Eine Bronzeskulptur - Vere - Nigeria (Ohne mindestpreis)






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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Anthropomorphe Bronzeskulptur der Vere-Völker – stehende Mannfigur
Herkunft: Jimeta-Region, Bundesstaat Adamawa, Nordost-Nigeria
Kulturelle Zuschreibung: Vere (Verre), zugeordnet
Material: Kupferlegierung, vermutlich Bronze, gegossen, dunkelbraune Patina mit grünlichen und rötlichen Oxidationsspuren
Datierung: Nicht sicher
Provenienz: Jimeta-Region, Nigeria, gemäß bekannter Provenienz
Beschreibung
Diese anthropomorphe Metallskulptur zeigt eine aufrechte männliche Figur, deren kompakte Proportionen und expressives Physiognomie eine bemerkenswerte skulpturale Präsenz erzeugen. Die Figur steht auf zwei stabilen Beinen, leicht auseinander gesetzt, mit breiten, fast dreieckigen Füßen. Der Körper zeichnet sich durch einen vergleichsweise langen Torso, schmale Hüften und einen dezent modellierten Bauch aus. Die Arme hängen seitlich herab und sind leicht nach vorn gebeugt. Der sichtbare rechte Arm weist insbesondere eine akribische anatomische Detailgenauigkeit auf: Der kraftvoll gerundete Oberarm geht in einen schmaleren Unterarm über und endet in einer großen, modellierten Hand mit angedeuteten Fingern. Die Brust wird von zwei kleinen, halbkugelförmigen Vorsprüngen geprägt, während ein deutlich definierendes männliches Genitalmerkmal im unteren Torsobereich erkennbar ist. Der Kopf thront auf einem langen, kräftigen Hals und ist leicht nach oben geneigt. Seine Gesichtszüge werden durch eine ausgeprägte Nase, deutlich modellierte Lippen und große, scheibenförmige Ohren bestimmt. Die Augen erscheinen als kleine reliefartige Formen unter einer runden Stirn. Der Schädel ist überwiegend glatt und besitzt eine leicht unregelmäßige, nach hinten verlaufende Kontur. Die gesamte Oberfläche zeigt eine differenzierte, dunkelbraune bis bräunlichrote Patina mit grünlichen Oxidationszonen, die besonders an Armen, Oberkörper und Beinen auffällig sind. Die unregelmäßige Oberflächenstruktur, kleine Vertiefungen und lokale Materialdichte verleihen dem Guss einen lebendigen, handgefertigten Eindruck. Die Figur hat keine separate Basis, sondern ruht direkt auf ihren breiten, skulptierten Füßen.
Kunsthistorische Analyse
Die Vere, auch Verre genannt, gehören zu den Ethnien der östlichen Adamawa-Region, deren historischer kultureller Landschaft sich über Teile des nordöstlichen Nigerias und angrenzendes Kamerun erstreckt. Ihre Siedlungen befinden sich vornehmlich in der Umgebung der Atlantika-Berge und der südlichen Adamawa-Region. Das Gebiet ist geprägt von einer langen Geschichte kultureller Kontakte, regionalen Austauschs und spezialisierter Handwerksüberlieferungen. In diesem vielfältigen kulturellen Raum nahm die Metallverarbeitung eine besondere wirtschaftliche und soziale Bedeutung ein. Während die Eisengewinnung in zahlreichen Gesellschaften der oberen Benue-Region gut dokumentiert ist, erfordert die kunsthistorische Einordnung figurenförmiger Arbeiten aus Kupferlegierungen oft einen nuancierten Ansatz. Basierend auf der dokumentierten Provenienz wird die vorliegende Skulptur der Vere-Kultur zugeschrieben. Ihre formale Sprache zeichnet sich durch eine Kombination aus kompakten Körpervolumen und bewusst betonten anatomischen Merkmalen aus. Insbesondere die großen Ohren, der hervortretende Mund und die breiten Füße verleihen der Figur eine markante Erscheinung. Im Gegensatz zu den stärker abstrahierten anthropomorphen Holzfiguren verschiedener Gesellschaften im Benue-Gebiet besitzt sie eine vergleichsweise geschlossene, körperliche Form. Allerdings entsprechen die anatomischen Proportionen keiner naturalistischen Darstellung, sondern einer selektiven Hervorhebung einzelner Körperteile. Ob diese Merkmale einer spezifischen regionalen pictorial-Tradition der Vere entsprechen oder einer breiteren formalen Sprache der Adamawa-Kultur sphere zuzurechnen sind, lässt sich ohne verlässliche Vergleichsobjekte nicht bestimmen. Die präzise Herstellungs-Technik und die Zusammensetzung der Legierung müssten zudem durch materialewissenschaftliche Analysen aufgearbeitet werden. Der Begriff „Bronze“ ist daher als tradiertes, kunsthandwerkliches Materialkennzeichen zu verstehen.
Symbolik und Ikonographie
Der ikonografische Ausdruck der Figur wird überwiegend durch die Betonung des Kopfes, der sexuellen Merkmale und der kraftvollen Standhaltung bestimmt. Die leicht nach oben gerichtete Kopfführung verleiht der Figur einen konzentrierten, fast erwartungsvollen Ausdruck. Besonders auffällig sind die großen, seitlich vorstehenden Ohren, deren übertriebenes Format eine besondere Bedeutung gehabt haben könnte. In verschiedenen afrikanischen Bildtraditionen können betonte Sinnesorgane Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder außergewöhnliche Fähigkeiten signalisieren. Eine entsprechende Interpretation ist auch für die vorliegende Figur plausibel. Die Identität des Objekts ist denkbar, jedoch nicht direkt belegbar. Die sorgfältig gestalteten Lippen bilden einen weiteren Fokus der Physiognomie. Ihre ausgeprägte Modellierung könnte die menschliche Identität der dargestellten Figur unterstreichen oder auf eine besondere Bedeutung von Sprache und Kommunikation hinweisen. Auch diese Interpretation bleibt hypothetisch. Die männlichen Geschlechtsmerkmale ermöglichen eine vorläufige Identifizierung der dargestellten Figur als männlich. Ob dies mit Vorstellungen von Fruchtbarkeit, sozialem Status oder genealogischer Kontinuität verknüpft war, bleibt unbekannt. Die breiten Füße und leicht gespreizten Beine vermitteln Stabilität und geerdete Körperlichkeit. Die Figur wirkt damit weniger als Repräsentation einer bestimmten Bewegung, sondern eher als Verkörperung ruhiger, selbstbewusster Präsenz. Bemerkenswert ist auch das Fehlen von Kleidung, Schmuck oder anderen eindeutig identifizierbaren Rangmerkmalen. Die Bedeutung der Figur konzentriert sich thus vollständig auf ihr äußeres Erscheinungsbild und das expressive Design des Kopfes.
Ritualfunktion und kultureller Kontext
In den Gesellschaften der Adamawa- und Oberbenue-Regionen konnten anthropomorphe Figuren verschiedene soziale und religiöse Funktionen erfüllen. Sie konnten mit Vorstellungen von Schutz, Heilung, Ahnenpräsenz oder der Darstellung bestimmter sozialer Rollen in Verbindung stehen. Die konkrete Bedeutung solcher Objekte hing jedoch immer von lokalen Traditionen und deren jeweiliger Benutzung ab. Für die vorliegende Bronzeskulptur ist theoretisch eine rituelle Funktion möglich, jedoch nicht dokumentiert. Ihre aufrechte Haltung und die ausgeprägte Darstellung des menschlichen Körpers könnten auf eine repräsentative oder symbolische Zweckbestimmung hindeuten. Denkbar ist, dass sie als eigenständige Figur in einem häuslichen oder gemeinschaftlichen Kontext verwendet wurde. Ebenso könnte sie Teil einer größeren Gruppe von Objekten gewesen sein. Eine Interpretation als Ahnenfigur, Schutzwesen oder Trägerin von spiritueller Kraft wäre jedoch ohne ethnographische Belege nicht ausreichend belegbar. Die sichtbare Patina mit grünlichen und rötlichen Bereichen könnte durch verschiedene chemische Prozesse auf der Metalloberfläche entstanden sein. Sie erlaubt weder eine zuverlässige Altersbestimmung noch direkte Schlussfolgerungen über eine bestimmte rituelle Behandlung. Die Frage, ob die Figur ursprünglich frei ausgestellt, montiert oder in einem bestimmten Kontext aufbewahrt wurde, bleibt ebenfalls offen. Für eine detailliertere Funktionsanalyse wären dokumentierte Vergleichsobjekte aus der Vere-Region sowie Informationen zur Sammlungsgeschichte von besonderer Bedeutung.
Kunsthistorische Beurteilung
Die außergewöhnliche ästhetische Qualität dieser Metallskulptur liegt in der beeindruckenden Verbindung von optischer Einheit und expressiver Detailtreue. Der verlängerte Torso formt eine ruhige vertikale Achse, während die kräftigen Beine und breiten Füße der Figur deutliche Stabilität verleihen. Die Arme, seitlich herabhängend, folgen den Konturen des Körpers und betonen dessen kompakte Erscheinung. Im Gegensatz dazu erzeugt der Kopf mit seinen großen Ohren, der hervortretenden Nase und den modellierten Lippen einen dynamischen Brennpunkt. Die leicht erhobene Kopfhaltung bricht die strenge Verticalität und verleiht der Figur eine subtile innere Bewegung. Die Oberflächenwirkung des Metalls ist besonders bemerkenswert. Die dunklen, manchmal rötlich schimmernden Bereiche stehen in dynamischem Kontrast zu den grünlichen Oxidationszonen und heben die verschiedenen Volumen des Körpers deutlich hervor. Die unregelmäßige Textur unterstreicht den skulpturalen Charakter des Gusses und verleiht der Figur eine unmittelbare materialität. Im weiteren kunsthistorischen Kontext der Adamawa-Region kann das Werk als interessantes Beispiel anthropomorpher Metallskulptur betrachtet werden, dessen formale Sprache zwischen anatomischer Erkennbarkeit und bewusster stilistischer Vereinfachung vermittelt. Der kulturellen Zuschreibung unterliegt seine besondere Bedeutung in der eigenständigen Wiedergabe des menschlichen Körpers und der konzentrierten Ausdruckskraft seiner Physiognomie. Die Skulptur veranschaulicht die Möglichkeiten figürlicher Metallkunst in einem kulturellen Raum, dessen vielfältige künstlerische Traditionen noch eine vertiefte wissenschaftliche Untersuchung erfordern.
Literatur
Marla C. Berns, Richard Fardon und Sidney Littlefield Kasfir (Hrsg.): Central Nigeria Unmasked: Arts of the Benue River Valley. Los Angeles: Fowler Museum at UCLA, 2011.
Für eine präzisere Klassifikation ist weitere Forschung zur figürlichen Metallarbeit der Vere und benachbarter Gesellschaften in der Grenze Nigeria-Kamerun erforderlich. Eine zuverlässige Literaturreferenz, die sich direkt auf diesen speziellen Skulpturtyp bezieht, ist derzeit nicht verfügbar.
Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation
Einige Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Urheberrechtsinhabern.
Inventar-Nr. MAZ31964
Informant: Amadou Dogo
Der Verkäufer stellt sich vor
Anthropomorphe Bronzeskulptur der Vere-Völker – stehende Mannfigur
Herkunft: Jimeta-Region, Bundesstaat Adamawa, Nordost-Nigeria
Kulturelle Zuschreibung: Vere (Verre), zugeordnet
Material: Kupferlegierung, vermutlich Bronze, gegossen, dunkelbraune Patina mit grünlichen und rötlichen Oxidationsspuren
Datierung: Nicht sicher
Provenienz: Jimeta-Region, Nigeria, gemäß bekannter Provenienz
Beschreibung
Diese anthropomorphe Metallskulptur zeigt eine aufrechte männliche Figur, deren kompakte Proportionen und expressives Physiognomie eine bemerkenswerte skulpturale Präsenz erzeugen. Die Figur steht auf zwei stabilen Beinen, leicht auseinander gesetzt, mit breiten, fast dreieckigen Füßen. Der Körper zeichnet sich durch einen vergleichsweise langen Torso, schmale Hüften und einen dezent modellierten Bauch aus. Die Arme hängen seitlich herab und sind leicht nach vorn gebeugt. Der sichtbare rechte Arm weist insbesondere eine akribische anatomische Detailgenauigkeit auf: Der kraftvoll gerundete Oberarm geht in einen schmaleren Unterarm über und endet in einer großen, modellierten Hand mit angedeuteten Fingern. Die Brust wird von zwei kleinen, halbkugelförmigen Vorsprüngen geprägt, während ein deutlich definierendes männliches Genitalmerkmal im unteren Torsobereich erkennbar ist. Der Kopf thront auf einem langen, kräftigen Hals und ist leicht nach oben geneigt. Seine Gesichtszüge werden durch eine ausgeprägte Nase, deutlich modellierte Lippen und große, scheibenförmige Ohren bestimmt. Die Augen erscheinen als kleine reliefartige Formen unter einer runden Stirn. Der Schädel ist überwiegend glatt und besitzt eine leicht unregelmäßige, nach hinten verlaufende Kontur. Die gesamte Oberfläche zeigt eine differenzierte, dunkelbraune bis bräunlichrote Patina mit grünlichen Oxidationszonen, die besonders an Armen, Oberkörper und Beinen auffällig sind. Die unregelmäßige Oberflächenstruktur, kleine Vertiefungen und lokale Materialdichte verleihen dem Guss einen lebendigen, handgefertigten Eindruck. Die Figur hat keine separate Basis, sondern ruht direkt auf ihren breiten, skulptierten Füßen.
Kunsthistorische Analyse
Die Vere, auch Verre genannt, gehören zu den Ethnien der östlichen Adamawa-Region, deren historischer kultureller Landschaft sich über Teile des nordöstlichen Nigerias und angrenzendes Kamerun erstreckt. Ihre Siedlungen befinden sich vornehmlich in der Umgebung der Atlantika-Berge und der südlichen Adamawa-Region. Das Gebiet ist geprägt von einer langen Geschichte kultureller Kontakte, regionalen Austauschs und spezialisierter Handwerksüberlieferungen. In diesem vielfältigen kulturellen Raum nahm die Metallverarbeitung eine besondere wirtschaftliche und soziale Bedeutung ein. Während die Eisengewinnung in zahlreichen Gesellschaften der oberen Benue-Region gut dokumentiert ist, erfordert die kunsthistorische Einordnung figurenförmiger Arbeiten aus Kupferlegierungen oft einen nuancierten Ansatz. Basierend auf der dokumentierten Provenienz wird die vorliegende Skulptur der Vere-Kultur zugeschrieben. Ihre formale Sprache zeichnet sich durch eine Kombination aus kompakten Körpervolumen und bewusst betonten anatomischen Merkmalen aus. Insbesondere die großen Ohren, der hervortretende Mund und die breiten Füße verleihen der Figur eine markante Erscheinung. Im Gegensatz zu den stärker abstrahierten anthropomorphen Holzfiguren verschiedener Gesellschaften im Benue-Gebiet besitzt sie eine vergleichsweise geschlossene, körperliche Form. Allerdings entsprechen die anatomischen Proportionen keiner naturalistischen Darstellung, sondern einer selektiven Hervorhebung einzelner Körperteile. Ob diese Merkmale einer spezifischen regionalen pictorial-Tradition der Vere entsprechen oder einer breiteren formalen Sprache der Adamawa-Kultur sphere zuzurechnen sind, lässt sich ohne verlässliche Vergleichsobjekte nicht bestimmen. Die präzise Herstellungs-Technik und die Zusammensetzung der Legierung müssten zudem durch materialewissenschaftliche Analysen aufgearbeitet werden. Der Begriff „Bronze“ ist daher als tradiertes, kunsthandwerkliches Materialkennzeichen zu verstehen.
Symbolik und Ikonographie
Der ikonografische Ausdruck der Figur wird überwiegend durch die Betonung des Kopfes, der sexuellen Merkmale und der kraftvollen Standhaltung bestimmt. Die leicht nach oben gerichtete Kopfführung verleiht der Figur einen konzentrierten, fast erwartungsvollen Ausdruck. Besonders auffällig sind die großen, seitlich vorstehenden Ohren, deren übertriebenes Format eine besondere Bedeutung gehabt haben könnte. In verschiedenen afrikanischen Bildtraditionen können betonte Sinnesorgane Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder außergewöhnliche Fähigkeiten signalisieren. Eine entsprechende Interpretation ist auch für die vorliegende Figur plausibel. Die Identität des Objekts ist denkbar, jedoch nicht direkt belegbar. Die sorgfältig gestalteten Lippen bilden einen weiteren Fokus der Physiognomie. Ihre ausgeprägte Modellierung könnte die menschliche Identität der dargestellten Figur unterstreichen oder auf eine besondere Bedeutung von Sprache und Kommunikation hinweisen. Auch diese Interpretation bleibt hypothetisch. Die männlichen Geschlechtsmerkmale ermöglichen eine vorläufige Identifizierung der dargestellten Figur als männlich. Ob dies mit Vorstellungen von Fruchtbarkeit, sozialem Status oder genealogischer Kontinuität verknüpft war, bleibt unbekannt. Die breiten Füße und leicht gespreizten Beine vermitteln Stabilität und geerdete Körperlichkeit. Die Figur wirkt damit weniger als Repräsentation einer bestimmten Bewegung, sondern eher als Verkörperung ruhiger, selbstbewusster Präsenz. Bemerkenswert ist auch das Fehlen von Kleidung, Schmuck oder anderen eindeutig identifizierbaren Rangmerkmalen. Die Bedeutung der Figur konzentriert sich thus vollständig auf ihr äußeres Erscheinungsbild und das expressive Design des Kopfes.
Ritualfunktion und kultureller Kontext
In den Gesellschaften der Adamawa- und Oberbenue-Regionen konnten anthropomorphe Figuren verschiedene soziale und religiöse Funktionen erfüllen. Sie konnten mit Vorstellungen von Schutz, Heilung, Ahnenpräsenz oder der Darstellung bestimmter sozialer Rollen in Verbindung stehen. Die konkrete Bedeutung solcher Objekte hing jedoch immer von lokalen Traditionen und deren jeweiliger Benutzung ab. Für die vorliegende Bronzeskulptur ist theoretisch eine rituelle Funktion möglich, jedoch nicht dokumentiert. Ihre aufrechte Haltung und die ausgeprägte Darstellung des menschlichen Körpers könnten auf eine repräsentative oder symbolische Zweckbestimmung hindeuten. Denkbar ist, dass sie als eigenständige Figur in einem häuslichen oder gemeinschaftlichen Kontext verwendet wurde. Ebenso könnte sie Teil einer größeren Gruppe von Objekten gewesen sein. Eine Interpretation als Ahnenfigur, Schutzwesen oder Trägerin von spiritueller Kraft wäre jedoch ohne ethnographische Belege nicht ausreichend belegbar. Die sichtbare Patina mit grünlichen und rötlichen Bereichen könnte durch verschiedene chemische Prozesse auf der Metalloberfläche entstanden sein. Sie erlaubt weder eine zuverlässige Altersbestimmung noch direkte Schlussfolgerungen über eine bestimmte rituelle Behandlung. Die Frage, ob die Figur ursprünglich frei ausgestellt, montiert oder in einem bestimmten Kontext aufbewahrt wurde, bleibt ebenfalls offen. Für eine detailliertere Funktionsanalyse wären dokumentierte Vergleichsobjekte aus der Vere-Region sowie Informationen zur Sammlungsgeschichte von besonderer Bedeutung.
Kunsthistorische Beurteilung
Die außergewöhnliche ästhetische Qualität dieser Metallskulptur liegt in der beeindruckenden Verbindung von optischer Einheit und expressiver Detailtreue. Der verlängerte Torso formt eine ruhige vertikale Achse, während die kräftigen Beine und breiten Füße der Figur deutliche Stabilität verleihen. Die Arme, seitlich herabhängend, folgen den Konturen des Körpers und betonen dessen kompakte Erscheinung. Im Gegensatz dazu erzeugt der Kopf mit seinen großen Ohren, der hervortretenden Nase und den modellierten Lippen einen dynamischen Brennpunkt. Die leicht erhobene Kopfhaltung bricht die strenge Verticalität und verleiht der Figur eine subtile innere Bewegung. Die Oberflächenwirkung des Metalls ist besonders bemerkenswert. Die dunklen, manchmal rötlich schimmernden Bereiche stehen in dynamischem Kontrast zu den grünlichen Oxidationszonen und heben die verschiedenen Volumen des Körpers deutlich hervor. Die unregelmäßige Textur unterstreicht den skulpturalen Charakter des Gusses und verleiht der Figur eine unmittelbare materialität. Im weiteren kunsthistorischen Kontext der Adamawa-Region kann das Werk als interessantes Beispiel anthropomorpher Metallskulptur betrachtet werden, dessen formale Sprache zwischen anatomischer Erkennbarkeit und bewusster stilistischer Vereinfachung vermittelt. Der kulturellen Zuschreibung unterliegt seine besondere Bedeutung in der eigenständigen Wiedergabe des menschlichen Körpers und der konzentrierten Ausdruckskraft seiner Physiognomie. Die Skulptur veranschaulicht die Möglichkeiten figürlicher Metallkunst in einem kulturellen Raum, dessen vielfältige künstlerische Traditionen noch eine vertiefte wissenschaftliche Untersuchung erfordern.
Literatur
Marla C. Berns, Richard Fardon und Sidney Littlefield Kasfir (Hrsg.): Central Nigeria Unmasked: Arts of the Benue River Valley. Los Angeles: Fowler Museum at UCLA, 2011.
Für eine präzisere Klassifikation ist weitere Forschung zur figürlichen Metallarbeit der Vere und benachbarter Gesellschaften in der Grenze Nigeria-Kamerun erforderlich. Eine zuverlässige Literaturreferenz, die sich direkt auf diesen speziellen Skulpturtyp bezieht, ist derzeit nicht verfügbar.
Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation
Einige Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Urheberrechtsinhabern.
Inventar-Nr. MAZ31964
Informant: Amadou Dogo
Der Verkäufer stellt sich vor
Details
Rechtliche Informationen des Verkäufers
- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
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14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
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- DE241193499
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