Eine Holzskulptur - Prampram - Ghana

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Dimitri André
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Eine Holzkulptur aus Ghana mit dem Titel „A wooden sculpture“ von der Prampram‑Bevölkerung, authentisch/original, mit Stand geliefert, aus Holz gefertigt, ca. 125 cm hoch, 3,2 kg schwer, in fairen Zustand.

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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Diese Objekte, die als „Prampram-Skulpturen“ bezeichnet werden, lassen sich innerhalb der künstlerischen Landschaft dieser ethnischen Gruppe im südlichen Ghana nur schwer als eindeutig abgegrenzte, homogene Gruppe definieren. Der Begriff selbst verweist auf die Küstenregion um Prampram, deren kultureller Kontext weitgehend von Ga-Adangbe-sprachigen Gemeinschaften geprägt ist. Vor dem Hintergrund dieses Kontexts sind rituelle Holzfiguren weitaus weniger kanonisiert als in einigen der bekannteren Skulpturtraditionen Westafrikas; vielmehr entstehen sie situativ, an bestimmte rituelle Praktiken, Schreine oder Initiationssettings gebunden. Diese Verwobenheit erklärt die auffallende formale Offenheit, die in der diskutierten Figur deutlich wird.

Die beschriebene Skulptur, deren Form direkt aus einem natürlich gewachsenen, verzweigten Holzstück abgeleitet ist, verweist auf ein zentrales Prinzip, das sich in vielen westafrikanischen künstlerischen Traditionen findet und oft in Begriffen wie „Materialagency“ diskutiert wird. Hier ist das Material nicht völlig der künstlerischen Absicht untergeordnet; vielmehr wird seine gegebene Form als bereits eine intrinsische Kraft verstanden. Innerhalb animistischer Weltanschauungen—in unterschiedlicher Form im südlichen Ghana präsent—ist die Natur selbst voller Vitalität. Holz ist nicht nur Rohmaterial, sondern bereits belebt, durchdrungen von spirituellen Potenzialen, die sich durch minimale Intervention offenbaren oder verstärken.

In dieser Hinsicht lässt sich eine strukturelle Ähnlichkeit mit Praktiken anderer westafrikanischer Gruppen wie den Lobi beobachten, deren Figuren ebenso oft aus natürlich vorgeformtem Holz entwickelt werden und deren scheinbar „raues“ Erscheinungsbild eine direkte Beziehung zwischen Geistern, Material und sozialem Raum ausdrückt. Dies darf jedoch nicht mit einer direkten stilistischen oder kulturellen Kontinuität verwechselt werden; vielmehr spiegelt es eine gemeinsame Logik im Umgang mit natürlicher Form und Spiritualität wider.

Die situative Wahrnehmung solcher Skulpturen – im Licht des Buschlands, am Schwellenpunkt von Tag und Nacht – ist nicht lediglich atmosphärisch, sondern konstitutiv für ihre Wirkung. Rituale, die in Übergangszonen, sowohl zeitlich als auch räumlich, inszeniert werden, markieren liminale Zustände, in denen die Grenze zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten durchlässig wird. Die Skulptur fungiert weniger als autonomes Kunstwerk, sondern als Knotenpunkt in einem Netz von Beziehungen: zwischen Menschen, Ahnen, lokalen Geistern und der umliegenden Landschaft. Ihre anfängliche visuelle Ununterscheidbarkeit von ihrer Umwelt verstärkt diese Rolle. Erst bei näherem Hinsehen tritt Differenz zutage – ein Moment der Erkenntnis, der selbst Teil des rituellen Erlebens ist.

Ein Vergleich mit Alberto Giacometti bietet eine aufschlussreiche ästhetische Perspektive. Seine Figur „L’Homme qui marche I“ verkörpert eine existentielle Kondensation: Bewegung als Reduktion, als lineare Bewegung durch den Raum, gepaart mit radikaler Abstraktion und Isolation. Die Prampram-Figur hingegen scheint ein Gegenmodell zu vorschlagen: keine lineare Bewegung, sondern eine schwingende, tanzartige Dynamik, die nicht Richtungssinn, sondern Eingebundenheit suggeriert. Während Giacomettis Figur den modernen Individuen als isoliertes Subjekt in einem leeren Raum artikuliert, präsentiert sich die afrikanische Skulptur als Teil eines dichten Netzes von Relationen – weder isoliert noch reduziert, sondern verzweigt und vernetzt.

Der Einsatz eines natürlich gewachsenen Astes verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Seine Gabelungen lassen sich als visuelle Metaphern für multiple Verbindungen deuten: zwischen Reichen, zwischen Bewusstseinszuständen, zwischen Einzelwesen und Kollektiv. Die scheinbare „Wilderkeit“ ist kein Zeichen von Formlosigkeit, sondern folgt einer eigenen Logik – einer, die weniger auf Symmetrie und Proportion als auf Gegenwart und Wirksamkeit ausgerichtet ist.

Letztlich sind solche Skulpturen besser verstanden als Prozesse denn als statische Objekte: Erscheinungsformen einer Weltsicht, in der Natur, Geist und menschliche Praxis untrennbar miteinander verwoben sind. Ihre ästhetische Qualität entfaltet sich nicht isoliert, wie es in einem Museumssaal der Fall sein könnte, sondern durch das Zusammenspiel von Ort, Zeit, Ritual und Wahrnehmung.

Teilweise verkrustete Opferpatina, inkl. Stand.

References:

Dogbe, B.K. (1977). "The human form as a central theme in art." Image (Journal of the College of Art), Kumasi.Jaenicke, W. (2017). "Neue Prampram Figuren entdeckt." [YouTube-Video]. Abgerufen von https://wolfgang-jaenicke.comPrampram - Ghana. (2025). Barnebys. Abgerufen von https://www.barnebys.com/auctions/lot/prampram-ghana-vNrWAsb-619055287.

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Diese Objekte, die als „Prampram-Skulpturen“ bezeichnet werden, lassen sich innerhalb der künstlerischen Landschaft dieser ethnischen Gruppe im südlichen Ghana nur schwer als eindeutig abgegrenzte, homogene Gruppe definieren. Der Begriff selbst verweist auf die Küstenregion um Prampram, deren kultureller Kontext weitgehend von Ga-Adangbe-sprachigen Gemeinschaften geprägt ist. Vor dem Hintergrund dieses Kontexts sind rituelle Holzfiguren weitaus weniger kanonisiert als in einigen der bekannteren Skulpturtraditionen Westafrikas; vielmehr entstehen sie situativ, an bestimmte rituelle Praktiken, Schreine oder Initiationssettings gebunden. Diese Verwobenheit erklärt die auffallende formale Offenheit, die in der diskutierten Figur deutlich wird.

Die beschriebene Skulptur, deren Form direkt aus einem natürlich gewachsenen, verzweigten Holzstück abgeleitet ist, verweist auf ein zentrales Prinzip, das sich in vielen westafrikanischen künstlerischen Traditionen findet und oft in Begriffen wie „Materialagency“ diskutiert wird. Hier ist das Material nicht völlig der künstlerischen Absicht untergeordnet; vielmehr wird seine gegebene Form als bereits eine intrinsische Kraft verstanden. Innerhalb animistischer Weltanschauungen—in unterschiedlicher Form im südlichen Ghana präsent—ist die Natur selbst voller Vitalität. Holz ist nicht nur Rohmaterial, sondern bereits belebt, durchdrungen von spirituellen Potenzialen, die sich durch minimale Intervention offenbaren oder verstärken.

In dieser Hinsicht lässt sich eine strukturelle Ähnlichkeit mit Praktiken anderer westafrikanischer Gruppen wie den Lobi beobachten, deren Figuren ebenso oft aus natürlich vorgeformtem Holz entwickelt werden und deren scheinbar „raues“ Erscheinungsbild eine direkte Beziehung zwischen Geistern, Material und sozialem Raum ausdrückt. Dies darf jedoch nicht mit einer direkten stilistischen oder kulturellen Kontinuität verwechselt werden; vielmehr spiegelt es eine gemeinsame Logik im Umgang mit natürlicher Form und Spiritualität wider.

Die situative Wahrnehmung solcher Skulpturen – im Licht des Buschlands, am Schwellenpunkt von Tag und Nacht – ist nicht lediglich atmosphärisch, sondern konstitutiv für ihre Wirkung. Rituale, die in Übergangszonen, sowohl zeitlich als auch räumlich, inszeniert werden, markieren liminale Zustände, in denen die Grenze zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten durchlässig wird. Die Skulptur fungiert weniger als autonomes Kunstwerk, sondern als Knotenpunkt in einem Netz von Beziehungen: zwischen Menschen, Ahnen, lokalen Geistern und der umliegenden Landschaft. Ihre anfängliche visuelle Ununterscheidbarkeit von ihrer Umwelt verstärkt diese Rolle. Erst bei näherem Hinsehen tritt Differenz zutage – ein Moment der Erkenntnis, der selbst Teil des rituellen Erlebens ist.

Ein Vergleich mit Alberto Giacometti bietet eine aufschlussreiche ästhetische Perspektive. Seine Figur „L’Homme qui marche I“ verkörpert eine existentielle Kondensation: Bewegung als Reduktion, als lineare Bewegung durch den Raum, gepaart mit radikaler Abstraktion und Isolation. Die Prampram-Figur hingegen scheint ein Gegenmodell zu vorschlagen: keine lineare Bewegung, sondern eine schwingende, tanzartige Dynamik, die nicht Richtungssinn, sondern Eingebundenheit suggeriert. Während Giacomettis Figur den modernen Individuen als isoliertes Subjekt in einem leeren Raum artikuliert, präsentiert sich die afrikanische Skulptur als Teil eines dichten Netzes von Relationen – weder isoliert noch reduziert, sondern verzweigt und vernetzt.

Der Einsatz eines natürlich gewachsenen Astes verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Seine Gabelungen lassen sich als visuelle Metaphern für multiple Verbindungen deuten: zwischen Reichen, zwischen Bewusstseinszuständen, zwischen Einzelwesen und Kollektiv. Die scheinbare „Wilderkeit“ ist kein Zeichen von Formlosigkeit, sondern folgt einer eigenen Logik – einer, die weniger auf Symmetrie und Proportion als auf Gegenwart und Wirksamkeit ausgerichtet ist.

Letztlich sind solche Skulpturen besser verstanden als Prozesse denn als statische Objekte: Erscheinungsformen einer Weltsicht, in der Natur, Geist und menschliche Praxis untrennbar miteinander verwoben sind. Ihre ästhetische Qualität entfaltet sich nicht isoliert, wie es in einem Museumssaal der Fall sein könnte, sondern durch das Zusammenspiel von Ort, Zeit, Ritual und Wahrnehmung.

Teilweise verkrustete Opferpatina, inkl. Stand.

References:

Dogbe, B.K. (1977). "The human form as a central theme in art." Image (Journal of the College of Art), Kumasi.Jaenicke, W. (2017). "Neue Prampram Figuren entdeckt." [YouTube-Video]. Abgerufen von https://wolfgang-jaenicke.comPrampram - Ghana. (2025). Barnebys. Abgerufen von https://www.barnebys.com/auctions/lot/prampram-ghana-vNrWAsb-619055287.

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Details

Ethnie/ Kultur
Prampram
Herkunftsland
Ghana
Material
Holz
Sold with stand
Ja
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A wooden sculpture
Höhe
125 cm
Gewicht
3,2 kg
Authentizität
Original/offiziell
Verkauft von
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Verkaufte Objekte
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