Eine Skulptur aus Holz - Luba - DR Kongo (Ohne mindestpreis)

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Dimitri André
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Eine Holzskulptur mit dem Titel Janus Staff Sculpture of the Luba – Anthropomorphic Ceremonial Staff with Double Faces, Herkunft Tanganyika-Region, Demokratische Republik Kongo, der Luba-Kultur zugeordnet, aus Holz geschnitzt, ca. 35 cm hoch, 250 g schwer, in fairer Verfassung, authentisch/originell.

KI-gestützte Zusammenfassung

Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Janus-Stabhantel der Luba – Anthropomorpher zeremonialer Stab mit Doppelgesichtern

Ursprung: Tanganyika-Region, Demokratische Republik Kongo

Kulturelle Zuordnung: Luba

Material: Holz, geschnitzt, dunkle patinierte Oberfläche

Datierung: Unsicher

Beschreibung

Diese außergewöhnlich schlanke, vertikal ausgerichtete Holzskulptur zeigt einen anthropomorphen ceremonialen Stab, dessen obere Endform durch einen Janus-Kopf mit zwei gegenüberliegenden Gesichtern gebildet wird. Die Komposition zeichnet sich durch eine bemerkenswerte formale Einheit aus, in der der verlängerte, überwiegend un ornamentierte Schaft und das kunstvoll detaillierte figurative Krönungselement zu einer harmonischen Ganzheit verschmelzen. Der stabsartige Körper besitzt einen leicht konkaven Mittelteilstück und weitet sich sowohl nach oben als auch zur rund gewölbten Basis hin. Die dunkle, stellenweise seidig-glänzende Oberfläche zeigt feine Gebrauchsspuren, Kratzer und rötlich-braune Abrasionen, die den warmen Holzton unter der fast schwarzen Patina freilegen. Die beiden Gesichter des Janus-Kopfes zeichnen sich durch eine akribische Modellierung ihrer Gesichtszüge aus. Mandelaugen, von schmalen Lidern eingefasst, eine schmale, markante Nase und geformte Lippen verleihen den Physiognomien einen ruhigen, fokussierten Ausdruck. Die Seiten werden durch geometrisch angeordnete Haar- oder Zier-Elemente gegliedert. Diagonal verlaufende Linien verbinden die Gesichtszüge mit dem verlängerten Hals und verstärken so die skulpturale Verflechtung der beiden Köpfe. Über dem Krönungselement befindet sich eine kurze, zylindrische Vorsatz mit einer seitlichen Öffnung; deren ursprüngliche Funktion ist unklar. Die Skulptur ruht auf einer modernen, kreisförmigen Ausstellungsbasis.

Kunsthistorische Analyse

Die Kunst der Luba, deren historische Siedlungsgebiete sich über weite Teile des östlichen Kongo-Beckens erstreckten, gehört zu den wichtigsten höfisch- und zeremoniellen Kunsttraditionen Zentralafrikas. Insbesondere im Zusammenhang mit dem historischen Luba-Königreich entwickelten sich differenzierte Formen figurativer Repräsentation, in denen politische Legitimität, genealogische Wissensträger und spirituelle Autorität eng miteinander verflochten waren. Typische Objekttypen umfassen Caryatidensitzen, Kopfhalter, Stäbe, Gedenkobjekte und anthropomorphe Figuren. Die kunsthistorische Bedeutung dieser Werke liegt nicht nur in ihrer ästhetischen Gestaltung, sondern auch in ihrer Funktion als materielle Träger sozialer Erinnerung und institutionalisierter Macht. Innerhalb dieser Tradition nehmen Zeremonialstäbe eine besondere Stellung ein. Sie konnten als Symbole von Rang, Würde und politischer Autorität dienen und wurden manchmal in symbolische Handlungen höfischer Repräsentation integriert. Aufgrund ihres elongierten Schafts und der figuralen Krönung lässt sich das vorliegende Objekt allgemein mit dieser Gruppe von Objekten vergleichen. Die doppelseitig gestaltete Kopfdarstellung ist jedoch ein charakteristisches ikonografisches Merkmal, dessen genaue Einordnung innerhalb der Luba-Tradition weiterer vergleichender Analysen bedarf. Die Zuschreibung zur Tanganyika-Region ist als traditionelle Herkunftsangabe zu verstehen. Eine genauere Lokalisierung des Herstellungswerks oder einer spezifischen regionalen Stilgruppe ist anhand des Fotografiermaterials nicht möglich.

Symbolik und Ikonografie

Das Janus-Motiv, die Vereinigung zwei gegensätzlicher menschlicher Gesichter innerhalb einer gemeinsamen skulpturalen Struktur, eröffnet eine Reihe symbolischer Interpretationen. In verschiedenen afrikanischen Kunsttradi­tionen können facettenreiche Darstellungen Ideen umfassender Wahrnehmung, komplementärer Kräfte oder der Verbindung unterschiedlicher Sphären des Seins ausdrücken. Für die Luba-Kultur sei die Bedeutung von Erinnerung, genealogischer Kontinuität und der Vermittlung zwischen der gegenwärtigen politischen Ordnung und übernommenen Vorstellungen von Autorität besonders bemerkenswert. Vor diesem Hintergrund könnte die doppelte Ausrichtung der Gesichter am Stab als Symbol einer Wahrnehmung verstanden werden, die über eine einzelne Perspektive hinausgeht. Die beiden Köpfe würden demnach nicht notwendigerweise verschiedene Individuen repräsentieren, sondern könnten auf die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Blickwinkeln verweisen. Ebenso denkbar ist eine symbolische Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten. Solche Interpretationen bleiben jedoch hypothetisch, da für dieses spezifische Objekt keine dokumentierte ikonografische Tradition vorliegt. Die Bedeutung geometrisch strukturierter Frisuren oder Kopfschmucke lässt sich ohne weitere ethnografische Vergleiche nicht eindeutig bestimmen. Ihre sorgfältige Ausführung betont dennoch die Bedeutung des menschlichen Kopfes als zentrales Ausdruckselement der Komposition.

Ritualfunktion und soziale Bedeutung

Zeremonialstäbe der Luba konnten als sichtbare Insignien von Autorität und Würde in politischen und sozialen Kontexten fungieren. Unter bestimmten historischen Kontexten standen solche Objekte in Zusammenhang mit der Legitimierung von Herrschaft, der Gedenkwürdigung wichtiger Vorfahren oder der öffentlichen Darstellung institutioneller Hierarchien. Ihre Bedeutung ergab sich aus dem Zusammenspiel von Materialgestaltung, sozialer Zuschreibung und zeremonieller Nutzung. Für den vorliegenden Janus-Stab ist eine solche Verwendung grundsätzlich denkbar, aber nicht bewiesen. Die seitliche Öffnung des zylindrischen Kopfes könnte auf eine frühere Befestigung, ein verlorenes zusätzliches Element oder eine andere konstruktive Funktion hinweisen. Eine endgültige Deutung als Behälter für rituelle Substanzen wäre ohne Materialanalyse jedoch nicht gerechtfertigt. Ebenso lässt sich nicht feststellen, ob das Objekt ursprünglich getragen, ausgestellt oder als Teil eines größeren zeremoniellen Apparats verwendet wurde. Die dunkle, patinierte Oberfläche könnte durch Handhabung, Oberflächenbehandlung und Alterungsprozesse entstanden sein; sie belegt keinesfalls eigenständig eine spezifische rituelle Nutzung.

Kunstgeschichtliche Bewertung

Die ästhetische Eigenständigkeit dieser Janus-Stabs-Skulptur liegt in der konsequenten Gegenüberstellung von formaler Reduktion und konzentrierter figurativer Detailarbeit. Während der verlängerte Schaft durch seine fast architektonische Einfachheit eine ruhige vertikale Bewegung erzeugt, steigert sich das skulpturale Design im Bereich des zweigesichtigen Krönungselements zu einem komplexen Zusammenspiel aus geschwungenen Linien und sorgfältig modellierten Volumen. Die beiden Gesichter erscheinen als gleichberechtigte Bestandteile eines gemeinsamen skulpturalen Konzepts und verleihen der Skulptur eine ausgeprägte räumliche Präsenz unabhängig von der Perspektive des Betrachters. Die harmonischen Proportionen, die kontrollierte Oberflächenbehandlung und die feine Spannung zwischen abstrakter Grundform und menschlicher Physiognomie verleihen dem Objekt eine bemerkenswerte Ausdrucksstärke. Unter kultureller Zuschreibung kann der Stab als charakteristisches Beispiel jener zentralafrikanischen Kunstauffassung gelten, in der figurative Skulptur und Gestaltung zeremonieller Objekte untrennbar miteinander verbunden sind. Seine besondere kunsthistorische Bedeutung ergibt sich aus der ungewöhnlichen Kombination eines doppelgesichtigen anthropomorphen Kopfes mit einer bewusst einfachen, elongateden Stützform.

Literatur

Mary Nooter Roberts und Allen F. Roberts (Hrsg.): Memory: Luba Art and the Making of History. New York: The Museum for African Art, 1996.

François Neyt: Luba: Aux sources du Zaïre. Paris: Musée Dapper, 1993.

Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation

Einige Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf publizierten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern.

Inv. Nr. MAZ31658

Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
Übersetzt mit Google Übersetzer

Janus-Stabhantel der Luba – Anthropomorpher zeremonialer Stab mit Doppelgesichtern

Ursprung: Tanganyika-Region, Demokratische Republik Kongo

Kulturelle Zuordnung: Luba

Material: Holz, geschnitzt, dunkle patinierte Oberfläche

Datierung: Unsicher

Beschreibung

Diese außergewöhnlich schlanke, vertikal ausgerichtete Holzskulptur zeigt einen anthropomorphen ceremonialen Stab, dessen obere Endform durch einen Janus-Kopf mit zwei gegenüberliegenden Gesichtern gebildet wird. Die Komposition zeichnet sich durch eine bemerkenswerte formale Einheit aus, in der der verlängerte, überwiegend un ornamentierte Schaft und das kunstvoll detaillierte figurative Krönungselement zu einer harmonischen Ganzheit verschmelzen. Der stabsartige Körper besitzt einen leicht konkaven Mittelteilstück und weitet sich sowohl nach oben als auch zur rund gewölbten Basis hin. Die dunkle, stellenweise seidig-glänzende Oberfläche zeigt feine Gebrauchsspuren, Kratzer und rötlich-braune Abrasionen, die den warmen Holzton unter der fast schwarzen Patina freilegen. Die beiden Gesichter des Janus-Kopfes zeichnen sich durch eine akribische Modellierung ihrer Gesichtszüge aus. Mandelaugen, von schmalen Lidern eingefasst, eine schmale, markante Nase und geformte Lippen verleihen den Physiognomien einen ruhigen, fokussierten Ausdruck. Die Seiten werden durch geometrisch angeordnete Haar- oder Zier-Elemente gegliedert. Diagonal verlaufende Linien verbinden die Gesichtszüge mit dem verlängerten Hals und verstärken so die skulpturale Verflechtung der beiden Köpfe. Über dem Krönungselement befindet sich eine kurze, zylindrische Vorsatz mit einer seitlichen Öffnung; deren ursprüngliche Funktion ist unklar. Die Skulptur ruht auf einer modernen, kreisförmigen Ausstellungsbasis.

Kunsthistorische Analyse

Die Kunst der Luba, deren historische Siedlungsgebiete sich über weite Teile des östlichen Kongo-Beckens erstreckten, gehört zu den wichtigsten höfisch- und zeremoniellen Kunsttraditionen Zentralafrikas. Insbesondere im Zusammenhang mit dem historischen Luba-Königreich entwickelten sich differenzierte Formen figurativer Repräsentation, in denen politische Legitimität, genealogische Wissensträger und spirituelle Autorität eng miteinander verflochten waren. Typische Objekttypen umfassen Caryatidensitzen, Kopfhalter, Stäbe, Gedenkobjekte und anthropomorphe Figuren. Die kunsthistorische Bedeutung dieser Werke liegt nicht nur in ihrer ästhetischen Gestaltung, sondern auch in ihrer Funktion als materielle Träger sozialer Erinnerung und institutionalisierter Macht. Innerhalb dieser Tradition nehmen Zeremonialstäbe eine besondere Stellung ein. Sie konnten als Symbole von Rang, Würde und politischer Autorität dienen und wurden manchmal in symbolische Handlungen höfischer Repräsentation integriert. Aufgrund ihres elongierten Schafts und der figuralen Krönung lässt sich das vorliegende Objekt allgemein mit dieser Gruppe von Objekten vergleichen. Die doppelseitig gestaltete Kopfdarstellung ist jedoch ein charakteristisches ikonografisches Merkmal, dessen genaue Einordnung innerhalb der Luba-Tradition weiterer vergleichender Analysen bedarf. Die Zuschreibung zur Tanganyika-Region ist als traditionelle Herkunftsangabe zu verstehen. Eine genauere Lokalisierung des Herstellungswerks oder einer spezifischen regionalen Stilgruppe ist anhand des Fotografiermaterials nicht möglich.

Symbolik und Ikonografie

Das Janus-Motiv, die Vereinigung zwei gegensätzlicher menschlicher Gesichter innerhalb einer gemeinsamen skulpturalen Struktur, eröffnet eine Reihe symbolischer Interpretationen. In verschiedenen afrikanischen Kunsttradi­tionen können facettenreiche Darstellungen Ideen umfassender Wahrnehmung, komplementärer Kräfte oder der Verbindung unterschiedlicher Sphären des Seins ausdrücken. Für die Luba-Kultur sei die Bedeutung von Erinnerung, genealogischer Kontinuität und der Vermittlung zwischen der gegenwärtigen politischen Ordnung und übernommenen Vorstellungen von Autorität besonders bemerkenswert. Vor diesem Hintergrund könnte die doppelte Ausrichtung der Gesichter am Stab als Symbol einer Wahrnehmung verstanden werden, die über eine einzelne Perspektive hinausgeht. Die beiden Köpfe würden demnach nicht notwendigerweise verschiedene Individuen repräsentieren, sondern könnten auf die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Blickwinkeln verweisen. Ebenso denkbar ist eine symbolische Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten. Solche Interpretationen bleiben jedoch hypothetisch, da für dieses spezifische Objekt keine dokumentierte ikonografische Tradition vorliegt. Die Bedeutung geometrisch strukturierter Frisuren oder Kopfschmucke lässt sich ohne weitere ethnografische Vergleiche nicht eindeutig bestimmen. Ihre sorgfältige Ausführung betont dennoch die Bedeutung des menschlichen Kopfes als zentrales Ausdruckselement der Komposition.

Ritualfunktion und soziale Bedeutung

Zeremonialstäbe der Luba konnten als sichtbare Insignien von Autorität und Würde in politischen und sozialen Kontexten fungieren. Unter bestimmten historischen Kontexten standen solche Objekte in Zusammenhang mit der Legitimierung von Herrschaft, der Gedenkwürdigung wichtiger Vorfahren oder der öffentlichen Darstellung institutioneller Hierarchien. Ihre Bedeutung ergab sich aus dem Zusammenspiel von Materialgestaltung, sozialer Zuschreibung und zeremonieller Nutzung. Für den vorliegenden Janus-Stab ist eine solche Verwendung grundsätzlich denkbar, aber nicht bewiesen. Die seitliche Öffnung des zylindrischen Kopfes könnte auf eine frühere Befestigung, ein verlorenes zusätzliches Element oder eine andere konstruktive Funktion hinweisen. Eine endgültige Deutung als Behälter für rituelle Substanzen wäre ohne Materialanalyse jedoch nicht gerechtfertigt. Ebenso lässt sich nicht feststellen, ob das Objekt ursprünglich getragen, ausgestellt oder als Teil eines größeren zeremoniellen Apparats verwendet wurde. Die dunkle, patinierte Oberfläche könnte durch Handhabung, Oberflächenbehandlung und Alterungsprozesse entstanden sein; sie belegt keinesfalls eigenständig eine spezifische rituelle Nutzung.

Kunstgeschichtliche Bewertung

Die ästhetische Eigenständigkeit dieser Janus-Stabs-Skulptur liegt in der konsequenten Gegenüberstellung von formaler Reduktion und konzentrierter figurativer Detailarbeit. Während der verlängerte Schaft durch seine fast architektonische Einfachheit eine ruhige vertikale Bewegung erzeugt, steigert sich das skulpturale Design im Bereich des zweigesichtigen Krönungselements zu einem komplexen Zusammenspiel aus geschwungenen Linien und sorgfältig modellierten Volumen. Die beiden Gesichter erscheinen als gleichberechtigte Bestandteile eines gemeinsamen skulpturalen Konzepts und verleihen der Skulptur eine ausgeprägte räumliche Präsenz unabhängig von der Perspektive des Betrachters. Die harmonischen Proportionen, die kontrollierte Oberflächenbehandlung und die feine Spannung zwischen abstrakter Grundform und menschlicher Physiognomie verleihen dem Objekt eine bemerkenswerte Ausdrucksstärke. Unter kultureller Zuschreibung kann der Stab als charakteristisches Beispiel jener zentralafrikanischen Kunstauffassung gelten, in der figurative Skulptur und Gestaltung zeremonieller Objekte untrennbar miteinander verbunden sind. Seine besondere kunsthistorische Bedeutung ergibt sich aus der ungewöhnlichen Kombination eines doppelgesichtigen anthropomorphen Kopfes mit einer bewusst einfachen, elongateden Stützform.

Literatur

Mary Nooter Roberts und Allen F. Roberts (Hrsg.): Memory: Luba Art and the Making of History. New York: The Museum for African Art, 1996.

François Neyt: Luba: Aux sources du Zaïre. Paris: Musée Dapper, 1993.

Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation

Einige Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf publizierten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte liegen bei den jeweiligen Rechteinhabern.

Inv. Nr. MAZ31658

Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
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Details

Ethnie/ Kultur
Luba
Herkunftsland
DR Kongo
Material
Holz
Sold with stand
Nein
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A wooden sculpture
Höhe
35 cm
Gewicht
250 g
Authentizität
Original/offiziell
Verkauft von
DeutschlandVerifiziert
6937
Verkaufte Objekte
99,42 %
protop

Rechtliche Informationen des Verkäufers

Unternehmen:
Jaenicke Njoya GmbH
Repräsentant:
Wolfgang Jaenicke
Adresse:
Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
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Telefonnummer:
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w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
USt-IdNr.:
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