Autori Vari - Benedicendum Aquam in Nocte Epiphaniae - 1400






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Benedicendum aquam in nocte Epiphaniae ist circa 1400 ein italienisches Pergamentmanuskript mit lateinischem Text, handcolorierten Illustrationen, 70 Seiten, Maße ca. 301 × 220 mm, Pergamenteinband und unsigniert, mit illustrierter Ausstattung.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
DAS WASSER GEGEN DIE DÄMONEN: UNVERÖFFENTLICHTE EXORZISMEN IN EINEM ITALIENISCHEN MANUSKRIPT DES VIERZEHNTEN JAHRHUNDERTS Ein außergewöhnliches italienisches liturgisches Manuskript, datierbar um 1400, vermutlich hergestellt in Norditalien, konfigurierbar als autentisches museales Einzelstück von content-bezogenem Niveau.
Von außergewöhnlicher Bedeutung ist die Anwesenheit einer zeitgleichen Miniatur, die auf goldbraunem Hintergrund auf der Seite angebracht ist und einen knienden Heiligen im Gebet vor der Manifestation des Göttlichen zeigt: ein eigenständiges, hoch symbolisches Bild, das den Moment der Invokation und der Aktivierung der sakralen Kraft visuell verstärkt. Das Gold, in breiten, vibrierenden Flächen aufgetragen, wirkt als leuchtende Schwelle zwischen Menschlichem und Göttlichem und stärkt die apotropäische Dimension des Manuskripts.
Die Austreibung der Wasser (S. ca. 4v) und des Salzes (S. ca. 8v) bilden den Kern des Textes und verankern ihn in einer liminalen Dimension zwischen liturgischer Orthodoxie und Praxis zum Schutz vor dämonischen Kräften.
Durch kodifizierte Formeln, Invokationen und Gesten wird das Wasser zu einem operativen Reinigungs- und Schutzmittel.
Die expliziten exorzistischen Formeln, verbunden mit der tetragrammischen musikalischen Notation, deuten darauf hin, dass der Text nicht zum Lesen, sondern zur rituellen Handlung bestimmt ist. Die große initiale Miniatur in mattgoldener Farbe, von außergewöhnlicher visueller Präsenz, markiert den Eintritt in einen heiligen Raum, in dem das Wasser in ein aktives Instrument der Reinigung und Verteidigung gegen unsichtbare Kräfte verwandelt wird und das Manuskript an die Grenze zwischen offizieller Liturgie und apotropäischer Praxis rückt.
MARKTWERT
Italienische liturgische Manuskripte des XV. Jahrhunderts mit musikalischer Notation und miniblaater Dekoration liegen allgemein zwischen 10.000 und 15.000 Euro; jedoch entziehen sich Exemplare mit außergewöhnlichen Merkmalen — hohes Chronologie-Niveau (ca. 1400), explizite exorzistische Inhalte, vollständige musikalische Ausstattung und Golddekoration von Standardvergleichen. Das vorliegende Kodex, aufgrund seiner faktischen Einzigartigkeit und historischen Kohärenz, präsentiert sich als Top-Tier-Objekt für Sammler, mit offener und potenziell höherer Bewertung, die in internationalen Auktions- und institutionellen Kontexten erhebliches Wettbewerbsinteresse wecken könnte.
PHYSISCHE BESCHREIBUNG UND ZUSTAND
Manuskript auf Pergament aus dem Vierzehnten/ Fifteenth Jahrhundert (ca. 1400); Pergamentbindung in einem Siegel aus dem XVIII. Jahrhundert. Text in braunem Tinte auf einer Spalte von 17 Zeilen; Vorhandensein von Musiknotation auf tetragramm, präzise und voll funktionsfähig für die cantatausführung des Ritus.
Fascikulation: i–ii¹⁰; iii⁶; iv¹; v⁸ (Faszikel dem XVII.–XVIII. Jahrhundert hinzugefügt).
Dekoration von bemerkenswerter Qualität, einschließlich einer großen initialen Miniatur mit goldenem Hintergrund, hell glänzend und noch lebhaft reflektierend, mit eleganten marginalen Fortsetzungen; zahlreiche Kapitalschriftarten abwechselnd in Rot und Blau, verziert mit ornamentalen Wasserzeichen in größeren Modulen.
Vorhandensein einer zeitgleichen Miniatur, die auf einem Blatt des Manuskripts angebracht ist: Es handelt sich um einen autonomen bildnerischen Einschub, vermutlich separat geschaffen und nachträglich auf das Blatt montiert. Das Bild zeigt einen knienden Heiligen im Gebet innerhalb eines blauen Schemas mit stilisierten Blütenrasen, während oberhalb die göttliche Figur erscheint. Der Hintergrund ist goldbraun, in breiten Flächen aufgetragen, mit noch sehr lebhaften Reflexen. Die Komposition ist in eine ovale Form eingerahmt, die in einem goldenen Rechteckfeld eingefügt ist. Die Farbpalette (tiefes Blau, leuchtendes Rot, Weiß und Gold) sowie die Linearität der Konturen erinnern an die spätgotische Kultur Norditaliens.
Sichtbare Materialspuren der Anwendung: eine horizontale Falzlinie durchschneidet sowohl das Trägermaterial als auch die Miniatur, was eine komplexe Nutzungs- und Montagesgeschichte vermuten lässt; der Einschub erscheint vollständig integriert, aber als eigenständiges Element erkennbar.
Rostfarbiger Fleck auf dem ersten Pergamentblatt, verursacht durch Flüssigkeit. In alten Büchern, mit jahrhundertelanger Geschichte, können einige Unvollkommenheiten vorhanden sein, die in der Beschreibung nicht immer erfasst werden. (2); 66; (2) Seiten.
VOLLER TITEL UND AUTOR
Benedicendum aquam in nocte Epiphaniae. Norditalien (wahrscheinlich lombardisch-venetische Region, mit ambrosianer oder veneto-padovanischer Affinität), ca. 1400, mit Zusätzen aus dem XVI–XVII. Jahrhundert. Zuschreibbar an ein reguläres kirchliches Umfeld (Kanoniker oder klösterliche Gemeinschaften). Autor anonym.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Das Manuskript gehört zur Tradition apotropaischer christlicher Rituale, in der die Liturgie eine aktive Funktion im Kampf gegen das Böse übernimmt. Der Weihritus des Wassers in der Nacht der Epiphanie wird hier zu einem echten exorzistischen Gerät: Durch Formeln, Invokationen und kodierte Gesten wird das Wasser zu einem operativen Mittel der Reinigung und des Schutzes. Die Exorzismen des Wassers (S. 4v) und des Salzes (S. 8v) bilden den kraftvollsten Kern des Textes und verankern ihn in einer liminalen Dimension zwischen liturgischer Orthopraxis und Praxis des Schutzes gegen Dämonenkräfte.
Historisch und stilistisch zeigt der Kodex Merkmale, die der Produktion Norditaliens im späten XIV. bis Anfang XV. Jahrhundert zugeordnet werden können. Das grafische Layout, die tetragrammische Notation und das dekorative System — initiale in mattgold mit marginaler Ausprägung und rot-blauen Filigranen — finden Parallelen in der lombardisch-venetischen librarischen Tradition, insbesondere in Zentren wie Padua, Verona und dem Mailänder Raum.
Die Anwesenheit der applizierten Miniatur führt ein außergewöhnlich interessantes Element ein: Es handelt sich nicht um eine einfache integrierte Verzierung, sondern um ein eigenständiges Bild, vermutlich als visuelles Mittel der Intensivierung des Ritus konzipiert. Die Szene des Heiligen, kniend vor der göttlichen Manifestation, übersetzt ikonografisch den Moment der Invokation und der Vermittlung zwischen Menschlichem und Göttlichem und macht den exorzistischen Akt sichtbar.
Stilistisch zeigt die Miniatur Merkmale, die auf eine lombardisch-venetische Kultur zwischen dem späten 14. und frühen 15. Jahrhundert hinweisen: Verwendung von gesättigtem Blau, mattgoldener Glanz, markante Linearität und vereinfachte Volumenführung der Figuren. Affinitäten zu Padua- oder Verona-Kontexten lassen sich vermuten, im Dialog mit der späten Giottesque-Tradition und den ersten Entwicklungen der International Gothic. Die Autonomie des Einschubs deutet auf eine Herkunft aus einem separaten Miniaturateliers, möglicherweise städtisch, hin, sowie auf dessen spätere Einfügung in den Kodex zur Erhöhung seines symbolischen und visuellen Wertes.
Die mögliche Affinität zur ambrosianischen Sphäre oder zu kanonischen Umfeldern Norditaliens wird durch die Zentralität und Intensität der exorzistischen Formeln angedeutet, die oft stärker entwickelt sind als die standardisierte romanische Praxis. In diesen Kontexten hatte der Epiphanie-Wasser-Ritus eine konkrete Funktion im gemeinschaftlichen Leben und erstreckte sich auf den Schutz von Räumen und Personen.
Das Vorhandensein der musikalischen Notation zeigt, dass der Ritus gesungen wurde, wodurch die Wirksamkeit der liturgischen Handlung durch die klangliche Dimension verstärkt wurde, die als Vehikel spiritueller Kraft wahrgenommen wird. Die initiale Miniatur in mattgoldener Farbe erfüllt eine primäre symbolische Funktion: Gold, göttliches und unverderbliches Licht, markiert den Eintritt in den Text und dient als visuelle und sakrale Schwelle. Der Manuskript erscheint so als ein total funktionsfähiges Objekt, in dem Wort, Klang und Bild zusammenwirken, um einen geschützten Raum zu konstruieren, und damit zu einem Dokument außergewöhnlichen historischen, rituellen und sammlerischen Wert.
BIOGRAPHIE DES AUTORS
Autore anonym. Das Manuskript stammt aus einer kirchlichen oder klösterlichen Umgebung Norditaliens des frühen Vierzehnten Jahrhunderts, vermutlich verbunden mit kanonischen Gemeinschaften oder klösterlichen Gesellschaften, die liturgische Bücher für die tägliche Praxis herstellten und nutzten. Schreiber und Miniatoren arbeiteten eng zusammen und schufen funktionale Manuskripte, die zugleich dekorativ hochfelgend gestaltet waren.
DRUCKGESCHICHTE UND ZIRKULATION
Manuskriptisch, nicht druckfertig. Auch nach der Einführung des Buchdrucks setzten sich liturgische Texte mit spezifischen lokalen Funktionen — insbesondere solche im Zusammenhang mit exorzistischen und apotropäischen Praktiken — weiterhin in handschriftlicher Form fort. Die Ergänzungen aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert belegen eine lange Nutzungsdauer und eine adaptive Weitergabe, wie sie typisch für liturgische Dienstbücher ist.
BIBLIOGRAPHY UND VERWEISE
Palazzo, Éric, Liturgie und Gesellschaft im Mittelalter, Paris, 2000, S. 215–240; Huglo, Michel, Les livres de chant liturgique, Turnhout, 1988, S. 95–132; Hiley, David, Western Plainchant, Oxford, 1993, S. 310–345; ICCU/OPAC SBN, Verzeichnisse italienischer mittelalterlicher liturgischer Manuskripte (Untersuchungen zu rituellen Epifanien und Ummauerung des Wassers); Kataloge mittelalterlicher italienischer musikalischer Manuskripte; Studien zu Benediktionsriten und liturgischen Exorzismen in der westlichen Welt.
Der Verkäufer stellt sich vor
Übersetzt mit Google ÜbersetzerDAS WASSER GEGEN DIE DÄMONEN: UNVERÖFFENTLICHTE EXORZISMEN IN EINEM ITALIENISCHEN MANUSKRIPT DES VIERZEHNTEN JAHRHUNDERTS Ein außergewöhnliches italienisches liturgisches Manuskript, datierbar um 1400, vermutlich hergestellt in Norditalien, konfigurierbar als autentisches museales Einzelstück von content-bezogenem Niveau.
Von außergewöhnlicher Bedeutung ist die Anwesenheit einer zeitgleichen Miniatur, die auf goldbraunem Hintergrund auf der Seite angebracht ist und einen knienden Heiligen im Gebet vor der Manifestation des Göttlichen zeigt: ein eigenständiges, hoch symbolisches Bild, das den Moment der Invokation und der Aktivierung der sakralen Kraft visuell verstärkt. Das Gold, in breiten, vibrierenden Flächen aufgetragen, wirkt als leuchtende Schwelle zwischen Menschlichem und Göttlichem und stärkt die apotropäische Dimension des Manuskripts.
Die Austreibung der Wasser (S. ca. 4v) und des Salzes (S. ca. 8v) bilden den Kern des Textes und verankern ihn in einer liminalen Dimension zwischen liturgischer Orthodoxie und Praxis zum Schutz vor dämonischen Kräften.
Durch kodifizierte Formeln, Invokationen und Gesten wird das Wasser zu einem operativen Reinigungs- und Schutzmittel.
Die expliziten exorzistischen Formeln, verbunden mit der tetragrammischen musikalischen Notation, deuten darauf hin, dass der Text nicht zum Lesen, sondern zur rituellen Handlung bestimmt ist. Die große initiale Miniatur in mattgoldener Farbe, von außergewöhnlicher visueller Präsenz, markiert den Eintritt in einen heiligen Raum, in dem das Wasser in ein aktives Instrument der Reinigung und Verteidigung gegen unsichtbare Kräfte verwandelt wird und das Manuskript an die Grenze zwischen offizieller Liturgie und apotropäischer Praxis rückt.
MARKTWERT
Italienische liturgische Manuskripte des XV. Jahrhunderts mit musikalischer Notation und miniblaater Dekoration liegen allgemein zwischen 10.000 und 15.000 Euro; jedoch entziehen sich Exemplare mit außergewöhnlichen Merkmalen — hohes Chronologie-Niveau (ca. 1400), explizite exorzistische Inhalte, vollständige musikalische Ausstattung und Golddekoration von Standardvergleichen. Das vorliegende Kodex, aufgrund seiner faktischen Einzigartigkeit und historischen Kohärenz, präsentiert sich als Top-Tier-Objekt für Sammler, mit offener und potenziell höherer Bewertung, die in internationalen Auktions- und institutionellen Kontexten erhebliches Wettbewerbsinteresse wecken könnte.
PHYSISCHE BESCHREIBUNG UND ZUSTAND
Manuskript auf Pergament aus dem Vierzehnten/ Fifteenth Jahrhundert (ca. 1400); Pergamentbindung in einem Siegel aus dem XVIII. Jahrhundert. Text in braunem Tinte auf einer Spalte von 17 Zeilen; Vorhandensein von Musiknotation auf tetragramm, präzise und voll funktionsfähig für die cantatausführung des Ritus.
Fascikulation: i–ii¹⁰; iii⁶; iv¹; v⁸ (Faszikel dem XVII.–XVIII. Jahrhundert hinzugefügt).
Dekoration von bemerkenswerter Qualität, einschließlich einer großen initialen Miniatur mit goldenem Hintergrund, hell glänzend und noch lebhaft reflektierend, mit eleganten marginalen Fortsetzungen; zahlreiche Kapitalschriftarten abwechselnd in Rot und Blau, verziert mit ornamentalen Wasserzeichen in größeren Modulen.
Vorhandensein einer zeitgleichen Miniatur, die auf einem Blatt des Manuskripts angebracht ist: Es handelt sich um einen autonomen bildnerischen Einschub, vermutlich separat geschaffen und nachträglich auf das Blatt montiert. Das Bild zeigt einen knienden Heiligen im Gebet innerhalb eines blauen Schemas mit stilisierten Blütenrasen, während oberhalb die göttliche Figur erscheint. Der Hintergrund ist goldbraun, in breiten Flächen aufgetragen, mit noch sehr lebhaften Reflexen. Die Komposition ist in eine ovale Form eingerahmt, die in einem goldenen Rechteckfeld eingefügt ist. Die Farbpalette (tiefes Blau, leuchtendes Rot, Weiß und Gold) sowie die Linearität der Konturen erinnern an die spätgotische Kultur Norditaliens.
Sichtbare Materialspuren der Anwendung: eine horizontale Falzlinie durchschneidet sowohl das Trägermaterial als auch die Miniatur, was eine komplexe Nutzungs- und Montagesgeschichte vermuten lässt; der Einschub erscheint vollständig integriert, aber als eigenständiges Element erkennbar.
Rostfarbiger Fleck auf dem ersten Pergamentblatt, verursacht durch Flüssigkeit. In alten Büchern, mit jahrhundertelanger Geschichte, können einige Unvollkommenheiten vorhanden sein, die in der Beschreibung nicht immer erfasst werden. (2); 66; (2) Seiten.
VOLLER TITEL UND AUTOR
Benedicendum aquam in nocte Epiphaniae. Norditalien (wahrscheinlich lombardisch-venetische Region, mit ambrosianer oder veneto-padovanischer Affinität), ca. 1400, mit Zusätzen aus dem XVI–XVII. Jahrhundert. Zuschreibbar an ein reguläres kirchliches Umfeld (Kanoniker oder klösterliche Gemeinschaften). Autor anonym.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Das Manuskript gehört zur Tradition apotropaischer christlicher Rituale, in der die Liturgie eine aktive Funktion im Kampf gegen das Böse übernimmt. Der Weihritus des Wassers in der Nacht der Epiphanie wird hier zu einem echten exorzistischen Gerät: Durch Formeln, Invokationen und kodierte Gesten wird das Wasser zu einem operativen Mittel der Reinigung und des Schutzes. Die Exorzismen des Wassers (S. 4v) und des Salzes (S. 8v) bilden den kraftvollsten Kern des Textes und verankern ihn in einer liminalen Dimension zwischen liturgischer Orthopraxis und Praxis des Schutzes gegen Dämonenkräfte.
Historisch und stilistisch zeigt der Kodex Merkmale, die der Produktion Norditaliens im späten XIV. bis Anfang XV. Jahrhundert zugeordnet werden können. Das grafische Layout, die tetragrammische Notation und das dekorative System — initiale in mattgold mit marginaler Ausprägung und rot-blauen Filigranen — finden Parallelen in der lombardisch-venetischen librarischen Tradition, insbesondere in Zentren wie Padua, Verona und dem Mailänder Raum.
Die Anwesenheit der applizierten Miniatur führt ein außergewöhnlich interessantes Element ein: Es handelt sich nicht um eine einfache integrierte Verzierung, sondern um ein eigenständiges Bild, vermutlich als visuelles Mittel der Intensivierung des Ritus konzipiert. Die Szene des Heiligen, kniend vor der göttlichen Manifestation, übersetzt ikonografisch den Moment der Invokation und der Vermittlung zwischen Menschlichem und Göttlichem und macht den exorzistischen Akt sichtbar.
Stilistisch zeigt die Miniatur Merkmale, die auf eine lombardisch-venetische Kultur zwischen dem späten 14. und frühen 15. Jahrhundert hinweisen: Verwendung von gesättigtem Blau, mattgoldener Glanz, markante Linearität und vereinfachte Volumenführung der Figuren. Affinitäten zu Padua- oder Verona-Kontexten lassen sich vermuten, im Dialog mit der späten Giottesque-Tradition und den ersten Entwicklungen der International Gothic. Die Autonomie des Einschubs deutet auf eine Herkunft aus einem separaten Miniaturateliers, möglicherweise städtisch, hin, sowie auf dessen spätere Einfügung in den Kodex zur Erhöhung seines symbolischen und visuellen Wertes.
Die mögliche Affinität zur ambrosianischen Sphäre oder zu kanonischen Umfeldern Norditaliens wird durch die Zentralität und Intensität der exorzistischen Formeln angedeutet, die oft stärker entwickelt sind als die standardisierte romanische Praxis. In diesen Kontexten hatte der Epiphanie-Wasser-Ritus eine konkrete Funktion im gemeinschaftlichen Leben und erstreckte sich auf den Schutz von Räumen und Personen.
Das Vorhandensein der musikalischen Notation zeigt, dass der Ritus gesungen wurde, wodurch die Wirksamkeit der liturgischen Handlung durch die klangliche Dimension verstärkt wurde, die als Vehikel spiritueller Kraft wahrgenommen wird. Die initiale Miniatur in mattgoldener Farbe erfüllt eine primäre symbolische Funktion: Gold, göttliches und unverderbliches Licht, markiert den Eintritt in den Text und dient als visuelle und sakrale Schwelle. Der Manuskript erscheint so als ein total funktionsfähiges Objekt, in dem Wort, Klang und Bild zusammenwirken, um einen geschützten Raum zu konstruieren, und damit zu einem Dokument außergewöhnlichen historischen, rituellen und sammlerischen Wert.
BIOGRAPHIE DES AUTORS
Autore anonym. Das Manuskript stammt aus einer kirchlichen oder klösterlichen Umgebung Norditaliens des frühen Vierzehnten Jahrhunderts, vermutlich verbunden mit kanonischen Gemeinschaften oder klösterlichen Gesellschaften, die liturgische Bücher für die tägliche Praxis herstellten und nutzten. Schreiber und Miniatoren arbeiteten eng zusammen und schufen funktionale Manuskripte, die zugleich dekorativ hochfelgend gestaltet waren.
DRUCKGESCHICHTE UND ZIRKULATION
Manuskriptisch, nicht druckfertig. Auch nach der Einführung des Buchdrucks setzten sich liturgische Texte mit spezifischen lokalen Funktionen — insbesondere solche im Zusammenhang mit exorzistischen und apotropäischen Praktiken — weiterhin in handschriftlicher Form fort. Die Ergänzungen aus dem XVI. und XVII. Jahrhundert belegen eine lange Nutzungsdauer und eine adaptive Weitergabe, wie sie typisch für liturgische Dienstbücher ist.
BIBLIOGRAPHY UND VERWEISE
Palazzo, Éric, Liturgie und Gesellschaft im Mittelalter, Paris, 2000, S. 215–240; Huglo, Michel, Les livres de chant liturgique, Turnhout, 1988, S. 95–132; Hiley, David, Western Plainchant, Oxford, 1993, S. 310–345; ICCU/OPAC SBN, Verzeichnisse italienischer mittelalterlicher liturgischer Manuskripte (Untersuchungen zu rituellen Epifanien und Ummauerung des Wassers); Kataloge mittelalterlicher italienischer musikalischer Manuskripte; Studien zu Benediktionsriten und liturgischen Exorzismen in der westlichen Welt.
