Eine Skulptur aus Holz - Ewe - Togo (Ohne mindestpreis)






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Eine originale, 26 cm hohe Holzskulptur mit dem Titel „A wooden sculpture“ aus Togo, der Ewe-Kultur zugeschrieben, mit polychromer Bemalung und dunklen Körpermarkierungen; die Herkunft ist Glidji bei Aného.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Ewe-Skulptur – anthropomorphe Figur mit polychromer Bemalung und Körperbemalung
Herkunft: Glidji, Region Aného, Maritime Region, Togo
Kulturelle Zuordnung: Ewe, dem kulturellen Umfeld der Gen-Mina zugeordnet
Material: Geschnitztes Holz mit ockerfarbener, schwarzer und weißlicher Farbe sowie dunklen Körpermarkierungen
Datierung: Ungewiss
Beschreibung
Diese anthropomorphe Holzskulptur aus dem Dorf Glidji nahe Aného im Südosten Togos zeichnet sich durch ihren harmonischen Körperaufbau, die nuancierte polychrome Bemalung und eine bemerkenswerte Kombination naturalistischer und stilisierter Elemente aus. Die aufrecht stehende Figur hat einen relativ großen, ovalen Kopf mit dunklem, eng am Schädel anliegendem Haar. Das Gesicht ist sorgfältig modelliert und weist eine hohe Stirn, leicht hervortretende Augen mit angedeuteten Lidern, eine schmale, gerade Nase und einen kleinen, plastisch ausgearbeiteten Mund auf. Die Lippen sind leicht geöffnet oder durch eine horizontale Vertiefung voneinander getrennt, wodurch das Gesicht lebhaft und zugleich gelassen wirkt. Die Ohren treten seitlich als abgerundete, scheibenartige Formen hervor. Das Gesicht hat einen warmen, rötlich-braunen Farbton. Seine stellenweise glänzende Oberfläche hebt sich deutlich von der helleren Körperbemalung ab. Unterhalb des Kopfes setzt sich ein kräftiger, zylindrischer Hals fort, der durch mehrere weißliche horizontale Linien gegliedert wird. Diese könnten einen Halsring, Schmuck oder gemalte Körperverzierungen darstellen. Der Oberkörper hat breite, sanft gerundete Schultern, eine kräftige Brust und einen leicht gerundeten Bauch. Zwei kleine, plastisch ausgearbeitete Brüste deuten auf eine weibliche Figur hin, wobei die Geschlechtsmerkmale insgesamt zurückhaltend gestaltet sind. Die Arme hängen nahezu parallel zum Körper herab und enden in stark vereinfachten, flachen Händen. Die Beine sind kräftig und leicht auseinandergestellt. Ihre breiten, dunkel bemalten Füße bilden eine stabile Basis. Besonders auffällig sind die zahlreichen dunklen, nahezu kreisförmigen Markierungen am Unterbauch, an den Hüften und den Oberschenkeln. Sie bilden ein unregelmäßiges, fleckenartiges Muster, das stark mit der hellen ockerfarbenen Körperoberfläche kontrastiert. Die Bemalung weist stellenweise Abnutzungsspuren auf, darunter kleinere Farbverluste und dunklere Verfärbungen. Besonders an den Händen, Füßen und hervorstehenden Körperpartien sind Gebrauchsspuren erkennbar, deren Ursache sich nicht genau bestimmen lässt.
Kultureller und geografischer Kontext
Die Ewe gehören zu den bedeutendsten ethnischen Gruppen im Süden Togos und im Südosten Ghanas. Ihre historischen Siedlungsgebiete erstrecken sich über die heutigen Staatsgrenzen hinweg und umfassen sowohl die Küstenregionen am Golf von Guinea als auch weiter im Landesinneren gelegene Gebiete. Das Dorf Glidji liegt nahe der historischen Küstenstadt Aného und gehört zu einer kulturell vielfältigen Region, in der sich die Traditionen der Ewe, Gen und Mina seit langer Zeit miteinander verflochten haben. In der Regionalgeschichte nimmt Glidji als religiöses und zeremonielles Zentrum eine herausragende Stellung ein. Die Stadt ist besonders für das traditionelle Fest Epé-Ekpé bekannt, das mit dem religiösen Kalender und den historischen Traditionen der Gen-Mina verbunden ist. Der religiöse Glaube der Region ist durch vielfältige Formen der Vodun-Verehrung geprägt. In diesen Glaubenssystemen spielen Gottheiten, Ahnen, lokale Schutzgeister und spirituelle Kräfte eine zentrale Rolle. Materielle Objekte können als Träger religiöser Beziehungen, als Bestandteile von Schreinen oder als persönliche Schutz- und Erinnerungsgegenstände dienen. Anthropomorphe Holzfiguren erfüllen je nach ursprünglicher Herstellung, ritueller Einbindung und sozialem Kontext unterschiedliche Funktionen. Aufgrund ihrer dokumentierten Herkunft lässt sich die vorliegende Skulptur in diesen regionalen Zusammenhang einordnen. Angesichts der engen kulturellen Verflechtungen in der Region Aného-Glidji sollte eine eindeutige ethnische Zuordnung ausschließlich zu den Ewe jedoch mit Vorsicht vorgenommen werden.
Ikonografie und Symbolik
Die ikonografische Gestaltung der Figur wird maßgeblich durch ihre aufrechte Haltung, die nuancierten Gesichtszüge und die auffälligen Körpermarkierungen bestimmt. Der große Kopf bildet das visuelle Zentrum der Komposition und verleiht der Figur eine ausgeprägte physiognomische Präsenz. Die ruhig geöffneten Augen und der leicht hervortretende Mund vermitteln den Eindruck einer wachen, zugleich aber zurückhaltenden Persönlichkeit. Das dunkel gefärbte Haar könnte eine Kurzhaarfrisur oder eine eng anliegende Frisur darstellen. Bei den weißlichen Linien am Hals könnte es sich möglicherweise um Schmuck handeln.
Diese Markierungen lassen sich als symbolisch oder symbolisch interpretieren. Besonders bemerkenswert sind die dunklen, fleckenartigen Zeichen auf Bauch und Oberschenkeln. Ihre unregelmäßige Anordnung könnte auf eine absichtliche Körperbemalung, eine stilisierte Darstellung von Skarifizierung oder eine andere Form körperbezogener Markierung hindeuten. Auch ein Zusammenhang mit bestimmten rituellen Vorstellungen ist denkbar. In verschiedenen westafrikanischen Gesellschaften können Körpermarkierungen Auskunft über soziale Identität, Schönheit, Zugehörigkeit oder spirituellen Schutz geben. Ohne ethnografische Dokumentation lässt sich die konkrete Bedeutung dieser Markierungen jedoch nicht bestimmen. Ihre Anordnung am Unterbauch und an den Hüften könnte auf eine besondere Betonung der körperlichen oder geschlechtlichen Identität hindeuten. Eine direkte Deutung als Fruchtbarkeitssymbol wäre jedoch spekulativ. Die Kombination aus hell bemalten Körperpartien und dunklen Füßen könnte ebenfalls auf eine bewusste farbliche Unterscheidung hinweisen, deren ursprüngliche Bedeutung unklar bleibt.
Mögliche rituelle Funktion
Anthropomorphe Holzfiguren aus dem Süden Togos können in verschiedenen religiösen und sozialen Zusammenhängen verwendet worden sein. In den Traditionen der Ewe und Gen-Mina sind figürliche Darstellungen bekannt, die mit Ahnenvorstellungen, Schutzritualen, persönlichen spirituellen Beziehungen oder wichtigen familiären Ereignissen in Verbindung stehen können. Eine bedeutende Gruppe bilden die sogenannten venavi, die im Zusammenhang mit Zwillingsgeburten und dem Tod eines Zwillings besondere Bedeutung haben. Solche Figuren können innerhalb der Familie aufbewahrt und durch verschiedene Formen der Fürsorge und symbolischen Verehrung in soziale Beziehungen eingebunden werden. Die vorliegende Skulptur weist einige Merkmale auf, die mit anthropomorphen Figuren aus dieser Region übereinstimmen, darunter die aufrechte Haltung, die vereinfachten Gliedmaßen und die sorgfältig ausgearbeitete Physiognomie. Eine eindeutige Identifizierung als venavi ist jedoch nicht möglich. Die Figur könnte ursprünglich auch als Schutzobjekt, als Teil eines Hausschreins oder in einem anderen zeremoniellen Zusammenhang gedient haben. Die auffällige Körperbemalung könnte in einem solchen Kontext besondere Bedeutung gehabt haben. Ohne Angaben zu ihrem ursprünglichen Standort, ihrer Verwendung oder einer möglichen rituellen Aktivierung bleibt ihre konkrete Funktion jedoch unbekannt.
Kunsthistorische Analyse
Aus kunsthistorischer Sicht zeichnet sich die Skulptur durch eine bemerkenswerte Kombination anatomischer Vereinfachung und differenzierter Oberflächenbehandlung aus. Der Körper ist in klar definierte plastische Zonen gegliedert: Kopf, Hals, Oberkörper, Arme und Beine. Die Proportionen folgen keiner streng naturalistischen Anatomie, sondern einer bildhauerischen Ordnung, in der der Kopf eine besondere Bedeutung einnimmt. Die breiten Schultern und der kräftige Oberkörper verleihen der Figur einen stabilen, massiven Eindruck. Die seitlich herabhängenden Arme bilden zwei nahezu parallele Linien, die die vertikale Ausrichtung der Gesamtkomposition verstärken. Im Gegensatz zum weitgehend vereinfachten Körper ist das Gesicht vergleichsweise differenziert modelliert. Augen, Nase und Mund sind plastisch hervorgehoben und erzeugen eine individuelle, beinahe porträthafte Wirkung. Besonders interessant ist die polychrome Fassung, die verschiedene Körperzonen optisch voneinander absetzt. Die dunkelbraunen Gesichtszüge, die hell ockerfarbene Körperoberfläche und die schwarzen Füße bilden eine klare Farbgliederung. Die weißlichen Linien am Hals und die dunklen Flecken am Unterkörper ergänzen diese Ordnung durch ornamentale Akzente. Die Bemalung ist somit nicht bloß dekorativ, sondern ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Gesamtgestaltung. In der figürlichen Holzskulptur des Südostens Togos finden sich verschiedene Formen der Verbindung plastischer Modellierung und farblicher Akzentuierung. Die vorliegende Figur lässt sich in diesen größeren Zusammenhang einordnen, auch wenn weder eine bestimmte Werkstatt noch ein einzelner Bildhauer identifiziert werden kann.
Kunsthistorische Beurteilung
Die besondere künstlerische Qualität dieser dem Volk der Ewe zugeschriebenen Skulptur liegt in der ausgewogenen Verbindung von körperlicher Präsenz, gelassener Physiognomie und nuancierter Farbgebung. Der große, sorgfältig modellierte Kopf verleiht der Figur eine starke Ausdruckskraft, während die kräftigen Beine und die geschlossene Haltung Stabilität vermitteln. Die polychrome Bemalung und die auffälligen Körpermarkierungen verleihen dem Objekt eine zusätzliche visuelle und möglicherweise symbolische Dimension. Auffällig ist die Spannung zwischen den vergleichsweise
naturalistischen Gesichtszügen und der stark vereinfachten Anatomie des übrigen Körpers. Als Beispiel figürlicher Holzschnitzerei aus dem Südosten Togos veranschaulicht die Skulptur die Vielfalt regionaler Ausdrucksformen, in denen menschliche Gestalt, soziale Identität und mögliche spirituelle Bedeutung miteinander verwoben sind. Ohne ergänzende Dokumentation bleiben ihre genaue Datierung, ihre ursprüngliche Funktion und ihre spezifische kulturelle Zuordnung unklar. Ihre Herkunft aus der historisch reichen Region Glidji-Aného verleiht dem Objekt einen bedeutenden kulturellen und historischen Kontext, ohne damit eine direkte Verbindung zu einem bestimmten lokalen Kult oder Ritual zu behaupten.
Literatur
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power. University of Chicago Press, Chicago und London, 1995.
Robert Farris Thompson: Flash of the Spirit: African and Afro-American Art and Philosophy. Random House, New York, 1983.
Die genannten Publikationen dienen der allgemeinen kunsthistorischen und religionsethnologischen Einordnung der Vodun-Traditionen und figürlichen Kultobjekte Südwestafrikas. Sie stellen weder eine direkte Dokumentation der vorliegenden Skulptur noch eine definitive Bestimmung ihrer ursprünglichen Funktion dar.
Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation
Einige Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Inv.-Nr. MAZ32685
Informant: Ouro
Der Verkäufer stellt sich vor
Ewe-Skulptur – anthropomorphe Figur mit polychromer Bemalung und Körperbemalung
Herkunft: Glidji, Region Aného, Maritime Region, Togo
Kulturelle Zuordnung: Ewe, dem kulturellen Umfeld der Gen-Mina zugeordnet
Material: Geschnitztes Holz mit ockerfarbener, schwarzer und weißlicher Farbe sowie dunklen Körpermarkierungen
Datierung: Ungewiss
Beschreibung
Diese anthropomorphe Holzskulptur aus dem Dorf Glidji nahe Aného im Südosten Togos zeichnet sich durch ihren harmonischen Körperaufbau, die nuancierte polychrome Bemalung und eine bemerkenswerte Kombination naturalistischer und stilisierter Elemente aus. Die aufrecht stehende Figur hat einen relativ großen, ovalen Kopf mit dunklem, eng am Schädel anliegendem Haar. Das Gesicht ist sorgfältig modelliert und weist eine hohe Stirn, leicht hervortretende Augen mit angedeuteten Lidern, eine schmale, gerade Nase und einen kleinen, plastisch ausgearbeiteten Mund auf. Die Lippen sind leicht geöffnet oder durch eine horizontale Vertiefung voneinander getrennt, wodurch das Gesicht lebhaft und zugleich gelassen wirkt. Die Ohren treten seitlich als abgerundete, scheibenartige Formen hervor. Das Gesicht hat einen warmen, rötlich-braunen Farbton. Seine stellenweise glänzende Oberfläche hebt sich deutlich von der helleren Körperbemalung ab. Unterhalb des Kopfes setzt sich ein kräftiger, zylindrischer Hals fort, der durch mehrere weißliche horizontale Linien gegliedert wird. Diese könnten einen Halsring, Schmuck oder gemalte Körperverzierungen darstellen. Der Oberkörper hat breite, sanft gerundete Schultern, eine kräftige Brust und einen leicht gerundeten Bauch. Zwei kleine, plastisch ausgearbeitete Brüste deuten auf eine weibliche Figur hin, wobei die Geschlechtsmerkmale insgesamt zurückhaltend gestaltet sind. Die Arme hängen nahezu parallel zum Körper herab und enden in stark vereinfachten, flachen Händen. Die Beine sind kräftig und leicht auseinandergestellt. Ihre breiten, dunkel bemalten Füße bilden eine stabile Basis. Besonders auffällig sind die zahlreichen dunklen, nahezu kreisförmigen Markierungen am Unterbauch, an den Hüften und den Oberschenkeln. Sie bilden ein unregelmäßiges, fleckenartiges Muster, das stark mit der hellen ockerfarbenen Körperoberfläche kontrastiert. Die Bemalung weist stellenweise Abnutzungsspuren auf, darunter kleinere Farbverluste und dunklere Verfärbungen. Besonders an den Händen, Füßen und hervorstehenden Körperpartien sind Gebrauchsspuren erkennbar, deren Ursache sich nicht genau bestimmen lässt.
Kultureller und geografischer Kontext
Die Ewe gehören zu den bedeutendsten ethnischen Gruppen im Süden Togos und im Südosten Ghanas. Ihre historischen Siedlungsgebiete erstrecken sich über die heutigen Staatsgrenzen hinweg und umfassen sowohl die Küstenregionen am Golf von Guinea als auch weiter im Landesinneren gelegene Gebiete. Das Dorf Glidji liegt nahe der historischen Küstenstadt Aného und gehört zu einer kulturell vielfältigen Region, in der sich die Traditionen der Ewe, Gen und Mina seit langer Zeit miteinander verflochten haben. In der Regionalgeschichte nimmt Glidji als religiöses und zeremonielles Zentrum eine herausragende Stellung ein. Die Stadt ist besonders für das traditionelle Fest Epé-Ekpé bekannt, das mit dem religiösen Kalender und den historischen Traditionen der Gen-Mina verbunden ist. Der religiöse Glaube der Region ist durch vielfältige Formen der Vodun-Verehrung geprägt. In diesen Glaubenssystemen spielen Gottheiten, Ahnen, lokale Schutzgeister und spirituelle Kräfte eine zentrale Rolle. Materielle Objekte können als Träger religiöser Beziehungen, als Bestandteile von Schreinen oder als persönliche Schutz- und Erinnerungsgegenstände dienen. Anthropomorphe Holzfiguren erfüllen je nach ursprünglicher Herstellung, ritueller Einbindung und sozialem Kontext unterschiedliche Funktionen. Aufgrund ihrer dokumentierten Herkunft lässt sich die vorliegende Skulptur in diesen regionalen Zusammenhang einordnen. Angesichts der engen kulturellen Verflechtungen in der Region Aného-Glidji sollte eine eindeutige ethnische Zuordnung ausschließlich zu den Ewe jedoch mit Vorsicht vorgenommen werden.
Ikonografie und Symbolik
Die ikonografische Gestaltung der Figur wird maßgeblich durch ihre aufrechte Haltung, die nuancierten Gesichtszüge und die auffälligen Körpermarkierungen bestimmt. Der große Kopf bildet das visuelle Zentrum der Komposition und verleiht der Figur eine ausgeprägte physiognomische Präsenz. Die ruhig geöffneten Augen und der leicht hervortretende Mund vermitteln den Eindruck einer wachen, zugleich aber zurückhaltenden Persönlichkeit. Das dunkel gefärbte Haar könnte eine Kurzhaarfrisur oder eine eng anliegende Frisur darstellen. Bei den weißlichen Linien am Hals könnte es sich möglicherweise um Schmuck handeln.
Diese Markierungen lassen sich als symbolisch oder symbolisch interpretieren. Besonders bemerkenswert sind die dunklen, fleckenartigen Zeichen auf Bauch und Oberschenkeln. Ihre unregelmäßige Anordnung könnte auf eine absichtliche Körperbemalung, eine stilisierte Darstellung von Skarifizierung oder eine andere Form körperbezogener Markierung hindeuten. Auch ein Zusammenhang mit bestimmten rituellen Vorstellungen ist denkbar. In verschiedenen westafrikanischen Gesellschaften können Körpermarkierungen Auskunft über soziale Identität, Schönheit, Zugehörigkeit oder spirituellen Schutz geben. Ohne ethnografische Dokumentation lässt sich die konkrete Bedeutung dieser Markierungen jedoch nicht bestimmen. Ihre Anordnung am Unterbauch und an den Hüften könnte auf eine besondere Betonung der körperlichen oder geschlechtlichen Identität hindeuten. Eine direkte Deutung als Fruchtbarkeitssymbol wäre jedoch spekulativ. Die Kombination aus hell bemalten Körperpartien und dunklen Füßen könnte ebenfalls auf eine bewusste farbliche Unterscheidung hinweisen, deren ursprüngliche Bedeutung unklar bleibt.
Mögliche rituelle Funktion
Anthropomorphe Holzfiguren aus dem Süden Togos können in verschiedenen religiösen und sozialen Zusammenhängen verwendet worden sein. In den Traditionen der Ewe und Gen-Mina sind figürliche Darstellungen bekannt, die mit Ahnenvorstellungen, Schutzritualen, persönlichen spirituellen Beziehungen oder wichtigen familiären Ereignissen in Verbindung stehen können. Eine bedeutende Gruppe bilden die sogenannten venavi, die im Zusammenhang mit Zwillingsgeburten und dem Tod eines Zwillings besondere Bedeutung haben. Solche Figuren können innerhalb der Familie aufbewahrt und durch verschiedene Formen der Fürsorge und symbolischen Verehrung in soziale Beziehungen eingebunden werden. Die vorliegende Skulptur weist einige Merkmale auf, die mit anthropomorphen Figuren aus dieser Region übereinstimmen, darunter die aufrechte Haltung, die vereinfachten Gliedmaßen und die sorgfältig ausgearbeitete Physiognomie. Eine eindeutige Identifizierung als venavi ist jedoch nicht möglich. Die Figur könnte ursprünglich auch als Schutzobjekt, als Teil eines Hausschreins oder in einem anderen zeremoniellen Zusammenhang gedient haben. Die auffällige Körperbemalung könnte in einem solchen Kontext besondere Bedeutung gehabt haben. Ohne Angaben zu ihrem ursprünglichen Standort, ihrer Verwendung oder einer möglichen rituellen Aktivierung bleibt ihre konkrete Funktion jedoch unbekannt.
Kunsthistorische Analyse
Aus kunsthistorischer Sicht zeichnet sich die Skulptur durch eine bemerkenswerte Kombination anatomischer Vereinfachung und differenzierter Oberflächenbehandlung aus. Der Körper ist in klar definierte plastische Zonen gegliedert: Kopf, Hals, Oberkörper, Arme und Beine. Die Proportionen folgen keiner streng naturalistischen Anatomie, sondern einer bildhauerischen Ordnung, in der der Kopf eine besondere Bedeutung einnimmt. Die breiten Schultern und der kräftige Oberkörper verleihen der Figur einen stabilen, massiven Eindruck. Die seitlich herabhängenden Arme bilden zwei nahezu parallele Linien, die die vertikale Ausrichtung der Gesamtkomposition verstärken. Im Gegensatz zum weitgehend vereinfachten Körper ist das Gesicht vergleichsweise differenziert modelliert. Augen, Nase und Mund sind plastisch hervorgehoben und erzeugen eine individuelle, beinahe porträthafte Wirkung. Besonders interessant ist die polychrome Fassung, die verschiedene Körperzonen optisch voneinander absetzt. Die dunkelbraunen Gesichtszüge, die hell ockerfarbene Körperoberfläche und die schwarzen Füße bilden eine klare Farbgliederung. Die weißlichen Linien am Hals und die dunklen Flecken am Unterkörper ergänzen diese Ordnung durch ornamentale Akzente. Die Bemalung ist somit nicht bloß dekorativ, sondern ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Gesamtgestaltung. In der figürlichen Holzskulptur des Südostens Togos finden sich verschiedene Formen der Verbindung plastischer Modellierung und farblicher Akzentuierung. Die vorliegende Figur lässt sich in diesen größeren Zusammenhang einordnen, auch wenn weder eine bestimmte Werkstatt noch ein einzelner Bildhauer identifiziert werden kann.
Kunsthistorische Beurteilung
Die besondere künstlerische Qualität dieser dem Volk der Ewe zugeschriebenen Skulptur liegt in der ausgewogenen Verbindung von körperlicher Präsenz, gelassener Physiognomie und nuancierter Farbgebung. Der große, sorgfältig modellierte Kopf verleiht der Figur eine starke Ausdruckskraft, während die kräftigen Beine und die geschlossene Haltung Stabilität vermitteln. Die polychrome Bemalung und die auffälligen Körpermarkierungen verleihen dem Objekt eine zusätzliche visuelle und möglicherweise symbolische Dimension. Auffällig ist die Spannung zwischen den vergleichsweise
naturalistischen Gesichtszügen und der stark vereinfachten Anatomie des übrigen Körpers. Als Beispiel figürlicher Holzschnitzerei aus dem Südosten Togos veranschaulicht die Skulptur die Vielfalt regionaler Ausdrucksformen, in denen menschliche Gestalt, soziale Identität und mögliche spirituelle Bedeutung miteinander verwoben sind. Ohne ergänzende Dokumentation bleiben ihre genaue Datierung, ihre ursprüngliche Funktion und ihre spezifische kulturelle Zuordnung unklar. Ihre Herkunft aus der historisch reichen Region Glidji-Aného verleiht dem Objekt einen bedeutenden kulturellen und historischen Kontext, ohne damit eine direkte Verbindung zu einem bestimmten lokalen Kult oder Ritual zu behaupten.
Literatur
Suzanne Preston Blier: African Vodun: Art, Psychology, and Power. University of Chicago Press, Chicago und London, 1995.
Robert Farris Thompson: Flash of the Spirit: African and Afro-American Art and Philosophy. Random House, New York, 1983.
Die genannten Publikationen dienen der allgemeinen kunsthistorischen und religionsethnologischen Einordnung der Vodun-Traditionen und figürlichen Kultobjekte Südwestafrikas. Sie stellen weder eine direkte Dokumentation der vorliegenden Skulptur noch eine definitive Bestimmung ihrer ursprünglichen Funktion dar.
Urheberrecht und wissenschaftliche Dokumentation
Einige Informationen und Fotografien wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und basieren auf veröffentlichten Quellen aus Ethnografie, Archäologie und Kunstgeschichte. Originaltexte und Fotografien können urheberrechtlich geschützt sein. Alle Rechte verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Inv.-Nr. MAZ32685
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- Jaenicke Njoya GmbH
- Repräsentant:
- Wolfgang Jaenicke
- Adresse:
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