Maison Émile Michot Balle-Pelote, traditioneller belgischer Volkssport Historischer Lederhandschuh - Sporthandschuhe





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Antike belgische Lederhandschuh für balle-pelote, ca. 1910–1920, Universalmass, vermutlich Maison Émile Michot aus Lessines, Maße ca. 23 × 13 cm, Nummer 204514 am Manschette.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
ANTYK BELGISCHE LEDERHANDSSCHUHFÜR BALLPELLE
Balle-Pelote, traditioneller belgischer Volksport
Historische Lederhandschuhe der Sorte „gant casserole“
Belgien, ca. 1910–1920, datiert datiert
Kategorie: historische Sportausrüstung, belgisches Kulturerbe, altes Lederhandwerk
Gegenstand: traditioneller Lederhandschuh zum Ballspiel balle-pelote
Vorgeschlagener Hersteller: Maison Émile Michot, Lessines, Belgien, Attribution erfordert Archivbestätigung
Material: dickes Naturleder, Metallschnallen, Nieten und Nähten
Abmessungen: ca. 23 × 13 cm
Tiefenprofil: ca. 8 cm
Kennzeichen: Nummer 204514, an der seitlichen Seite des Manschettenbereichs
Datierung: ca. 1910–1920, basierend auf Analyse der Bauweise und historischem Kontext; exaktes Jahr ungeklärt
Auktionsschätzung: 250–300 EUR
1. Beschreibung des Objekts
Es handelt sich um eine antike, schwere Lederschutzhandschuh, verbunden mit der traditionellen belgischen Ballspiel-Variante balle-pelote. Sie repräsentiert eine spezialisierte Kategorie alter Sportausrüstung, deren Form streng an die Spielanforderungen und die Fertigkeiten der Handwerker angepasst war, die sich mit der Bearbeitung dicken Leders beschäftigten.
Der Handschuh ist aus dunkeloranger Naturleder gefertigt. Seine charakteristische, räumliche Form, das tief ausgeprägte Profil und die robuste Konstruktion unterscheiden ihn deutlich von normalen Arbeits- oder Alltagslederwaren. Sichtbare Perforationen, Nähte, Metallbefestigungen und Verschluss sind integraler Bestandteil seiner Bauweise.
Auf der Oberfläche befinden sich rotbraune Nähte, Metallnieten, Beschläge und eine Rolllenklemme. Die Konstruktion ist funktional, und die einzelnen Elemente fügen sich zu einer starren Einheit zusammen. Das dicke Leder wurde so geformt, dass der Handschuh ein deutlich räumliches Profil erhält, angepasst an die Spezifika des traditionellen Spiels.
Besonders interessant ist der Innenaufbau. Sichtbare Riffelungen und die Formgebung des Leders erzeugen ein profil, das an eine Schale erinnert, typisch für Handschuhe, die mit dem Ball in Kontakt kommen. Solche Lösungen sind wichtig für die Analyse historischer Lederformungstechniken und den Vergleich alter Werkstätten.
An der Manschette befindet sich die Nummer 204514. Die erhaltene Kennzeichnung ist ein wesentliches Identifikationsmerkmal des Exemplars. Im Innenbereich der Manschette ist außerdem ein verschlissener ovaler Stempelabdruck sichtbar, dessen Inhalt derzeit nicht vollständig lesbar ist. Die Kombination aus Nummer, Stempelabdruck und charakteristischer Konstruktion bietet Material für weitere Untersuchungen zur Herkunft des Objekts.
Der Handschuh wird dem belgischen Hersteller Michot zugeschrieben, wobei die wahrscheinlichste Attribution Maison Émile Michot aus Lessines ist. Diese Hypothese basiert auf der Analyse des Objekts und dem Vergleich mit historischen Handschuhen dieser Art. Eine endgültige Bestätigung des Herstellers würde jedoch eine klare Ablesung des Stempels oder das Auffinden von Werkstatt- oder Katalogdokumentationen erfordern.
2. Innenkonstruktion und Fertigungstechnik
Eines der interessantesten Merkmale des Handschuhs ist die Formung des Innenraums. Tiefe Lederraffungen und ein deutlich räumliches Profil deuten auf eine bewusste Materialgestaltung hin, nicht auf eine einfache Konstruktion aus flachen, genähten Lederschnitten.
Das schalenförmige Profil muss im Kontext der Sportfunktion betrachtet werden. Handschuhe für balle-pelote stellten spezialisiertes Equipment für Spieler dar, dessen Form dem Ballabwurf und den Anforderungen der jeweiligen Spielvariante entsprechen musste. Die richtige Formgebung des Leders hatte demnach sowohl funktionale als auch konstruktive Bedeutung.
Regelmäßige Rippenführung, Profiltiefe und das robuste Material sind wichtige Vergleichseigenschaften. Sie können helfen, das Exemplar mit anderen Handschuhen in Museumssammlungen oder von bestimmten Werkstätten zu vergleichen.
Die visuelle Analyse deutet darauf hin, dass der Handschuh unter Einsatz traditioneller Handwerkstechniken gefertigt wurde, die eine entsprechende Ledervorbereitung, Formung und Verbindung erfordern. Es gibt jedoch nicht genügend Belege, um anhand der bloßen Fotos das genaue Formungsthermometer, die Art der verwendeten Presse oder eine spezifische Werkstatttechnologie festzulegen.
Aus diesem Grund ist die Innenkonstruktion besonders wertvoll für Forschungen: Sie liefert konkrete Merkmale zum Vergleichen, sollte aber nicht als alleiniger Beweis für eine bestimmte Datierung oder einen bestimmten Hersteller herangezogen werden.
3. Metallelemente, Schnalle und Verschluss
Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind die Metallbeschläge, darunter eine Rolllenklemme, Befestigungen und Nieten. Ihre Anordnung und Verbindung mit dem Leder bilden einen wesentlichen Teil der Handschuhkonstruktion.
Der Einsatz eines mechanischen Verschlusssystems erlaubte eine regulierbare Befestigung des Handschuhs. Schnalle, Streifen und Metallteile bilden eine funktionale Anordnung, deren Details mit Sportausrüstung und Lederwaren aus ähnlichen Perioden verglichen werden können.
Die sichtbaren Nieten haben breite Kragen, und ihre Verankerung deutet auf eine dauerhafte mechanische Verbindung der Elemente hin. Die rotbraunen Nähte betonen zusätzlich die Struktur des Objekts. Zusammen verleihen sie dem antiken Gebrauchsstück sein charakteristisches Aussehen, bei dem mechanische Verbindungen und Nähen eine zentrale Rolle spielten.
Schnalle mit Rolllenklemme und deren Befestigungsweise entsprechen dem allgemeinen Charakter älterer Lederwaren, sind aber kein alleiniger Datierungsindikator. Ähnliche Lösungen wurden in verschiedenen Perioden und in vielen Arten von Ausrüstung verwendet. Ohne Materialanalyse lässt sich auch nicht sicher feststellen, ob die einzelnen Elemente aus Eisen, Kupfer, Messing oder einer Legierung mit ähnlichem Erscheinungsbild gefertigt sind.
Im Kontext der vorgeschlagenen Datierung ca. 1910–1920 sollten Metallteile also als Teil einer Gesamtanalyse der Technik verstanden werden, nicht als unabhängiger Beweis für das exakte Herstellungsjahr.
4. Kennzeichnung 204514 und verschlissener Stempelabdruck
Die Nummer 204514, an der seitlichen Manschettenseite platziert, ist eine der wichtigsten Identifikationsmerkmale des Handschuhs. Ihr Erhalt ist von Bedeutung für weitere dokumentarische Recherchen, da er eine Recherche nicht nur nach Objekttyp, sondern auch nach einer konkreten Kennzeichnung ermöglicht.
In der Analyse mit den Begleitdokumentationen wird vorgeschlagen, die Nummer als belgische Patent- oder als Kennzeichen im Zusammenhang mit einem industrielle Design-Registro zu interpretieren. Diese Hypothese setzt voraus, dass sich die Nummer auf eine konkrete konstruktive Lösung des Handschuhs bezieht.
Derzeit konnte jedoch kein zuverlässiger archivischer Eintrag gefunden werden, der Nummer 204514 mit dem Ballspielhandschuh, dem Hersteller Michot oder einem bestimmten Designbezug verbindet. Daher kann nicht bestätigt werden, dass dies eine Patentnummer ist, noch dass es sich um eine beim Herstellungsprozess verwendete Form handelt.
Die sechsstellige Schreibweise kann ein wichtiger Ausgangspunkt für weitere Recherchen sein; ihre Interpretation erfordert das Auffinden eines passenden Registers oder Quelle.
Im Manschettinnenbereich ist außerdem ein verschlissener ovaler Stempelabdruck sichtbar. Seine Lage ist bedeutsam, da Herstellermarkierungen oft an Stellen plaziert wurden, die vor direktem Abrieb geschützt sind. Dies reicht jedoch nicht aus, um ohne lesbare Lesung eine Zuordnung zu einer bestimmten Werkstatt vorzunehmen.
Die Verknüpfung von Nummer 204514, dem ovalen Stempelabdruck und der charakteristischen Konstruktion rechtfertigt weitere Untersuchungen zu Herkunft und Geschichte.
5. Vorgeschlagene Attribution: Maison Émile Michot, Lessines
Der wahrscheinlichste Attributionsweg, der in der Objekanalyse angegeben ist, führt zu Maison Émile Michot aus Lessines, Belgien. Der Name Michot wird im Kontext historischer Ballspielhandschuhe erwähnt, und erhaltene Exponate im Antiquitätenhandel werden oft als Produkte dieses Herstellers beschrieben.
Bei der Analyse des Handschuhs verdienen sein tief geformtes Profil, der Innenaufbau, das Metallverschlusssystem und der ovalstempelige Abdruck besondere Beachtung. Diese Merkmale bilden die Grundlage für den Vergleich mit Michot-Handschuhen.
Als wichtige Vergleichsstücke dient auch ein historischer Handschuh, der im Sammlerbetrieb mit der Bezeichnung gelesen wird als „MICHOT successeur“. Solche Angebote bestätigen, dass der Name Michot im Handel historischer Handschuhe für balle-pelote vorkommt. Ein reines Handelsangebot ist jedoch kein unabhängiger Gutachtenbeleg dafür, dass jeder ähnliche Handschuh aus derselben Werkstatt stammt.
In der aktuellen Forschungslage ist es am aussagekräftigsten, Maison Émile Michot als vorgeschlagenen Hersteller zu benennen, nicht als Hersteller, der durch Archivdokumente bestätigt ist. Sollte der verschlissene Stempel ablesbar gemacht oder ein Katalog des Herstellers mit identischer Bauform gefunden werden, könnte die Attribution entsprechend gestärkt werden.
Ein solches Vorgehen ermöglicht es, den relevanten Faden zu Michot beizubehalten, ohne eine feststehende Tatsache zu präsentieren.
6. Die Dehon-Familie aus Jolimont als Referenzpunkt
Ein weiterer wichtiger Name in der belgischen Sporthandschuhgeschichte ist Dehon, verbunden mit Jolimont, einem Bezirk von La Louvière.
Belgische Materialien zum Kulturerbe beschreiben die Dehon-Familie als Handwerker, die über mehrere Generationen hinweg professionelle Ballspielhandschuhe herstellten. Der letzte Vertreter dieser Linie stellte die Tätigkeit in den 1990er Jahren ein.
Die Tradition der Dehon-Familie zeigt, dass die Produktion von Handschuhen für diese Sportart eine spezialisierte handwerkliche Disziplin war, verbunden mit lokalen sportlichen Bedürfnissen und поколенübergreifender Weitergabe. Verschiedene Werkstätten konnten ihre eigenen Lösungen in Bezug auf Form, Befestigung, Naht und Profil entwickeln.
Im Fall des vorliegenden Exemplars dient Dehon primär als wichtiger Bezugspunkt für Vergleichsstudien. Derzeit gibt es keine ausreichende Grundlage, diesem konkreten Handschuh die Familie Dehon statt Michot zuzuordnen. Die Zuordnung Maison Émile Michot bleibt die vorgeschlagene Attribution, während die Tradition Dehon dazu beiträgt, den breiteren Kontext belgischer Handschuhherstellung besser zu verstehen.
Ein weiteres Material zur Einsicht in diese Branche ist Guy Symoens’ Artikel La fabrication des gants de balle-pelote: une histoire de famille chez les Dehon, veröffentlicht 2014 in Cahiers Nr. 75. Der bibliografische Hinweis bestätigt die Existenz einer Arbeit zur Geschichte dieser Familienproduktion. Ohne vollständigen Text kann jedoch keine detaillierte Festlegung zur Handschuhherkunft daraus abgeleitet werden.
7. Datierung: ca. 1910–1920
Die vorgeschlagene Datierung der Handschuhe auf circa 1910–1920 ergibt sich aus einer Gesamtanalyse von Konstruktion, Materialien, Metallteilen und dem historischen belgischen Kontext von balle-pelote.
Es ist eine Periode, in der der Sport bereits eine federführende Verbandsstruktur hatte, gegründet 1902, und seine sportliche Tradition stark im regionalen Leben verankert war. Die Entwicklung organisierter Wettbewerbe begünstigte die Spezialisierung von Ausrüstung und die Tätigkeit von Handwerkern, die Handschuhe für Spieler herstellten.
Dickes Leder, räumliches Profil, Innenprofilprägungen, Metallbefestigungen und die charakteristische Fertigungsweise bilden eine Reihe von Merkmalen, die mit der Interpretation des Objekts als ältere Sportausrüstung übereinstimmen. Sie ermöglichen jedoch keinen eigenständigen Jahresnachweis.
Auch die Ähnlichkeit mit dem Museumsexemplar hat Bedeutung vor allem für die Typenbestimmung des Objekts. Das Museumshandexemplar mit den Maßen 23 × 13 cm hat kein festgelegtes Datum und kann daher nicht als direkter Beleg dafür herangezogen werden, dass das angebotene Exemplar aus den Jahren 1910–1920 stammt.
Die präziseste kataloguale Formulierung lautet daher: etwa 1910–1920, eine Datierung, die auf visuelle Analyse und historischem Kontext basiert. Dies ist eine konkretere Hypothese als der allgemeine Ausdruck „erste Hälfte des 20. Jahrhunderts“, erfordert jedoch weiterhin eine Bestätigung durch Herstellerdokumentation oder archivische Quellen.
8. balle-pelote: historische Bedeutung des belgischen Spiels
Balle-pelote gehört zur historischen Familie der Ballspiele, die mit der Hand gespielt werden. Ihre Tradition ist eng mit Wallonien in Belgien verbunden, insbesondere mit der Provinz Hainaut und Orten, in denen Spiele über Generationen eine wichtige Rolle im Gemeindeleben spielten.
Laut der Arbeit des Musée du Jeu de Balle in Ath reichen die ältesten Spuren handgespielter Ballspiele in dieser Region bis ins 14. Jahrhundert zurück. In den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich verschiedene Varianten des Spiels, und im 19. Jahrhundert erlebte balle-pelote eine Blütezeit.
Spiele wurden auf Plätzen und Straßen ausgetragen, lokale Teams zogen Publikum an. Das Spiel war nicht nur Form sportlicher Rivalität, sondern auch Teil des gemeinschaftlichen Lebens, verband die Bewohner und bewahrte regionale Sitten.
Die Gründung der Federation im Jahr 1902 markierte einen wichtigen Schritt in der Organisation des Sports. 1928 entstand eine internationale Konföderation, die belgische, französische und niederländische Federationen umfasste. Bis zum Zweiten Weltkrieg blieb balle-pelote äußerst beliebt und konkurrierte in vielen Orten um die Aufmerksamkeit des Publikums neben dem Fußball.
Diese Geschichte ist relevant für die Interpretation des angebotenen Handschuhs. Spezialisierte Sportsausrüstung dient als materielles Zeugnis dafür, wie das Spiel sich entwickelt hat, wie sich die Bedürfnisse der Spieler verändert haben und wie lokale Handwerker auf die Anforderungen der Nutzer reagierten.
Im Dezember 2023 wurde balle-pelote zum immateriellen Kulturerbe der Fédération Wallonie-Bruxelles erklärt. Das bestätigt die Bedeutung dieser Tradition als Element belgischer regionaler Geschichte.
9. Museumsebene und Bedeutung des Vergleichs
Im offiziellen belgischen Inventar des beweglichen Kulturguts gibt es einen Gegenstand beschrieben als Gant en cuir et balles du jeu de balle pelote. Der Datensatz nennt die Abmessungen der Handschuhe 23 × 13 cm und Inventar-Nummern V 2010.064 und V 2010.066. Der Gegenstand wird ohne festgelegtes Datum geführt, und seine katalogische Herkunft hängt mit der Übernahme durch das Musée National des Jeux de Paume in Ath zusammen.
Nach dem Vergleich der Fotografien wurde das angebotene Exemplar als entsprechend dem im Museumsdatensatz dargestellten Handschuh erkannt. Die Übereinstimmung von Abmessungen und Aussehen ist eine wichtige Identifikationsgrundlage, da sie den Gegenstand mit dem konkreten Objekt in belgischer Museumsdokumentation vergleichbar macht.
Es ist jedoch notwendig, zwischen visueller Übereinstimmung und Herkunftsbestätigung zu unterscheiden. Derzeit gibt es keine Grundlage dafür zu behaupten, dass der angebotene Handschuh dasselbe Exemplar ist, das im Museumsdatensatz geführt wird, oder dass er vom Museum übergeben wurde. Es ist angemessen, ihn als Objekt zu bezeichnen, das Typ und Aussehen mit dem dokumentierten Vergleichsexemplar übereinstimmt.
Dieser Vergleich hat historischen und katalogischen Wert. Er zeigt, dass die Handschuhform der belgischen Ballspielausrüstung entspricht und seine Abmessungen mit den Parametern des offiziellen Inventars übereinstimmen.
10. Familienherkunft
Nach familiären Informationen wurde der Handschuh in einer polnischen Familie aufbewahrt, die in Belgien lebte, in der Zwischenkriegszeit. Dies ist ein interessanter Hinweis zur Geschichte des Objekts, auch wenn keine archivische Dokumentation vorgelegt wurde, die alle Phasen seiner vorherigen Benutzung unabhängig bestätigen könnte.
Der ursprüngliche Besitzer, das Team, in dem der Handschuh verwendet wurde, oder eine konkrete Ortschaft wurden nicht festgelegt. Daher sollte er ohne weitere Belege nicht einem bestimmten Spieler oder Klub zugeordnet werden.
Die Familienherkunft bleibt ein wertvolles Element der Objektgeschichte. In Verbindung mit der charakteristischen Konstruktion, der Nummer 204514 und dem Museumsvergleich bildet sie die Grundlage für weitere Forschungen zur Geschichte.
11. Erhaltungszustand
Der Handschuh bewahrt seine charakteristische räumliche Form und die lesbaren Konstruktionsmerkmale. Sichtbare Alters- und Nutzungsmerkmale gehören zum aktuellen Erscheinungsbild und sollten im historischen Kontext bewertet werden.
Leder, Nähte, Perforationen, Nieten, Metallbeschläge und Verschluss sind die wichtigsten Elemente, die einer Sichtung bedürfen. Der Zustand der Lederflexibilität, die Festigkeit der Befestigungen und die Funktionsfähigkeit der Schnalle sollten anhand einer direkten Untersuchung beurteilt werden, nicht nur anhand von Fotos.
Aus sammlerischer Sicht ist es besonders wichtig, die ursprüngliche Konstruktion und alle Kennzeichnungen zu erhalten. Die Nummer 204514 und der verschlissene ovaler Stempel sollten in den Fotos dokumentiert bleiben, da sie für künftige identifikatorische Untersuchungen relevant sein können.
Der Handschuh sollte als historisches Sport- und Sammlerobjekt präsentiert werden, nicht als modernes Equipment für regelmäßiges Spielen.
12. Sammlerwert
Der angebotene Gegenstand gehört zu einer spezialisierten Sammlergruppe historischer Ausrüstung traditioneller Sportarten. Sein Reiz ergibt sich aus einer Kombination mehrerer Merkmale: charakteristische Form, dickes Leder, Metallteile, die Nummer 204514, verschlungene Spuren des Kennzeichnungsabdrucks und die vorgeschlagene Attribution zum Michot-Werk.
Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, ihn mit dem Handschuh im belgischen Museumsinventar zu vergleichen. Der Kontext des Musée du Jeu de Balle in Ath und die Dokumentation traditioneller belgischer Handschuhherstellung ermöglichen, den Gegenstand in die breitere Geschichte des regionalen Sports einzuordnen.
Der Handschuh könnte Sammler von historischen Sportzubehör, Geschichte Belgiens, traditionellen Ballspielen, Lederhandwerk und Gegenständen der materiellen Kultur des frühen 20. Jahrhunderts ansprechen.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit zur weiteren Identifikation. Die Ablesung des Stempels, der Abgleich der Nummer mit archivierter Dokumentation oder das Auffinden eines Herstellerkatalogs könnten in Zukunft zu einer präziseren Bestimmung des Herstellers und der Fertigungsdaten beitragen.
Es ist jedoch zu beachten, dass das Forschungspotenzial nicht mit einem garantierten Marktwert gleichzusetzen ist. Das endgültige Interesse der Sammler wird vom Erhaltungszustand, der Dokumentationsqualität, der Glaubwürdigkeit der Attribution und der Marktsituation abhängen.
13. Auktionsexpertise
Vorgeschlagene Auktionseinschätzung: 250–300 EUR.
Diese Spanne berücksichtigt die spezialisierte Natur des Objekts, seine Konstruktion, die erhaltene Nummer, die vorgeschlagene Attribution zu Michot und den Vergleich mit dem in belgischem Museumsinventar verzeichneten Exemplar.
Es handelt sich um eine Empfehlung für eine Auktion, nicht um eine offizielle Museumsbewertung oder eine Summe, die aus einem abgeschlossenen Geschäft resultiert. Das Museumsdokument dient als Vergleichsquelle für Typ und Abmessungen der Handschuhe, nicht als Preis.
Das endgültige Auktionsergebnis hängt von der Sammlerinteresse, dem Erhaltungszustand, der Qualität der Abbildungen und dem Grad ab, in dem Herstellerangabe und Datierung bestätigt werden können.
Katalogzusammenfassung
Antike belgische Ledershandschuhe für das traditionelle balle-pelote, Datierung vorgeschlagen ca. 1910–1920 und Attribution zum Werk Michot, Maison Émile Michot aus Lessines. Hergestellt aus dickem Naturleder, mit räumlicher Profilform, Innenkonstruktion mit Rippen, Metall-Rolllenschluss, Nieten und Nähten. An der seitlichen Manschette befindet sich die Nummer 204514, und im Innenbereich ist ein verschlissener ovaler Stempelabdruck sichtbar.
Die Typbestimmung des Objekts wird durch den Vergleich mit dem Handschuh mit Abmessungen 23 × 13 cm, beschrieben im offiziellen belgischen Inventar des beweglichen Kulturerbes, unterstützt. Das Objekt repräsentiert ein interessantes Beispiel alter Ausrüstung für Sport und materielles Erbe belgischer Ballspieltradition.
Die Attribution zu Maison Émile Michot und das Datum ca. 1910–1920 bleiben eine auf visueller Analyse und historischem Kontext beruhende Vorschlag. Die Interpretation der Nummer 204514 als belgische Patent- oder Registrierungsnummer wurde bislang nicht durch Archivdokumente bestätigt.
Auktionseinschätzung: 250–300 EUR.
ANTYK BELGISCHE LEDERHANDSSCHUHFÜR BALLPELLE
Balle-Pelote, traditioneller belgischer Volksport
Historische Lederhandschuhe der Sorte „gant casserole“
Belgien, ca. 1910–1920, datiert datiert
Kategorie: historische Sportausrüstung, belgisches Kulturerbe, altes Lederhandwerk
Gegenstand: traditioneller Lederhandschuh zum Ballspiel balle-pelote
Vorgeschlagener Hersteller: Maison Émile Michot, Lessines, Belgien, Attribution erfordert Archivbestätigung
Material: dickes Naturleder, Metallschnallen, Nieten und Nähten
Abmessungen: ca. 23 × 13 cm
Tiefenprofil: ca. 8 cm
Kennzeichen: Nummer 204514, an der seitlichen Seite des Manschettenbereichs
Datierung: ca. 1910–1920, basierend auf Analyse der Bauweise und historischem Kontext; exaktes Jahr ungeklärt
Auktionsschätzung: 250–300 EUR
1. Beschreibung des Objekts
Es handelt sich um eine antike, schwere Lederschutzhandschuh, verbunden mit der traditionellen belgischen Ballspiel-Variante balle-pelote. Sie repräsentiert eine spezialisierte Kategorie alter Sportausrüstung, deren Form streng an die Spielanforderungen und die Fertigkeiten der Handwerker angepasst war, die sich mit der Bearbeitung dicken Leders beschäftigten.
Der Handschuh ist aus dunkeloranger Naturleder gefertigt. Seine charakteristische, räumliche Form, das tief ausgeprägte Profil und die robuste Konstruktion unterscheiden ihn deutlich von normalen Arbeits- oder Alltagslederwaren. Sichtbare Perforationen, Nähte, Metallbefestigungen und Verschluss sind integraler Bestandteil seiner Bauweise.
Auf der Oberfläche befinden sich rotbraune Nähte, Metallnieten, Beschläge und eine Rolllenklemme. Die Konstruktion ist funktional, und die einzelnen Elemente fügen sich zu einer starren Einheit zusammen. Das dicke Leder wurde so geformt, dass der Handschuh ein deutlich räumliches Profil erhält, angepasst an die Spezifika des traditionellen Spiels.
Besonders interessant ist der Innenaufbau. Sichtbare Riffelungen und die Formgebung des Leders erzeugen ein profil, das an eine Schale erinnert, typisch für Handschuhe, die mit dem Ball in Kontakt kommen. Solche Lösungen sind wichtig für die Analyse historischer Lederformungstechniken und den Vergleich alter Werkstätten.
An der Manschette befindet sich die Nummer 204514. Die erhaltene Kennzeichnung ist ein wesentliches Identifikationsmerkmal des Exemplars. Im Innenbereich der Manschette ist außerdem ein verschlissener ovaler Stempelabdruck sichtbar, dessen Inhalt derzeit nicht vollständig lesbar ist. Die Kombination aus Nummer, Stempelabdruck und charakteristischer Konstruktion bietet Material für weitere Untersuchungen zur Herkunft des Objekts.
Der Handschuh wird dem belgischen Hersteller Michot zugeschrieben, wobei die wahrscheinlichste Attribution Maison Émile Michot aus Lessines ist. Diese Hypothese basiert auf der Analyse des Objekts und dem Vergleich mit historischen Handschuhen dieser Art. Eine endgültige Bestätigung des Herstellers würde jedoch eine klare Ablesung des Stempels oder das Auffinden von Werkstatt- oder Katalogdokumentationen erfordern.
2. Innenkonstruktion und Fertigungstechnik
Eines der interessantesten Merkmale des Handschuhs ist die Formung des Innenraums. Tiefe Lederraffungen und ein deutlich räumliches Profil deuten auf eine bewusste Materialgestaltung hin, nicht auf eine einfache Konstruktion aus flachen, genähten Lederschnitten.
Das schalenförmige Profil muss im Kontext der Sportfunktion betrachtet werden. Handschuhe für balle-pelote stellten spezialisiertes Equipment für Spieler dar, dessen Form dem Ballabwurf und den Anforderungen der jeweiligen Spielvariante entsprechen musste. Die richtige Formgebung des Leders hatte demnach sowohl funktionale als auch konstruktive Bedeutung.
Regelmäßige Rippenführung, Profiltiefe und das robuste Material sind wichtige Vergleichseigenschaften. Sie können helfen, das Exemplar mit anderen Handschuhen in Museumssammlungen oder von bestimmten Werkstätten zu vergleichen.
Die visuelle Analyse deutet darauf hin, dass der Handschuh unter Einsatz traditioneller Handwerkstechniken gefertigt wurde, die eine entsprechende Ledervorbereitung, Formung und Verbindung erfordern. Es gibt jedoch nicht genügend Belege, um anhand der bloßen Fotos das genaue Formungsthermometer, die Art der verwendeten Presse oder eine spezifische Werkstatttechnologie festzulegen.
Aus diesem Grund ist die Innenkonstruktion besonders wertvoll für Forschungen: Sie liefert konkrete Merkmale zum Vergleichen, sollte aber nicht als alleiniger Beweis für eine bestimmte Datierung oder einen bestimmten Hersteller herangezogen werden.
3. Metallelemente, Schnalle und Verschluss
Ein weiteres charakteristisches Merkmal sind die Metallbeschläge, darunter eine Rolllenklemme, Befestigungen und Nieten. Ihre Anordnung und Verbindung mit dem Leder bilden einen wesentlichen Teil der Handschuhkonstruktion.
Der Einsatz eines mechanischen Verschlusssystems erlaubte eine regulierbare Befestigung des Handschuhs. Schnalle, Streifen und Metallteile bilden eine funktionale Anordnung, deren Details mit Sportausrüstung und Lederwaren aus ähnlichen Perioden verglichen werden können.
Die sichtbaren Nieten haben breite Kragen, und ihre Verankerung deutet auf eine dauerhafte mechanische Verbindung der Elemente hin. Die rotbraunen Nähte betonen zusätzlich die Struktur des Objekts. Zusammen verleihen sie dem antiken Gebrauchsstück sein charakteristisches Aussehen, bei dem mechanische Verbindungen und Nähen eine zentrale Rolle spielten.
Schnalle mit Rolllenklemme und deren Befestigungsweise entsprechen dem allgemeinen Charakter älterer Lederwaren, sind aber kein alleiniger Datierungsindikator. Ähnliche Lösungen wurden in verschiedenen Perioden und in vielen Arten von Ausrüstung verwendet. Ohne Materialanalyse lässt sich auch nicht sicher feststellen, ob die einzelnen Elemente aus Eisen, Kupfer, Messing oder einer Legierung mit ähnlichem Erscheinungsbild gefertigt sind.
Im Kontext der vorgeschlagenen Datierung ca. 1910–1920 sollten Metallteile also als Teil einer Gesamtanalyse der Technik verstanden werden, nicht als unabhängiger Beweis für das exakte Herstellungsjahr.
4. Kennzeichnung 204514 und verschlissener Stempelabdruck
Die Nummer 204514, an der seitlichen Manschettenseite platziert, ist eine der wichtigsten Identifikationsmerkmale des Handschuhs. Ihr Erhalt ist von Bedeutung für weitere dokumentarische Recherchen, da er eine Recherche nicht nur nach Objekttyp, sondern auch nach einer konkreten Kennzeichnung ermöglicht.
In der Analyse mit den Begleitdokumentationen wird vorgeschlagen, die Nummer als belgische Patent- oder als Kennzeichen im Zusammenhang mit einem industrielle Design-Registro zu interpretieren. Diese Hypothese setzt voraus, dass sich die Nummer auf eine konkrete konstruktive Lösung des Handschuhs bezieht.
Derzeit konnte jedoch kein zuverlässiger archivischer Eintrag gefunden werden, der Nummer 204514 mit dem Ballspielhandschuh, dem Hersteller Michot oder einem bestimmten Designbezug verbindet. Daher kann nicht bestätigt werden, dass dies eine Patentnummer ist, noch dass es sich um eine beim Herstellungsprozess verwendete Form handelt.
Die sechsstellige Schreibweise kann ein wichtiger Ausgangspunkt für weitere Recherchen sein; ihre Interpretation erfordert das Auffinden eines passenden Registers oder Quelle.
Im Manschettinnenbereich ist außerdem ein verschlissener ovaler Stempelabdruck sichtbar. Seine Lage ist bedeutsam, da Herstellermarkierungen oft an Stellen plaziert wurden, die vor direktem Abrieb geschützt sind. Dies reicht jedoch nicht aus, um ohne lesbare Lesung eine Zuordnung zu einer bestimmten Werkstatt vorzunehmen.
Die Verknüpfung von Nummer 204514, dem ovalen Stempelabdruck und der charakteristischen Konstruktion rechtfertigt weitere Untersuchungen zu Herkunft und Geschichte.
5. Vorgeschlagene Attribution: Maison Émile Michot, Lessines
Der wahrscheinlichste Attributionsweg, der in der Objekanalyse angegeben ist, führt zu Maison Émile Michot aus Lessines, Belgien. Der Name Michot wird im Kontext historischer Ballspielhandschuhe erwähnt, und erhaltene Exponate im Antiquitätenhandel werden oft als Produkte dieses Herstellers beschrieben.
Bei der Analyse des Handschuhs verdienen sein tief geformtes Profil, der Innenaufbau, das Metallverschlusssystem und der ovalstempelige Abdruck besondere Beachtung. Diese Merkmale bilden die Grundlage für den Vergleich mit Michot-Handschuhen.
Als wichtige Vergleichsstücke dient auch ein historischer Handschuh, der im Sammlerbetrieb mit der Bezeichnung gelesen wird als „MICHOT successeur“. Solche Angebote bestätigen, dass der Name Michot im Handel historischer Handschuhe für balle-pelote vorkommt. Ein reines Handelsangebot ist jedoch kein unabhängiger Gutachtenbeleg dafür, dass jeder ähnliche Handschuh aus derselben Werkstatt stammt.
In der aktuellen Forschungslage ist es am aussagekräftigsten, Maison Émile Michot als vorgeschlagenen Hersteller zu benennen, nicht als Hersteller, der durch Archivdokumente bestätigt ist. Sollte der verschlissene Stempel ablesbar gemacht oder ein Katalog des Herstellers mit identischer Bauform gefunden werden, könnte die Attribution entsprechend gestärkt werden.
Ein solches Vorgehen ermöglicht es, den relevanten Faden zu Michot beizubehalten, ohne eine feststehende Tatsache zu präsentieren.
6. Die Dehon-Familie aus Jolimont als Referenzpunkt
Ein weiterer wichtiger Name in der belgischen Sporthandschuhgeschichte ist Dehon, verbunden mit Jolimont, einem Bezirk von La Louvière.
Belgische Materialien zum Kulturerbe beschreiben die Dehon-Familie als Handwerker, die über mehrere Generationen hinweg professionelle Ballspielhandschuhe herstellten. Der letzte Vertreter dieser Linie stellte die Tätigkeit in den 1990er Jahren ein.
Die Tradition der Dehon-Familie zeigt, dass die Produktion von Handschuhen für diese Sportart eine spezialisierte handwerkliche Disziplin war, verbunden mit lokalen sportlichen Bedürfnissen und поколенübergreifender Weitergabe. Verschiedene Werkstätten konnten ihre eigenen Lösungen in Bezug auf Form, Befestigung, Naht und Profil entwickeln.
Im Fall des vorliegenden Exemplars dient Dehon primär als wichtiger Bezugspunkt für Vergleichsstudien. Derzeit gibt es keine ausreichende Grundlage, diesem konkreten Handschuh die Familie Dehon statt Michot zuzuordnen. Die Zuordnung Maison Émile Michot bleibt die vorgeschlagene Attribution, während die Tradition Dehon dazu beiträgt, den breiteren Kontext belgischer Handschuhherstellung besser zu verstehen.
Ein weiteres Material zur Einsicht in diese Branche ist Guy Symoens’ Artikel La fabrication des gants de balle-pelote: une histoire de famille chez les Dehon, veröffentlicht 2014 in Cahiers Nr. 75. Der bibliografische Hinweis bestätigt die Existenz einer Arbeit zur Geschichte dieser Familienproduktion. Ohne vollständigen Text kann jedoch keine detaillierte Festlegung zur Handschuhherkunft daraus abgeleitet werden.
7. Datierung: ca. 1910–1920
Die vorgeschlagene Datierung der Handschuhe auf circa 1910–1920 ergibt sich aus einer Gesamtanalyse von Konstruktion, Materialien, Metallteilen und dem historischen belgischen Kontext von balle-pelote.
Es ist eine Periode, in der der Sport bereits eine federführende Verbandsstruktur hatte, gegründet 1902, und seine sportliche Tradition stark im regionalen Leben verankert war. Die Entwicklung organisierter Wettbewerbe begünstigte die Spezialisierung von Ausrüstung und die Tätigkeit von Handwerkern, die Handschuhe für Spieler herstellten.
Dickes Leder, räumliches Profil, Innenprofilprägungen, Metallbefestigungen und die charakteristische Fertigungsweise bilden eine Reihe von Merkmalen, die mit der Interpretation des Objekts als ältere Sportausrüstung übereinstimmen. Sie ermöglichen jedoch keinen eigenständigen Jahresnachweis.
Auch die Ähnlichkeit mit dem Museumsexemplar hat Bedeutung vor allem für die Typenbestimmung des Objekts. Das Museumshandexemplar mit den Maßen 23 × 13 cm hat kein festgelegtes Datum und kann daher nicht als direkter Beleg dafür herangezogen werden, dass das angebotene Exemplar aus den Jahren 1910–1920 stammt.
Die präziseste kataloguale Formulierung lautet daher: etwa 1910–1920, eine Datierung, die auf visuelle Analyse und historischem Kontext basiert. Dies ist eine konkretere Hypothese als der allgemeine Ausdruck „erste Hälfte des 20. Jahrhunderts“, erfordert jedoch weiterhin eine Bestätigung durch Herstellerdokumentation oder archivische Quellen.
8. balle-pelote: historische Bedeutung des belgischen Spiels
Balle-pelote gehört zur historischen Familie der Ballspiele, die mit der Hand gespielt werden. Ihre Tradition ist eng mit Wallonien in Belgien verbunden, insbesondere mit der Provinz Hainaut und Orten, in denen Spiele über Generationen eine wichtige Rolle im Gemeindeleben spielten.
Laut der Arbeit des Musée du Jeu de Balle in Ath reichen die ältesten Spuren handgespielter Ballspiele in dieser Region bis ins 14. Jahrhundert zurück. In den folgenden Jahrhunderten entwickelten sich verschiedene Varianten des Spiels, und im 19. Jahrhundert erlebte balle-pelote eine Blütezeit.
Spiele wurden auf Plätzen und Straßen ausgetragen, lokale Teams zogen Publikum an. Das Spiel war nicht nur Form sportlicher Rivalität, sondern auch Teil des gemeinschaftlichen Lebens, verband die Bewohner und bewahrte regionale Sitten.
Die Gründung der Federation im Jahr 1902 markierte einen wichtigen Schritt in der Organisation des Sports. 1928 entstand eine internationale Konföderation, die belgische, französische und niederländische Federationen umfasste. Bis zum Zweiten Weltkrieg blieb balle-pelote äußerst beliebt und konkurrierte in vielen Orten um die Aufmerksamkeit des Publikums neben dem Fußball.
Diese Geschichte ist relevant für die Interpretation des angebotenen Handschuhs. Spezialisierte Sportsausrüstung dient als materielles Zeugnis dafür, wie das Spiel sich entwickelt hat, wie sich die Bedürfnisse der Spieler verändert haben und wie lokale Handwerker auf die Anforderungen der Nutzer reagierten.
Im Dezember 2023 wurde balle-pelote zum immateriellen Kulturerbe der Fédération Wallonie-Bruxelles erklärt. Das bestätigt die Bedeutung dieser Tradition als Element belgischer regionaler Geschichte.
9. Museumsebene und Bedeutung des Vergleichs
Im offiziellen belgischen Inventar des beweglichen Kulturguts gibt es einen Gegenstand beschrieben als Gant en cuir et balles du jeu de balle pelote. Der Datensatz nennt die Abmessungen der Handschuhe 23 × 13 cm und Inventar-Nummern V 2010.064 und V 2010.066. Der Gegenstand wird ohne festgelegtes Datum geführt, und seine katalogische Herkunft hängt mit der Übernahme durch das Musée National des Jeux de Paume in Ath zusammen.
Nach dem Vergleich der Fotografien wurde das angebotene Exemplar als entsprechend dem im Museumsdatensatz dargestellten Handschuh erkannt. Die Übereinstimmung von Abmessungen und Aussehen ist eine wichtige Identifikationsgrundlage, da sie den Gegenstand mit dem konkreten Objekt in belgischer Museumsdokumentation vergleichbar macht.
Es ist jedoch notwendig, zwischen visueller Übereinstimmung und Herkunftsbestätigung zu unterscheiden. Derzeit gibt es keine Grundlage dafür zu behaupten, dass der angebotene Handschuh dasselbe Exemplar ist, das im Museumsdatensatz geführt wird, oder dass er vom Museum übergeben wurde. Es ist angemessen, ihn als Objekt zu bezeichnen, das Typ und Aussehen mit dem dokumentierten Vergleichsexemplar übereinstimmt.
Dieser Vergleich hat historischen und katalogischen Wert. Er zeigt, dass die Handschuhform der belgischen Ballspielausrüstung entspricht und seine Abmessungen mit den Parametern des offiziellen Inventars übereinstimmen.
10. Familienherkunft
Nach familiären Informationen wurde der Handschuh in einer polnischen Familie aufbewahrt, die in Belgien lebte, in der Zwischenkriegszeit. Dies ist ein interessanter Hinweis zur Geschichte des Objekts, auch wenn keine archivische Dokumentation vorgelegt wurde, die alle Phasen seiner vorherigen Benutzung unabhängig bestätigen könnte.
Der ursprüngliche Besitzer, das Team, in dem der Handschuh verwendet wurde, oder eine konkrete Ortschaft wurden nicht festgelegt. Daher sollte er ohne weitere Belege nicht einem bestimmten Spieler oder Klub zugeordnet werden.
Die Familienherkunft bleibt ein wertvolles Element der Objektgeschichte. In Verbindung mit der charakteristischen Konstruktion, der Nummer 204514 und dem Museumsvergleich bildet sie die Grundlage für weitere Forschungen zur Geschichte.
11. Erhaltungszustand
Der Handschuh bewahrt seine charakteristische räumliche Form und die lesbaren Konstruktionsmerkmale. Sichtbare Alters- und Nutzungsmerkmale gehören zum aktuellen Erscheinungsbild und sollten im historischen Kontext bewertet werden.
Leder, Nähte, Perforationen, Nieten, Metallbeschläge und Verschluss sind die wichtigsten Elemente, die einer Sichtung bedürfen. Der Zustand der Lederflexibilität, die Festigkeit der Befestigungen und die Funktionsfähigkeit der Schnalle sollten anhand einer direkten Untersuchung beurteilt werden, nicht nur anhand von Fotos.
Aus sammlerischer Sicht ist es besonders wichtig, die ursprüngliche Konstruktion und alle Kennzeichnungen zu erhalten. Die Nummer 204514 und der verschlissene ovaler Stempel sollten in den Fotos dokumentiert bleiben, da sie für künftige identifikatorische Untersuchungen relevant sein können.
Der Handschuh sollte als historisches Sport- und Sammlerobjekt präsentiert werden, nicht als modernes Equipment für regelmäßiges Spielen.
12. Sammlerwert
Der angebotene Gegenstand gehört zu einer spezialisierten Sammlergruppe historischer Ausrüstung traditioneller Sportarten. Sein Reiz ergibt sich aus einer Kombination mehrerer Merkmale: charakteristische Form, dickes Leder, Metallteile, die Nummer 204514, verschlungene Spuren des Kennzeichnungsabdrucks und die vorgeschlagene Attribution zum Michot-Werk.
Ein wesentlicher Vorteil ist die Möglichkeit, ihn mit dem Handschuh im belgischen Museumsinventar zu vergleichen. Der Kontext des Musée du Jeu de Balle in Ath und die Dokumentation traditioneller belgischer Handschuhherstellung ermöglichen, den Gegenstand in die breitere Geschichte des regionalen Sports einzuordnen.
Der Handschuh könnte Sammler von historischen Sportzubehör, Geschichte Belgiens, traditionellen Ballspielen, Lederhandwerk und Gegenständen der materiellen Kultur des frühen 20. Jahrhunderts ansprechen.
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit zur weiteren Identifikation. Die Ablesung des Stempels, der Abgleich der Nummer mit archivierter Dokumentation oder das Auffinden eines Herstellerkatalogs könnten in Zukunft zu einer präziseren Bestimmung des Herstellers und der Fertigungsdaten beitragen.
Es ist jedoch zu beachten, dass das Forschungspotenzial nicht mit einem garantierten Marktwert gleichzusetzen ist. Das endgültige Interesse der Sammler wird vom Erhaltungszustand, der Dokumentationsqualität, der Glaubwürdigkeit der Attribution und der Marktsituation abhängen.
13. Auktionsexpertise
Vorgeschlagene Auktionseinschätzung: 250–300 EUR.
Diese Spanne berücksichtigt die spezialisierte Natur des Objekts, seine Konstruktion, die erhaltene Nummer, die vorgeschlagene Attribution zu Michot und den Vergleich mit dem in belgischem Museumsinventar verzeichneten Exemplar.
Es handelt sich um eine Empfehlung für eine Auktion, nicht um eine offizielle Museumsbewertung oder eine Summe, die aus einem abgeschlossenen Geschäft resultiert. Das Museumsdokument dient als Vergleichsquelle für Typ und Abmessungen der Handschuhe, nicht als Preis.
Das endgültige Auktionsergebnis hängt von der Sammlerinteresse, dem Erhaltungszustand, der Qualität der Abbildungen und dem Grad ab, in dem Herstellerangabe und Datierung bestätigt werden können.
Katalogzusammenfassung
Antike belgische Ledershandschuhe für das traditionelle balle-pelote, Datierung vorgeschlagen ca. 1910–1920 und Attribution zum Werk Michot, Maison Émile Michot aus Lessines. Hergestellt aus dickem Naturleder, mit räumlicher Profilform, Innenkonstruktion mit Rippen, Metall-Rolllenschluss, Nieten und Nähten. An der seitlichen Manschette befindet sich die Nummer 204514, und im Innenbereich ist ein verschlissener ovaler Stempelabdruck sichtbar.
Die Typbestimmung des Objekts wird durch den Vergleich mit dem Handschuh mit Abmessungen 23 × 13 cm, beschrieben im offiziellen belgischen Inventar des beweglichen Kulturerbes, unterstützt. Das Objekt repräsentiert ein interessantes Beispiel alter Ausrüstung für Sport und materielles Erbe belgischer Ballspieltradition.
Die Attribution zu Maison Émile Michot und das Datum ca. 1910–1920 bleiben eine auf visueller Analyse und historischem Kontext beruhende Vorschlag. Die Interpretation der Nummer 204514 als belgische Patent- oder Registrierungsnummer wurde bislang nicht durch Archivdokumente bestätigt.
Auktionseinschätzung: 250–300 EUR.

