Eine Skulptur aus Holz - Senufo - Elfenbeinküste

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Dimitri André
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Senufo, Déblé (Rhythm Ponder), Elfenbeinküste, Dorf Nafoun, Korhogo-Region, Nordküste von Côte d'Ivoire. Holz, schwarze Patina, Kaurischnecken-Schalen, rote Samen.

Diese weibliche Déblé zählt zu den feinsten bekannten Beispielen des monumentalen Rhythmus-Schlagwerks, das von den Senufo hergestellt wird. Déblé wurden während Trauerzeremonien und anderer wichtiger ritueller Anlässe von Mitgliedern der Poro-Gesellschaft unter dem Arm getragen, wobei ihre massiven zylindrischen Basen den Boden rhythmisch schlugen. Der resultierende Klang begleitete Gesang und Tanz und verband symbolisch die Gemeinschaft der Lebenden mit den Ahnen und der Erde. Fungiert gleichzeitig als skulpturale Meisterwerke und rituelle Instrumente, repräsentieren Déblé eine der markantesten skulpturalen Traditionen der Senufo-Kunst.

Die vorliegende Skulptur zeichnet sich durch ihre bemerkenswerte vertikale Komposition und die außergewöhnliche Harmonie ihrer Proportionen aus. Ein kleiner, leicht nach vorne geneigter Kopf ruht auf einem ungewöhnlich länglichen zylindrischen Hals, wodurch die Figur eine würdevolle, fast kontemplative Präsenz erhält. Das verlängerte Gesicht wird von mandelförmigen Augen dominiert, die in Kaurischnecken eingebettet sind; ihr halboffenes Erscheinungsbild vermittelt ein Gefühl stiller Introspektion. Die gerade Nase und der leicht geöffnete Mund sind auf wenige wesentliche Formen reduziert, was die zurückhaltende Monumentalität des Gesichtsausdrucks verstärkt. Breite, scheibenförmige Ohren ragen deutlich von beiden Seiten des Kopfes hervor und bilden einen auffälligen skulpturalen Gegenpol zum schmalköpfigen Gesicht.

Der Körper folgt einer klaren, fast architektonischen vertikalen Achse. Sanft gerundete Schultern gehen in einen schlanken, fast zylindrischen Torso über, dessen Anatomie bewusst auf ihre wesentlichen Formen reduziert wurde. Nur die fein modellierten Brüste und die zarten linearen Narben auf beiden Seiten der Brust artikulieren die glatte, polierte Oberfläche. Außerordentlich lange Arme ziehen elegante, schwingende Bögen, wodurch die Hände vor dem Unterbauch zusammengeführt werden. Ihre breiten Handflächen, mit parallel eingeritzten Fingern, ruhen auf den Oberschenkeln und bilden das gestalterische Zentrum der Skulptur. Kurze, kräftige Beine gehen direkt in die massiven zylindrischen Basis über, die es der Figur während ritueller Aufführungen ermöglichte, als Rhythmus-Pounder zu fungieren.

Besonders bemerkenswert ist die hervorragend erhaltene Patina der Hände, Arme und des Nackens. Die tiefe schwarze Oberfläche, die durch Jahrzehnte intensiven Kontakts seidig und glänzend wirkt, liefert überzeugende Belege für eine lang anhaltende rituelle Nutzung und gehört zu den bedeutendsten historischen Merkmalen der Skulptur. Die Frisur, geschmückt mit kleinen roten Samen, zusammen mit passenden Ornamenten um Hals und Handgelenke, setzt subtile Farbakzente, die die zurückhaltende Eleganz der Komposition verstärken.

Stilistisch weist die Skulptur eine außergewöhnlich enge Verwandtschaft zur Déblé auf, die als Abbildung 5.47 in Senufo Unbound: Dynamics of Art and Identity in West Africa (Cleveland Museum of Art) dargestellt ist. Die beiden Werke teilen nicht lediglich die allgemeinen Merkmale der Senufo-Skulptur, sondern eine bemerkenswerte Reihe hochspezifischer formaler Merkmale: der winzige Kopf auf einem ungewöhnlich verlängerten Hals, nahezu identische Körperproportionen, stark gewölbte, verlängerte Arme, ausgeprägte scheibenförmige Ohren, die zurückhaltende Modellierung des Oberkörpers, die markante Behandlung der Hände und insgesamt eine still ruhende Monumentalität. Vor allem die enge Übereinstimmung in Proportionen, skulpturalem Rhythmus und kompositorischer Balance geht weit über das hinaus, was in einem breiteren regionalen Stil erwartet werden könnte.

Diese auffälligen Ähnlichkeiten legen nahe, dass beide Skulpturen innerhalb derselben Werkstatttradition entstanden sind, die im Dorf Nafoun zentriert ist. Es ist sogar denkbar, dass sie vom selben Bildhauer oder im unmittelbaren Kreis eines einzelnen Meisters geschnitzt wurden. Während eine solche Zuschreibung notwendigerweise eine stilistische Hypothese bleibt, wenn es an dokumentierten Belegen aus der Werkstatt mangelt, folgt sie der etablierten Methodik der Kenner- und Werkstattzuordnung, die in der Erforschung afrikanischer Skulptur lange Anwendung gefunden hat.

In diesem Zusammenhang erscheint es angemessen, die stilistische Gruppe zu identifizieren, die durch die vorliegende Skulptur und das in Senufo Unbound veröffentlichte Exemplar unter der vorläufigen Bezeichnung „Meister von Nafoun“ vertreten wird, oder alternativ „Werkstatt von Abbildung 5.47“. Die vorliegende Déblé sollte als eine der feinsten Arbeiten betrachtet werden, die momentan diesem anonymen Meister oder seiner Werkstatt zugeschrieben werden können. Ihre Herkunft aus dem Dorf Nafoun wurde unabhängig von Belo Garba aus Korhogo und Bakari Bouaflé aus Abidjan bestätigt. Dieses seltene Zusammenfallen lokaler mündlicher Überlieferung und stilistischer Analyse stärkt die vorgeschlagene Zuschreibung erheblich und macht die Skulptur zu einem wichtigen Referenzwerk für die zukünftige Studie regionaler Schnitzwerkstätten der Senufo.


Vergleichende Literatur

McNaughton, Patrick R. (Hrsg.), Senufo Unbound: Dynamics of Art and Identity in West Africa, Cleveland Museum of Art, Cleveland, 2024, Abbildung 5.47 (letzte Fotoserie).

Quelle: Susan Elisabeth Gagliardi, Cleveland Museum, Ohio, USA. Senufo Unbound, Tafel 46/47 (überwiegend bekannt ist der „Westliche Herkunftsblick“, in der Beschreibung heißt es „unbekannter Künstler“). Vielleicht könnte man sagen, dass dies eine postkoloniale, westliche Sicht auf Afrika ist, weil die Schöpfer dieser Skulpturen sich nicht als „Künstler“ in Afrika sehen. Sie sind Handwerker, oft Schmiede, die zwar in Dorfgemeinschaften integriert sind, meist aber am Rande der Dörfer leben. Zu erfahren, wo diese Dörfer liegen und wie die Schnitzer einander beeinflussten, könnte mehr über Afrika aussagen als ein genealogischer Stammbaum westlicher Besitzer. Aber das würde bedeuten, dass Anthropologen Feldforschung in Afrika betreiben statt Museen zu führen, die vom Kunsthandel beeinflusst werden.

Literatur: Vorlesung von Dr. Junker, „der Originalzustand… Wo ist er geblieben?“ Gottschalk Burkhard, „Senufo, Massa und die Statuen des Poro“ 2002: 43; Glaze Anita J., „Art and Death in a Senufo Village“, Indiana University Press, Bloomington 1981. Ein verwandtes Exemplar: Robert Goldwater, Senufo Sculpture from West Africa, New York, 1964, Abb. 88 und 88a, Werner Gillon, Collecting African Art, London, 1979, S. 50, Abb. 38; William Rubin, „Primitivism“ in 20th Century Art: Affinity of the Tribal and the Modern, New York, 1984, Bd. 1, S. 131; William Rubin, Le Primitivisme dans l’art du 20e siècle. Les artistes modernes devant l’art tribal, Paris, 1987, S. 131; Jacques Kerchache, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan, L'art africain, Paris, 1988, S. 82, Taf. 34; Jacques Kerchache, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan (Hrsg.), Die Kunst des Schwarzen Afrika, Freiburg, 1989, S. 80, Taf. 34; Jacques Kerchache, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan, Art of Africa, New York, 1993, S. 82, Taf. 34; Mary H. Nooter, Secrecy: African Art that Conceals and Reveals, New York, 1993, S. 155, Kat. 79.

Informant: Belo Garba et Bakari Bouaflé

Inv. Nr. MAZ///18//531

Der Verkäufer garantiert und kann nachweisen, dass der Gegenstand legal erworben wurde. Dem Verkäufer wurde von Catawiki mitgeteilt, dass er die in seinem Wohnsitzland geltenden Gesetze und Vorschriften einzuhalten hat. Der Verkäufer garantiert und ist berechtigt, diesen Gegenstand zu verkaufen/exportieren. Der Verkäufer wird dem Käufer alle bekannten Herkunftsinformationen zum Objekt zur Verfügung stellen. Der Verkäufer sorgt dafür, dass etwaige notwendige Genehmigungen vorhanden sind bzw. beantragt werden. Der Verkäufer wird den Käufer unverzüglich über Verzögerungen bei der Erlangung solcher Genehmigungen informieren.

Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
Übersetzt mit Google Übersetzer

Senufo, Déblé (Rhythm Ponder), Elfenbeinküste, Dorf Nafoun, Korhogo-Region, Nordküste von Côte d'Ivoire. Holz, schwarze Patina, Kaurischnecken-Schalen, rote Samen.

Diese weibliche Déblé zählt zu den feinsten bekannten Beispielen des monumentalen Rhythmus-Schlagwerks, das von den Senufo hergestellt wird. Déblé wurden während Trauerzeremonien und anderer wichtiger ritueller Anlässe von Mitgliedern der Poro-Gesellschaft unter dem Arm getragen, wobei ihre massiven zylindrischen Basen den Boden rhythmisch schlugen. Der resultierende Klang begleitete Gesang und Tanz und verband symbolisch die Gemeinschaft der Lebenden mit den Ahnen und der Erde. Fungiert gleichzeitig als skulpturale Meisterwerke und rituelle Instrumente, repräsentieren Déblé eine der markantesten skulpturalen Traditionen der Senufo-Kunst.

Die vorliegende Skulptur zeichnet sich durch ihre bemerkenswerte vertikale Komposition und die außergewöhnliche Harmonie ihrer Proportionen aus. Ein kleiner, leicht nach vorne geneigter Kopf ruht auf einem ungewöhnlich länglichen zylindrischen Hals, wodurch die Figur eine würdevolle, fast kontemplative Präsenz erhält. Das verlängerte Gesicht wird von mandelförmigen Augen dominiert, die in Kaurischnecken eingebettet sind; ihr halboffenes Erscheinungsbild vermittelt ein Gefühl stiller Introspektion. Die gerade Nase und der leicht geöffnete Mund sind auf wenige wesentliche Formen reduziert, was die zurückhaltende Monumentalität des Gesichtsausdrucks verstärkt. Breite, scheibenförmige Ohren ragen deutlich von beiden Seiten des Kopfes hervor und bilden einen auffälligen skulpturalen Gegenpol zum schmalköpfigen Gesicht.

Der Körper folgt einer klaren, fast architektonischen vertikalen Achse. Sanft gerundete Schultern gehen in einen schlanken, fast zylindrischen Torso über, dessen Anatomie bewusst auf ihre wesentlichen Formen reduziert wurde. Nur die fein modellierten Brüste und die zarten linearen Narben auf beiden Seiten der Brust artikulieren die glatte, polierte Oberfläche. Außerordentlich lange Arme ziehen elegante, schwingende Bögen, wodurch die Hände vor dem Unterbauch zusammengeführt werden. Ihre breiten Handflächen, mit parallel eingeritzten Fingern, ruhen auf den Oberschenkeln und bilden das gestalterische Zentrum der Skulptur. Kurze, kräftige Beine gehen direkt in die massiven zylindrischen Basis über, die es der Figur während ritueller Aufführungen ermöglichte, als Rhythmus-Pounder zu fungieren.

Besonders bemerkenswert ist die hervorragend erhaltene Patina der Hände, Arme und des Nackens. Die tiefe schwarze Oberfläche, die durch Jahrzehnte intensiven Kontakts seidig und glänzend wirkt, liefert überzeugende Belege für eine lang anhaltende rituelle Nutzung und gehört zu den bedeutendsten historischen Merkmalen der Skulptur. Die Frisur, geschmückt mit kleinen roten Samen, zusammen mit passenden Ornamenten um Hals und Handgelenke, setzt subtile Farbakzente, die die zurückhaltende Eleganz der Komposition verstärken.

Stilistisch weist die Skulptur eine außergewöhnlich enge Verwandtschaft zur Déblé auf, die als Abbildung 5.47 in Senufo Unbound: Dynamics of Art and Identity in West Africa (Cleveland Museum of Art) dargestellt ist. Die beiden Werke teilen nicht lediglich die allgemeinen Merkmale der Senufo-Skulptur, sondern eine bemerkenswerte Reihe hochspezifischer formaler Merkmale: der winzige Kopf auf einem ungewöhnlich verlängerten Hals, nahezu identische Körperproportionen, stark gewölbte, verlängerte Arme, ausgeprägte scheibenförmige Ohren, die zurückhaltende Modellierung des Oberkörpers, die markante Behandlung der Hände und insgesamt eine still ruhende Monumentalität. Vor allem die enge Übereinstimmung in Proportionen, skulpturalem Rhythmus und kompositorischer Balance geht weit über das hinaus, was in einem breiteren regionalen Stil erwartet werden könnte.

Diese auffälligen Ähnlichkeiten legen nahe, dass beide Skulpturen innerhalb derselben Werkstatttradition entstanden sind, die im Dorf Nafoun zentriert ist. Es ist sogar denkbar, dass sie vom selben Bildhauer oder im unmittelbaren Kreis eines einzelnen Meisters geschnitzt wurden. Während eine solche Zuschreibung notwendigerweise eine stilistische Hypothese bleibt, wenn es an dokumentierten Belegen aus der Werkstatt mangelt, folgt sie der etablierten Methodik der Kenner- und Werkstattzuordnung, die in der Erforschung afrikanischer Skulptur lange Anwendung gefunden hat.

In diesem Zusammenhang erscheint es angemessen, die stilistische Gruppe zu identifizieren, die durch die vorliegende Skulptur und das in Senufo Unbound veröffentlichte Exemplar unter der vorläufigen Bezeichnung „Meister von Nafoun“ vertreten wird, oder alternativ „Werkstatt von Abbildung 5.47“. Die vorliegende Déblé sollte als eine der feinsten Arbeiten betrachtet werden, die momentan diesem anonymen Meister oder seiner Werkstatt zugeschrieben werden können. Ihre Herkunft aus dem Dorf Nafoun wurde unabhängig von Belo Garba aus Korhogo und Bakari Bouaflé aus Abidjan bestätigt. Dieses seltene Zusammenfallen lokaler mündlicher Überlieferung und stilistischer Analyse stärkt die vorgeschlagene Zuschreibung erheblich und macht die Skulptur zu einem wichtigen Referenzwerk für die zukünftige Studie regionaler Schnitzwerkstätten der Senufo.


Vergleichende Literatur

McNaughton, Patrick R. (Hrsg.), Senufo Unbound: Dynamics of Art and Identity in West Africa, Cleveland Museum of Art, Cleveland, 2024, Abbildung 5.47 (letzte Fotoserie).

Quelle: Susan Elisabeth Gagliardi, Cleveland Museum, Ohio, USA. Senufo Unbound, Tafel 46/47 (überwiegend bekannt ist der „Westliche Herkunftsblick“, in der Beschreibung heißt es „unbekannter Künstler“). Vielleicht könnte man sagen, dass dies eine postkoloniale, westliche Sicht auf Afrika ist, weil die Schöpfer dieser Skulpturen sich nicht als „Künstler“ in Afrika sehen. Sie sind Handwerker, oft Schmiede, die zwar in Dorfgemeinschaften integriert sind, meist aber am Rande der Dörfer leben. Zu erfahren, wo diese Dörfer liegen und wie die Schnitzer einander beeinflussten, könnte mehr über Afrika aussagen als ein genealogischer Stammbaum westlicher Besitzer. Aber das würde bedeuten, dass Anthropologen Feldforschung in Afrika betreiben statt Museen zu führen, die vom Kunsthandel beeinflusst werden.

Literatur: Vorlesung von Dr. Junker, „der Originalzustand… Wo ist er geblieben?“ Gottschalk Burkhard, „Senufo, Massa und die Statuen des Poro“ 2002: 43; Glaze Anita J., „Art and Death in a Senufo Village“, Indiana University Press, Bloomington 1981. Ein verwandtes Exemplar: Robert Goldwater, Senufo Sculpture from West Africa, New York, 1964, Abb. 88 und 88a, Werner Gillon, Collecting African Art, London, 1979, S. 50, Abb. 38; William Rubin, „Primitivism“ in 20th Century Art: Affinity of the Tribal and the Modern, New York, 1984, Bd. 1, S. 131; William Rubin, Le Primitivisme dans l’art du 20e siècle. Les artistes modernes devant l’art tribal, Paris, 1987, S. 131; Jacques Kerchache, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan, L'art africain, Paris, 1988, S. 82, Taf. 34; Jacques Kerchache, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan (Hrsg.), Die Kunst des Schwarzen Afrika, Freiburg, 1989, S. 80, Taf. 34; Jacques Kerchache, Jean-Louis Paudrat und Lucien Stéphan, Art of Africa, New York, 1993, S. 82, Taf. 34; Mary H. Nooter, Secrecy: African Art that Conceals and Reveals, New York, 1993, S. 155, Kat. 79.

Informant: Belo Garba et Bakari Bouaflé

Inv. Nr. MAZ///18//531

Der Verkäufer garantiert und kann nachweisen, dass der Gegenstand legal erworben wurde. Dem Verkäufer wurde von Catawiki mitgeteilt, dass er die in seinem Wohnsitzland geltenden Gesetze und Vorschriften einzuhalten hat. Der Verkäufer garantiert und ist berechtigt, diesen Gegenstand zu verkaufen/exportieren. Der Verkäufer wird dem Käufer alle bekannten Herkunftsinformationen zum Objekt zur Verfügung stellen. Der Verkäufer sorgt dafür, dass etwaige notwendige Genehmigungen vorhanden sind bzw. beantragt werden. Der Verkäufer wird den Käufer unverzüglich über Verzögerungen bei der Erlangung solcher Genehmigungen informieren.

Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
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Details

Ethnie/ Kultur
Senufo
Herkunftsland
Elfenbeinküste
Material
Holz
Sold with stand
Nein
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A wooden sculpture
Höhe
119 cm
Gewicht
13 kg
Authentizität
Original/offiziell
Verkauft von
DeutschlandVerifiziert
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Verkaufte Objekte
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Rechtliche Informationen des Verkäufers

Unternehmen:
Jaenicke Njoya GmbH
Repräsentant:
Wolfgang Jaenicke
Adresse:
Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
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