williams identifizierte jene Figur als Darstellung Ajagbos, eines schrecklichen Alafin von Oyo, der als Rachegeist göttliche Ehren erlangte und dessen Statue eine Rolle bei der Entlarvung und Bestrafung derjenigen spielt, die Ogboni‑Geheimnisse verraten haben. (Quelle: Frank Willet, Ife, Metropole afrikanischer Kunst, zweite Auflage 1975, Tafel 101).
Lit.: Leuzinger, Elsy, Kunst uit Afrika: Rond de Niger - De Machtige Rivier, Den Haag: Haags Gemeentemuseum, 1971, Nr. L11. Leuzinger, Elsy, Kunsthaus Zürich: Die Kunst von Schwarz-Afrika, Zürich: Kunsthaus, 1970, S. 178, Nr. L11. „Ogboni shrine figures, Bonhams“, eine ähnliche, einzelne weibliche Bronze-Skulptur ist bei Barakat Gallery erhältlich, „Large Yoruba Bronze Statue of a Woman“, mit Altersschätzung von ca. 1800 n. Chr. bis 1920 n. Chr.
Einige der Informationen stammen aus künstlicher Intelligenz und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte.
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