Eine Skulptur aus Holz - Lobi - Burkina Faso






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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Lobi bateba Figur, aus Pessare Dah
Holz mit tief honigbrauner ritueller Patina
Zugeschrieben dem Bildhauer Pessare Dah
Loroponi‑Region, Burkina Faso
Mitte des 20. Jahrhunderts, ca. 1940–1965
Privatsammlung
Inklusive Stand
Diese fein geschnitzte stehende bateba‑Figur gehört zur Bildhauerei-Tradition der Lobi‑Völker im Südwesten Burkinas Faso. Sie wurde geschaffen als Verkörperung eines Thil, einer unsichtbaren spirituellen Kraft, und wurde auf Anweisung eines Diviners (Thildar) in Haushaltsheiligtümer installiert, um den Haushalt zu schützen, Fruchtbarkeit und Wohlstand zu sichern und zwischen der menschlichen und der übernatürlichen Welt zu vermitteln. Ihre Bedeutung liegt nicht im Porträt, sondern in ihrer spirituellen Wirksamkeit, die durch rituelle Opfergaben und ständige Interaktion mit der Familie gestärkt wurde.
Die Skulptur wird dem renommierten Meisterbildhauer Pessare Dah aus der Region Loroponi zugeschrieben, dessen Werke durch kraftvolle Einfachheit und harmonische Proportionen gekennzeichnet sind. Seine Figuren zeigen typischerweise breite, sanft anschwellende Volumen, zurückhaltende anatomische Modellierung und ein außergewöhnliches Gleichgewicht. Das vorliegende Exemplar ist typisch für seinen reifen Stil: der markante, gerundete Bauch, der längliche zylindrische Hals, die breiten Schultern und das ruhige, schwere Lid verleihende Gesicht schaffen eine monumentale Präsenz trotz der eher bescheidenen Größe der Figur. Die hohe, kuppelförmige Frisur betont zusätzlich die Vertikalität, die die Loroponi-Werkstätten auszeichnet.
Unter den regionalen Traditionen der Lobi-Schnitzkunst kommt dem Loroponi-Stil eine besonders wichtige Stellung zu. Bildhauer aus dieser Gegend bevorzugten ausbalancierte geometrische Formen und stille Monumentalität gegenüber expressiver Bewegung. Im Vergleich zu benachbarten Werkstätten neigen Loroponi-Figuren dazu, fülligere Rumpfpartien, kompaktere Proportionen und eine außergewöhnlich feine Gesichtsmodellierung zu besitzen. Die zurückhaltende Haltung, die Arme nah am Körper hängen und die Füße fest verankert, vermittelt Stabilität und spirituelle Beständigkeit, Eigenschaften, die für Figuren, die als dauerhafte rituelle Wächter dienen sollten, essenziell waren.
Die warme braune Patina, geglättete Oberflächen und Spuren längerer Handhabung bezeugen eine anhaltende rituelle Nutzung innerhalb eines Schrein-Ensembles. Das elegante Gleichgewicht der Volumen, subtile Modellierung und stille Autorität, die in Pessare Dahs Skulptur charakteristisch sind, machen diese Figur zu einem herausragenden Beispiel der Loroponi-Schnitztradition und zu einer der feinsten Ausdrucksformen der Lobi‑Ritualkunst.
Pessare Dah, 1949 - 1995 (letzte Fotoabfolge)
Pessare Dah war ein Lobi‑Bildhauer aus Burkina Faso, dessen Vermächtnis erst kürzlich erkannt und detailliert untersucht wurde. Geboren 1949 im Dorf Gongonbili, verbrachte er den größten Teil seines Arbeitslebens in Tankoura nahe Loropeni. Obwohl sein Name über viele Jahre der Kunstwelt unbekannt war, erregte sein markanter Bildhauungsstil nach Forschungsbemühungen, die 2010 begannen, wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Dah gilt heute als einer der wenigen Lobi-Künstler, deren Werk eindeutig benannt zugeordnet werden kann, und reiht sich damit in die Reihe anderer bekannter Schnitzer wie Sikire Kambire ein.
Dahs frühe Arbeiten wurden stark von Sikire Kambire beeinflusst, einem früheren Meisterbildhauer, dessen Tod 1963 das Ende einer Ära in der Lobi‑Kunst markierte. Sikires Figuren, oft gekennzeichnet durch ausgehöhlte oder verbrannte Augen und tiefe Gesichtsfurchen, dienten als Modell für Dahs erste Schnitzereien. Diese formalen Ähnlichkeiten wurden sowohl in den Schnitztechniken als auch in der visuellen Sprache bemerkt, die die emotionale Intensität der Figuren definierte. Mit der Zeit entwickelte Dahs Werk sich jedoch zu etwas Individuellerem. Wissenschaftler wie Wolfgang Jaenicke haben drei Stilphasen in Dahs Schaffenslauf identifiziert, von direkter Nachahmung über eine mittlere Experimentierphase bis hin zu einer späten Periode mit größerer formaler Freiheit und Ausdrucksstärke (Jaenicke, 2020).
Dahs Skulpturen wurden hauptsächlich aus Sankolo‑Holz gefertigt, einem dichten und langlebigen Material, das dem Statuen Gewicht und physische Präsenz verlieh. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Darstellungen männlicher und weiblicher Ahnenpaare, die eine zentrale Rolle im Lobi‑Glauben und sozialen Leben einnehmen. Diese Figuren wurden typischerweise in rituellen Kontexten verwendet, um zwischen der menschlichen und der spirituellen Welt zu vermitteln. Es gibt jedoch auch Belege dafür, dass Dah Werke für den kommerziellen Verkauf schuf. Einige seiner späteren Stücke, darunter kleine vierbeinige Hocker und weniger rituell spezifische Figuren, scheinen mit Blick auf westliche Sammler entworfen worden zu sein (Howlett, Nocetti & Keller, 2014).
Diese doppelte Rolle – als ritueller Künstler und als Handwerker, der mit einem wachsenden globalen Markt in Kontakt tritt – positioniert Dah als transitiven Akteur in der Lobi‑Kunst. Seine Werke bewegen sich zwischen Tradition und Innovation, zwischen lokaler spiritueller Bedeutung und externem ästhetischen Anspruch. Zwar verstarb er 1995, doch Dahs Werk wird von Wissenschaftlern, Sammlern und Kuratoren weiter neu bewertet. Die vergleichsweise jüngste Identifikation seines Stils und Autorschaft hat unser Verständnis der Lobi‑Bildhaukunst vertieft und zugleich Fragen zu den breiteren Dynamiken von Autorschaft, Authentizität und kulturellem Austausch in der afrikanischen Kunst aufgeworfen.
Quellen
– Wolfgang Jaenicke, „Pessara Dah: Ein Lobi-Künstler wird wiederentdeckt“, wolfgang-jaenicke Blogspot 2020.
– Paul Howlett, William Nocetti, Thomas Keller, „Statuary in Context: Understanding Pessare Dah“, statuary-in-context Blogspot, 2014.
– Jaenicke, Wolfgang. The Forgotten Masters: Lobi Artists of Burkina Faso, Jaenicke Njoya Publications, 2022.
Ausgewählte Literatur
Meyer, Piet & Verrips, Jojada. Lobi: West African Sculptures from Burkina Faso. München, 2001.
Père, Madeleine. Lobi Statuary. Mailand, 2002.
Roy, Christopher D. Land of the Flying Masks: Art and Culture in Burkina Faso. München, 2007.
Fischer, Eberhard & Homberger, Lorenz. Afrikanische Meisterwerke. München, 1985.
Ausgewählte Regionale Referenzen
Meyer, Piet & Verrips, Jojada. Diskussion der Loroponi‑Schnitztradition und der Arbeiten einzelner Lobi‑Meisterbildhauer, einschließlich Pessare Dah.
Roy, Christopher D. Vergleichende Analyse regionaler Lobi‑Schnitzstile, Schreinsfiguren und der künstlerischen Traditionen der Loroponi‑Region.
Inventar Nr. M/A/Z//1//7//9//45
Der Verkäufer garantiert und kann nachweisen, dass das Objekt rechtmäßig erworben wurde. Dem Verkäufer wurde von Catawiki mitgeteilt, dass er die in seinem Rechtsgebiet geltenden Gesetze und Vorschriften erforderlichen Unterlagen vorlegen muss. Der Verkäufer garantiert und ist berechtigt, dieses Objekt zu verkaufen/exportieren. Der Verkäufer wird dem Käufer alle bekannten Provenienz‑Informationen zum Objekt mitteilen. Der Verkäufer garantiert, dass alle notwendigen Genehmigungen beantragt/beantragt werden. Der Verkäufer wird den Käufer umgehend über etwaige Verzögerungen bei der Beschaffung solcher Genehmigungen informieren.
Der Verkäufer stellt sich vor
Lobi bateba Figur, aus Pessare Dah
Holz mit tief honigbrauner ritueller Patina
Zugeschrieben dem Bildhauer Pessare Dah
Loroponi‑Region, Burkina Faso
Mitte des 20. Jahrhunderts, ca. 1940–1965
Privatsammlung
Inklusive Stand
Diese fein geschnitzte stehende bateba‑Figur gehört zur Bildhauerei-Tradition der Lobi‑Völker im Südwesten Burkinas Faso. Sie wurde geschaffen als Verkörperung eines Thil, einer unsichtbaren spirituellen Kraft, und wurde auf Anweisung eines Diviners (Thildar) in Haushaltsheiligtümer installiert, um den Haushalt zu schützen, Fruchtbarkeit und Wohlstand zu sichern und zwischen der menschlichen und der übernatürlichen Welt zu vermitteln. Ihre Bedeutung liegt nicht im Porträt, sondern in ihrer spirituellen Wirksamkeit, die durch rituelle Opfergaben und ständige Interaktion mit der Familie gestärkt wurde.
Die Skulptur wird dem renommierten Meisterbildhauer Pessare Dah aus der Region Loroponi zugeschrieben, dessen Werke durch kraftvolle Einfachheit und harmonische Proportionen gekennzeichnet sind. Seine Figuren zeigen typischerweise breite, sanft anschwellende Volumen, zurückhaltende anatomische Modellierung und ein außergewöhnliches Gleichgewicht. Das vorliegende Exemplar ist typisch für seinen reifen Stil: der markante, gerundete Bauch, der längliche zylindrische Hals, die breiten Schultern und das ruhige, schwere Lid verleihende Gesicht schaffen eine monumentale Präsenz trotz der eher bescheidenen Größe der Figur. Die hohe, kuppelförmige Frisur betont zusätzlich die Vertikalität, die die Loroponi-Werkstätten auszeichnet.
Unter den regionalen Traditionen der Lobi-Schnitzkunst kommt dem Loroponi-Stil eine besonders wichtige Stellung zu. Bildhauer aus dieser Gegend bevorzugten ausbalancierte geometrische Formen und stille Monumentalität gegenüber expressiver Bewegung. Im Vergleich zu benachbarten Werkstätten neigen Loroponi-Figuren dazu, fülligere Rumpfpartien, kompaktere Proportionen und eine außergewöhnlich feine Gesichtsmodellierung zu besitzen. Die zurückhaltende Haltung, die Arme nah am Körper hängen und die Füße fest verankert, vermittelt Stabilität und spirituelle Beständigkeit, Eigenschaften, die für Figuren, die als dauerhafte rituelle Wächter dienen sollten, essenziell waren.
Die warme braune Patina, geglättete Oberflächen und Spuren längerer Handhabung bezeugen eine anhaltende rituelle Nutzung innerhalb eines Schrein-Ensembles. Das elegante Gleichgewicht der Volumen, subtile Modellierung und stille Autorität, die in Pessare Dahs Skulptur charakteristisch sind, machen diese Figur zu einem herausragenden Beispiel der Loroponi-Schnitztradition und zu einer der feinsten Ausdrucksformen der Lobi‑Ritualkunst.
Pessare Dah, 1949 - 1995 (letzte Fotoabfolge)
Pessare Dah war ein Lobi‑Bildhauer aus Burkina Faso, dessen Vermächtnis erst kürzlich erkannt und detailliert untersucht wurde. Geboren 1949 im Dorf Gongonbili, verbrachte er den größten Teil seines Arbeitslebens in Tankoura nahe Loropeni. Obwohl sein Name über viele Jahre der Kunstwelt unbekannt war, erregte sein markanter Bildhauungsstil nach Forschungsbemühungen, die 2010 begannen, wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Dah gilt heute als einer der wenigen Lobi-Künstler, deren Werk eindeutig benannt zugeordnet werden kann, und reiht sich damit in die Reihe anderer bekannter Schnitzer wie Sikire Kambire ein.
Dahs frühe Arbeiten wurden stark von Sikire Kambire beeinflusst, einem früheren Meisterbildhauer, dessen Tod 1963 das Ende einer Ära in der Lobi‑Kunst markierte. Sikires Figuren, oft gekennzeichnet durch ausgehöhlte oder verbrannte Augen und tiefe Gesichtsfurchen, dienten als Modell für Dahs erste Schnitzereien. Diese formalen Ähnlichkeiten wurden sowohl in den Schnitztechniken als auch in der visuellen Sprache bemerkt, die die emotionale Intensität der Figuren definierte. Mit der Zeit entwickelte Dahs Werk sich jedoch zu etwas Individuellerem. Wissenschaftler wie Wolfgang Jaenicke haben drei Stilphasen in Dahs Schaffenslauf identifiziert, von direkter Nachahmung über eine mittlere Experimentierphase bis hin zu einer späten Periode mit größerer formaler Freiheit und Ausdrucksstärke (Jaenicke, 2020).
Dahs Skulpturen wurden hauptsächlich aus Sankolo‑Holz gefertigt, einem dichten und langlebigen Material, das dem Statuen Gewicht und physische Präsenz verlieh. Zu seinen bekanntesten Werken gehören Darstellungen männlicher und weiblicher Ahnenpaare, die eine zentrale Rolle im Lobi‑Glauben und sozialen Leben einnehmen. Diese Figuren wurden typischerweise in rituellen Kontexten verwendet, um zwischen der menschlichen und der spirituellen Welt zu vermitteln. Es gibt jedoch auch Belege dafür, dass Dah Werke für den kommerziellen Verkauf schuf. Einige seiner späteren Stücke, darunter kleine vierbeinige Hocker und weniger rituell spezifische Figuren, scheinen mit Blick auf westliche Sammler entworfen worden zu sein (Howlett, Nocetti & Keller, 2014).
Diese doppelte Rolle – als ritueller Künstler und als Handwerker, der mit einem wachsenden globalen Markt in Kontakt tritt – positioniert Dah als transitiven Akteur in der Lobi‑Kunst. Seine Werke bewegen sich zwischen Tradition und Innovation, zwischen lokaler spiritueller Bedeutung und externem ästhetischen Anspruch. Zwar verstarb er 1995, doch Dahs Werk wird von Wissenschaftlern, Sammlern und Kuratoren weiter neu bewertet. Die vergleichsweise jüngste Identifikation seines Stils und Autorschaft hat unser Verständnis der Lobi‑Bildhaukunst vertieft und zugleich Fragen zu den breiteren Dynamiken von Autorschaft, Authentizität und kulturellem Austausch in der afrikanischen Kunst aufgeworfen.
Quellen
– Wolfgang Jaenicke, „Pessara Dah: Ein Lobi-Künstler wird wiederentdeckt“, wolfgang-jaenicke Blogspot 2020.
– Paul Howlett, William Nocetti, Thomas Keller, „Statuary in Context: Understanding Pessare Dah“, statuary-in-context Blogspot, 2014.
– Jaenicke, Wolfgang. The Forgotten Masters: Lobi Artists of Burkina Faso, Jaenicke Njoya Publications, 2022.
Ausgewählte Literatur
Meyer, Piet & Verrips, Jojada. Lobi: West African Sculptures from Burkina Faso. München, 2001.
Père, Madeleine. Lobi Statuary. Mailand, 2002.
Roy, Christopher D. Land of the Flying Masks: Art and Culture in Burkina Faso. München, 2007.
Fischer, Eberhard & Homberger, Lorenz. Afrikanische Meisterwerke. München, 1985.
Ausgewählte Regionale Referenzen
Meyer, Piet & Verrips, Jojada. Diskussion der Loroponi‑Schnitztradition und der Arbeiten einzelner Lobi‑Meisterbildhauer, einschließlich Pessare Dah.
Roy, Christopher D. Vergleichende Analyse regionaler Lobi‑Schnitzstile, Schreinsfiguren und der künstlerischen Traditionen der Loroponi‑Region.
Inventar Nr. M/A/Z//1//7//9//45
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- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
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