Eine Holzskulptur - Prampram - Ghana

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Dimitri André
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Eine Holzskulptur aus Ghana der Prampram-Ga-Dangme-Kultur, mit dem Titel A wooden sculpture, aus Holz gearbeitet, 35 cm hoch und 570 g schwer, Zustand fair, authentisch/Original.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Diese Skulptur zeigt ein Paar sitzender Figuren, die aus Hartholz in einem hoch abstrakten Stil geschnitzt sind. Beide Figuren sitzen mit hochgezogenen Beinen, die an den Enden spitz zulaufen. Auch ihre Arme sind lang und spitz, reichen nach oben und strukturieren die Gruppe entlang einer vertikalen Achse. Im Gegensatz dazu sind ihre Köpfe rund geformt und bilden einen ruhigen formalen Gegenpol zu den scharf zulaufenden Gliedmaßen. Obwohl die Figuren einander zugewandt sind, drehen sich ihre Gesichter zum Betrachter, wodurch eine visuelle Spannung zwischen dem Verhältnis der Figuren zueinander und ihrer Präsenz im Raum des Beobachters entsteht.

Solche Skulpturen sind mit der Küstenregion um Prampram im heutigen Ghana verbunden. Sie gehören in den kulturellen Kontext der Ga Dangme, deren Siedlungen sich entlang der südöstlichen Küste Ghanas erstrecken. Innerhalb dieses kulturellen Umfelds ist dieser Typ aus Hartholz vergleichsweise selten und stark lokalisiert. Die Gestalten erscheinen oft als Männer-Frauen-Paare und werden in der Fachliteratur mit rituellen Praktiken verknüpft, insbesondere Ahnenverehrung und Bestattungsriten, obwohl ihre genaue Funktion aufgrund der begrenzten Anzahl dokumentierter Beispiele unklar bleibt.

Das formale Design der Figuren folgt einer ästhetischen Logik der Reduktion. Die Körper sind nicht naturalistisch modelliert, sondern auf wenige prägnante Formen reduziert: runde Köpfe, lineare Gliedmaßen und spitze Enden. Diese Art von Abstraktion ist in vielen westafrikanischen Bildtraditionen verbreitet, wo die menschliche Figur weniger als realistische Darstellung denn als symbolisches Zeichen fungiert. Besonders auffallend ist die Spannung zwischen Kurven und Spitzen: Während die Köpfe eine geschlossene, stabile Form bilden, erzeugen Arme und Beine einen dynamischen, fast grafischen Fluss von Linien.

Formell zeigen die Prampram-Figuren interessante Parallelen zu den Figurenstudien von Oskar Schlemmer. Wie Schlemmers Bauhaus-Skulpturen und Bühnengestalten reduziert auch das Prampram-Paar den menschlichen Körper auf wesentliche geometrische Formen und betont dabei die Beziehung zwischen den Figuren und ihr Zusammenspiel mit dem Raum. Die vertikale Achse der Gliedmaßen und die wechselseitige Orientierung der Figuren erinnern an Schlemmers Experimente mit rhythmischer Komposition und choreografierten räumlichen Anordnungen, während das Gleichgewicht zwischen abgerundeten Köpfen und spitzen Extremitäten eine dynamische Spannung erzeugt, die der Triadic Ballet-Figuren von Schlemmer ähnelt.

Das Motiv des Paares spiegelt auch gesellschaftliche und kosmologische Konzepte der Ergänzung wider. In vielen westafrikanischen Gesellschaften symbolisieren männliche und weibliche Figuren Gleichgewicht, soziale Beziehungen und Ordnung. Die Gegenüberstellung der Figuren kann daher als visuelle Metapher für Dialog, gegenseitige Ergänzung und gemeinschaftliche Bindung interpretiert werden. Zugleich schafft die gemeinsame Geste erhobener Arme eine Formeneinheit und präsentiert das Paar als kohärente symbolische Gruppe.

Die Menschen von Prampram gehören zur breiteren Ga Dangme-sprachlichen Gruppe, deren historische Entwicklung eng mit Migrationen entlang der Westküste Afrikas verknüpft ist. Forschungen zeigen, dass diese Gemeinschaften aus dem Landesinneren Westafrikas an die Küste migrierten, über mehrere Wellen siedelten und sich im Gebiet zwischen Accra und der Volta-Delta niederließen. Sie entwickelten komplexe soziale Strukturen, geprägt von Fischerei, Küstenhandel und lokalen rituellen Systemen.

In diesem kulturellen Kontext entstanden bestimmte Formen der materiellen Kultur, darunter rituelle Objekte, Schreinsmöbel, zeremonielle Gerätschaften und gelegentlich figürliche Holzschnitzereien. Im Vergleich zu benachbarten Regionen wie dem Akan- oder Ewe-Gebiet spielte figürliche Skulptur in der Kunst der Ga Dangme eine weniger zentrale Rolle. Dies erklärt, warum Prampram-Figuren relativ selten sind und nur sporadisch in kunsthistorischer Literatur diskutiert werden.

Aufgrund ihrer Seltenheit erscheinen Prampram-Skulpturen nur gelegentlich in größeren Museumssammlungen. Institutionen in Ghana bewahren einige Objekte aus dem Ga Dangme-Kontext, darunter das National Museum of Ghana, dessen ethnographische Sammlung rituelle Objekte, Schreinsmöbel und figürliche Holzschnitzereien aus der Region bewahrt. Ebenso besitzt das Museum of Archaeology and Ethnography der University of Ghana kleinere Sammlungen ga- und dangme-Objekte, darunter rituelle Holzschnitzereien und religiöse Artefakte.

Außerhalb Ghanas erscheinen diese Skulpturen in ethnologischen Sammlungen oder Privatkollektionen afrikanischer Kunst. Viele Stücke wurden im zwanzigsten Jahrhundert von Sammlern oder Kunsthändlern nach Europa gebracht, oft mit nur wenigen historischen Unterlagen, und einige kamen später durch Auktionen und Privatverkäufe in Museum- oder Forschungsbestände.

Das hier beschriebene Prampram-Figurenpaar ist daher nicht nur ein ästhetisch eindrucksvolles Beispiel westafrikanischer Hartholzskulptur, sondern auch ein seltener Beweis für eine regionale bildende Tradition. Ihre formale Reduktion, die Spannung zwischen Rundem und Spitzem sowie die symbolische Paarung weisen auf eine Bildsprache hin, die Beziehung, Gemeinschaft und spirituelle Gegenwart in komprimierter skulpturaler Form ausdrückt. Zugleich dient die Skulptur als Erinnerung daran, dass viele regionale afrikanische Kunsttradi­tionen nur in Fragmenten überlebt haben, oft durch eine Handvoll bewahrter Objekte, deren kulturelle Bedeutung sich im Laufe von Forschung und museumspädagogischen Sammlungspraktiken allmählich erschließt.

Höhe: 35 cm / 34 cm
Gewicht: 300 g / 270 g

CAB38568

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Diese Skulptur zeigt ein Paar sitzender Figuren, die aus Hartholz in einem hoch abstrakten Stil geschnitzt sind. Beide Figuren sitzen mit hochgezogenen Beinen, die an den Enden spitz zulaufen. Auch ihre Arme sind lang und spitz, reichen nach oben und strukturieren die Gruppe entlang einer vertikalen Achse. Im Gegensatz dazu sind ihre Köpfe rund geformt und bilden einen ruhigen formalen Gegenpol zu den scharf zulaufenden Gliedmaßen. Obwohl die Figuren einander zugewandt sind, drehen sich ihre Gesichter zum Betrachter, wodurch eine visuelle Spannung zwischen dem Verhältnis der Figuren zueinander und ihrer Präsenz im Raum des Beobachters entsteht.

Solche Skulpturen sind mit der Küstenregion um Prampram im heutigen Ghana verbunden. Sie gehören in den kulturellen Kontext der Ga Dangme, deren Siedlungen sich entlang der südöstlichen Küste Ghanas erstrecken. Innerhalb dieses kulturellen Umfelds ist dieser Typ aus Hartholz vergleichsweise selten und stark lokalisiert. Die Gestalten erscheinen oft als Männer-Frauen-Paare und werden in der Fachliteratur mit rituellen Praktiken verknüpft, insbesondere Ahnenverehrung und Bestattungsriten, obwohl ihre genaue Funktion aufgrund der begrenzten Anzahl dokumentierter Beispiele unklar bleibt.

Das formale Design der Figuren folgt einer ästhetischen Logik der Reduktion. Die Körper sind nicht naturalistisch modelliert, sondern auf wenige prägnante Formen reduziert: runde Köpfe, lineare Gliedmaßen und spitze Enden. Diese Art von Abstraktion ist in vielen westafrikanischen Bildtraditionen verbreitet, wo die menschliche Figur weniger als realistische Darstellung denn als symbolisches Zeichen fungiert. Besonders auffallend ist die Spannung zwischen Kurven und Spitzen: Während die Köpfe eine geschlossene, stabile Form bilden, erzeugen Arme und Beine einen dynamischen, fast grafischen Fluss von Linien.

Formell zeigen die Prampram-Figuren interessante Parallelen zu den Figurenstudien von Oskar Schlemmer. Wie Schlemmers Bauhaus-Skulpturen und Bühnengestalten reduziert auch das Prampram-Paar den menschlichen Körper auf wesentliche geometrische Formen und betont dabei die Beziehung zwischen den Figuren und ihr Zusammenspiel mit dem Raum. Die vertikale Achse der Gliedmaßen und die wechselseitige Orientierung der Figuren erinnern an Schlemmers Experimente mit rhythmischer Komposition und choreografierten räumlichen Anordnungen, während das Gleichgewicht zwischen abgerundeten Köpfen und spitzen Extremitäten eine dynamische Spannung erzeugt, die der Triadic Ballet-Figuren von Schlemmer ähnelt.

Das Motiv des Paares spiegelt auch gesellschaftliche und kosmologische Konzepte der Ergänzung wider. In vielen westafrikanischen Gesellschaften symbolisieren männliche und weibliche Figuren Gleichgewicht, soziale Beziehungen und Ordnung. Die Gegenüberstellung der Figuren kann daher als visuelle Metapher für Dialog, gegenseitige Ergänzung und gemeinschaftliche Bindung interpretiert werden. Zugleich schafft die gemeinsame Geste erhobener Arme eine Formeneinheit und präsentiert das Paar als kohärente symbolische Gruppe.

Die Menschen von Prampram gehören zur breiteren Ga Dangme-sprachlichen Gruppe, deren historische Entwicklung eng mit Migrationen entlang der Westküste Afrikas verknüpft ist. Forschungen zeigen, dass diese Gemeinschaften aus dem Landesinneren Westafrikas an die Küste migrierten, über mehrere Wellen siedelten und sich im Gebiet zwischen Accra und der Volta-Delta niederließen. Sie entwickelten komplexe soziale Strukturen, geprägt von Fischerei, Küstenhandel und lokalen rituellen Systemen.

In diesem kulturellen Kontext entstanden bestimmte Formen der materiellen Kultur, darunter rituelle Objekte, Schreinsmöbel, zeremonielle Gerätschaften und gelegentlich figürliche Holzschnitzereien. Im Vergleich zu benachbarten Regionen wie dem Akan- oder Ewe-Gebiet spielte figürliche Skulptur in der Kunst der Ga Dangme eine weniger zentrale Rolle. Dies erklärt, warum Prampram-Figuren relativ selten sind und nur sporadisch in kunsthistorischer Literatur diskutiert werden.

Aufgrund ihrer Seltenheit erscheinen Prampram-Skulpturen nur gelegentlich in größeren Museumssammlungen. Institutionen in Ghana bewahren einige Objekte aus dem Ga Dangme-Kontext, darunter das National Museum of Ghana, dessen ethnographische Sammlung rituelle Objekte, Schreinsmöbel und figürliche Holzschnitzereien aus der Region bewahrt. Ebenso besitzt das Museum of Archaeology and Ethnography der University of Ghana kleinere Sammlungen ga- und dangme-Objekte, darunter rituelle Holzschnitzereien und religiöse Artefakte.

Außerhalb Ghanas erscheinen diese Skulpturen in ethnologischen Sammlungen oder Privatkollektionen afrikanischer Kunst. Viele Stücke wurden im zwanzigsten Jahrhundert von Sammlern oder Kunsthändlern nach Europa gebracht, oft mit nur wenigen historischen Unterlagen, und einige kamen später durch Auktionen und Privatverkäufe in Museum- oder Forschungsbestände.

Das hier beschriebene Prampram-Figurenpaar ist daher nicht nur ein ästhetisch eindrucksvolles Beispiel westafrikanischer Hartholzskulptur, sondern auch ein seltener Beweis für eine regionale bildende Tradition. Ihre formale Reduktion, die Spannung zwischen Rundem und Spitzem sowie die symbolische Paarung weisen auf eine Bildsprache hin, die Beziehung, Gemeinschaft und spirituelle Gegenwart in komprimierter skulpturaler Form ausdrückt. Zugleich dient die Skulptur als Erinnerung daran, dass viele regionale afrikanische Kunsttradi­tionen nur in Fragmenten überlebt haben, oft durch eine Handvoll bewahrter Objekte, deren kulturelle Bedeutung sich im Laufe von Forschung und museumspädagogischen Sammlungspraktiken allmählich erschließt.

Höhe: 35 cm / 34 cm
Gewicht: 300 g / 270 g

CAB38568

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Details

Ethnie/ Kultur
Prampram
Herkunftsland
Ghana
Material
Holz
Sold with stand
Nein
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A wooden sculpture
Höhe
35 cm
Gewicht
570 g
Authentizität
Original/offiziell
Verkauft von
DeutschlandVerifiziert
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Verkaufte Objekte
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Unternehmen:
Jaenicke Njoya GmbH
Repräsentant:
Wolfgang Jaenicke
Adresse:
Jaenicke Njoya GmbH
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