Eine Skulptur aus Holz - Lobi - Burkina Faso (Ohne mindestpreis)

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Dimitri André
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Verfügt über einen Postgraduiertenabschluss in Afrikastudien und 15 Jahre Erfahrung in afrikanischer Kunst.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Lobi Slingshot mit anthropomorpher Gestaltung – Figurativ geschnitzte Holzskulptur

Herkunft: Bonko-Region, Südwesten von Burkina Faso

Kulturelle Zuschreibung: Lobi, attribuiert

Material: Holz geschnitzt, natürliche braune bis ockerfarbene Patina, teilweise Oberflächenabrasionen, inklusive Ständer.

Datierung: Nicht sicher

Provenienz: Bonko-Region, Burkina Faso, gemäß den ursprünglichen Provenienzangaben

Beschreibung

Dieses außergewöhnlich gestaltete Holzsteinschleuder vereint die funktionale Grundform eines traditionellen Wurfgeräts mit einer sorgfältig gearbeiteten anthropomorphen Darstellung. Das Objekt weist eine charakteristische, breit geöffnete, Y-förmige Basis auf, deren zwei robuste, leicht nach außen gebogene Arme die ursprünglichen Griffe und Anbringungspunkte der Schleuder bilden. Oberhalb der Gabel erhebt sich eine schlanke menschliche Figur, deren Körper unmittelbar aus der Konstruktion des Geräts zu zu wachsen scheint. Der Kopf ist auffallend groß und hat eine hohe, verlängerte ovale Schädelgestalt, definiert durch eine glatte, sanft gebogene Stirn. Das Gesicht ist nuanciert modelliert mit schmalen, mandelförmigen Augen, einer markanten Nase und einem leicht geöffneten Mund. Die Lippen sind sorgfältig geschnitzt und verleihen der Physiognomie einen ruhigen, fast kontemplativen Ausdruck. Die Ohren, an den Seiten angedeutet, ragen nur schwach aus dem Kopf. Der lange, schlanke Hals verbindet den Kopf mit einem kompakten Oberkörper mit leicht gerundeten Schultern. Die Arme liegen am Körper an und sind nach vorne gebeugt. Kleine, dreidimensionale Hände ruhen auf Brust und oberen Bauchregion. Die Körpermitte verschmilzt nahtlos mit den weit gespreizten Beinen der Schleuder, ohne klare anatomische Gliederung. Die Oberfläche zeigt eine warme Farbpalette, von honigbraun und ocker bis zu dunkleren Brauntönen. Feine Schnitzspuren, kleine Einsenkungen und Abnutzungsspuren geben Aufschluss über die handwerkliche Herstellungsweise des Holzes. Die Skulptur ruht auf einem modernen schwarzen Vitrinen- bzw. Ausstellungsstativ.

Kunsterzieherische Analyse

Die Lobi sind ein Volk im Südwesten Burkinas und in angrenzenden Regionen des heutigen Côte d’Ivoire und Ghana ansässig. Ihre künstlerischen Traditionen sind besonders bekannt für anthropomorphe Holzskulpturen, die als bateba bezeichnet werden und in verschiedenen Formen und Funktionen erscheinen. Innerhalb traditioneller lobiischer Religionsvorstellungen werden diese Figuren mit dem Thila, übernatürliche Mächte, in Verbindung gebracht, deren Einfluss das individuelle und gemeinschaftliche Leben beeinflussen kann. Neben den gut bekannten freistehenden Figuren umfasst die Lobi-Materialkultur eine Vielzahl funktionaler Objekte, deren Gestaltung gelegentlich figürative und symbolische Elemente einschließt. Dazu zählen geschnitzte Schleudern, die in verschiedenen westafrikanischen Regionen als alltägliche Gegenstände bekannt sind und deren Griffe oder Gabeln mit menschlichen oder tierischen Darstellungen verziert sein können. Das vorliegende Objekt gehört formal zu dieser Kategorie. Sein markantes Merkmal liegt in der engen Verschmelzung der anthropomorphen Figur mit der Grundstruktur der Schleuder. Der menschliche Körper erscheint nicht als hinzugefügige Verzierung, sondern bildet den integralen oberen Teil des Geräts. Die beiden weit auseinander stehenden Beine können zugleich als funktionale Gabel und als stark stilisierte Beine der dargestellten Figur gesehen werden. Diese beabsichtigte Ambiguität zwischen nutzbarer Form und figurativer Skulptur verleiht dem Objekt eine besondere kunsthistorische Qualität. Eine definitive Einordnung in eine spezifische regionale Lobi-Werkstatt-Tradition ist aufgrund der Fotografie nicht möglich. Ebenso bleibt unklar, ob das Objekt ursprünglich als Schleuder verwendet wurde oder ob seine Form eine repräsentative oder symbolische Funktion hatte.

Symbolik und Ikonografie

Die ikonografische Wirkung der Skulptur wird weitgehend durch die Verbindung einer menschlichen Figur mit einem potenziell funktionalen Objekt bestimmt. Der auffallend große Kopf bildet den visuellen Brennpunkt der Komposition und verleiht der Figur eine ausgeprägte persönliche Präsenz. In verschiedenen westafrikanischen Bildtraditionen kann der Schwerpunkt auf dem Kopf auf Konzepte von Individualität, Wahrnehmung oder spiritueller Bedeutung hindeuten. Eine solche Deutung ist hier ebenfalls denkbar, lässt sich jedoch ohne entsprechend ethnografische Belege nicht direkt auf das vorliegende Werk übertragen. Die Haltung der Arme ist besonders bemerkenswert. Die Unterarme, nah am Körper gehalten, und die kleinen Hände, vor der Brust oder dem Bauch positioniert, erzeugen den Eindruck einer konzentrierten, eigenständigen Frau. Die Figur wird in einer geschlossenen Geste dargestellt. Dies könnte als Ausdruck von Ruhe, Aufmerksamkeit oder symbolischer Selbstabsorption interpretiert werden. Das Gesicht mit vergleichsweise detaillierter Ausführung unterscheidet sich von der stärker abstrakten Gestaltung des unteren Körperbereichs. Während die Augen, Nase und Mund eine individuelle Physiognomie vermuten lassen, gehen Oberkörper und Beine in eine streng geometrische Form über. Die resultierende Spannung zwischen menschlicher Erkennbarkeit und funktionaler Abstraktion zählt zu den wesentlichen ästhetischen Charakteristika des Objekts. Ob die Figur eine konkrete Person, einen Vorfahren oder ein spirituelles Wesen repräsentiert, ist nicht dokumentiert. Eine Deutung als schützende Figur wäre ohne zusätzliche Informationen zur Provenienz spekulativ.

Funktion und kultureller Kontext

Schleudern gehörten zu den einfachen, aber wirksamen Werkzeugen unterschiedlichster ländlicher Gesellschaften Westafrikas, insbesondere zum Jagen kleiner Tiere oder zum Schutz von Ackerland. Ihre Herstellung erforderte eine geeignete Holzauswahl und eine sorgfältige Verarbeitung der Gabel, an der ursprünglich elastische Bänder oder Schnüre befestigt werden konnten. Bei figürlichen Beispielen entsteht zusätzlich eine ästhetische Dimension neben der praktischen Funktion. Das anthropomorphe Design könnte das Objekt individualisieren oder seine Bedeutung im sozialen Kontext betonen. Eine solche Nutzung ist auch für die vorliegende Schleuder denkbar. Allerdings sind in der Fotografie keine erhaltenen Schleudernbänder sichtbar, und das Ende der beiden Arme zeigt keine eindeutig identifizierbaren Befestigungselemente. Daher bleibt offen, ob das Objekt tatsächlich für den praktischen Gebrauch bestimmt war oder ob es eine Holzskulptur ist, die absichtlich in Schleuderform gestaltet wurde. In der Lobi-Kultur besitzen geschnitzte Figuren in bestimmten religiösen Kontexten eine bedeutende Rolle, doch diese Funktion ist nicht ohne Weiteres auf figürlich dekorierte Alltagsgegenstände übertragbar. Die sichtbaren Oberflächenabriebspuren könnten auf langjährige Benutzung hindeuten, sind aber kein schlüssiger Beleg für eine spezifische Funktion. Die Frage, ob die anthropomorphe Darstellung eine schützende oder identitätsstiftende Bedeutung hatte, bleibt ebenfalls offen.

[Der Text endet abrupt hier, daher endet auch die Übersetzung.] Kunsthistorische Würdigung

Das außergewöhnlich hohe künstlerische Niveau dieser Lobi-Schleuder liegt in der harmonischen Verbindung einer klaren, funktionalen Grundstruktur mit einer expressiven menschlichen Darstellung. Die weit geöffnete Gabel bildet eine stabile, fast architekturartige Basis, von der der schlanke Torso und der unverhältnismäßig große Kopf in einer stetigen vertikalen Bewegung ausformen. Die Komposition basiert auf einem sorgfältig ausbalancierten Verhältnis von geraden und runden Formen. Während die beiden Beine eine kraftvolle diagonale Spannung erzeugen, vermitteln der schmale Hals und die sanft modellierten Schultern eine ruhige, eigenständige Körperlichkeit. Das Gesichtedesigns ist besonders eindrucksvoll; die fein gearbeiteten Züge verleihen dem Objekt eine individuelle Ausdruckskraft. Die leicht gesenkten Augen und der zurückhaltende Mund schaffen eine Atmosphäre stiller Konzentration. Die warme, zum Teil glänzende Oberflächenhaut des Holzes betont die organische Qualität des Materials und hebt deutlich die verschiedenen skulpturalen Ebenen hervor. Im kunsthistorischen Kontext der westafrikanischen Holzschnitzkunst kann dieses Werk als bemerkenswertes Beispiel für die Integration figurativer Gestaltung in eine funktionale Objekttypologie gelten. Je nach genauer kultureller und funktionaler Einordnung zeigt es die Fähigkeit westafrikanischer Schnitzer, Alltagsgegenstände in markante skulpturale Kompositionen zu verwandeln. Seine besondere Bedeutung liegt im feinen Zusammenspiel von menschlicher Physiognomie, geometrischer Reduktion und funktionalem Design.

Literatur

Piet Meyer: Kunst und Religion der Lobi. Zürich: Museum Rietberg, 1981.

Daniel Bognolo: Lobi. Mailand: 5 Continents Editions, 2007.

Die genannten Publikationen dienen dazu, einen allgemeinen kunsthistorischen und ethnografischen Kontext für die Lobi-Kunst bereitzustellen. Keine Publikation ist direkt bezogen auf das vorliegende Objekt bekannt.

Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation

Ein Teil der Informationen und Fotografien wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und basiert auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Urheberrechtsinhabern.

Inventarnummer: MAZ32001

Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
Übersetzt mit Google Übersetzer

Lobi Slingshot mit anthropomorpher Gestaltung – Figurativ geschnitzte Holzskulptur

Herkunft: Bonko-Region, Südwesten von Burkina Faso

Kulturelle Zuschreibung: Lobi, attribuiert

Material: Holz geschnitzt, natürliche braune bis ockerfarbene Patina, teilweise Oberflächenabrasionen, inklusive Ständer.

Datierung: Nicht sicher

Provenienz: Bonko-Region, Burkina Faso, gemäß den ursprünglichen Provenienzangaben

Beschreibung

Dieses außergewöhnlich gestaltete Holzsteinschleuder vereint die funktionale Grundform eines traditionellen Wurfgeräts mit einer sorgfältig gearbeiteten anthropomorphen Darstellung. Das Objekt weist eine charakteristische, breit geöffnete, Y-förmige Basis auf, deren zwei robuste, leicht nach außen gebogene Arme die ursprünglichen Griffe und Anbringungspunkte der Schleuder bilden. Oberhalb der Gabel erhebt sich eine schlanke menschliche Figur, deren Körper unmittelbar aus der Konstruktion des Geräts zu zu wachsen scheint. Der Kopf ist auffallend groß und hat eine hohe, verlängerte ovale Schädelgestalt, definiert durch eine glatte, sanft gebogene Stirn. Das Gesicht ist nuanciert modelliert mit schmalen, mandelförmigen Augen, einer markanten Nase und einem leicht geöffneten Mund. Die Lippen sind sorgfältig geschnitzt und verleihen der Physiognomie einen ruhigen, fast kontemplativen Ausdruck. Die Ohren, an den Seiten angedeutet, ragen nur schwach aus dem Kopf. Der lange, schlanke Hals verbindet den Kopf mit einem kompakten Oberkörper mit leicht gerundeten Schultern. Die Arme liegen am Körper an und sind nach vorne gebeugt. Kleine, dreidimensionale Hände ruhen auf Brust und oberen Bauchregion. Die Körpermitte verschmilzt nahtlos mit den weit gespreizten Beinen der Schleuder, ohne klare anatomische Gliederung. Die Oberfläche zeigt eine warme Farbpalette, von honigbraun und ocker bis zu dunkleren Brauntönen. Feine Schnitzspuren, kleine Einsenkungen und Abnutzungsspuren geben Aufschluss über die handwerkliche Herstellungsweise des Holzes. Die Skulptur ruht auf einem modernen schwarzen Vitrinen- bzw. Ausstellungsstativ.

Kunsterzieherische Analyse

Die Lobi sind ein Volk im Südwesten Burkinas und in angrenzenden Regionen des heutigen Côte d’Ivoire und Ghana ansässig. Ihre künstlerischen Traditionen sind besonders bekannt für anthropomorphe Holzskulpturen, die als bateba bezeichnet werden und in verschiedenen Formen und Funktionen erscheinen. Innerhalb traditioneller lobiischer Religionsvorstellungen werden diese Figuren mit dem Thila, übernatürliche Mächte, in Verbindung gebracht, deren Einfluss das individuelle und gemeinschaftliche Leben beeinflussen kann. Neben den gut bekannten freistehenden Figuren umfasst die Lobi-Materialkultur eine Vielzahl funktionaler Objekte, deren Gestaltung gelegentlich figürative und symbolische Elemente einschließt. Dazu zählen geschnitzte Schleudern, die in verschiedenen westafrikanischen Regionen als alltägliche Gegenstände bekannt sind und deren Griffe oder Gabeln mit menschlichen oder tierischen Darstellungen verziert sein können. Das vorliegende Objekt gehört formal zu dieser Kategorie. Sein markantes Merkmal liegt in der engen Verschmelzung der anthropomorphen Figur mit der Grundstruktur der Schleuder. Der menschliche Körper erscheint nicht als hinzugefügige Verzierung, sondern bildet den integralen oberen Teil des Geräts. Die beiden weit auseinander stehenden Beine können zugleich als funktionale Gabel und als stark stilisierte Beine der dargestellten Figur gesehen werden. Diese beabsichtigte Ambiguität zwischen nutzbarer Form und figurativer Skulptur verleiht dem Objekt eine besondere kunsthistorische Qualität. Eine definitive Einordnung in eine spezifische regionale Lobi-Werkstatt-Tradition ist aufgrund der Fotografie nicht möglich. Ebenso bleibt unklar, ob das Objekt ursprünglich als Schleuder verwendet wurde oder ob seine Form eine repräsentative oder symbolische Funktion hatte.

Symbolik und Ikonografie

Die ikonografische Wirkung der Skulptur wird weitgehend durch die Verbindung einer menschlichen Figur mit einem potenziell funktionalen Objekt bestimmt. Der auffallend große Kopf bildet den visuellen Brennpunkt der Komposition und verleiht der Figur eine ausgeprägte persönliche Präsenz. In verschiedenen westafrikanischen Bildtraditionen kann der Schwerpunkt auf dem Kopf auf Konzepte von Individualität, Wahrnehmung oder spiritueller Bedeutung hindeuten. Eine solche Deutung ist hier ebenfalls denkbar, lässt sich jedoch ohne entsprechend ethnografische Belege nicht direkt auf das vorliegende Werk übertragen. Die Haltung der Arme ist besonders bemerkenswert. Die Unterarme, nah am Körper gehalten, und die kleinen Hände, vor der Brust oder dem Bauch positioniert, erzeugen den Eindruck einer konzentrierten, eigenständigen Frau. Die Figur wird in einer geschlossenen Geste dargestellt. Dies könnte als Ausdruck von Ruhe, Aufmerksamkeit oder symbolischer Selbstabsorption interpretiert werden. Das Gesicht mit vergleichsweise detaillierter Ausführung unterscheidet sich von der stärker abstrakten Gestaltung des unteren Körperbereichs. Während die Augen, Nase und Mund eine individuelle Physiognomie vermuten lassen, gehen Oberkörper und Beine in eine streng geometrische Form über. Die resultierende Spannung zwischen menschlicher Erkennbarkeit und funktionaler Abstraktion zählt zu den wesentlichen ästhetischen Charakteristika des Objekts. Ob die Figur eine konkrete Person, einen Vorfahren oder ein spirituelles Wesen repräsentiert, ist nicht dokumentiert. Eine Deutung als schützende Figur wäre ohne zusätzliche Informationen zur Provenienz spekulativ.

Funktion und kultureller Kontext

Schleudern gehörten zu den einfachen, aber wirksamen Werkzeugen unterschiedlichster ländlicher Gesellschaften Westafrikas, insbesondere zum Jagen kleiner Tiere oder zum Schutz von Ackerland. Ihre Herstellung erforderte eine geeignete Holzauswahl und eine sorgfältige Verarbeitung der Gabel, an der ursprünglich elastische Bänder oder Schnüre befestigt werden konnten. Bei figürlichen Beispielen entsteht zusätzlich eine ästhetische Dimension neben der praktischen Funktion. Das anthropomorphe Design könnte das Objekt individualisieren oder seine Bedeutung im sozialen Kontext betonen. Eine solche Nutzung ist auch für die vorliegende Schleuder denkbar. Allerdings sind in der Fotografie keine erhaltenen Schleudernbänder sichtbar, und das Ende der beiden Arme zeigt keine eindeutig identifizierbaren Befestigungselemente. Daher bleibt offen, ob das Objekt tatsächlich für den praktischen Gebrauch bestimmt war oder ob es eine Holzskulptur ist, die absichtlich in Schleuderform gestaltet wurde. In der Lobi-Kultur besitzen geschnitzte Figuren in bestimmten religiösen Kontexten eine bedeutende Rolle, doch diese Funktion ist nicht ohne Weiteres auf figürlich dekorierte Alltagsgegenstände übertragbar. Die sichtbaren Oberflächenabriebspuren könnten auf langjährige Benutzung hindeuten, sind aber kein schlüssiger Beleg für eine spezifische Funktion. Die Frage, ob die anthropomorphe Darstellung eine schützende oder identitätsstiftende Bedeutung hatte, bleibt ebenfalls offen.

[Der Text endet abrupt hier, daher endet auch die Übersetzung.] Kunsthistorische Würdigung

Das außergewöhnlich hohe künstlerische Niveau dieser Lobi-Schleuder liegt in der harmonischen Verbindung einer klaren, funktionalen Grundstruktur mit einer expressiven menschlichen Darstellung. Die weit geöffnete Gabel bildet eine stabile, fast architekturartige Basis, von der der schlanke Torso und der unverhältnismäßig große Kopf in einer stetigen vertikalen Bewegung ausformen. Die Komposition basiert auf einem sorgfältig ausbalancierten Verhältnis von geraden und runden Formen. Während die beiden Beine eine kraftvolle diagonale Spannung erzeugen, vermitteln der schmale Hals und die sanft modellierten Schultern eine ruhige, eigenständige Körperlichkeit. Das Gesichtedesigns ist besonders eindrucksvoll; die fein gearbeiteten Züge verleihen dem Objekt eine individuelle Ausdruckskraft. Die leicht gesenkten Augen und der zurückhaltende Mund schaffen eine Atmosphäre stiller Konzentration. Die warme, zum Teil glänzende Oberflächenhaut des Holzes betont die organische Qualität des Materials und hebt deutlich die verschiedenen skulpturalen Ebenen hervor. Im kunsthistorischen Kontext der westafrikanischen Holzschnitzkunst kann dieses Werk als bemerkenswertes Beispiel für die Integration figurativer Gestaltung in eine funktionale Objekttypologie gelten. Je nach genauer kultureller und funktionaler Einordnung zeigt es die Fähigkeit westafrikanischer Schnitzer, Alltagsgegenstände in markante skulpturale Kompositionen zu verwandeln. Seine besondere Bedeutung liegt im feinen Zusammenspiel von menschlicher Physiognomie, geometrischer Reduktion und funktionalem Design.

Literatur

Piet Meyer: Kunst und Religion der Lobi. Zürich: Museum Rietberg, 1981.

Daniel Bognolo: Lobi. Mailand: 5 Continents Editions, 2007.

Die genannten Publikationen dienen dazu, einen allgemeinen kunsthistorischen und ethnografischen Kontext für die Lobi-Kunst bereitzustellen. Keine Publikation ist direkt bezogen auf das vorliegende Objekt bekannt.

Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation

Ein Teil der Informationen und Fotografien wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und basiert auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Urheberrechtsinhabern.

Inventarnummer: MAZ32001

Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
Übersetzt mit Google Übersetzer

Details

Ethnie/ Kultur
Lobi
Herkunftsland
Burkina Faso
Material
Holz
Sold with stand
Ja
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A wooden sculpture
Höhe
20 cm
Gewicht
210 g
Authentizität
Original/offiziell
Verkauft von
DeutschlandVerifiziert
6937
Verkaufte Objekte
99,42 %
protop

Rechtliche Informationen des Verkäufers

Unternehmen:
Jaenicke Njoya GmbH
Repräsentant:
Wolfgang Jaenicke
Adresse:
Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
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