Eine Holzskulptur - Telefon - Togo (Ohne mindestpreis)






Mit fast einem Jahrzehnt Erfahrung in der Verbindung von Wissenschaft, Museumskuratierung und traditioneller Schmiedekunst hat Julien eine einzigartige Expertise in historischen Waffen, Rüstungen und afrikanischer Kunst entwickelt.
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Eine Holzskulptur aus Togo in der Fon-Bocio-Tradition mit Provenienz im Südosten Togos.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Die gegenwärtige Holzskulptur gehört zum kulturellen und religiösen Kontext des südöstlichen Togo und fällt stilistisch in die Tradition der sogenannten Bocio (auch Bochio oder Bocio-Fetische) des Fon-Volkes. Diese Objektart bildet einen zentralen Bestandteil der Vodun-Religionspraxis und fungiert als materielles Trägermittel für spirituelle Wirksamkeit innerhalb ritueller Handlungen.
Formell präsentiert sich die Skulptur als vertikal orientierte Assemblage: Mehrere kleine, nicht klar individualisierte Figuren sind durch Stricke an eine zentrale, stangenartige Stütze gebunden. Diese additive Struktur verweist auf ein zentrales Prinzip der Fon-Kunst, wonach die Kraft eines Objekts weniger aus mimetischer Repräsentation than aus der intentionierten Verbindung heterogener Elemente stammt. Die Bindung der Figuren an die Stange kann als Visualisierung von Kontrolle, Bündelung oder Festsetzung von Kräften interpretiert werden – ein Motiv, das häufig mit der Regulierung sozialer oder spiritueller Energien im Kontext von Bocio assoziiert wird.
Besonders bedeutend ist das Krönungsmerkmal der drei umgekehrt ankerähnlichen Formen. Eine eindeutige ikonographische Deutung bleibt ohne Kontext schwierig, doch können diese Elemente allgemein als Zeichen des Bindens, Verankerns oder Umkehrens verstanden werden. In Vodun-Kontexten symbolisieren solche metallischen oder formalen Zusätze oft die bewusste "Fixierung" unsichtbarer Kräfte oder die Kontrolle über Übergänge zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt.
Die Überzug von weißer Pigmentierung – vermutlich Kaolin – bezieht sich auf Reinheit, Transzendenz und das Ahnenreich. Im Vodun gilt Weiß als Farbe der spirituellen Präsenz und der Verbindung zum Jenseits. Die darüber aufgetragenen blauen und roten Tupfer erzeugen eine visuelle Rhythmik auf der Oberfläche, möglicherweise als rituelle Markierungen oder energetische Ladungen. Solche Pigmentierungen dienen nicht dekorativ im westlichen Sinn, sondern sind Teil eines performativen Prozesses, in dem das Objekt durch wiederholte Handlungen aktiviert wird.
Der Zustand der Skulptur – mit Rissen, fehlenden Teilen im unteren Abschnitt und einer abgeflachten Rückseite – deutet auf eine prolongierte Nutzung in einem stationären Kontext hin, wie z. B. einem Schrein. Die abgeflachte Rückseite lässt darauf schließen, dass das Objekt an einer Wand lehnte oder in eine architektonische Struktur integriert war, während die sichtbaren Alterungsspuren als Indikatoren ritueller Praxis interpretiert werden können, nicht bloß als Schaden. Spuren von Nutzung, Patina und Materialverlust gehören zur "Biographie" solcher Objekte und bezeugen ihre Wirksamkeit in kultischen Ritualen.
Im religiösen System des Vodun fungieren solche Skulpturen als Vermittler zwischen Menschen und einer Vielzahl von Geisterwesen (Vodun), die Schicksal, Gesundheit und soziale Ordnung beeinflussen. Bocio-Objekte sind keine Darstellungen von Gottheiten, sondern vielmehr operative Werkzeuge: Sie "verkörpern" Kräfte, fokussieren sie oder lenken sie auf bestimmte Ziele. Ihr scheinbar fragmentarischer und nicht-natürlich wirkender Entwurf spiegelt eine beabsichtigte Ästhetik wider, die Wirksamkeit über Repräsentation priorisiert.
Insgesamt lässt sich die Skulptur als komplexes, prozessorientiertes Artefakt verstehen, dessen Bedeutung erst durch das Zusammenspiel von Materialität, Form, ritueller Praxis und sozialem Kontext entfaltet wird. Sie veranschaulicht eine Kunstform, in der Objekt und Handlung untrennbar miteinander verbunden sind und in der das Sichtbare stets auf ein unsichtbares Netz von Effekten verweist.
Literatur (Auswahl)
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power (Chicago 1995).
Marc Augé: Le dieu objet (Paris 1988).
Pierre Verger: Dieux d’Afrique (Paris 1954).
Fritz Kramer: Der rote Fes. Über Besessenheit und Kunst in Afrika (Frankfurt a.M. 1987).
Kris L. Hardin: The Aesthetics of Action: Continuity and Change in a West African Town (Washington 1993).
CAB 43283
Der Verkäufer stellt sich vor
Übersetzt mit Google ÜbersetzerDie gegenwärtige Holzskulptur gehört zum kulturellen und religiösen Kontext des südöstlichen Togo und fällt stilistisch in die Tradition der sogenannten Bocio (auch Bochio oder Bocio-Fetische) des Fon-Volkes. Diese Objektart bildet einen zentralen Bestandteil der Vodun-Religionspraxis und fungiert als materielles Trägermittel für spirituelle Wirksamkeit innerhalb ritueller Handlungen.
Formell präsentiert sich die Skulptur als vertikal orientierte Assemblage: Mehrere kleine, nicht klar individualisierte Figuren sind durch Stricke an eine zentrale, stangenartige Stütze gebunden. Diese additive Struktur verweist auf ein zentrales Prinzip der Fon-Kunst, wonach die Kraft eines Objekts weniger aus mimetischer Repräsentation than aus der intentionierten Verbindung heterogener Elemente stammt. Die Bindung der Figuren an die Stange kann als Visualisierung von Kontrolle, Bündelung oder Festsetzung von Kräften interpretiert werden – ein Motiv, das häufig mit der Regulierung sozialer oder spiritueller Energien im Kontext von Bocio assoziiert wird.
Besonders bedeutend ist das Krönungsmerkmal der drei umgekehrt ankerähnlichen Formen. Eine eindeutige ikonographische Deutung bleibt ohne Kontext schwierig, doch können diese Elemente allgemein als Zeichen des Bindens, Verankerns oder Umkehrens verstanden werden. In Vodun-Kontexten symbolisieren solche metallischen oder formalen Zusätze oft die bewusste "Fixierung" unsichtbarer Kräfte oder die Kontrolle über Übergänge zwischen der sichtbaren und unsichtbaren Welt.
Die Überzug von weißer Pigmentierung – vermutlich Kaolin – bezieht sich auf Reinheit, Transzendenz und das Ahnenreich. Im Vodun gilt Weiß als Farbe der spirituellen Präsenz und der Verbindung zum Jenseits. Die darüber aufgetragenen blauen und roten Tupfer erzeugen eine visuelle Rhythmik auf der Oberfläche, möglicherweise als rituelle Markierungen oder energetische Ladungen. Solche Pigmentierungen dienen nicht dekorativ im westlichen Sinn, sondern sind Teil eines performativen Prozesses, in dem das Objekt durch wiederholte Handlungen aktiviert wird.
Der Zustand der Skulptur – mit Rissen, fehlenden Teilen im unteren Abschnitt und einer abgeflachten Rückseite – deutet auf eine prolongierte Nutzung in einem stationären Kontext hin, wie z. B. einem Schrein. Die abgeflachte Rückseite lässt darauf schließen, dass das Objekt an einer Wand lehnte oder in eine architektonische Struktur integriert war, während die sichtbaren Alterungsspuren als Indikatoren ritueller Praxis interpretiert werden können, nicht bloß als Schaden. Spuren von Nutzung, Patina und Materialverlust gehören zur "Biographie" solcher Objekte und bezeugen ihre Wirksamkeit in kultischen Ritualen.
Im religiösen System des Vodun fungieren solche Skulpturen als Vermittler zwischen Menschen und einer Vielzahl von Geisterwesen (Vodun), die Schicksal, Gesundheit und soziale Ordnung beeinflussen. Bocio-Objekte sind keine Darstellungen von Gottheiten, sondern vielmehr operative Werkzeuge: Sie "verkörpern" Kräfte, fokussieren sie oder lenken sie auf bestimmte Ziele. Ihr scheinbar fragmentarischer und nicht-natürlich wirkender Entwurf spiegelt eine beabsichtigte Ästhetik wider, die Wirksamkeit über Repräsentation priorisiert.
Insgesamt lässt sich die Skulptur als komplexes, prozessorientiertes Artefakt verstehen, dessen Bedeutung erst durch das Zusammenspiel von Materialität, Form, ritueller Praxis und sozialem Kontext entfaltet wird. Sie veranschaulicht eine Kunstform, in der Objekt und Handlung untrennbar miteinander verbunden sind und in der das Sichtbare stets auf ein unsichtbares Netz von Effekten verweist.
Literatur (Auswahl)
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power (Chicago 1995).
Marc Augé: Le dieu objet (Paris 1988).
Pierre Verger: Dieux d’Afrique (Paris 1954).
Fritz Kramer: Der rote Fes. Über Besessenheit und Kunst in Afrika (Frankfurt a.M. 1987).
Kris L. Hardin: The Aesthetics of Action: Continuity and Change in a West African Town (Washington 1993).
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