Eine Bronzeskulptur - Zahnbelag - Benin - Nigeria

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Diese originale Bronze-Reliefplakette aus Benin, Nigeria, zeigt einen portugiesischen Artilleristen, der von fünf Manillen umgeben ist, und stammt aus Nigeria.

KI-gestützte Zusammenfassung

Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Reliefplakette mit der Darstellung eines portugiesischen Artilleristen und fünf Manillas

Herkunft: Königreich Benin, heutiges Nigeria, Edo-Kultur
Datierung: In der Tradition der Benin-Hofkunst des 16.–17. Jahrhunderts; das Herstellungsdatum der vorliegenden Plakette ist nicht abschließend geklärt
Material: Kupferlegierung, traditionell als Bronze bezeichnet
Technik: Reliefguss, vermutlich im Wachsausschmelzverfahren
Maße: Ca. 51,5 × 36,5 cm, Höhe × Breite, laut Laborbericht; Ausrichtung der Maße vorbehaltlich einer Überprüfung
Inventarnummer: MAZ34586
Sammlung: Galerie Wolfgang Jaenicke
Ausstellung: Galerie Wolfgang Jaenicke, 2022
Provenienz: Nigeria.
Spätestens seit 2018 (dem Projekt Translocation an der Technischen Universität Berlin) ist die Commission of Museums and Monuments, Abuja (NCMM), über unseren Handel mit Benin-Bronzen informiert. Seitdem wurden keine Rückgabeforderungen erhoben.
Wissenschaftliche Untersuchung: Ralf-Kotalla-Labor, Thermolumineszenzbericht Nr. 22R090826 vom 27. Oktober 2026
Montierung: Metallhalterung mit Holzsockel, Bestandteil des Inventars der Galerie Wolfgang Jaenicke

Beschreibung

Die rechteckige Reliefplakette zeigt eine bärtige europäische Militärfigur in Frontalansicht, die anhand ihrer charakteristischen Kleidung, Waffen und ikonografischen Attribute als portugiesischer Soldat, genauer als Artillerist, zu identifizieren ist. Sein Kopf ist von einer gerundeten, helmähnlichen Kopfbedeckung mit einem ausgeprägten horizontalen Band über der Stirn bedeckt. Fein eingravierte Haarpartien fallen zu beiden Seiten des Gesichts bis zu den Schultern herab. Die Gesichtszüge sind sorgfältig ausgearbeitet, mit großen mandelförmigen Augen, einer markanten Nase, einem plastisch geformten Mund und einem langen, mit vertikalen Riefen verzierten Bart. Die Figur trägt eine eng anliegende, geknöpfte Jacke, einen kurzen, stark gefältelten Rock, gemusterte Kniehosen und hohe Stiefel. In der rechten Hand hält sie einen langen, senkrecht ausgerichteten Luntenstock, eine Stange, die bei der Bedienung früher Feuerwaffen und Artillerie verwendet wurde. Sein charakteristisches, gegabeltes, dreiteiliges Ende diente vermutlich dazu, ein Stück glimmende Lunte zu halten, mit der der Kanonier die Zündladung einer Kanone entzünden konnte, während er einen gewissen Abstand zur Waffe wahrte. Die linke Hand umfasst den Griff eines schräg nach unten gerichteten Schwertes, was die militärische Identität der Figur unterstreicht. Die Figur ist von fünf hufeisenförmigen Metallringen mit verdickten Enden umgeben, die als Manillas zu identifizieren sind. Zwei befinden sich im oberen Bildbereich, einer neben der Figur rechts und zwei im unteren Bereich. Der Hintergrund ist mit fein gravierten geometrischen und floralen Motiven verziert. Die ausgeprägten Unterschiede in der Reliefhöhe zwischen der zentralen Figur, den Manillas und dem ornamentierten Hintergrund erzeugen eine sorgfältig gegliederte Komposition und betonen die Hervorhebung der zentralen Figur. Die Plakette wird auf einer Metallhalterung mit rechteckigem Holzsockel präsentiert. Dieser Sockel gehört zum Inventar der Galerie Wolfgang Jaenicke und ist kein ursprünglicher Bestandteil des historischen Kunstwerks.

Kunsthistorischer Kontext

Die Darstellung gehört zu einer wichtigen ikonografischen Kategorie innerhalb der höfischen Metallkunsttradition des Königreichs Benin, in der Europäer, insbesondere portugiesische Kaufleute, Soldaten und diplomatische Vertreter, als bedeutende Motive erscheinen. Ab dem späten 15. Jahrhundert entwickelten sich diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen dem Königreich Benin und Portugal, die den Austausch von Kupferlegierungen, Textilien, Luxusgütern und Militärtechnologie umfassten. Die Darstellung eines portugiesischen Artilleristen spiegelt diese frühe Kontaktphase zwischen Westafrika und Europa wider. Besonders aufschlussreich ist der aufrecht gehaltene Luntenstock, dessen gegabeltes Ende auf die Verwendung einer glimmenden Lunte bei der Bedienung früher Artillerie hinweist. Dieses Attribut ermöglicht eine genauere Identifizierung als die allgemeine Bezeichnung einer bewaffneten portugiesischen Figur. Möglicherweise stellt die Figur einen portugiesischen Kanonier, einen sogenannten Bombardeiro, dar. Die Kombination von Schwert und Luntenstock verbindet persönliche militärische Ausrüstung mit einer spezialisierten Artilleriefunktion. In der Bildsprache der Benin-Hofkunst waren solche Figuren nicht notwendigerweise lediglich Darstellungen ausländischer Personen. Sie konnten auch als Symbole königlicher Autorität, internationaler Verbindungen und des Zugangs zu wertvollen militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen dienen. Historische Benin-Reliefplaketten wurden von spezialisierten Metallarbeitern hergestellt, die dem Königshof zugeordnet waren, und dienten unter anderem der architektonischen und zeremoniellen Ausstattung des Königspalasts in Benin City. Ob die vorliegende Plakette ursprünglich eine vergleichbare architektonische Funktion erfüllte, lässt sich anhand der verfügbaren Dokumentation nicht feststellen.

Symbolik der Manillas

Die fünf Manillas, die die zentrale Figur umgeben, sind ein wesentlicher Bestandteil der Komposition. Diese hufeisenförmigen Ringe, die in der Regel aus Kupferlegierungen gefertigt wurden, dienten in verschiedenen Regionen Westafrikas als Zahlungsmittel und als Quelle wertvollen Metalls. Importiertes Kupfer und Messing spielten eine wichtige Rolle in den Handelsbeziehungen zwischen europäischen Kaufleuten und dem Königreich Benin. Diese Importe waren besonders bedeutsam, da Kupferlegierungen wichtige Rohstoffe für die Herstellung königlicher Gussarbeiten lieferten. Die Verbindung des portugiesischen Artilleristen mit fünf Manillas vereint somit zwei zentrale Aspekte der historischen Beziehungen zwischen Benin und Europa: den Austausch von Militärtechnologie und die Verfügbarkeit wertvoller Metallressourcen. Zugleich bilden die wiederkehrenden Formen der Manillas einen dekorativen Rahmen, der die zentrale Figur hervorhebt. Die Komposition lässt sich folglich sowohl als Darstellung eines europäischen Militärspezialisten als auch als bildlicher Ausdruck der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen dem Königreich Benin und Portugal verstehen.

Vergleichsbeispiele und kunsthistorische Einordnung

Eine besonders enge ikonografische Parallele befindet sich im Weltmuseum Wien unter der Inventarnummer 64799. Diese Reliefplakette zeigt eine portugiesische Figur mit Luntenstock und fünf Manillas und ist bei Digital Benin unter der Katalogreferenz 50_VO64799 dokumentiert. Ein weiterer wichtiger Vergleich findet sich im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Inventarnummer MAf 34539. Auch dieses Werk zeigt eine portugiesische Figur in Frontalansicht mit Luntenstock und Schwert, umgeben von fünf Manillas. Die Leipziger Plakette gelangte vor 1897 in eine Sammlung und verfügt daher über eine dokumentierte Sammlungsgeschichte. Gregor M. Metzig veröffentlichte das Werk 2016 im Rahmen seiner Untersuchung des Warenaustauschs zwischen dem Königreich Benin und Portugal. Die Ähnlichkeiten zwischen diesen Museumsbeispielen und der Plakette MAZ34586 betreffen die Haltung der zentralen Figur, ihre Kleidung und militärischen Attribute sowie die Anordnung der Manillas. Diese Übereinstimmungen belegen die Zugehörigkeit der Komposition zu einem historisch dokumentierten ikonografischen Typus, erlauben jedoch keine unabhängige Bestimmung des Herstellungsdatums des vorliegenden Gusses. Ein möglicher direkter Zusammenhang zwischen Gussmodellen oder die Reproduktion eines historischen Vorbilds müsste durch genaue Vergleichsmessungen, fotografische Überlagerungen und technische Untersuchung des Gusses geprüft werden.

Wissenschaftliche Untersuchung und Datierung

Der vom Ralf-Kotalla-Labor erstellte Thermolumineszenzbericht Nr. 22R090826 vom 27. Oktober 2026 datiert das untersuchte Probenmaterial auf ein Alter von etwa 380 Jahren bei einer angegebenen Unsicherheit von ±22,8 Prozent. Die auf Seite 9 dargestellte Berechnung ergibt ein Ergebnis von 383 ± 87 Jahren, entsprechend einer geschätzten Datierung um 1643 n. Chr. Der daraus resultierende ungefähre Zeitraum von 1556 bis 1730 n. Chr. ist weitgehend mit der traditionellen kunsthistorischen Datierung historischer Benin-Reliefplaketten vereinbar. Die Thermolumineszenzanalyse bezieht sich jedoch konkret auf die untersuchten mineralischen Bestandteile und den Zeitpunkt ihrer letzten ausreichenden Erhitzung. Eine metallurgische Untersuchung kann die Elementzusammensetzung der Legierung bestimmen, aber im Allgemeinen kein genaues Herstellungsdatum liefern und die Echtheit als historischer Guss nur innerhalb gewisser Grenzen bestätigen. Wenn originales keramisches Gusskernmaterial vorhanden ist, stellt die Thermolumineszenzanalyse eine wichtige wissenschaftliche Methode zur Schätzung des Zeitpunkts seiner letzten ausreichenden Erhitzung dar. Inwieweit sich ein solches Ergebnis auf das Herstellungsdatum des gesamten Metallobjekts übertragen lässt, hängt davon ab, ob ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen dem beprobten Kernmaterial und dem ursprünglichen Gussverfahren hergestellt werden kann. Der Kotalla-Bericht beschränkt seine Schlussfolgerungen ausdrücklich auf die untersuchten Proben und nicht auf das Objekt als Ganzes. Das angegebene Datum sollte daher als wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Dokumentation betrachtet werden, nicht jedoch als unabhängige und abschließende Authentifizierung der gesamten Plakette.

Zustandsbericht

Die Plakette weist ein gealtertes Erscheinungsbild mit örtlichen Beschädigungen und unregelmäßigen Oberflächenveränderungen auf. Die zentrale Figur ist weitgehend intakt, einschließlich Luntenstock, Schwert und der wesentlichen Kostümdetails. Alle fünf Manillas sind an ihren ursprünglichen Positionen in der Komposition erkennbar. Die Vorderseite zeigt eine heterogene Oberfläche, die überwiegend dunkelgrau bis bräunlich-schwarz gefärbt ist und stellenweise grünliche sowie rötlich-ockerfarbene Bereiche aufweist. Eine deutlich sichtbare, rissähnliche Linie verläuft von der Oberkante unmittelbar rechts neben der Kopfbedeckung der Figur nach unten. Die Außenkanten weisen Unregelmäßigkeiten, örtliche Materialverluste und mögliche Verformungen auf. Verluste und Abplatzungen sind besonders entlang der Unterkante erkennbar. Auf der Rückseite befinden sich erhebliche Hohlräume, die der Figur und den umgebenden Dekorelementen entsprechen. Die Seitenansichten verdeutlichen den starken plastischen Vorsprung der zentralen Figur und die unregelmäßige Stärke der tragenden Reliefplatte. Örtliche Ablagerungen, Porosität und unterschiedliche Grade des Oberflächenabriebs sind sichtbar. Ob einzelne Veränderungen auf natürliche Alterungsprozesse, ursprüngliche Merkmale des Gusses oder spätere Eingriffe zurückzuführen sind, lässt sich anhand der Fotografien nicht abschließend bestimmen. Die vorhandene Metallhalterung und der Holzsockel gehören zum Inventar der Galerie Wolfgang Jaenicke und dienen der aktuellen Präsentation. Eine konservatorische Beurteilung der sichtbaren Risse, der strukturellen Stabilität der Kanten und der Kontaktstellen zwischen der Plakette und ihrem Montierungssystem wäre ratsam. Der vorliegende Zustandsbericht beruht auf fotografischer Dokumentation und ersetzt keine direkte Untersuchung durch eine qualifizierte Metallrestauratorin oder einen qualifizierten Metallrestaurator.

Kunsthistorische Beurteilung

Die Reliefplakette MAZ34586 ist aufgrund ihrer komplexen Ikonografie und ihrer engen Beziehung zu dokumentierten historischen Beispielen in Museumssammlungen von beträchtlichem kunsthistorischem Interesse. Die Kombination eines portugiesischen Artilleristen mit Luntenstock und Schwert, umgeben von fünf Manillas, veranschaulicht die historische Bedeutung des Königreichs Benin als politisches und wirtschaftliches Zentrum mit weitreichenden internationalen Verbindungen. Besonders bemerkenswert ist die detaillierte Darstellung der europäischen Militärfigur, deren charakteristische Kleidung und Ausrüstung im Rahmen der künstlerischen Konventionen der Benin-Hofmetallkunst interpretiert wurden. Die sichtbaren Oberflächenmerkmale, die unregelmäßige Gestaltung der Rückseite und die vorliegenden Thermolumineszenzergebnisse liefern relevante Anhaltspunkte für weitere technische und wissenschaftliche Untersuchungen. Sie ermöglichen jedoch keine endgültige Bestimmung des Herstellungsdatums oder der Echtheit des Objekts als Ganzes. Die gesicherte kunsthistorische Schlussfolgerung betrifft die Verbindung der Bildsprache mit der Tradition der Benin-Reliefplaketten des 16. und 17. Jahrhunderts. Jede weitergehende Zuschreibung sollte durch zusätzliche metallurgische, technische und provenancebezogene Forschung gestützt werden.

Literatur und Vergleichsobjekte

Gregor M. Metzig: „Corals, Brass and Firearms. Material Commodities in Cultural Interactions between Edo and Portuguese in Benin around 1500“, in Harriet Rudolph und Gregor M. Metzig (Hrsg.), Material Culture in Modern Diplomacy from the 15th to the 20th Century, Berlin/Boston, 2016, S. 29–54, insbesondere S. 47, Abb. 6.

Kathryn Wysocki Gunsch: The Benin Plaques: A 16th Century Imperial Monument, London/New York, 2018.

Weltmuseum Wien: Reliefplakette, „Portuguese with Linstock and Five Manillas“, Inventarnummer 64799; Digital Benin, Katalogreferenz 50_VO64799.

GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig: Reliefplakette, „European (Portuguese) Surrounded by Five Manillas“, Inventarnummer MAf 34539.

Ralf-Kotalla-Labor: Thermolumineszenzbericht Nr. 22R090826, Haigerloch, 27. Oktober 2026, neun Seiten.

Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation

Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.

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Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
Übersetzt mit Google Übersetzer

Reliefplakette mit der Darstellung eines portugiesischen Artilleristen und fünf Manillas

Herkunft: Königreich Benin, heutiges Nigeria, Edo-Kultur
Datierung: In der Tradition der Benin-Hofkunst des 16.–17. Jahrhunderts; das Herstellungsdatum der vorliegenden Plakette ist nicht abschließend geklärt
Material: Kupferlegierung, traditionell als Bronze bezeichnet
Technik: Reliefguss, vermutlich im Wachsausschmelzverfahren
Maße: Ca. 51,5 × 36,5 cm, Höhe × Breite, laut Laborbericht; Ausrichtung der Maße vorbehaltlich einer Überprüfung
Inventarnummer: MAZ34586
Sammlung: Galerie Wolfgang Jaenicke
Ausstellung: Galerie Wolfgang Jaenicke, 2022
Provenienz: Nigeria.
Spätestens seit 2018 (dem Projekt Translocation an der Technischen Universität Berlin) ist die Commission of Museums and Monuments, Abuja (NCMM), über unseren Handel mit Benin-Bronzen informiert. Seitdem wurden keine Rückgabeforderungen erhoben.
Wissenschaftliche Untersuchung: Ralf-Kotalla-Labor, Thermolumineszenzbericht Nr. 22R090826 vom 27. Oktober 2026
Montierung: Metallhalterung mit Holzsockel, Bestandteil des Inventars der Galerie Wolfgang Jaenicke

Beschreibung

Die rechteckige Reliefplakette zeigt eine bärtige europäische Militärfigur in Frontalansicht, die anhand ihrer charakteristischen Kleidung, Waffen und ikonografischen Attribute als portugiesischer Soldat, genauer als Artillerist, zu identifizieren ist. Sein Kopf ist von einer gerundeten, helmähnlichen Kopfbedeckung mit einem ausgeprägten horizontalen Band über der Stirn bedeckt. Fein eingravierte Haarpartien fallen zu beiden Seiten des Gesichts bis zu den Schultern herab. Die Gesichtszüge sind sorgfältig ausgearbeitet, mit großen mandelförmigen Augen, einer markanten Nase, einem plastisch geformten Mund und einem langen, mit vertikalen Riefen verzierten Bart. Die Figur trägt eine eng anliegende, geknöpfte Jacke, einen kurzen, stark gefältelten Rock, gemusterte Kniehosen und hohe Stiefel. In der rechten Hand hält sie einen langen, senkrecht ausgerichteten Luntenstock, eine Stange, die bei der Bedienung früher Feuerwaffen und Artillerie verwendet wurde. Sein charakteristisches, gegabeltes, dreiteiliges Ende diente vermutlich dazu, ein Stück glimmende Lunte zu halten, mit der der Kanonier die Zündladung einer Kanone entzünden konnte, während er einen gewissen Abstand zur Waffe wahrte. Die linke Hand umfasst den Griff eines schräg nach unten gerichteten Schwertes, was die militärische Identität der Figur unterstreicht. Die Figur ist von fünf hufeisenförmigen Metallringen mit verdickten Enden umgeben, die als Manillas zu identifizieren sind. Zwei befinden sich im oberen Bildbereich, einer neben der Figur rechts und zwei im unteren Bereich. Der Hintergrund ist mit fein gravierten geometrischen und floralen Motiven verziert. Die ausgeprägten Unterschiede in der Reliefhöhe zwischen der zentralen Figur, den Manillas und dem ornamentierten Hintergrund erzeugen eine sorgfältig gegliederte Komposition und betonen die Hervorhebung der zentralen Figur. Die Plakette wird auf einer Metallhalterung mit rechteckigem Holzsockel präsentiert. Dieser Sockel gehört zum Inventar der Galerie Wolfgang Jaenicke und ist kein ursprünglicher Bestandteil des historischen Kunstwerks.

Kunsthistorischer Kontext

Die Darstellung gehört zu einer wichtigen ikonografischen Kategorie innerhalb der höfischen Metallkunsttradition des Königreichs Benin, in der Europäer, insbesondere portugiesische Kaufleute, Soldaten und diplomatische Vertreter, als bedeutende Motive erscheinen. Ab dem späten 15. Jahrhundert entwickelten sich diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zwischen dem Königreich Benin und Portugal, die den Austausch von Kupferlegierungen, Textilien, Luxusgütern und Militärtechnologie umfassten. Die Darstellung eines portugiesischen Artilleristen spiegelt diese frühe Kontaktphase zwischen Westafrika und Europa wider. Besonders aufschlussreich ist der aufrecht gehaltene Luntenstock, dessen gegabeltes Ende auf die Verwendung einer glimmenden Lunte bei der Bedienung früher Artillerie hinweist. Dieses Attribut ermöglicht eine genauere Identifizierung als die allgemeine Bezeichnung einer bewaffneten portugiesischen Figur. Möglicherweise stellt die Figur einen portugiesischen Kanonier, einen sogenannten Bombardeiro, dar. Die Kombination von Schwert und Luntenstock verbindet persönliche militärische Ausrüstung mit einer spezialisierten Artilleriefunktion. In der Bildsprache der Benin-Hofkunst waren solche Figuren nicht notwendigerweise lediglich Darstellungen ausländischer Personen. Sie konnten auch als Symbole königlicher Autorität, internationaler Verbindungen und des Zugangs zu wertvollen militärischen und wirtschaftlichen Ressourcen dienen. Historische Benin-Reliefplaketten wurden von spezialisierten Metallarbeitern hergestellt, die dem Königshof zugeordnet waren, und dienten unter anderem der architektonischen und zeremoniellen Ausstattung des Königspalasts in Benin City. Ob die vorliegende Plakette ursprünglich eine vergleichbare architektonische Funktion erfüllte, lässt sich anhand der verfügbaren Dokumentation nicht feststellen.

Symbolik der Manillas

Die fünf Manillas, die die zentrale Figur umgeben, sind ein wesentlicher Bestandteil der Komposition. Diese hufeisenförmigen Ringe, die in der Regel aus Kupferlegierungen gefertigt wurden, dienten in verschiedenen Regionen Westafrikas als Zahlungsmittel und als Quelle wertvollen Metalls. Importiertes Kupfer und Messing spielten eine wichtige Rolle in den Handelsbeziehungen zwischen europäischen Kaufleuten und dem Königreich Benin. Diese Importe waren besonders bedeutsam, da Kupferlegierungen wichtige Rohstoffe für die Herstellung königlicher Gussarbeiten lieferten. Die Verbindung des portugiesischen Artilleristen mit fünf Manillas vereint somit zwei zentrale Aspekte der historischen Beziehungen zwischen Benin und Europa: den Austausch von Militärtechnologie und die Verfügbarkeit wertvoller Metallressourcen. Zugleich bilden die wiederkehrenden Formen der Manillas einen dekorativen Rahmen, der die zentrale Figur hervorhebt. Die Komposition lässt sich folglich sowohl als Darstellung eines europäischen Militärspezialisten als auch als bildlicher Ausdruck der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen dem Königreich Benin und Portugal verstehen.

Vergleichsbeispiele und kunsthistorische Einordnung

Eine besonders enge ikonografische Parallele befindet sich im Weltmuseum Wien unter der Inventarnummer 64799. Diese Reliefplakette zeigt eine portugiesische Figur mit Luntenstock und fünf Manillas und ist bei Digital Benin unter der Katalogreferenz 50_VO64799 dokumentiert. Ein weiterer wichtiger Vergleich findet sich im GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig, Inventarnummer MAf 34539. Auch dieses Werk zeigt eine portugiesische Figur in Frontalansicht mit Luntenstock und Schwert, umgeben von fünf Manillas. Die Leipziger Plakette gelangte vor 1897 in eine Sammlung und verfügt daher über eine dokumentierte Sammlungsgeschichte. Gregor M. Metzig veröffentlichte das Werk 2016 im Rahmen seiner Untersuchung des Warenaustauschs zwischen dem Königreich Benin und Portugal. Die Ähnlichkeiten zwischen diesen Museumsbeispielen und der Plakette MAZ34586 betreffen die Haltung der zentralen Figur, ihre Kleidung und militärischen Attribute sowie die Anordnung der Manillas. Diese Übereinstimmungen belegen die Zugehörigkeit der Komposition zu einem historisch dokumentierten ikonografischen Typus, erlauben jedoch keine unabhängige Bestimmung des Herstellungsdatums des vorliegenden Gusses. Ein möglicher direkter Zusammenhang zwischen Gussmodellen oder die Reproduktion eines historischen Vorbilds müsste durch genaue Vergleichsmessungen, fotografische Überlagerungen und technische Untersuchung des Gusses geprüft werden.

Wissenschaftliche Untersuchung und Datierung

Der vom Ralf-Kotalla-Labor erstellte Thermolumineszenzbericht Nr. 22R090826 vom 27. Oktober 2026 datiert das untersuchte Probenmaterial auf ein Alter von etwa 380 Jahren bei einer angegebenen Unsicherheit von ±22,8 Prozent. Die auf Seite 9 dargestellte Berechnung ergibt ein Ergebnis von 383 ± 87 Jahren, entsprechend einer geschätzten Datierung um 1643 n. Chr. Der daraus resultierende ungefähre Zeitraum von 1556 bis 1730 n. Chr. ist weitgehend mit der traditionellen kunsthistorischen Datierung historischer Benin-Reliefplaketten vereinbar. Die Thermolumineszenzanalyse bezieht sich jedoch konkret auf die untersuchten mineralischen Bestandteile und den Zeitpunkt ihrer letzten ausreichenden Erhitzung. Eine metallurgische Untersuchung kann die Elementzusammensetzung der Legierung bestimmen, aber im Allgemeinen kein genaues Herstellungsdatum liefern und die Echtheit als historischer Guss nur innerhalb gewisser Grenzen bestätigen. Wenn originales keramisches Gusskernmaterial vorhanden ist, stellt die Thermolumineszenzanalyse eine wichtige wissenschaftliche Methode zur Schätzung des Zeitpunkts seiner letzten ausreichenden Erhitzung dar. Inwieweit sich ein solches Ergebnis auf das Herstellungsdatum des gesamten Metallobjekts übertragen lässt, hängt davon ab, ob ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen dem beprobten Kernmaterial und dem ursprünglichen Gussverfahren hergestellt werden kann. Der Kotalla-Bericht beschränkt seine Schlussfolgerungen ausdrücklich auf die untersuchten Proben und nicht auf das Objekt als Ganzes. Das angegebene Datum sollte daher als wichtiger Bestandteil der wissenschaftlichen Dokumentation betrachtet werden, nicht jedoch als unabhängige und abschließende Authentifizierung der gesamten Plakette.

Zustandsbericht

Die Plakette weist ein gealtertes Erscheinungsbild mit örtlichen Beschädigungen und unregelmäßigen Oberflächenveränderungen auf. Die zentrale Figur ist weitgehend intakt, einschließlich Luntenstock, Schwert und der wesentlichen Kostümdetails. Alle fünf Manillas sind an ihren ursprünglichen Positionen in der Komposition erkennbar. Die Vorderseite zeigt eine heterogene Oberfläche, die überwiegend dunkelgrau bis bräunlich-schwarz gefärbt ist und stellenweise grünliche sowie rötlich-ockerfarbene Bereiche aufweist. Eine deutlich sichtbare, rissähnliche Linie verläuft von der Oberkante unmittelbar rechts neben der Kopfbedeckung der Figur nach unten. Die Außenkanten weisen Unregelmäßigkeiten, örtliche Materialverluste und mögliche Verformungen auf. Verluste und Abplatzungen sind besonders entlang der Unterkante erkennbar. Auf der Rückseite befinden sich erhebliche Hohlräume, die der Figur und den umgebenden Dekorelementen entsprechen. Die Seitenansichten verdeutlichen den starken plastischen Vorsprung der zentralen Figur und die unregelmäßige Stärke der tragenden Reliefplatte. Örtliche Ablagerungen, Porosität und unterschiedliche Grade des Oberflächenabriebs sind sichtbar. Ob einzelne Veränderungen auf natürliche Alterungsprozesse, ursprüngliche Merkmale des Gusses oder spätere Eingriffe zurückzuführen sind, lässt sich anhand der Fotografien nicht abschließend bestimmen. Die vorhandene Metallhalterung und der Holzsockel gehören zum Inventar der Galerie Wolfgang Jaenicke und dienen der aktuellen Präsentation. Eine konservatorische Beurteilung der sichtbaren Risse, der strukturellen Stabilität der Kanten und der Kontaktstellen zwischen der Plakette und ihrem Montierungssystem wäre ratsam. Der vorliegende Zustandsbericht beruht auf fotografischer Dokumentation und ersetzt keine direkte Untersuchung durch eine qualifizierte Metallrestauratorin oder einen qualifizierten Metallrestaurator.

Kunsthistorische Beurteilung

Die Reliefplakette MAZ34586 ist aufgrund ihrer komplexen Ikonografie und ihrer engen Beziehung zu dokumentierten historischen Beispielen in Museumssammlungen von beträchtlichem kunsthistorischem Interesse. Die Kombination eines portugiesischen Artilleristen mit Luntenstock und Schwert, umgeben von fünf Manillas, veranschaulicht die historische Bedeutung des Königreichs Benin als politisches und wirtschaftliches Zentrum mit weitreichenden internationalen Verbindungen. Besonders bemerkenswert ist die detaillierte Darstellung der europäischen Militärfigur, deren charakteristische Kleidung und Ausrüstung im Rahmen der künstlerischen Konventionen der Benin-Hofmetallkunst interpretiert wurden. Die sichtbaren Oberflächenmerkmale, die unregelmäßige Gestaltung der Rückseite und die vorliegenden Thermolumineszenzergebnisse liefern relevante Anhaltspunkte für weitere technische und wissenschaftliche Untersuchungen. Sie ermöglichen jedoch keine endgültige Bestimmung des Herstellungsdatums oder der Echtheit des Objekts als Ganzes. Die gesicherte kunsthistorische Schlussfolgerung betrifft die Verbindung der Bildsprache mit der Tradition der Benin-Reliefplaketten des 16. und 17. Jahrhunderts. Jede weitergehende Zuschreibung sollte durch zusätzliche metallurgische, technische und provenancebezogene Forschung gestützt werden.

Literatur und Vergleichsobjekte

Gregor M. Metzig: „Corals, Brass and Firearms. Material Commodities in Cultural Interactions between Edo and Portuguese in Benin around 1500“, in Harriet Rudolph und Gregor M. Metzig (Hrsg.), Material Culture in Modern Diplomacy from the 15th to the 20th Century, Berlin/Boston, 2016, S. 29–54, insbesondere S. 47, Abb. 6.

Kathryn Wysocki Gunsch: The Benin Plaques: A 16th Century Imperial Monument, London/New York, 2018.

Weltmuseum Wien: Reliefplakette, „Portuguese with Linstock and Five Manillas“, Inventarnummer 64799; Digital Benin, Katalogreferenz 50_VO64799.

GRASSI Museum für Völkerkunde zu Leipzig: Reliefplakette, „European (Portuguese) Surrounded by Five Manillas“, Inventarnummer MAf 34539.

Ralf-Kotalla-Labor: Thermolumineszenzbericht Nr. 22R090826, Haigerloch, 27. Oktober 2026, neun Seiten.

Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation

Einige der Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und beruhen auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.

Catawiki stellt für traditionelle oder antike afrikanische Kunstobjekte keine Echtheitszertifikate aus. Unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Richtlinien für das Einreichen traditioneller afrikanischer Kunst verpflichten Verkäufer dazu, genaue und vollständige Angaben zur Echtheit, Provenienz und rechtmäßigen Herkunft ihrer Objekte sowie gegebenenfalls entsprechende Belege vorzulegen. Die Richtlinien verlangen nicht in jedem Fall, dass diese Belege in Form eines unabhängig ausgestellten Echtheitszertifikats vorliegen.

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Der Verkäufer stellt sich vor

Wolfram Jaenickes Engagement mit afrikanischer Kunst begann nicht im Feld oder auf dem Markt, sondern in einem ruhigeren, inneren Raum – unter Papieren, Büchern und Objekten, die seinem Vater gehörten. Das Archiv über Deutschlands ehemalige Kolonien war nicht darauf angelegt, eine einzige Geschichte zu erzählen; es schlug viele vor. Es lud zur Prüfung ein statt zur Verehrung und lehrte Jaenicke früh, dass Objekte nie stumm sind. Sie tragen Zeit in sich – Bruchstelle und Kontinuität in derselben Form – und sie bitten darum, so sorgfältig gelesen zu werden wie Texte. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert wirkt Jaenicke als Sammler, Händler und Vermittler, auch wenn keines dieser Begriffe die Gestalt seiner Praxis ganz erfassen kann. Was früher zu großzügig unter der Rubrik „Tribal Art“ zusammengefasst wurde, erschien ihm nie als ein versiegelter oder historischer Katalog. Es ist vielmehr ein Satz lebender Traditionen, der ständig mit der Gegenwart verhandelt. Seine akademische Ausbildung – Ethnologie, Kunstgeschichte und сравнende Rechtslehre – lieferte eine Grammatik. Die Sprache selbst erlernte er an anderer Stelle. In Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Togo und Ghana kam Wissen langsam hervor, durch wiederholte Begegnungen, die sich zu Beziehungen verdichteten, und durch Vertrauen, das nicht auf einmal, sondern über Jahre aufgebaut wurde. Mali wurde zum Gravitationszentrum dieser Erfahrung. Zwischen 2002 und 2012 lebte und arbeitete Jaenicke in Bamako und Ségou, wo er Tribalartforum leitete, eine Galerie mit Blick auf den Niger. Der Raum widerstand leichter Chronologie. Skulpturen und Keramik teilten den Raum mit Fotografie, und Werke von Malick Sidibé – Bilder von malischer Jugend in den 1970er Jahren, selbstbewusst und ausgelassen – hingen neben älteren rituellen Formen. Die Wirkung war nicht nostalgisch, sondern klärend: Vergangenheit und Gegenwart schlossen sich nicht gegenseitig aus; sie schärften einander. Der Krieg von 2012 beendete dieses Kapitel abrupt, wie Kriege es neigen zu tun. Doch löste er die Arbeit nicht auf. Zusammen mit Aguibou Kamaté rief Jaenicke sich in Lomé, näher an die Orte heran, von denen viele Objekte stammen und auf denen sie weiterreisen. Seit 2018 ist Berlin ein weiterer Punkt auf dieser Karte geworden. Galerie Wolfgang Jaenicke arbeitet nun gegenüber dem Schloss Charlottenburg, unterstützt von einem kleinen Team von Spezialisten. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf westafrikanischen Bronzen und Terrakotten – Materialien, die von Erde und Feuer geformt sind, sowie auf Formen des Gedächtnisses, die sich einer leichten Übersetzung widersetzen. Was Jaenickes Praxis auszeichnet, ist nicht nur ihr geografischer Umfang, sondern ihre innere Spannung. Feldforschung geht mit Provenienzforschung einher; Handel wird als untrennbar von Verantwortung betrachtet. In Zusammenarbeit mit Museen und wissenschaftlichen Initiativen wird der Kreislauf nicht als Ausgrabung, sondern als ethischer Prozess dargestellt, der unvollendet bleibt. Ziel ist es, Objekte nicht aus der Welt zu entfernen und abzuschotten, sondern sie innerhalb der Welt lesbar zu halten – ihnen zu ermöglichen, weiter zu sprechen, auch wenn sich die Bedingungen ihrer Rede ändern. ------------ Galerie Wolfgang Jaenicke ist eine in Berlin ansässige Galerie, die sich auf westafrikanische Skulptur, Bronzen, Terrakotten, Masken und zeitgenössische afrikanische Kunst spezialisiert hat. Sie wird von Wolfgang Jaenicke geleitet, dessen Arbeit Sammeln, Handel, Provenienzforschung, Feldforschung und archivische Dokumentation verbindet. Laut dem eigenen Profil der Galerie studierte Jaenicke Ethnologie, Kunstgeschichte und vergleichende Rechtslehre und arbeitet seit mehr als fünfundzwanzig Jahren im Bereich afrikanischer Kunst. Seine Tätigkeiten entwickelten sich durch langfristiges Engagement in Ländern wie Mali, Kamerun, Côte d’Ivoire, Burkina Faso, Ghana und Togo. Anstatt afrikanische Kunst als geschlossene historische Kategorie zu präsentieren, beschreibt er sie als eine fortdauernde kulturelle Tradition, geprägt von lebendigen Gemeinschaften und wandelnden historischen Kontexten. Eine besonders wichtige Phase seiner Karriere war Mali, wo er zwischen ca. 2002 und 2012 in Bamako und Ségou lebte und arbeitete. Dort führte er Tribalartforum, eine Galerie, die historische afrikanische Skulptur mit zeitgenössischer afrikanischer Fotografie verband, darunter Werke von Malick Sidibé. Die politische und militärische Krise in Mali im Jahr 2012 führte zur Schließung dieser Aktivität. Später setzte Jaenicke, gemeinsam mit Aguibou Kamaté, seine Arbeit von Lomé, Togo, aus fort, bevor er eine Galerier Präsenz in Berlin nahe dem Schloss Charlottenburg gründete. Die Galerie legt besonderen Wert auf westafrikanische Bronzen, Terrakotten, Benin- und Ife-bezogene Werke, Nok-Skulpturen, Dogon-Kunst, Baule-Skulpturen, Senufo-Objekte und Yoruba-Material. Ein besonderes Merkmal von Jaenickes öffentlicher Haltung ist sein wiederholter Fokus auf Transparenz der Provenienz und Restitutionsdebatten. In mehreren veröffentlichten Objektakten diskutiert die Galerie ausdrücklich Themen rund um Exportdokumentation, UNESCO-Konventionen, Besitzverhältnisse und den Austausch mit Wissenschaftlern und Restitutionsforschern. Diese Aussagen spiegeln breitere zeitgenössische Debatten über die Zirkulation afrikanischen Kulturerbes, Rechtslage, Sammlerhistorie und Museumsankäufe wider. Die Galerie führt umfangreiche Online-Archive und Kataloge, die Hunderte afrikanischer Objekte dokumentieren, darunter Benin- und Ife-Bronzen, Nok-Terrakotten, Dogon-Skulpturen, Baule-Figuren, Fon-Objekte, Moba-Figuren und weiteres westafrikanisches Material. Für Forschende, die sich für die Geschichte des afrikanischen Kunsthandels interessieren, repräsentiert Jaenicke eine spätere Generation von Händlern im Vergleich zu Persönlichkeiten wie John J. Klejman. Während Klejman dem Nachkriegsmarkt New Yorks der 1950er–1970er Jahre zugehörte, ist Jaenickes Arbeit von gegenwärtigen Anliegen geprägt: Felddokumentation, Provenienzforschung, Restitutionsdiskussionen, digitale Archive und direkte Verbindung mit westafrikanischen Netzwerken und Künstlern. Dieser Text basiert auf KI-Informationen
Übersetzt mit Google Übersetzer

Details

Einheimischer Name des Objekts
Plaque
Ethnie/ Kultur
Benin
Herkunftsland
Nigeria
Material
Bronze
Sold with stand
Nein
Zustand
Angemessener Zustand
Titel des Kunstwerks
A bronze sculpture
Höhe
51,5 cm
Breite
36,5 cm
Gewicht
8,1 kg
Authentizität
Original/offiziell
Verkauft von
DeutschlandVerifiziert
6993
Verkaufte Objekte
99,42 %
protop

Rechtliche Informationen des Verkäufers

Unternehmen:
Jaenicke Njoya GmbH
Repräsentant:
Wolfgang Jaenicke
Adresse:
Jaenicke Njoya GmbH
Klausenerplatz 7
14059 Berlin
GERMANY
Telefonnummer:
+493033951033
Email:
w.jaenicke@jaenicke-njoya.com
USt-IdNr.:
DE241193499

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