Eine Eisenskulptur - Vere - Nigeria (Ohne mindestpreis)






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Eisen-Skulptur mit dem Titel 'A iron sculpture' aus Nigeria vom Volk der Vere, Provenienz Gudusu Village, Jimeta-Region, Adamawa-Staat, Nordost-Nigeria; Höhe 49 cm, Gewicht 550 g, mit Stand, authentisch Original, in befriedigendem Zustand.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Anthropomorphe Eisen-Skulptur der Vere-Völker – zum Roden geformte Figur mit ausgestreckten Armen und spiralförmigem Sockel
Herkunft: Gudusu-Dorf, Jimeta-Region, Adamawa-Staat, Nordost-Nigeria
Kulturelle Zuschreibung: Vere (Verre), attribuiert
Material: Schmiedeeisen, teilweise graviert oder gestochen, braun bis ockerfarbene Oxidationspatina, inkl. Ständer.
Datierung: Nicht sicher
provenance: Gudusu-Dorf, Jimeta-Region, Nigeria, gemäß den ursprünglichen Provenienzangaben
Beschreibung
Diese außerordentlich schlanke Eiserne Skulptur zeigt eine streng frontale, anthropomorph interpretierbare Figur, deren Körper aus einem langen, fast geraden zentralen Stab entwickelt ist. Die Komposition zeichnet sich durch eine ausgeprägte vertikale Orientierung, symmetrisch ausgestreckte Arme und einen kunstvoll gestalteten unteren Abschnitt aus. Der obere Teil wird durch einen schmalen, verlängerten Hals oder eine Verlängerung gebildet, die in einer kleinen, laub- oder lansettenförmigen Finial endet. Diese Figur hat eine leicht spitz zulaufende Kontur und eine unregelmäßig strukturierte Oberfläche. Unter dem verlängerten oberen Abschnitt erstrecken sich zwei Arme seitlich, die nach unten in einem Bogen nach außen wölben. Ihre Enden sind abgeflacht und verbreitert, wodurch hochstilisiert wirkende Hände entstehen. Die Arme bilden eine nahezu spiegelbildliche Anordnung, was der Figur eine charakteristische, kreuzartige Silhouette verleiht. Der zentrale Schaft ist über einen großen Teil seiner Länge hinweg mit einem sorgfältig gearbeiteten Fischgräten- oder Gewebe-Muster bedeckt. Die eng beieinander liegenden diagonalen Linien erzeugen eine rhythmische Oberflächenstruktur, die den Eindruck eines Stoffumhangs oder eine ornamental gestaltete Abdeckung vermitteln kann. Im unteren Abschnitt wird der gravierte zentrale Bereich von mehreren ringförmigen Verdickungen bzw. bandartigen Elementen gekrönt. Darunter weitet sich der Schaft zu einem Bündel mehrerer schmaler Eisennadeln, die nach außen strahlen, von denen einige in eng gewundene Spiralen enden. Diese spiralförmigen Enden bilden eine dekorative, zugleich aber auch strukturell wirkungsvolle Basis. Die gesamte Oberfläche besitzt eine differenzierte Oxidationspatina, die von dunklem Braun und Rostrot bis hin zu hellem Ocker reicht. Das Objekt ist auf einer modernen schwarzen Vitrinenbasis montiert.
Kunsthistorische Analyse
Die Vere, auch Verre genannt, sind eine ethnische Gruppe der östlichen Adamawa-Region, deren historische Kulturlandschaften sich über Teile des nordöstlichen Nigeria und des benachbarten Kameruns erstrecken. Ihre Siedlungen befinden sich primär in der Nähe der Atlantika-Berge und der südlichen Adamawa-Region. Das Dorf Gudusu wird als Herkunftsort des Objekts identifiziert; eine genauere Zuschreibung zu einer lokalen Werkstatt oder einer bestimmten Handwerkstradition ist jedoch nicht dokumentiert. Das materielle Kulturerbe der oberen Benue- und Adamawa-Regionen zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt keramischer, holz- und metallischer Objekte aus. Die Eisenbearbeitung hatte in vielen Gesellschaften dieser Region eine bedeutende wirtschaftliche und soziale Rolle. Die Herstellung geschmiedeter Objekte verlangte spezialisiertes Wissen über die Eigenschaften des Metalls, kontrollierte Erwärmung und formgebende Bearbeitung durch Hämmern, Biegen und das Verbinden einzelner Elemente. Neben Werkzeugen und Waffen entstanden auch Objekte, deren Gestaltung über unmittelbare praktische Nutzung hinausreichte. Aufgrund ihrer anthropomorphen Grundstruktur und des komplexen Ornamentdesigns lässt sich die vorliegende Skulptur allgemein in diesen größeren Kontext einordnen. Ihre Form weicht jedoch deutlich von naturalistisch wiedergegebenen menschlichen Figuren ab. Der Körper ist nahezu vollständig durch einen schmalen zentralen Stab ersetzt, während die Arme als unabhängige, lateral ausgerichtete Elemente auftreten. Der untere Abschnitt mit seinen spiralig gekräuselten Verlängerungen bildet einen auffällig dekorativen Abschluss. Eine eindeutige typologische Einordnung innerhalb der dokumentierten Vere-Kunst ist auf Basis des Fotos nicht möglich. Es bleibt insbesondere festzuhalten, ob es sich um eine eigenständige anthropomorphe Skulptur, einen zeremoniellen Stabgegenstand oder einen Bestandteil einer ursprünglich größeren Konstruktion handelt.
Symbolik und Ikonographie
Die ikonographische Wirkung des Objekts ergibt sich aus der Verbindung einer stark abstrakten menschlichen Figur mit geometrischer und spiralförmiger Ornamentik. Die beiden ausgestreckten Arme sind das markanteste anthropomorphe Merkmal. Ihre symmetrische Anordnung könnte eine Geste des Öffnens, Empfangens oder Beschwörens darstellen. In verschiedenen afrikanischen pictorial-traditions kann erhobene oder ausgestreckte Arme mit Vorstellungen von Kommunikation, Schutz oder zeremonieller Handlung assoziiert werden. Es ist möglich, das Objekt dahingehend zu deuten, aber eine solche Interpretation lässt sich ohne spezifische ethnografische Belege nicht bestätigen. Die enge obere Verlängerung mit ihrer laubförmigen Endung könnte als stark vereinfachter Kopf, als symbolischer Krönungselement oder als eigenständiges Symbol verstanden werden. Die nahezu völlige Abwesenheit von Gesichtszügen und anatomischen Details ist auffällig. Die menschliche Figur wird somit nicht als individuelle Person dargestellt, sondern auf eine elementare, fast symbolische Struktur reduziert. Das Fischgrätenmuster des zentralen Stabs verdient besondere Beachtung. Seine regelmäßige Wiederholung erinnert an gewebte Materialien, textilartige Strukturen oder andere Formen handgefertigter Ornamentik. Ob diese Ähnlichkeit bewusst auf bestimmte Kleidungsstücke, Körperschmierungen oder symbolische Muster verweist, bleibt unklar. Die Spiralen im unteren Abschnitt könnten ebenfalls eine dekorative oder symbolische Bedeutung haben. Spiralen treten als eigenständige Designelemente in verschiedenen afrikanischen Metallverarbeitungstraditionen auf, doch ihre Bedeutungen lassen sich kulturübergreifend nicht standardisieren. In diesem Fall erzeugen sie vor allem einen markanten Kontrast zur streng vertikalen Zentralachse.
Dies sind nicht die einzigen Elemente, die in diesem Objekt erscheinen.
Rituelle Funktion und kultureller Kontext
Geschmiedete Eisenobjekte konnten in verschiedenen Gesellschaften der Adamawa- und Upper-Benue-Regionen praktische, soziale und religiöse Funktionen erfüllen. Ihre Bedeutung hing eng mit dem jeweiligen lokalen Kontext, der Herstellungsgeschichte und der Nutzung zusammen. Die vorliegende Skulptur besitzt mehrere Merkmale, die auf eine mögliche zeremonielle oder repräsentative Absicht hindeuten. Dazu gehören die anthropomorphe Grundstruktur, die symmetrisch ausgestreckten Arme, die aufwändige Oberflächenornamentik und der dekorativ gestaltete untere Abschnitt. Ihre Nutzung als Symbol besonderer sozialer Stellung, als Teil eines rituellen Geräts oder als symbolisches Objekt im gemeinschaftlichen Kontext ist denkbar. Jedoch fehlen verlässliche Informationen über den ursprünglichen Standort und die spezifische Funktion. Die spiralförmigen Verlängerungen könnten einen eigenständigen Ständer gebildet oder dazu gedient haben, das Objekt in ein größeres Ensemble zu sichern. Es bleibt auch unklar, ob die Skulptur ursprünglich freistehend, tragbar oder an ein anderes Objekt angeschlossen war. Die sichtbare Oxidation der Metalloberfläche erlaubt keine zuverlässige Altersbestimmung und liefert per se keinen Nachweis ritueller Nutzung. Die anthropomorphe Form allein rechtfertigt ebenfalls keine direkte Interpretation als Ahnenfigur, Schutzfigur oder Verkörperung einer bestimmten spirituellen Kraft. Eine genauere Bestimmung ihrer Funktion erfordert ethnografisch belegte Vergleichsobjekte aus der Vere-Region und weitere Informationen zur Provenienz.
Kunsthistorische Bewertung
Die besondere ästhetische Qualität dieser Eisskulptur liegt in der konsistenten Verbindung von linearer Reduktion, geometrischer Ornamentik und expansivem Raumsinn. Der lange zentrale Stab bildet eine klare vertikale Achse, deren strikte Ordnung rhythmisch durch die seitlich gekrümmten Arme und die spiralförmigen Elemente des unteren Abschnitts gebrochen wird. Die Figur besitzt somit eine bemerkenswerte Spannung zwischen statischer Solidität und dynamischer Bewegung. Die Oberflächenbehandlung ist besonders beeindruckend. Das dicht aufgetragene Fischgrätenmuster verwandelt den schmalen Eisenschaft in eine ornamental strukturierte Oberfläche, deren rhythmische Wiederholung die Verticalität der Komposition weiter betont. Die seitlichen Arme bilden eine ruhige horizontale Gegenstimme, während die unteren Spiralen eine lebendige, kreisende Bewegung erzeugen. Trotz formaler Unterschiede wirken die verschiedenen Designelemente harmonisch vereint. Die Beziehung zwischen Materialgewicht und optischer Leichtigkeit ist ebenfalls bemerkenswert. Obwohl Eisen ein widerstandsfähiges und relativ schweres Material ist, wirkt die Skulptur durch ihre schmales Querschnitte und offenen Räume fast schwerelos. Die unregelmäßige Oxidationspatina unterstreicht die handgefertigte Natur des Objekts und verleiht ihm eine nuancierte Material-Präsenz. Innerhalb des breiteren kunsthistorischen Kontexts der Metallbearbeitung in der Adamawa-Region, und unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Zuschreibung, lässt sich das Werk als bemerkenswertes Beispiel stark abstraktierter Eisenskulptur der Anthropomorphie betrachten. Seine besondere Bedeutung liegt in der einzigartigen Kombination aus figürlicher Symbolik, ornamentaler Präzision und konstruktiver Raffinesse. Die Skulptur demonstriert eindrucksvoll, wie eine komplexe skulpturale Komposition aus nur wenigen geschmiedeten Elementen entstehen kann, deren Ausdrucksstärke sowohl aus der Grundform des Menschen als auch aus der rhythmischen Ordnung ihrer Linien und Ornamente resultiert.
Literatur
Marla C. Berns, Richard Fardon und Sidney Littlefield Kasfir (Hrsg.): Central Nigeria Unmasked: Arts of the Benue River Valley. Los Angeles: Fowler Museum an der UCLA, 2011.
Diese Publikation dient als allgemeiner kunsthistorischer und ethnografischer Rahmen für die künstlerischen Traditionen des Benue-Gebietes. Für eine genauere Einordnung sind weitere Forschungen zur Metallbearbeitung und figürlicher Eisenvkunst der Vere im nigerianisch-kamerunischen Grenzgebiet erforderlich. Derzeit existiert keine verlässliche Literaturreferenz, die sich direkt auf diese spezifische Skulptur bezieht.
Marla C. Berns, Richard Fardon und Sidney Littlefield Kasfir (Hrsg.): Central Nigeria Unmasked: Arts of the Benue River Valley. Los Angeles: Fowler Museum an der UCLA, 2011.
Diese Publikation bietet einen allgemeinen kunsthistorischen und ethnografischen Überblick über die künstlerischen Traditionen des Benue-Gebietes.
Urheberrecht und Wissenschaftliche Dokumentation
Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und basieren auf publizierten Quellen in Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte stehen den jeweiligen Rechteinhabern zu.
Inventar-Nr. MAZ32184
Informant: Amadou Dogo
Der Verkäufer stellt sich vor
Anthropomorphe Eisen-Skulptur der Vere-Völker – zum Roden geformte Figur mit ausgestreckten Armen und spiralförmigem Sockel
Herkunft: Gudusu-Dorf, Jimeta-Region, Adamawa-Staat, Nordost-Nigeria
Kulturelle Zuschreibung: Vere (Verre), attribuiert
Material: Schmiedeeisen, teilweise graviert oder gestochen, braun bis ockerfarbene Oxidationspatina, inkl. Ständer.
Datierung: Nicht sicher
provenance: Gudusu-Dorf, Jimeta-Region, Nigeria, gemäß den ursprünglichen Provenienzangaben
Beschreibung
Diese außerordentlich schlanke Eiserne Skulptur zeigt eine streng frontale, anthropomorph interpretierbare Figur, deren Körper aus einem langen, fast geraden zentralen Stab entwickelt ist. Die Komposition zeichnet sich durch eine ausgeprägte vertikale Orientierung, symmetrisch ausgestreckte Arme und einen kunstvoll gestalteten unteren Abschnitt aus. Der obere Teil wird durch einen schmalen, verlängerten Hals oder eine Verlängerung gebildet, die in einer kleinen, laub- oder lansettenförmigen Finial endet. Diese Figur hat eine leicht spitz zulaufende Kontur und eine unregelmäßig strukturierte Oberfläche. Unter dem verlängerten oberen Abschnitt erstrecken sich zwei Arme seitlich, die nach unten in einem Bogen nach außen wölben. Ihre Enden sind abgeflacht und verbreitert, wodurch hochstilisiert wirkende Hände entstehen. Die Arme bilden eine nahezu spiegelbildliche Anordnung, was der Figur eine charakteristische, kreuzartige Silhouette verleiht. Der zentrale Schaft ist über einen großen Teil seiner Länge hinweg mit einem sorgfältig gearbeiteten Fischgräten- oder Gewebe-Muster bedeckt. Die eng beieinander liegenden diagonalen Linien erzeugen eine rhythmische Oberflächenstruktur, die den Eindruck eines Stoffumhangs oder eine ornamental gestaltete Abdeckung vermitteln kann. Im unteren Abschnitt wird der gravierte zentrale Bereich von mehreren ringförmigen Verdickungen bzw. bandartigen Elementen gekrönt. Darunter weitet sich der Schaft zu einem Bündel mehrerer schmaler Eisennadeln, die nach außen strahlen, von denen einige in eng gewundene Spiralen enden. Diese spiralförmigen Enden bilden eine dekorative, zugleich aber auch strukturell wirkungsvolle Basis. Die gesamte Oberfläche besitzt eine differenzierte Oxidationspatina, die von dunklem Braun und Rostrot bis hin zu hellem Ocker reicht. Das Objekt ist auf einer modernen schwarzen Vitrinenbasis montiert.
Kunsthistorische Analyse
Die Vere, auch Verre genannt, sind eine ethnische Gruppe der östlichen Adamawa-Region, deren historische Kulturlandschaften sich über Teile des nordöstlichen Nigeria und des benachbarten Kameruns erstrecken. Ihre Siedlungen befinden sich primär in der Nähe der Atlantika-Berge und der südlichen Adamawa-Region. Das Dorf Gudusu wird als Herkunftsort des Objekts identifiziert; eine genauere Zuschreibung zu einer lokalen Werkstatt oder einer bestimmten Handwerkstradition ist jedoch nicht dokumentiert. Das materielle Kulturerbe der oberen Benue- und Adamawa-Regionen zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Vielfalt keramischer, holz- und metallischer Objekte aus. Die Eisenbearbeitung hatte in vielen Gesellschaften dieser Region eine bedeutende wirtschaftliche und soziale Rolle. Die Herstellung geschmiedeter Objekte verlangte spezialisiertes Wissen über die Eigenschaften des Metalls, kontrollierte Erwärmung und formgebende Bearbeitung durch Hämmern, Biegen und das Verbinden einzelner Elemente. Neben Werkzeugen und Waffen entstanden auch Objekte, deren Gestaltung über unmittelbare praktische Nutzung hinausreichte. Aufgrund ihrer anthropomorphen Grundstruktur und des komplexen Ornamentdesigns lässt sich die vorliegende Skulptur allgemein in diesen größeren Kontext einordnen. Ihre Form weicht jedoch deutlich von naturalistisch wiedergegebenen menschlichen Figuren ab. Der Körper ist nahezu vollständig durch einen schmalen zentralen Stab ersetzt, während die Arme als unabhängige, lateral ausgerichtete Elemente auftreten. Der untere Abschnitt mit seinen spiralig gekräuselten Verlängerungen bildet einen auffällig dekorativen Abschluss. Eine eindeutige typologische Einordnung innerhalb der dokumentierten Vere-Kunst ist auf Basis des Fotos nicht möglich. Es bleibt insbesondere festzuhalten, ob es sich um eine eigenständige anthropomorphe Skulptur, einen zeremoniellen Stabgegenstand oder einen Bestandteil einer ursprünglich größeren Konstruktion handelt.
Symbolik und Ikonographie
Die ikonographische Wirkung des Objekts ergibt sich aus der Verbindung einer stark abstrakten menschlichen Figur mit geometrischer und spiralförmiger Ornamentik. Die beiden ausgestreckten Arme sind das markanteste anthropomorphe Merkmal. Ihre symmetrische Anordnung könnte eine Geste des Öffnens, Empfangens oder Beschwörens darstellen. In verschiedenen afrikanischen pictorial-traditions kann erhobene oder ausgestreckte Arme mit Vorstellungen von Kommunikation, Schutz oder zeremonieller Handlung assoziiert werden. Es ist möglich, das Objekt dahingehend zu deuten, aber eine solche Interpretation lässt sich ohne spezifische ethnografische Belege nicht bestätigen. Die enge obere Verlängerung mit ihrer laubförmigen Endung könnte als stark vereinfachter Kopf, als symbolischer Krönungselement oder als eigenständiges Symbol verstanden werden. Die nahezu völlige Abwesenheit von Gesichtszügen und anatomischen Details ist auffällig. Die menschliche Figur wird somit nicht als individuelle Person dargestellt, sondern auf eine elementare, fast symbolische Struktur reduziert. Das Fischgrätenmuster des zentralen Stabs verdient besondere Beachtung. Seine regelmäßige Wiederholung erinnert an gewebte Materialien, textilartige Strukturen oder andere Formen handgefertigter Ornamentik. Ob diese Ähnlichkeit bewusst auf bestimmte Kleidungsstücke, Körperschmierungen oder symbolische Muster verweist, bleibt unklar. Die Spiralen im unteren Abschnitt könnten ebenfalls eine dekorative oder symbolische Bedeutung haben. Spiralen treten als eigenständige Designelemente in verschiedenen afrikanischen Metallverarbeitungstraditionen auf, doch ihre Bedeutungen lassen sich kulturübergreifend nicht standardisieren. In diesem Fall erzeugen sie vor allem einen markanten Kontrast zur streng vertikalen Zentralachse.
Dies sind nicht die einzigen Elemente, die in diesem Objekt erscheinen.
Rituelle Funktion und kultureller Kontext
Geschmiedete Eisenobjekte konnten in verschiedenen Gesellschaften der Adamawa- und Upper-Benue-Regionen praktische, soziale und religiöse Funktionen erfüllen. Ihre Bedeutung hing eng mit dem jeweiligen lokalen Kontext, der Herstellungsgeschichte und der Nutzung zusammen. Die vorliegende Skulptur besitzt mehrere Merkmale, die auf eine mögliche zeremonielle oder repräsentative Absicht hindeuten. Dazu gehören die anthropomorphe Grundstruktur, die symmetrisch ausgestreckten Arme, die aufwändige Oberflächenornamentik und der dekorativ gestaltete untere Abschnitt. Ihre Nutzung als Symbol besonderer sozialer Stellung, als Teil eines rituellen Geräts oder als symbolisches Objekt im gemeinschaftlichen Kontext ist denkbar. Jedoch fehlen verlässliche Informationen über den ursprünglichen Standort und die spezifische Funktion. Die spiralförmigen Verlängerungen könnten einen eigenständigen Ständer gebildet oder dazu gedient haben, das Objekt in ein größeres Ensemble zu sichern. Es bleibt auch unklar, ob die Skulptur ursprünglich freistehend, tragbar oder an ein anderes Objekt angeschlossen war. Die sichtbare Oxidation der Metalloberfläche erlaubt keine zuverlässige Altersbestimmung und liefert per se keinen Nachweis ritueller Nutzung. Die anthropomorphe Form allein rechtfertigt ebenfalls keine direkte Interpretation als Ahnenfigur, Schutzfigur oder Verkörperung einer bestimmten spirituellen Kraft. Eine genauere Bestimmung ihrer Funktion erfordert ethnografisch belegte Vergleichsobjekte aus der Vere-Region und weitere Informationen zur Provenienz.
Kunsthistorische Bewertung
Die besondere ästhetische Qualität dieser Eisskulptur liegt in der konsistenten Verbindung von linearer Reduktion, geometrischer Ornamentik und expansivem Raumsinn. Der lange zentrale Stab bildet eine klare vertikale Achse, deren strikte Ordnung rhythmisch durch die seitlich gekrümmten Arme und die spiralförmigen Elemente des unteren Abschnitts gebrochen wird. Die Figur besitzt somit eine bemerkenswerte Spannung zwischen statischer Solidität und dynamischer Bewegung. Die Oberflächenbehandlung ist besonders beeindruckend. Das dicht aufgetragene Fischgrätenmuster verwandelt den schmalen Eisenschaft in eine ornamental strukturierte Oberfläche, deren rhythmische Wiederholung die Verticalität der Komposition weiter betont. Die seitlichen Arme bilden eine ruhige horizontale Gegenstimme, während die unteren Spiralen eine lebendige, kreisende Bewegung erzeugen. Trotz formaler Unterschiede wirken die verschiedenen Designelemente harmonisch vereint. Die Beziehung zwischen Materialgewicht und optischer Leichtigkeit ist ebenfalls bemerkenswert. Obwohl Eisen ein widerstandsfähiges und relativ schweres Material ist, wirkt die Skulptur durch ihre schmales Querschnitte und offenen Räume fast schwerelos. Die unregelmäßige Oxidationspatina unterstreicht die handgefertigte Natur des Objekts und verleiht ihm eine nuancierte Material-Präsenz. Innerhalb des breiteren kunsthistorischen Kontexts der Metallbearbeitung in der Adamawa-Region, und unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Zuschreibung, lässt sich das Werk als bemerkenswertes Beispiel stark abstraktierter Eisenskulptur der Anthropomorphie betrachten. Seine besondere Bedeutung liegt in der einzigartigen Kombination aus figürlicher Symbolik, ornamentaler Präzision und konstruktiver Raffinesse. Die Skulptur demonstriert eindrucksvoll, wie eine komplexe skulpturale Komposition aus nur wenigen geschmiedeten Elementen entstehen kann, deren Ausdrucksstärke sowohl aus der Grundform des Menschen als auch aus der rhythmischen Ordnung ihrer Linien und Ornamente resultiert.
Literatur
Marla C. Berns, Richard Fardon und Sidney Littlefield Kasfir (Hrsg.): Central Nigeria Unmasked: Arts of the Benue River Valley. Los Angeles: Fowler Museum an der UCLA, 2011.
Diese Publikation dient als allgemeiner kunsthistorischer und ethnografischer Rahmen für die künstlerischen Traditionen des Benue-Gebietes. Für eine genauere Einordnung sind weitere Forschungen zur Metallbearbeitung und figürlicher Eisenvkunst der Vere im nigerianisch-kamerunischen Grenzgebiet erforderlich. Derzeit existiert keine verlässliche Literaturreferenz, die sich direkt auf diese spezifische Skulptur bezieht.
Marla C. Berns, Richard Fardon und Sidney Littlefield Kasfir (Hrsg.): Central Nigeria Unmasked: Arts of the Benue River Valley. Los Angeles: Fowler Museum an der UCLA, 2011.
Diese Publikation bietet einen allgemeinen kunsthistorischen und ethnografischen Überblick über die künstlerischen Traditionen des Benue-Gebietes.
Urheberrecht und Wissenschaftliche Dokumentation
Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und basieren auf publizierten Quellen in Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte stehen den jeweiligen Rechteinhabern zu.
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