Eine Skulptur aus Holz - Losso - Togo (Ohne mindestpreis)






Verfügt über einen Postgraduiertenabschluss in Afrikastudien und 15 Jahre Erfahrung in afrikanischer Kunst.
Käuferschutz auf Catawiki
Ihre Zahlung wird von uns sicher verwahrt, bis Sie Ihr Objekt erhalten.Details ansehen
Trustpilot 4.4 | 143856 Bewertungen
Auf Trustpilot als hervorragend bewertet.
Eine hölzerne Skulptur aus Nord-Togo von den Losso (Naoudemba), original/offiziell, 42 cm hoch, ca. 1,3 kg, mit Stand geliefert.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Sculpture Losso – Anthropomorphischer Vorfahr oder Schutzfigur
Ursprung: Nord-Togo
Kulturelle Zuordnung: Losso (Naoudemba), zugeordnet
Material: Holz, geschnitzt, mit dunkelbrauner bis schwarzlich patinierter Oberfläche und inlaid Cowries (Schweifmuscheln), inkl. Stand.
Beschreibung
Diese anthropomorphe Holzskulptur aus Nord-Togo zeichnet sich durch ungewöhnliche Proportionen, ein ausdrucksstarkes Gesichtdesign und eine bemerkenswert dynamische Haltung aus. Die aufrecht stehende Figur besitzt einen großen, fast kugelförmigen Kopf, der auf einen kurzen, kräftigen Hals ruht. Besonderes Augenmerk gelten den zwei hellen Cowries-Schalen, die als Augen in der dunklen Gesichtoberfläche dienen. Ihre verlängerten, gezackten Öffnungen erzeugen einen intensiven, fast durchdringenden Blick und bilden einen auffälligen Kontrast zur dunkel patinierten Holzoberfläche. Die Nase ist klein und geschnitzt, während der Mund durch eine schmale, leicht vorstehende Form angedeutet wird. Große, scheibenförmige Ohren ragen seitlich heraus; das rechte Ohr, im Foto sichtbar, ist besonders deutlich ausgeprägt. Der Torso erscheint auffallend schmal und langgestreckt. Die Schultern sind sanft gerundet, während die beiden Arme nahezu parallel zum Körper hängen. Die Hände sind stark vereinfacht und enden in kleinen, nach innen gerichteten Vorsprüngen. Im Gegensatz zum schlanken Oberkörper weist das Beckenbereich eine kräftig ausgeprägte Form mit deutlich definierten Gesäßmuskeln und Oberschenkeln auf. Die Beine sind unterschiedlich positioniert und vermitteln den Eindruck einer Schrittbewegung. Während ein Bein relativ gerade herabhängt, ist das andere deutlich gebeugt und seitlich ausgestellt. Die Füße sind breit und vereinfacht, einzelne Zehen werden durch flache Einschnitte angedeutet. Die gesamte Oberfläche weist eine unregelmäßige, dunkelbraune bis grauschwarz patinierte Erscheinung mit helleren Abriebflächen, feinen Rissen und Teilmaterialverlust auf. Die natürlichen Holztöne kommen besonders an den herausgehobenen Körperteilen zur Geltung. Die schwarze Präsentationsbasis ist eine spätere Zugabe und gehört nicht zum ursprünglichen Skulpturwerk.
Die Beine sind unterschiedlich positioniert, was den Eindruck einer schreitenden Bewegung erzeugt.
Kultureller und geografischer Kontext
Die Losso, auch Naoudemba genannt, gehören zu den Ethnien im Norden Togos. Ihre historischen Siedlungsgebiete liegen überwiegend rund um Niamtougou und in angrenzenden Teilen der heutigen Kara-Region. Diese Landschaft bildet eine kulturelle Übergangszone zwischen den nördlichen Savannenregionen und den weiter südlich gelegenen Gebirgsregionen Togos. Die Geschichte der Losso ist geprägt von engen Beziehungen zu benachbarten Gemeinschaften, darunter Kabiyè, Lamba und andere Ethnien, deren religiöse Überzeugungen und materielle Kulturen in vielfältiger Weise miteinander verflochten sind. Traditionelle religiöse Praktiken umfassen Ahnen-Verehrung, eine Beziehung zu lokalen spirituellen Kräften und Rituale, die Familien schützen, Fruchtbarkeit fördern und den sozialen Zusammenhalt stärken können. Figurative Holzschnitzereien sind im breiteren kulturellen Kontext Nordtogos bekannt und erfüllen eine Vielzahl von Funktionen. Sie können als materielle Bezugspunkte zwischen Lebenden und Verstorbenen, als Schutzobjekte oder als Bestandteile religiöser Installationen verstanden werden. Eine spezifische religiöse und soziale Funktion solcher Objekte lässt sich jedoch nicht allein aus ihrer äußeren Form ableiten. Für die vorliegende Skulptur ist eine Verwendung im Zusammenhang mit Ahnen- oder Schutzglauben denkbar, jedoch ist dies nicht durch Informationen über ihren ursprünglichen Standort oder eine religiöse Praxis belegt.
Symbolik und rituelle Funktion
Die beiden Cowries-Schalen, die als Augen im Kopf dienen, besitzen eine besondere ikonografische Bedeutung. Cowrie-Schalen haben in vielen westafrikanischen Gesellschaften eine lange Geschichte als Zahlungsmittel, dekorative Elemente und Träger symbolischer Bedeutungen. Sie können mit Wohlstand, Fruchtbarkeit, Schutz und spiritueller Wirksamkeit assoziiert werden. Ihre Verwendung als Augen verleiht einer anthropomorphen Figur eine besondere visuelle Intensität. In bestimmten religiösen Kontexten können solche Augen als Ausdruck übernatürlicher Wahrnehmung oder erhöhter Wachsamkeit interpretiert werden. Für das vorliegende Objekt bleibt diese Interpretation jedoch hypothetisch. Die Kombination aus dunklem Holz und hellen Cowrie-Schalen erzeugt eine markante physiognomische Gegenwart, die den Kopf zum zentralen Fokus der gesamten Komposition macht. Die ungewöhnliche Haltung verdient ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Die asymmetrische Beinstellung verhindert, dass die Figur wie eine völlig statisch stehende Darstellung wirkt, sondern vermittelt vielmehr ein Gefühl von Bewegung, das an einen Schritt oder eine bewusste Gewichtsverlagerung erinnert. Die Figur könnte symbolisch mit Aktivität, Beschützung oder dem Übergang zwischen unterschiedlichen Zuständen assoziiert werden. Eine rein skulpturale Erklärung ist ebenfalls möglich, bei der die Bewegung primär dazu dient, einen Sinn für körperliches Leben zu schaffen. Die robuste Gestaltung des Beckens und der Oberschenkel könnte eine besondere Betonung der physischen Kraft anzeigen. Ein definitives Geschlecht lässt sich jedoch aus der sichtbaren Anatomie nicht zuverlässig bestimmen. Ohne zusätzliche ethnografische Dokumentation bleibt unklar, ob die Figur eine bestimmte Persönlichkeit, einen Ahnen, eine spirituelle Autorität oder eine allgemein menschliche Typusfigur repräsentiert.
kunsthistorische Analyse
Die Skulptur zeichnet sich durch ein dynamisches Zusammenspiel aus geometrischer Vereinfachung und anatomischer Differenzierung aus. Während Kopf und Torso weitgehend geschlossene, kompakte Volumen bilden, entwickeln Becken und Beine eine ausgeprägte skulpturale Dynamik. Dieses beabsichtigte Ungleichgewicht der Körperteile verleiht der Figur eine markante künstlerische Präsenz. Die Kombination eines vergleichsweise kleinen, schlanken Oberkörpers mit einem kraftvollen unteren Körperbereich ist besonders bemerkenswert. Aufgrund ihrer Größe und der auffälligen Augen wirkt der Kopf als dominierendes Element. Die in die Skulptur integrierten Cowrie-Schalen fügen der reinen Holzschnitzarbeit eine zusätzliche Materialschicht hinzu und erzeugen einen auffälligen Kontrast zwischen organisch gerundeten Formen und der präzisen, natürlichen Struktur der Schalen. Dies verleiht dem Gesicht eine ausdrucksstarke Qualität, die über eine rein naturalistische Repräsentation hinausgeht. Die seitlich hervorstehenden Ohren betonen die horizontale Ausdehnung des Kopfes und bilden einen Kontrast zur vertikalen Ausrichtung des Körpers. Innerhalb der figürlichen Holzschnitztradition Nordtogos begegnen verschiedene Formen anatomischer Reduktion und bewusster Übertreibung einzelner Körperteile. Die vorliegende Figur lässt sich in diesen weiteren Kontext einordnen, auch wenn eine endgültige Zuschreibung zu einer bestimmten lokalen Werkstatt oder einem bestimmten Bildhauer nicht möglich ist. Ihre ausgeprägte Beinposition unterscheidet sie von zahlreichen streng frontal und symmetrisch gestalteten Ahnenfiguren der Westafrikanischen Savannengürtel. Der Eindruck einer schreitenden Bewegung ergibt sich besonders aus den unterschiedlichen Winkelstellungen der Beine und der asymmetrischen Verteilung der Körpermasse. Dieses Design verleiht der Figur eine Lebendigkeit, die im Kontrast zur konzentrierten, fast bewegungslosen Ausdruckskraft des Gesichts steht.
kunsthistorische Bewertung
Die herausragende Qualität dieser Skulptur, der Losso zugesprochen wird, liegt in der Verbindung aus expressiver Physiognomie, materialbasierter Gestaltung und einer ungewöhnlich dynamischen Körperkomposition. Die Augen aus Cowrie-Schalen verleihen dem Kopf eine eindringliche Präsenz, während kraftvolle Beine und eine asymmetrische Haltung eine dynamische Spannung erzeugen. Die dunkel patinierte, teilweise abgenutzte Oberfläche unterstreicht den skulpturalen Charakter des Holzes und zeigt Spuren seiner Bearbeitung und nachfolgenden Veränderung. Innerhalb der vielfältigen skulpturalen Traditionen Nordtogos repräsentiert die Figur eine bemerkenswerte Beispiel der künstlerischen Verdichtung der menschlichen Form. Ihre Wirkung basiert nicht auf anatomischer Genauigkeit, sondern vielmehr auf der gezielten Betonung einzelner Körperzonen und der ausdrucksstarken Kraft weniger charakteristischer Merkmale. Obwohl die kulturelle Zuschreibung zu den Losso auf Basis der verfügbaren Provenienz plausibel erscheint, sollte sie aufgrund stilistischer Überschneidungen mit benachbarten Traditionen als vorläufig betrachtet werden. Datierung und ursprüngliche rituelle Funktion bleiben ohne weitere Dokumentation ebenfalls unklar.
Literatur
Christopher D. Roy: Art and Life in Africa. University of Iowa, Iowa City, 1992. Allgemeine vergleichende Literatur zu afrikanischen Schnitztraditionen und ihren sozialen Funktionen.
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power. University of Chicago Press, Chicago and London, 1995. Vergleichende Studie religiöser Bildsprache und materieller Kultgegenstände in Westafrika.
Die genannten Publikationen dienen als allgemeine kunsthistorische und religiös-ethnologische Kontextualisierung. Sie stellen keine direkte Dokumentation der betrachteten Skulptur oder eine Bestätigung ihrer Zuordnung zu den Losso dar.
Urheberrecht und Wissenschaftliche Dokumentation
Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf veröffentlichten Quellen in Ethnographie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Sämtliche Rechte liegen bei den jeweiligen Urheberrechtsinhabern.
Inventar-Nr. MAZ31051
Der Verkäufer stellt sich vor
Sculpture Losso – Anthropomorphischer Vorfahr oder Schutzfigur
Ursprung: Nord-Togo
Kulturelle Zuordnung: Losso (Naoudemba), zugeordnet
Material: Holz, geschnitzt, mit dunkelbrauner bis schwarzlich patinierter Oberfläche und inlaid Cowries (Schweifmuscheln), inkl. Stand.
Beschreibung
Diese anthropomorphe Holzskulptur aus Nord-Togo zeichnet sich durch ungewöhnliche Proportionen, ein ausdrucksstarkes Gesichtdesign und eine bemerkenswert dynamische Haltung aus. Die aufrecht stehende Figur besitzt einen großen, fast kugelförmigen Kopf, der auf einen kurzen, kräftigen Hals ruht. Besonderes Augenmerk gelten den zwei hellen Cowries-Schalen, die als Augen in der dunklen Gesichtoberfläche dienen. Ihre verlängerten, gezackten Öffnungen erzeugen einen intensiven, fast durchdringenden Blick und bilden einen auffälligen Kontrast zur dunkel patinierten Holzoberfläche. Die Nase ist klein und geschnitzt, während der Mund durch eine schmale, leicht vorstehende Form angedeutet wird. Große, scheibenförmige Ohren ragen seitlich heraus; das rechte Ohr, im Foto sichtbar, ist besonders deutlich ausgeprägt. Der Torso erscheint auffallend schmal und langgestreckt. Die Schultern sind sanft gerundet, während die beiden Arme nahezu parallel zum Körper hängen. Die Hände sind stark vereinfacht und enden in kleinen, nach innen gerichteten Vorsprüngen. Im Gegensatz zum schlanken Oberkörper weist das Beckenbereich eine kräftig ausgeprägte Form mit deutlich definierten Gesäßmuskeln und Oberschenkeln auf. Die Beine sind unterschiedlich positioniert und vermitteln den Eindruck einer Schrittbewegung. Während ein Bein relativ gerade herabhängt, ist das andere deutlich gebeugt und seitlich ausgestellt. Die Füße sind breit und vereinfacht, einzelne Zehen werden durch flache Einschnitte angedeutet. Die gesamte Oberfläche weist eine unregelmäßige, dunkelbraune bis grauschwarz patinierte Erscheinung mit helleren Abriebflächen, feinen Rissen und Teilmaterialverlust auf. Die natürlichen Holztöne kommen besonders an den herausgehobenen Körperteilen zur Geltung. Die schwarze Präsentationsbasis ist eine spätere Zugabe und gehört nicht zum ursprünglichen Skulpturwerk.
Die Beine sind unterschiedlich positioniert, was den Eindruck einer schreitenden Bewegung erzeugt.
Kultureller und geografischer Kontext
Die Losso, auch Naoudemba genannt, gehören zu den Ethnien im Norden Togos. Ihre historischen Siedlungsgebiete liegen überwiegend rund um Niamtougou und in angrenzenden Teilen der heutigen Kara-Region. Diese Landschaft bildet eine kulturelle Übergangszone zwischen den nördlichen Savannenregionen und den weiter südlich gelegenen Gebirgsregionen Togos. Die Geschichte der Losso ist geprägt von engen Beziehungen zu benachbarten Gemeinschaften, darunter Kabiyè, Lamba und andere Ethnien, deren religiöse Überzeugungen und materielle Kulturen in vielfältiger Weise miteinander verflochten sind. Traditionelle religiöse Praktiken umfassen Ahnen-Verehrung, eine Beziehung zu lokalen spirituellen Kräften und Rituale, die Familien schützen, Fruchtbarkeit fördern und den sozialen Zusammenhalt stärken können. Figurative Holzschnitzereien sind im breiteren kulturellen Kontext Nordtogos bekannt und erfüllen eine Vielzahl von Funktionen. Sie können als materielle Bezugspunkte zwischen Lebenden und Verstorbenen, als Schutzobjekte oder als Bestandteile religiöser Installationen verstanden werden. Eine spezifische religiöse und soziale Funktion solcher Objekte lässt sich jedoch nicht allein aus ihrer äußeren Form ableiten. Für die vorliegende Skulptur ist eine Verwendung im Zusammenhang mit Ahnen- oder Schutzglauben denkbar, jedoch ist dies nicht durch Informationen über ihren ursprünglichen Standort oder eine religiöse Praxis belegt.
Symbolik und rituelle Funktion
Die beiden Cowries-Schalen, die als Augen im Kopf dienen, besitzen eine besondere ikonografische Bedeutung. Cowrie-Schalen haben in vielen westafrikanischen Gesellschaften eine lange Geschichte als Zahlungsmittel, dekorative Elemente und Träger symbolischer Bedeutungen. Sie können mit Wohlstand, Fruchtbarkeit, Schutz und spiritueller Wirksamkeit assoziiert werden. Ihre Verwendung als Augen verleiht einer anthropomorphen Figur eine besondere visuelle Intensität. In bestimmten religiösen Kontexten können solche Augen als Ausdruck übernatürlicher Wahrnehmung oder erhöhter Wachsamkeit interpretiert werden. Für das vorliegende Objekt bleibt diese Interpretation jedoch hypothetisch. Die Kombination aus dunklem Holz und hellen Cowrie-Schalen erzeugt eine markante physiognomische Gegenwart, die den Kopf zum zentralen Fokus der gesamten Komposition macht. Die ungewöhnliche Haltung verdient ebenfalls besondere Aufmerksamkeit. Die asymmetrische Beinstellung verhindert, dass die Figur wie eine völlig statisch stehende Darstellung wirkt, sondern vermittelt vielmehr ein Gefühl von Bewegung, das an einen Schritt oder eine bewusste Gewichtsverlagerung erinnert. Die Figur könnte symbolisch mit Aktivität, Beschützung oder dem Übergang zwischen unterschiedlichen Zuständen assoziiert werden. Eine rein skulpturale Erklärung ist ebenfalls möglich, bei der die Bewegung primär dazu dient, einen Sinn für körperliches Leben zu schaffen. Die robuste Gestaltung des Beckens und der Oberschenkel könnte eine besondere Betonung der physischen Kraft anzeigen. Ein definitives Geschlecht lässt sich jedoch aus der sichtbaren Anatomie nicht zuverlässig bestimmen. Ohne zusätzliche ethnografische Dokumentation bleibt unklar, ob die Figur eine bestimmte Persönlichkeit, einen Ahnen, eine spirituelle Autorität oder eine allgemein menschliche Typusfigur repräsentiert.
kunsthistorische Analyse
Die Skulptur zeichnet sich durch ein dynamisches Zusammenspiel aus geometrischer Vereinfachung und anatomischer Differenzierung aus. Während Kopf und Torso weitgehend geschlossene, kompakte Volumen bilden, entwickeln Becken und Beine eine ausgeprägte skulpturale Dynamik. Dieses beabsichtigte Ungleichgewicht der Körperteile verleiht der Figur eine markante künstlerische Präsenz. Die Kombination eines vergleichsweise kleinen, schlanken Oberkörpers mit einem kraftvollen unteren Körperbereich ist besonders bemerkenswert. Aufgrund ihrer Größe und der auffälligen Augen wirkt der Kopf als dominierendes Element. Die in die Skulptur integrierten Cowrie-Schalen fügen der reinen Holzschnitzarbeit eine zusätzliche Materialschicht hinzu und erzeugen einen auffälligen Kontrast zwischen organisch gerundeten Formen und der präzisen, natürlichen Struktur der Schalen. Dies verleiht dem Gesicht eine ausdrucksstarke Qualität, die über eine rein naturalistische Repräsentation hinausgeht. Die seitlich hervorstehenden Ohren betonen die horizontale Ausdehnung des Kopfes und bilden einen Kontrast zur vertikalen Ausrichtung des Körpers. Innerhalb der figürlichen Holzschnitztradition Nordtogos begegnen verschiedene Formen anatomischer Reduktion und bewusster Übertreibung einzelner Körperteile. Die vorliegende Figur lässt sich in diesen weiteren Kontext einordnen, auch wenn eine endgültige Zuschreibung zu einer bestimmten lokalen Werkstatt oder einem bestimmten Bildhauer nicht möglich ist. Ihre ausgeprägte Beinposition unterscheidet sie von zahlreichen streng frontal und symmetrisch gestalteten Ahnenfiguren der Westafrikanischen Savannengürtel. Der Eindruck einer schreitenden Bewegung ergibt sich besonders aus den unterschiedlichen Winkelstellungen der Beine und der asymmetrischen Verteilung der Körpermasse. Dieses Design verleiht der Figur eine Lebendigkeit, die im Kontrast zur konzentrierten, fast bewegungslosen Ausdruckskraft des Gesichts steht.
kunsthistorische Bewertung
Die herausragende Qualität dieser Skulptur, der Losso zugesprochen wird, liegt in der Verbindung aus expressiver Physiognomie, materialbasierter Gestaltung und einer ungewöhnlich dynamischen Körperkomposition. Die Augen aus Cowrie-Schalen verleihen dem Kopf eine eindringliche Präsenz, während kraftvolle Beine und eine asymmetrische Haltung eine dynamische Spannung erzeugen. Die dunkel patinierte, teilweise abgenutzte Oberfläche unterstreicht den skulpturalen Charakter des Holzes und zeigt Spuren seiner Bearbeitung und nachfolgenden Veränderung. Innerhalb der vielfältigen skulpturalen Traditionen Nordtogos repräsentiert die Figur eine bemerkenswerte Beispiel der künstlerischen Verdichtung der menschlichen Form. Ihre Wirkung basiert nicht auf anatomischer Genauigkeit, sondern vielmehr auf der gezielten Betonung einzelner Körperzonen und der ausdrucksstarken Kraft weniger charakteristischer Merkmale. Obwohl die kulturelle Zuschreibung zu den Losso auf Basis der verfügbaren Provenienz plausibel erscheint, sollte sie aufgrund stilistischer Überschneidungen mit benachbarten Traditionen als vorläufig betrachtet werden. Datierung und ursprüngliche rituelle Funktion bleiben ohne weitere Dokumentation ebenfalls unklar.
Literatur
Christopher D. Roy: Art and Life in Africa. University of Iowa, Iowa City, 1992. Allgemeine vergleichende Literatur zu afrikanischen Schnitztraditionen und ihren sozialen Funktionen.
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power. University of Chicago Press, Chicago and London, 1995. Vergleichende Studie religiöser Bildsprache und materieller Kultgegenstände in Westafrika.
Die genannten Publikationen dienen als allgemeine kunsthistorische und religiös-ethnologische Kontextualisierung. Sie stellen keine direkte Dokumentation der betrachteten Skulptur oder eine Bestätigung ihrer Zuordnung zu den Losso dar.
Urheberrecht und Wissenschaftliche Dokumentation
Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf veröffentlichten Quellen in Ethnographie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Sämtliche Rechte liegen bei den jeweiligen Urheberrechtsinhabern.
Inventar-Nr. MAZ31051
Der Verkäufer stellt sich vor
Details
Rechtliche Informationen des Verkäufers
- Unternehmen:
- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
- Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY - Telefonnummer:
- +493033951033
- Email:
- w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
- USt-IdNr.:
- DE241193499
AGB
AGB des Verkäufers. Mit einem Gebot auf dieses Los akzeptieren Sie ebenfalls die AGB des Verkäufers.
Widerrufsbelehrung
- Frist: 14 Tage sowie gemäß den hier angegebenen Bedingungen
- Rücksendkosten: Käufer trägt die unmittelbaren Kosten der Rücksendung der Ware
- Vollständige Widerrufsbelehrung
