Eine Skulptur aus Holz - Koussasse - Togo (Ohne mindestpreis)






Verfügt über einen Postgraduiertenabschluss in Afrikastudien und 15 Jahre Erfahrung in afrikanischer Kunst.
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Eine Holzfigur mit dem Titel „A wooden sculpture“ aus Togo, dem Koussasse (Kusasi) zugeschrieben, Herkunft Savannah-Region, Nord-Togo.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Skulptur Koussasse – Anthropomorphe Ahnenfigur oder Schutzfigur
Herkunft: Savannah-Region, Nord-Togo
Kulturelle Zuschreibung: Koussasse (Kusasi), attribuiert
Material: Holz, geschnitzt, mit einer natürlichen, stark verwitterten Oberfläche, inkl. Stand
Beschreibung
Diese anthropomorphe Holskulptur aus der Savannenregion Nordtogos zeichnet sich durch ein außergewöhnlich minimalistisches Design, eine strikt vertikale Körperstruktur und eine beeindruckende Oberfläche aus, die von natürlichen Alterungsprozessen gezeichnet ist. Die aufrecht stehende Figur ist aus einem Stück Holz gearbeitet und besitzt einen großen, fast kugelrunden Kopf, der direkt auf einem schmalen Hals ruhen liegt. Das Gesicht reduziert sich auf wenige, spärlich geschnittene Merkmale. Zwei kleine, vertiefte Augen kennzeichnen die Vorderseite des Kopfes, während Nase und Mund kaum oder undeutlich ausgeprägt erscheinen. Die glatte, leicht gewölbte Stirn geht in eine runde Schädelplatte über, deren Oberfläche von tiefen Längs-Kratzern durchzogen ist. Unterhalb des Kopfes entwickelt sich ein elongated, leicht konischer Rumpf, dessen Umriss an einen schmalen, nach unten gebogenen Zylinder erinnert. Arme, Hände und anatomische Details des Oberkörpers sind nicht erkennbar. Vielmehr bildet der Körper eine geschlossene, skulpturale Einheit, die sich erst im unteren Bereich in zwei lange, nahezu parallele Beine auflöst. Diese sind durch eine tiefe Spalte getrennt und enden ohne skulptierte Füße. Die hellbraune bis graubraune Holzoberfläche zeigt ausgeprägte Zeichen von Erosion, tiefe Risse, unregelmäßige Brüche und Bereiche dunkler Verfärbungen. Die Vertikalstruktur der Holzfasern ist besonders am Rumpf und an den Beinen markant. Die Oberfläche lässt auf eine längere Exposition gegenüber klimatischen Einflüssen schließen, obwohl die fotografischen Belege allein nicht erlauben, die Dauer dieser Einflüsse oder die ursprünglichen Ausstellungsbedingungen zu bestimmen. Die aktuelle schwarze Ausstellungsbasis ist eindeutig kein Teil des ursprünglichen skulpturalen Konzepts.
Kultureller und geografischer Kontext
Die Bevölkerungsgruppen, die als Koussasse oder Kusasi bekannt sind, befinden sich überwiegend im nordöstlichen Ghana und angrenzenden Gebieten Burkinas Faso. Der vom Besitzer angegebene Ursprung in der Savanne Nordtogos deutet somit auf eine weitere westafrikanische kulturelle Sphäre hin, deren historische Beziehungen von Migration, Handel und kulturellem Austausch geprägt sind. Eine eindeutige Zuschreibung der Skulptur zu den Kusasi lässt sich anhand ihrer formalen Merkmale allein nicht bestätigen. Nordtogo ist eine ethnisch und kulturell vielfältige Region, in der unter anderem die Moba, Konkomba, Tchokossi, Bimoba und andere Gemeinschaften eigenständige Traditionen figürlicher Holzschnitzerei entwickelt haben. Besonders in Nord-Togo und den angrenzenden Regionen Burkinas Faso und Ghanas sind stark abstrahierte anthropomorphe Holzfiguren bekannt, deren Bedeutung oft mit Ahnenverehrung, rituellen Schutzritualen der Familie und dem Verhältnis von Lebenden und Toten verbunden ist. In diesen religiösen Systemen können materielle Darstellungen als Gedenkobjekte, Schutzgegenstände oder Bestandteile kultischer Installationen dienen. Deren Wirksamkeit ist jedoch nicht notwendigerweise durch eine naturalistische Wiedergabe des Menschen bestimmt. Vielmehr kann die skulpturale Präsenz einer Figur aus ihrer rituellen Integration, ihrer Platzierung und ihrer zugewiesenen Beziehung zu übernatürlichen Entitäten hervorgehen. Die vorliegende Skulptur lässt sich formal in diesen weiteren Kontext einordnen, ohne eine spezifische ursprüngliche Funktion zu belegen.
Symbolik und mögliche rituelle Funktion
Die auffällige Vereinfachung der menschlichen Gestalt eröffnet verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Der unverhältnismäßig große Kopf könnte auf eine besondere Bedeutung des Kopfes als Träger von Persönlichkeit, Gedächtnis oder spiritueller Identität anspielen. In zahlreichen westafrikanischen Traditionen nimmt der Kopf eine prominente symbolische Stellung ein, es wäre jedoch methodisch unzulässig, aus diesem heraus eine spezifische religiöse Botschaft für die gegenständliche Figur abzuleiten. Die fehlenden Arme und die weitgehend geschlossene Form des Körpers verleihen der Darstellung einen deutlich statischen Charakter. Statt einer handelnden oder gestikulierenden Person erscheint eine ruhende, in sich geschlossene Figur. Diese formale Zurückhaltung könnte mit ihrer Funktion als Ahnenrepräsentation oder schützende Figur vereinbar sein. Eine ursprüngliche Platzierung innerhalb eines Familienkultsbereichs, an einem Schrein oder an einem anderen rituell bedeutenden Ort ist denkbar. Ihre Verwendung im Zusammenhang mit lokalen Erd- oder Ahnenkulten kann auch im weiteren regionalen Kontext berücksichtigt werden. Jedoch fehlen ethnografische Daten, die eine solche Interpretation für dieses spezifische Objekt substantiieren könnten. Die schwere Verwitterung könnte auf eine langfristige Witterungseinwirkung hindeuten, wie sie bei bestimmten rituellen Holzfiguren in der Savanne belegt ist. Ebenso könnten Lagerbedingungen oder andere nachträgliche Einflüsse für den jetzigen Erhaltungszustand verantwortlich sein. Die Bezeichnung als Ahnen- oder Schutzfigur sollte daher als vorsichtige funktionale Hypothese verstanden werden und nicht als endgültige Classification.
kunsthistorische Analyse
Die Skulptur verkörpert eine durchgehend abstrakte Auffassung des menschlichen Körpers, in der anatomische Differenzierung zugunsten einer klaren, elementaren Gesamtform zurücktritt. Ihre Komposition basiert auf drei Hauptskulpturellen Elementen: dem kugelrunden Kopf, dem elongated, leicht konischen Rumpf und den zwei schlanken Beinen. Diese Elemente sind verbunden, ohne ausgeprägte Übergänge, und bilden eine streng vertikale Einheit. Die Reduktion des Gesichts auf zwei kleine Vertiefungen verstärkt den Eindruck einer gezielt zurückgenommenen Individualisierung. Der Kopf erhält seine Ausdruckskraft weniger aus physiognomischen Details als aus seiner Größe, seinem geschlossenen Verlauf und seiner Lage innerhalb der Gesamtkomposition. Der Rumpf wirkt fast architektonisch, seine Form erinnert an einen aufrechten Holzzug. Diese Ähnlichkeit zwischen menschlicher Repräsentation und der elementaren Stangenform lässt sich in verschiedenen skulpturellen Traditionen der westafrikanischen Savanne beobachten. Besonders die Holzbilder der Moba im nördlichen Togo liefern einen wichtigen kunsthistorischen Vergleichsmaßstab im Hinblick auf ihre vereinfachte Körpervorstellung. Die sogenannten tchitcheri der Moba zeichnen sich oft durch vereinfachte menschliche Formen, elongated Körper und eine starke Betonung der Vertikalen aus. Solche formalen Parallelen sind aufschlussreich für den vergleichenden Analyse, rechtfertigen jedoch keine automatische Neuinterpretation der gegenständlichen Figur. Ihre kulturelle Herkunft bleibt offen, bedenkt man den traditionellen Namen Koussasse und regionale stilistische Überlappungen. Das Wechselspiel zwischen der ursprünglichen Schnitzerei und der aktuellen, stark erodierten Holzoberfläche verdient besondere Beachtung. Tiefe Risse, ausgehärtete Bereiche und unregelmäßige Materialverluste verleihen dem Objekt eine zusätzliche skulpturale Textur, die seine ursprüngliche Form teilweise verdeckt. Der daraus resultierende ästhetische Effekt sollte nicht mit einer nachweislichen künstlerischen Absicht gleichgesetzt werden.
kunstgeistesgeschichtliche Einschätzung
Die besondere Qualität dieser Skulptur liegt in ihrer radikalen formalen Konzentration. Mit nur wenigen skulpturalen Eingriffen entsteht eine menschliche Figur von bemerkenswerter Präsenz. Der große, nahezu vollständig geschlossene Kopf, der säulenartige Körper und die schlanken Beine bilden eine Komposition, deren Wirkung vor allem aus Proportion, Rhythmus und Materialität resultiert. Die stark verwitterte Oberfläche verleiht der Figur eine zusätzliche historische Dimension, ohne eine präzise Datierung zu ermöglichen. Im Kontext der figürlichen Holzschnitzkunst aus dem westafrikanischen Savannengürtel veranschaulicht das Objekt einen ästhetischen Ansatz, bei dem die menschliche Form auf ihre grundlegenden skulpturalen Merkmale reduziert wird. Die Figur ist somit ein eindrucksvolles Beispiel für die Ausdrucksmöglichkeiten einer Skulptur, deren künstlerische Intensität gerade aus dem Verzicht auf naturalistische Details entsteht.
Literatur
Piet Meyer: Art and Religion of the Lobi. Museum Rietberg, Zürich, 1981.
Als vergleichende Literatur zur figurativen Holzschnitzkunst und religiösen Überzeugungen in der weiteren westafrikanischen Savannenregion.
Christopher D. Roy: Art and Life in Africa. University of Iowa, Iowa City, 1992. Als allgemeinreferenz zu afrikanischen Skulpturtraditionen und deren kulturellen Funktionen.
Die genannten Publikationen dienen der vergleichenden kunsthistorischen Einordnung. Sie begründen nicht die spezifische kulturelle Zuschreibung, Datierung oder ursprüngliche Verwendung der fraglichen Skulptur.
Urheberrecht und Wissenschaftliche Dokumentation
Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf veröffentlichten Quellen in Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Inv. Nr. MAZ30880
Informant: Ouro
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Skulptur Koussasse – Anthropomorphe Ahnenfigur oder Schutzfigur
Herkunft: Savannah-Region, Nord-Togo
Kulturelle Zuschreibung: Koussasse (Kusasi), attribuiert
Material: Holz, geschnitzt, mit einer natürlichen, stark verwitterten Oberfläche, inkl. Stand
Beschreibung
Diese anthropomorphe Holskulptur aus der Savannenregion Nordtogos zeichnet sich durch ein außergewöhnlich minimalistisches Design, eine strikt vertikale Körperstruktur und eine beeindruckende Oberfläche aus, die von natürlichen Alterungsprozessen gezeichnet ist. Die aufrecht stehende Figur ist aus einem Stück Holz gearbeitet und besitzt einen großen, fast kugelrunden Kopf, der direkt auf einem schmalen Hals ruhen liegt. Das Gesicht reduziert sich auf wenige, spärlich geschnittene Merkmale. Zwei kleine, vertiefte Augen kennzeichnen die Vorderseite des Kopfes, während Nase und Mund kaum oder undeutlich ausgeprägt erscheinen. Die glatte, leicht gewölbte Stirn geht in eine runde Schädelplatte über, deren Oberfläche von tiefen Längs-Kratzern durchzogen ist. Unterhalb des Kopfes entwickelt sich ein elongated, leicht konischer Rumpf, dessen Umriss an einen schmalen, nach unten gebogenen Zylinder erinnert. Arme, Hände und anatomische Details des Oberkörpers sind nicht erkennbar. Vielmehr bildet der Körper eine geschlossene, skulpturale Einheit, die sich erst im unteren Bereich in zwei lange, nahezu parallele Beine auflöst. Diese sind durch eine tiefe Spalte getrennt und enden ohne skulptierte Füße. Die hellbraune bis graubraune Holzoberfläche zeigt ausgeprägte Zeichen von Erosion, tiefe Risse, unregelmäßige Brüche und Bereiche dunkler Verfärbungen. Die Vertikalstruktur der Holzfasern ist besonders am Rumpf und an den Beinen markant. Die Oberfläche lässt auf eine längere Exposition gegenüber klimatischen Einflüssen schließen, obwohl die fotografischen Belege allein nicht erlauben, die Dauer dieser Einflüsse oder die ursprünglichen Ausstellungsbedingungen zu bestimmen. Die aktuelle schwarze Ausstellungsbasis ist eindeutig kein Teil des ursprünglichen skulpturalen Konzepts.
Kultureller und geografischer Kontext
Die Bevölkerungsgruppen, die als Koussasse oder Kusasi bekannt sind, befinden sich überwiegend im nordöstlichen Ghana und angrenzenden Gebieten Burkinas Faso. Der vom Besitzer angegebene Ursprung in der Savanne Nordtogos deutet somit auf eine weitere westafrikanische kulturelle Sphäre hin, deren historische Beziehungen von Migration, Handel und kulturellem Austausch geprägt sind. Eine eindeutige Zuschreibung der Skulptur zu den Kusasi lässt sich anhand ihrer formalen Merkmale allein nicht bestätigen. Nordtogo ist eine ethnisch und kulturell vielfältige Region, in der unter anderem die Moba, Konkomba, Tchokossi, Bimoba und andere Gemeinschaften eigenständige Traditionen figürlicher Holzschnitzerei entwickelt haben. Besonders in Nord-Togo und den angrenzenden Regionen Burkinas Faso und Ghanas sind stark abstrahierte anthropomorphe Holzfiguren bekannt, deren Bedeutung oft mit Ahnenverehrung, rituellen Schutzritualen der Familie und dem Verhältnis von Lebenden und Toten verbunden ist. In diesen religiösen Systemen können materielle Darstellungen als Gedenkobjekte, Schutzgegenstände oder Bestandteile kultischer Installationen dienen. Deren Wirksamkeit ist jedoch nicht notwendigerweise durch eine naturalistische Wiedergabe des Menschen bestimmt. Vielmehr kann die skulpturale Präsenz einer Figur aus ihrer rituellen Integration, ihrer Platzierung und ihrer zugewiesenen Beziehung zu übernatürlichen Entitäten hervorgehen. Die vorliegende Skulptur lässt sich formal in diesen weiteren Kontext einordnen, ohne eine spezifische ursprüngliche Funktion zu belegen.
Symbolik und mögliche rituelle Funktion
Die auffällige Vereinfachung der menschlichen Gestalt eröffnet verschiedene Interpretationsmöglichkeiten. Der unverhältnismäßig große Kopf könnte auf eine besondere Bedeutung des Kopfes als Träger von Persönlichkeit, Gedächtnis oder spiritueller Identität anspielen. In zahlreichen westafrikanischen Traditionen nimmt der Kopf eine prominente symbolische Stellung ein, es wäre jedoch methodisch unzulässig, aus diesem heraus eine spezifische religiöse Botschaft für die gegenständliche Figur abzuleiten. Die fehlenden Arme und die weitgehend geschlossene Form des Körpers verleihen der Darstellung einen deutlich statischen Charakter. Statt einer handelnden oder gestikulierenden Person erscheint eine ruhende, in sich geschlossene Figur. Diese formale Zurückhaltung könnte mit ihrer Funktion als Ahnenrepräsentation oder schützende Figur vereinbar sein. Eine ursprüngliche Platzierung innerhalb eines Familienkultsbereichs, an einem Schrein oder an einem anderen rituell bedeutenden Ort ist denkbar. Ihre Verwendung im Zusammenhang mit lokalen Erd- oder Ahnenkulten kann auch im weiteren regionalen Kontext berücksichtigt werden. Jedoch fehlen ethnografische Daten, die eine solche Interpretation für dieses spezifische Objekt substantiieren könnten. Die schwere Verwitterung könnte auf eine langfristige Witterungseinwirkung hindeuten, wie sie bei bestimmten rituellen Holzfiguren in der Savanne belegt ist. Ebenso könnten Lagerbedingungen oder andere nachträgliche Einflüsse für den jetzigen Erhaltungszustand verantwortlich sein. Die Bezeichnung als Ahnen- oder Schutzfigur sollte daher als vorsichtige funktionale Hypothese verstanden werden und nicht als endgültige Classification.
kunsthistorische Analyse
Die Skulptur verkörpert eine durchgehend abstrakte Auffassung des menschlichen Körpers, in der anatomische Differenzierung zugunsten einer klaren, elementaren Gesamtform zurücktritt. Ihre Komposition basiert auf drei Hauptskulpturellen Elementen: dem kugelrunden Kopf, dem elongated, leicht konischen Rumpf und den zwei schlanken Beinen. Diese Elemente sind verbunden, ohne ausgeprägte Übergänge, und bilden eine streng vertikale Einheit. Die Reduktion des Gesichts auf zwei kleine Vertiefungen verstärkt den Eindruck einer gezielt zurückgenommenen Individualisierung. Der Kopf erhält seine Ausdruckskraft weniger aus physiognomischen Details als aus seiner Größe, seinem geschlossenen Verlauf und seiner Lage innerhalb der Gesamtkomposition. Der Rumpf wirkt fast architektonisch, seine Form erinnert an einen aufrechten Holzzug. Diese Ähnlichkeit zwischen menschlicher Repräsentation und der elementaren Stangenform lässt sich in verschiedenen skulpturellen Traditionen der westafrikanischen Savanne beobachten. Besonders die Holzbilder der Moba im nördlichen Togo liefern einen wichtigen kunsthistorischen Vergleichsmaßstab im Hinblick auf ihre vereinfachte Körpervorstellung. Die sogenannten tchitcheri der Moba zeichnen sich oft durch vereinfachte menschliche Formen, elongated Körper und eine starke Betonung der Vertikalen aus. Solche formalen Parallelen sind aufschlussreich für den vergleichenden Analyse, rechtfertigen jedoch keine automatische Neuinterpretation der gegenständlichen Figur. Ihre kulturelle Herkunft bleibt offen, bedenkt man den traditionellen Namen Koussasse und regionale stilistische Überlappungen. Das Wechselspiel zwischen der ursprünglichen Schnitzerei und der aktuellen, stark erodierten Holzoberfläche verdient besondere Beachtung. Tiefe Risse, ausgehärtete Bereiche und unregelmäßige Materialverluste verleihen dem Objekt eine zusätzliche skulpturale Textur, die seine ursprüngliche Form teilweise verdeckt. Der daraus resultierende ästhetische Effekt sollte nicht mit einer nachweislichen künstlerischen Absicht gleichgesetzt werden.
kunstgeistesgeschichtliche Einschätzung
Die besondere Qualität dieser Skulptur liegt in ihrer radikalen formalen Konzentration. Mit nur wenigen skulpturalen Eingriffen entsteht eine menschliche Figur von bemerkenswerter Präsenz. Der große, nahezu vollständig geschlossene Kopf, der säulenartige Körper und die schlanken Beine bilden eine Komposition, deren Wirkung vor allem aus Proportion, Rhythmus und Materialität resultiert. Die stark verwitterte Oberfläche verleiht der Figur eine zusätzliche historische Dimension, ohne eine präzise Datierung zu ermöglichen. Im Kontext der figürlichen Holzschnitzkunst aus dem westafrikanischen Savannengürtel veranschaulicht das Objekt einen ästhetischen Ansatz, bei dem die menschliche Form auf ihre grundlegenden skulpturalen Merkmale reduziert wird. Die Figur ist somit ein eindrucksvolles Beispiel für die Ausdrucksmöglichkeiten einer Skulptur, deren künstlerische Intensität gerade aus dem Verzicht auf naturalistische Details entsteht.
Literatur
Piet Meyer: Art and Religion of the Lobi. Museum Rietberg, Zürich, 1981.
Als vergleichende Literatur zur figurativen Holzschnitzkunst und religiösen Überzeugungen in der weiteren westafrikanischen Savannenregion.
Christopher D. Roy: Art and Life in Africa. University of Iowa, Iowa City, 1992. Als allgemeinreferenz zu afrikanischen Skulpturtraditionen und deren kulturellen Funktionen.
Die genannten Publikationen dienen der vergleichenden kunsthistorischen Einordnung. Sie begründen nicht die spezifische kulturelle Zuschreibung, Datierung oder ursprüngliche Verwendung der fraglichen Skulptur.
Urheberrecht und Wissenschaftliche Dokumentation
Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf veröffentlichten Quellen in Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Inv. Nr. MAZ30880
Informant: Ouro
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Rechtliche Informationen des Verkäufers
- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
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