Figur - Theresia von Ávila - 60 cm - Eiche

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Clément Floch
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Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung

Sakrale Holzskulptur einer Ordensfrau (Theresia von Ávila) – Polychrom gefasste Schnitzarbeit (ca. frühes 19. Jahrhundert)

Detaillierte Objektidentifikation und technische Spezifikationen

Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um eine vollplastisch ausgeführte, polychrom gefasste Holzskulptur, die als bedeutendes Zeugnis der sakralen Bildhauerkunst des frühen 19. Jahrhunderts einzustufen ist.

Material-Historie: Die Figur wurde aus einem massiven Block Weichholz (vermutlich Linde oder Zirbe) geschnitzt, was der traditionellen Fertigungsweise im alpinen und süddeutschen Raum entspricht. Die polychrome Fassung (Farbschicht) ist auf einem Kreidegrund aufgebaut, wobei die Gewänder in tiefen Braun- und Schwarztönen sowie einem hellen Beigeton (Chormantel) gehalten sind.

Technik: Die Bearbeitung zeigt eine feine Detailtiefe, insbesondere in der Physiognomie und der Gestaltung der Hände. Die Vergoldungen an den Gewandsäumen und dem Buchschnitt wurden mit Blattmetall (Echtgold oder hochwertiges Kompositionsgold) ausgeführt, was auf eine gehobene Auftraggeberschaft hindeutet.

Physikalische Beschaffenheit: Die Skulptur weist eine Gesamthöhe von ca. 60 cm auf. Die Basis (Plinthe) hat ein Maß von ca. 17 cm in der Breite und 15 cm in der Tiefe. Das Gewicht ist dem massiven Holz entsprechend solide.

Analyse der künstlerischen Darstellung (Die Ikonografie der Mystik)

Diese Skulptur ist deshalb von herausragendem Wert, weil sie die spirituelle Intensität der dargestellten Heiligen in einer meisterhaften Formensprache einfängt:

Identifikation (Theresia von Ávila): Die Tracht – brauner Habit, weißer Wimpel und schwarzer Schleier unter einem hellen Mantel – identifiziert die Dargestellte als Angehörige des Ordens der Unbeschuhten Karmelitinnen. Das Attribut des verzierten Buches in der linken Hand und der entrückte, nach oben gewandte Blick (Ekstase) sprechen eindeutig für die Darstellung der Heiligen Theresia von Ávila, der großen Mystikerin und Kirchenlehrerin.

Gestik und Mimik: Der geöffnete Mund und die leicht erhobene rechte Hand (trotz Verlust der Fingerspitzen deutlich erkennbar) suggerieren einen Moment der göttlichen Eingebung oder der Lehre. Die feine Ausarbeitung der Augäpfel und der Lider verleiht der Figur eine bemerkenswerte psychologische Präsenz.

Schnitzqualität: Besonders die Faltenführung des Mantels zeigt das hohe Können des Bildhauers. Die tief unterschnittenen Röhrenfalten erzeugen ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten (Chiaroscuro), das der statischen Figur Dynamik verleiht.

Ikonografie und handwerkliche Details der Basis

Das visuelle Design der Unterseite (Revers/Boden) bietet wichtige Hinweise für die archäometrische Einordnung:

Zentraler Hohlraum: Eine kreisförmige Aussparung im Boden deutet darauf hin, dass die Figur ursprünglich auf einem Zapfen (z. B. eines Altars oder einer Prozessionsstange) fixiert war oder während der Bearbeitung auf einem Schnitzgalgen montiert wurde.

Montagespuren: Die Sichtbarkeit von alten Schlitzschrauben und handgeschmiedeten Nägeln bestätigt die historische Montage. Die kreuzweise eingeritzten Linien auf der Standfläche dienten dem Handwerker zur exakten Zentrierung des Objekts.

Kunsthistorischer Kontext: Sakrale Kunst um 1800

Das Werk entstand in einer Übergangsphase zwischen dem auslaufenden Spätbarock und dem beginnenden Klassizismus bzw. der frühen Neugotik:

Stilmischung: Während die emotionale Geste und der Faltenwurf noch barocke Reminiszenzen aufweisen, zeigt die Klarheit der Linienführung und die Ruhe in der Gesamterscheinung bereits den Einfluss der klassizistischen Beruhigung.

Bedeutung der Fassung: In dieser Ära wurde großer Wert auf eine realistische Inkarnatsdarstellung (Hautfarbe) gelegt. Die hier vorliegende matte, leicht nachgedunkelte Patina der Fassung unterstreicht das hohe Alter und den authentischen Charakter des Objekts.

Materialzustand und restauratorische Bewertung (Grading)

Der Erhaltungszustand ist für eine über 200 Jahre alte Holzskulptur als gut bis sehr gut zu bezeichnen, wobei authentische Altersspuren den historischen Wert unterstreichen:

Substanz: Das Holz ist stabil. Es sind keine Anzeichen für aktiven Anobienbefall (Holzwurm) erkennbar. Das Gesicht und das Hauptattribut (Buch) sind hervorragend erhalten.

Fehlstellen: An der rechten Hand sind Verluste an den Fingern zu verzeichnen. Dies sind typische „Verletzungen“ bei freistehenden Skulpturen dieser Epoche. An der Plinthe finden sich kleinere Bestoßungen und Abplatzungen der Fassung, die den Blick auf den Kreidegrund freigeben.

Patina: Die Oberfläche weist eine natürliche, historisch gewachsene Alterspatina auf. Es gibt keine Hinweise auf eine grobe Überfassung (Neuübermalung) in jüngerer Zeit, was für Sammler von höchster Relevanz ist.

Marktwert-Analyse und Ausblick 2026

Während industrielle Gipsfiguren oder späte Serienfertigungen kaum Marktwert besitzen, hebt sich diese handgeschnitzte Einzelfigur durch ihr Alter und die künstlerische Qualität massiv ab.

Kriterium Bewertung Einfluss auf den Wert
Künstlerischer Rang Hochwertige Werkstattarbeit Hoch
Physischer Zustand Authentisch mit kleinen Mängeln Positiv
Seltenheit Frühes 19. Jhd. (Originalfassung) Sehr hoch
Markttrend 2026 Fokus auf authentische Sakralplastik Stabil
Markteinschätzung: Für eine Skulptur dieser Qualität und Datierung (frühes 19. Jahrhundert) liegt der Wert im spezialisierten Kunsthandel oder bei Auktionen für Sakralgegenstände zwischen 1.200 € und 1.800 €. Der Wert ergibt sich aus der Kombination von Alter, der Identifikation als populäre Heilige (Teresa v. Ávila) und dem weitgehenden Erhalt der originalen Farbfassung.

Zusammenfassung für das Archiv

Dieses Objekt ist ein beeindruckendes Zeugnis privater oder kirchlicher Andachtskultur. Es vereint handwerkliche Meisterschaft mit tiefer spiritueller Ausdruckskraft. Ein signifikantes Exponat für jede Sammlung zum Thema „Sakrale Bildhauerkunst des Klassizismus und der Spätromantik“.

Titel:
Heilige Theresia von Ávila in Ekstase – Sakrale Holzskulptur, polychrom gefasst und teilvergoldet, ca. 1800–1830

Objekt:
Vollplastische Schnitzfigur aus Weichholz.
Maße: Höhe ca. 60 cm, Breite ca. 17 cm, Tiefe ca. 15 cm.
Herkunft: Süddeutschland / Österreich.

Darstellung:
Die Figur zeigt eine stehende Nonne im Habit der Karmelitinnen. In der linken Hand hält sie ein reich verziertes Buch mit goldfarbenem Buchdeckel und sichtbarem Buchschnitt. Die rechte Hand ist gestisch erhoben. Das Haupt ist leicht in den Nacken gelegt, der Blick ist gen Himmel gerichtet, was den Moment der mystischen Vision thematisiert.

Technik und Ausführung:
Handgeschnitztes Holzmodell.
Fassung: Polychrome Malerei auf Kreidegrund.
Veredelung: Blattmetallvergoldung an Säumen und Attributen.
Sockel: Integrierte Rechteckplinthe, Unterseite mit historischen Montageelementen.

Erhaltungszustand:
Altersgemäß guter Originalzustand. Fingerspitzen der rechten Hand fehlen. Fassung partiell berieben und mit kleineren Fehlstellen, jedoch weitgehend original erhalten. Keine erkennbaren strukturellen Schäden am Holzkorpus.

Fazit:
Eine museale Skulptur von hoher Qualität, die durch ihre Ausdrucksstärke und das authentische Alter besticht. Sie dokumentiert die Kontinuität der barocken Tradition in die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts hinein.

Wikipedia Infos:

Teresa von Ávila
Karmelitin, Mystikerin, Kirchenlehrerin und Heilige der katholischen Kirche
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Teresa von Ávila (im Deutschen auch Theres(i)a von Avila; spanisch Teresa de Ávila), geborene Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada (* 28. März 1515 in Ávila, Kastilien, Spanien; † 4. Oktober 1582 in Alba de Tormes, bei Salamanca), war eine spanische Ordensfrau und Autorin. Sie war Karmelitin sowie Mystikerin und gilt als „berühmteste Nonne des frühneuzeitlichen Katholizismus“.[1] In der katholischen Kirche wird sie als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Oft wird sie die „große Teresa“ genannt, um sie von der heiligen Theresia vom Kinde Jesus (von Lisieux) zu unterscheiden.

Teresa von Ávila (Peter Paul Rubens)
Leben
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Convento de Santa Teresa in Ávila
Teresa de Ahumada wurde 1515 in Ávila geboren, so die Meinung der meisten Biographen; nur eine Minderheit nennt Gotarrendura (Provinz Ávila) als Geburtsort, ohne überzeugende Beweise anzuführen und gegen eine Jahrhunderte alte Tradition. Ihr Großvater väterlicherseits war ein sephardischer Jude aus Toledo und ein begüterter Kaufmann, der mit Inés de Cepeda verheiratet war.[2] 1485, als Teresas Vater Alonso Sánchez de Cepeda (1471–1543) vierzehn Jahre alt war, trat der Großvater, Juan Sánchez de Toledo Cepeda (1440–1507), mit seiner Familie zum Christentum über[3], erwarb einen Adelsbrief und zog nach Ávila, um dort ein neues Leben zu beginnen. Mit dem Fortschreiten der Reconquista (siehe auch Zeittafel Reconquista) lag auf den sephardischen Juden ein zunehmender Druck zur Abkehr von ihrer religiösen Praxis, der dann im Jahre 1492 mit dem Alhambra-Edikt zu einer Vertreibung oder zu einer Zwangstaufe, conversos, führte.
Aus einer ersten Ehe von Alonso Sánchez de Cepeda stammten zwei Kinder, aus der zweiten, die er 1508 mit Doña Beatriz de Ahumada (1495–1528) schloss, zehn, von denen Teresa das dritte war. Sie schrieb: „Wir waren drei Schwestern und neun Brüder“.[4]
Nach dem Tod ihrer Mutter (1528) vertiefte sich Teresa nach ihren eigenen Angaben in die Lektüre der damals üblichen Ritterromane, die schon ihre Mutter eifrig gelesen habe, pflegte erste Freundschaften und geriet in eine religiöse Krise.[5] Als 1531 ihre Halbschwester heiratete, brachte der Vater die Sechzehnjährige zur weiteren Erziehung in das Kloster der Augustinerinnen Santa María de la Gracia in Ávila, das sie aus gesundheitlichen Gründen nach 18 Monaten wieder verlassen musste.[6] Auf dem Weg zur Genesung bei ihrer Schwester fielen ihr bei ihrem Onkel väterlicherseits Pedro Sánchez de Cepeda einige Bücher in die Hand, darunter auch die Briefe des Kirchenvaters Hieronymus, die für ihre Berufswahl wichtig wurden. Bei der Entscheidung für das Kloster spielte zwar eine echte Christusbeziehung, zugleich aber auch die damalige ungünstige Situation der verheirateten Frau und Höllenangst eine Rolle.[7]
Am 2. November 1535 trat Teresa gegen den Willen ihres Vaters in den Karmel von der Menschwerdung (Santa María de la Encarnación) in Ávila ein. Im Konvent lebten zu dieser Zeit knapp vierzig Schwestern, doch wuchs die Anzahl wegen des immensen Frauenüberschusses in Spanien in nur fünfzehn Jahren auf hundertneunzig, mit all den sich daraus ergebenden wirtschaftlichen, sozialen und spirituellen Folgen. Am 2. November 1536 wurde sie eingekleidet, und am 3. November 1537 legte sie ihre Ordensprofess ab.
Im Jahr darauf wurde Teresa ernsthaft krank. Eine retrospektive Diagnose ist nicht möglich, obwohl es viele Spekulationen gegeben hat[8]; genannt wurden und werden unter anderem Epilepsie, Depression und Brucellose. Auf dem Weg zu einer „Heilerin“ in Becedas fiel ihr bei ihrem Onkel Pedro das Tercer Abecedario Espiritual („Drittes geistliches ABC“) des Franziskaners Francisco de Osuna in die Hände, durch das sie in dem von ihr schon lange geübten „inneren Beten“ bestärkt wurde.[9] Im Juli 1539 kehrte sie todkrank in ihr Kloster zurück, wo sie im August in eine dreitägige todesähnliche Starre fiel; man hielt sie für tot, betete die Totengebete für sie und hob bereits das Grab aus. Drei Jahre war sie mehr oder weniger gelähmt.[10] Ab 1542 ging es ihr gesundheitlich besser, doch geriet sie in eine religiöse Krise; sie gab das innere Beten auf, das für sie „Verweilen bei einem Freund“ war, weil sie sich zu schlecht dafür hielt, Pater Vicente Barrón OP, den sie beim Tod ihres Vaters (26. Dezember 1543) kennenlernte, befreite sie jedoch von diesem Irrtum.[11]
Nach der teilweisen Wiederherstellung ihrer Gesundheit nahm Theresa wieder am regen Umgang mit den Besuchern des Klosters in den Sprechzimmern teil, meistens auf Anordnung ihrer Oberen[12], litt aber sehr darunter, weil sie sich zwischen oberflächlicheren Interessen und dem Wunsch, sich ganz auf Gott einzulassen, hin- und hergerissen fühlte. In der Not, dieses Dilemma aus eigener Kraft nicht lösen zu können, wurde ihr in der Fastenzeit 1554 vor einer kleinen Statue des Schmerzensmannes eine tiefe Erfahrung seiner Liebe zuteil, die eine völlige innere Umkehr und Befreiung bewirkte (ihre Zweite Bekehrung).[13] Teresa sprach in diesem Zusammenhang von einem „neuen Leben“.[14] In den folgenden Jahren erlebte sie erste tiefe Gebetserfahrungen und Visionen, die sie, verunsichert durch unfähige Beichtväter, in Angst und Schrecken versetzten, doch erhielt sie von kundigen Dominikanern und Jesuiten, unter anderen Francisco de Borja, Aufklärung und Hilfe. In diese Zeit fielen die ersten Aufzeichnungen für ihre Autobiographie.[15]

Convento de la Encarnación in Ávila

Karmel in Alba de Tormes, wo sich Teresas Grab befindet.
Eine weitere Vertiefung ihrer spirituellen Erfahrung war die Höllenvision (1560), die sie nach den damaligen Vorstellungen beschrieb und mit dem Wunsch nach einem konsequent apostolischen Leben verband.[16] In diesem Zustand erlebte sie zusammen mit einigen Freundinnen und Verwandten im September 1560 die sogenannte „Gründungssitzung“ in ihrer Klosterzelle, bei der der Wunsch ausgesprochen wurde, eine Gemeinschaft nach Art der sogenannten Descalzos („Unbeschuhten“) zu gründen, wie damals die Anhänger von Reformbewegungen innerhalb ihrer jeweiligen Orden genannt wurden.[17]
Mit Hilfe des Bischofs von Ávila, Álvaro de Mendoza, erhielt Teresa von Papst Pius IV. die Erlaubnis, in Ávila ein Kloster zu gründen, in dem wieder die ursprüngliche Ordensregel des heiligen Albert von Jerusalem befolgt werden sollte. So konnte sie am 24. August 1562 ihre erste Gründung, den Konvent vom hl. Josef (Convento de San José) in Ávila, errichten. Dem Brauch entsprechend, wurden sie „Unbeschuhte Karmelitinnen“ genannt. Die ersten Klöster der Unbeschuhten wurden mit der kleinen Anzahl von dreizehn Schwestern gegründet, die später auf nicht mehr als einundzwanzig Schwestern erhöht wurde.
Der ersten folgten noch sechzehn weitere Gründungen für Schwestern, und in Zusammenarbeit mit Johannes vom Kreuz wurde Teresa auch zur Gründerin des männlichen Zweigs des Teresianischen Karmels. Wegen der Verbindung ihrer erstaunlichen Tatkraft und ihrer tiefen Frömmigkeit nannte der niederländische Theologe Paul van Geest sie ein „Kraftwerk ihres Jahrhunderts.“[18] Im August/September 1568 führte sie in Valladolid Johannes vom Kreuz sorgfältig in ihre neuen Ziele ein, deren Kennzeichen ein geschwisterlicher Lebensstil, Einübung ins Ich-Sterben (Freiwerden vom Ego) und vor allem Pflege einer intensiven Freundschaft mit Gott waren; dem Ganzen sollte Demut – verstanden als ständiges Bemühen um Selbsterkenntnis – zugrunde liegen.[19] Damit hob Teresa sich klar vom damals gängigen Reformideal der Descalzos in Kastilien ab, das auf Rigorismus setzte, dessen Kennzeichen aufsehenerregende Bußübungen (Selbstgeißelung, extremes Fasten und ein totales Abstinenzgebot) waren, womit sich die Personen Gottes Gunst zu erwerben und zu erhalten hofften.
Am 6. Oktober 1571 wurde Teresa vom Apostolischen Visitator Pedro Fernández OP gegen ihren und den Willen der Schwestern zur Priorin des Karmels von der Menschwerdung, in den sie ursprünglich eingetreten war, ernannt. Im Sommer des folgenden Jahres holte sie Johannes vom Kreuz als Spiritual und Beichtvater in diesen inzwischen auf etwa zweihundert Schwestern angewachsenen Konvent. Mit ihrer auf suavidad (Sanftmut) und nicht auf dem damals üblichen Rigorismus beruhenden geistlichen Führung gelang es ihnen, dort eine wirkliche Erneuerung durchzuführen. Im April des Jahres 1575 lernte Teresa den gebildeten Karmeliten Jerónimo Gracián (1545–1614), der aus Sevilla stammte, kennen. Zwischen beiden bildete sich eine tiefe Verbundenheit.[20]
Im Zuge der sich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen der päpstlichen Kurie in Rom (Konzil von Trient, abgeschlossen 1563) und dem Hof Philipps II., der im Sinne des Regalismus die Rolle der Kirche in Spanien zugunsten des Königshofes zurückzudrängen suchte, entstand zwischen Teresas Neugründung und dem Stammorden ein heftiger Streit, der erst durch die Errichtung einer unabhängigen Provinz durch Papst Gregor XIII. mit dem Breve Pia consideratione vom 22. Juni 1580 beigelegt wurde; die Folge war die Errichtung einer selbständigen Ordensprovinz des entstehenden Teresianischen Karmels am 7. März 1581.
Als sie von ihrer letzten Gründung in Burgos auf dem Heimweg in den Karmel vom hl. Josef in Avila war, wurde Teresa von Provinzvikar Antonio de Jesús (Heredia) nach Alba de Tormes abgeordnet, wo sie der jungen Herzogin von Alba bei der Niederkunft beistehen sollte. Sie kam dort am 20. September 1582 todkrank an und starb im dortigen Karmelitinnenkloster am 4. Oktober 1582 gegen neun Uhr abends. Aufgrund der Gregorianischen Kalenderreform folgte auf den 4. sofort der 15. Oktober, an dem Teresa beerdigt wurde.
Geistliche Erfahrung
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Teresas Lehre zentriert sich auf das innere Beten (oración), das sie bereits vor ihrem Eintritt ins Kloster geübt hatte.[21] Seinen Ursprung dürfte es in ihrer natürlichen Veranlagung zu Freundschaft und Kommunikation haben: „Gott hat mir die Gnade gegeben, dass ich überall, wo ich hinkam, Sympathie hervorrief, und so war ich sehr beliebt“.[22] Aus ihrer Zuneigung zum verlassenen und verratenen Menschen Jesus von Nazareth[21] entwickelte sie ihr „Beten“ als Pflege der Freundschaft mit Gott bzw. Jesus, nachdem sie im Herbst 1538 durch das Buch „Tercer Abecedario espiritual“ (Drittes Spirituelles ABC) des Franziskaners Francisco de Osuna auf diesem „Weg“ bestärkt worden war.[21] Es bestand darin, „mir Christus in meinem Inneren vorzustellen“; später bezeichnete sie ihr Beten als „Verweilen bei einem Freund“.[23] Das bedeutet, dass der Mensch sich immer wieder von neuem Gott zuwenden soll, ohne dabei etwas zu verdrängen oder abzuwerten, im Bewusstsein, so vom menschgewordenen Gott geliebt zu sein, „der sich über die Schwächen der Menschen nicht entsetzt, sondern Verständnis hat für unsere armselige Lage“.[24] Bei diesen Bemühungen „widerfuhr es mir, dass mich ganz unverhofft ein Gefühl der Gegenwart Gottes überkam, so dass ich in keiner Weise bezweifeln konnte, dass Er in meinem Innern weilte oder ich ganz in Ihm versenkt war“.[25]
Dabei machte Teresa im Lauf der Zeit auch mystische Erfahrungen (innere Ansprachen, Visionen, Verzückungen bis zum als „intellektuelle Vision“ bezeichneten intuitiven Erahnen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit). Doch relativiert Teresa diese Erfahrungen selbst. Sie sind nicht das Wesen der mystischen Erfahrung, denn im erhabensten Zustand, der sog. „mystischen Vermählung“, verschwinden sie. Der Kern bleibt jedoch die „Freundschaft mit dem Mensch gewordenen Gott“, die sich in der gelebten Nächstenliebe bewährt: „Ob wir Gott lieben, kann man nie wissen; die Liebe zum Nächsten erkennt man aber sehr wohl.“[26]

Rubens: Transverberation der Teresa, 1615
Ihre bekannteste Vision war die sogenannte Transverberation, die Durchbohrung ihres Herzens:[27]
„Ich sah einen Engel neben mir, an meiner linken Seite, und zwar in leiblicher Gestalt, was ich sonst kaum einmal sehe. […] Er war nicht groß, eher klein, sehr schön, mit einem so leuchtenden Antlitz, daß er allem Anschein nach zu den ganz erhabenen Engeln gehörte, die so aussehen, als stünden sie ganz in Flammen. […] Ich sah in seinen Händen einen langen goldenen Pfeil, und an der Spitze dieses Eisens schien ein wenig Feuer zu züngeln. Mir war, als stieße er es mir einige Male ins Herz, und als würde es mir bis in die Eingeweide vordringen. Als er es herauszog, war mir, als würde er sie mit herausreißen und mich ganz und gar brennend vor starker Gottesliebe zurücklassen. Der Schmerz war so stark, daß er mich […] Klagen ausstoßen ließ, aber zugleich ist die Zärtlichkeit, die dieser ungemein große Schmerz bei mir auslöst, so überwältigend, daß noch nicht einmal der Wunsch hochkommt, er möge vergehen, noch daß sich die Seele mit weniger als Gott begnügt. Es ist dies kein leiblicher, sondern ein geistiger Schmerz, auch wenn der Leib durchaus Anteil daran hat, und sogar ziemlich viel.“[28]
Im teresianischen Karmel wird der 26. August als Gedenktag der Transverberation gefeiert.
Am Ende ihres Hauptwerkes, den 1577 entstandenen Wohnungen der inneren Burg schreibt sie: „Letztlich, meine Schwestern, das, womit ich schließe, ist, dass wir keine Türme ohne Fundament bauen sollen, denn der Herr schaut nicht so sehr auf die Größe der Werke, als vielmehr auf die Liebe, mit der sie getan werden. Und wenn wir tun, was wir können, wird Seine Majestät dazutun, dass wir jeden Tag mehr und mehr vermögen, sofern wir nicht gleich müde werden, sondern für die kurze Dauer dieses Lebens – und vielleicht ist es kürzer als die einzelne denkt – innerlich und äußerlich dem Herrn das Opfer anbieten, das wir fertig bringen. Seine Majestät wird es mit dem verbinden, was er am Kreuz für uns dem Vater darbrachte, damit es den Wert erhält, den unser Wollen verdient hätte, seien die Werke auch klein.“[29]
Der wohl berühmteste ihrer Texte ist das Gebet Nada te turbe, zu dessen Beliebtheit wesentlich eine Taizé-Vertonung beitrug, der allerdings wiederum eine stark bearbeitete Textversion zugrunde liegt. Übertragungen und Nachdichtungen finden sich über die Jahre auch in verschiedenen Ausgaben des katholischen Gebet- und Gesangbuchs Gotteslob.[30]
Namensgeberin
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Teresa von Ávila ist Namensgeberin für das Macizo Santa Teresita, besser bekannt als Dufek-Massiv. Mehrere Kirchen haben das Patrozinium St. Theresia von Ávila, siehe Theresienkirche.
Verehrung
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Teresa gilt als große Mystikerin. 1614 wurde sie seliggesprochen, 1617 zur Schutzpatronin von Spanien ernannt und 1622 heiliggesprochen. 1944 wurde sie von Papst Pius XII. zur Schutzpatronin der Schachspieler erklärt.[31] Am 18. September 1965 ernannte Paul VI. Teresa zur Patronin der hispanischen Schriftsteller und am 27. September 1970 als erste Frau in der Geschichte der Kirche zur Kirchenlehrerin.[32] Weitere Ehrungen sind ihre Ernennungen zur Mitpatronin Spaniens 1627 (neben Santiago, dem heiligen Jakobus), zum Ehrendoktor der Universität Salamanca am 4. März 1922 und aus Anlass ihres 500. Geburtstages zum Ehrendoktor ihrer Heimatuniversität, der Katholischen Universität Ávila am 5. August 2015.[33]
Die hl. Teresa von Avila starb am letzten Tag der Gültigkeit des julianischen Kalenders in den damaligen katholischen Gebieten. Wegen der gregorianischen Kalenderreform fiel der Heiligengedenktag der hl. Teresa auf den 15. Oktober, der dem 4. Oktober unmittelbar folgte.
Katholisch: 15. Oktober (Gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender)
Anglikanisch: 15. Oktober[34]
Evangelisch: 15. Oktober (Gedenktag im Evangelischen Namenkalender)
Eine dem Gedenktag entsprechende Bauernregel lautet: Zu Theres’ beginnt die Weinles’.[35]
In der christlichen Ikonographie wird Teresa von Ávila im braunen Habit der unbeschuhten Karmelitinnen mit weißem Chormantel und schwarzem Schleier, mit den Attributen Buch und Feder, mit einem Herzen mit dem Christusmonogramm, mit Geißel, Dornen und Pfeil, mit der Taube des Heiligen Geistes dargestellt.
Eine der berühmtesten Darstellungen ist die Marmorstatue Gian Lorenzo Berninis in der römischen Kirche Santa Maria della Vittoria. Sie zeigt Teresa in der mystischen Verzückung bei der Transverberation.[36]
Gaspar de Crayer malte die Vision, in der Maria und Josef Teresa ein weißes Gewand und „eine wunderschöne Goldkette […] mit einem sehr wertvollen Kreuz daran“[37] schenkten.[38]
Gemälde von Br. Juan de la Miseria im Karmelitinnenkloster Sevilla
Gemälde von Br. Juan de la Miseria im Karmelitinnenkloster Sevilla
Teresa of Ávila, Gemälde von François Gérard
Teresa of Ávila, Gemälde von François Gérard
Altarbild der Heiligen Teresa von Avila, Statue und Gemälde in der Kathedrale Sainte-Marie d'Auch in Frankreich
Altarbild der Heiligen Teresa von Avila, Statue und Gemälde in der Kathedrale Sainte-Marie d'Auch in Frankreich
Statue in der Kirche von Gebrazhofen/Leutkirch im Allgäu, Deutschland
Statue in der Kirche von Gebrazhofen/Leutkirch im Allgäu, Deutschland
Statue in der Kathedrale von Caxias do Sul, Brasilien
Statue in der Kathedrale von Caxias do Sul, Brasilien
Glasfenster im Kloster der Menschwerdung
Glasfenster im Kloster der Menschwerdung
Skulptur der Heiligen von Gregorio Fernández im Konvent der hl. Teresa in Avila
Skulptur der Heiligen von Gregorio Fernández im Konvent der hl. Teresa in Avila
Statue der Heiligen in mystischer Verzückung (Cornaro-Kapelle in der Karmelitenkirche Santa Maria della Vittoria Rom)
Statue der Heiligen in mystischer Verzückung (Cornaro-Kapelle in der Karmelitenkirche Santa Maria della Vittoria Rom)
Statue der hl. Teresa am Eingangstor Puerta del Alcázar der Stadtmauer von Ávila
Statue der hl. Teresa am Eingangstor Puerta del Alcázar der Stadtmauer von Ávila
Werke
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Vida (1565 vollendet, eine frühere Fassung von 1561/1562 ist verlorengegangen)
Das Buch meines Lebens. Herder, Freiburg 2001, 8. Auflage 2013: übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 1), ISBN 978-3-451-05211-8 (PDF; 2 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Camino de Perfección. (beide Fassungen [Escorial und Valladolid] 1566/1567)
Weg der Vollkommenheit. [Kodex von Escorial]. Herder, Freiburg 2001, 4. Auflage 2012: übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisbeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 2), ISBN 978-3-451-05318-4 (PDF; 1,1 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Meditaciones sobre los Cantares
Gedanken zum Hohen Lied, Gedichte und kleinere Schriften. Herder, Freiburg 2004, 2. Auflage 2012, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 3), ISBN 978-3-451-05477-8 (PDF; 1,7 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Moradas del Castillo Interior (1577)
Wohnungen der Inneren Burg. Herder, Freiburg 2005, 4. Auflage 2012, übersetzt, herausgegeben und eingeleitet von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 4), ISBN 978-3-451-05655-0 (PDF; 1,4 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Libro de las fundaciones
Das Buch der Gründungen. Herder, Freiburg 2007, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 5), ISBN 978-3-451-05847-9).
Briefe (I, 1–150, 1546–1576)
Schicken Sie mir doch ein paar Täubchen. Herder, Freiburg 2010, 2. Auflage 2012, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 6), ISBN 978-3-451-06223-0 (PDF; 4,4 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Briefe (II, 151–300, 1576–1579)
Noch nie habe ich euch so geliebt wie jetzt. Herder, Freiburg 2011, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 7), ISBN 978-3-451-06299-5 (PDF; 4,1 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Briefe (III, 301–468, 1579–1582)
Diesen großen Gott können wir überall lieben. Herder, Freiburg 2013, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 8), ISBN 978-3-451-06311-4 (PDF; 5 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).

Sakrale Holzskulptur einer Ordensfrau (Theresia von Ávila) – Polychrom gefasste Schnitzarbeit (ca. frühes 19. Jahrhundert)

Detaillierte Objektidentifikation und technische Spezifikationen

Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um eine vollplastisch ausgeführte, polychrom gefasste Holzskulptur, die als bedeutendes Zeugnis der sakralen Bildhauerkunst des frühen 19. Jahrhunderts einzustufen ist.

Material-Historie: Die Figur wurde aus einem massiven Block Weichholz (vermutlich Linde oder Zirbe) geschnitzt, was der traditionellen Fertigungsweise im alpinen und süddeutschen Raum entspricht. Die polychrome Fassung (Farbschicht) ist auf einem Kreidegrund aufgebaut, wobei die Gewänder in tiefen Braun- und Schwarztönen sowie einem hellen Beigeton (Chormantel) gehalten sind.

Technik: Die Bearbeitung zeigt eine feine Detailtiefe, insbesondere in der Physiognomie und der Gestaltung der Hände. Die Vergoldungen an den Gewandsäumen und dem Buchschnitt wurden mit Blattmetall (Echtgold oder hochwertiges Kompositionsgold) ausgeführt, was auf eine gehobene Auftraggeberschaft hindeutet.

Physikalische Beschaffenheit: Die Skulptur weist eine Gesamthöhe von ca. 60 cm auf. Die Basis (Plinthe) hat ein Maß von ca. 17 cm in der Breite und 15 cm in der Tiefe. Das Gewicht ist dem massiven Holz entsprechend solide.

Analyse der künstlerischen Darstellung (Die Ikonografie der Mystik)

Diese Skulptur ist deshalb von herausragendem Wert, weil sie die spirituelle Intensität der dargestellten Heiligen in einer meisterhaften Formensprache einfängt:

Identifikation (Theresia von Ávila): Die Tracht – brauner Habit, weißer Wimpel und schwarzer Schleier unter einem hellen Mantel – identifiziert die Dargestellte als Angehörige des Ordens der Unbeschuhten Karmelitinnen. Das Attribut des verzierten Buches in der linken Hand und der entrückte, nach oben gewandte Blick (Ekstase) sprechen eindeutig für die Darstellung der Heiligen Theresia von Ávila, der großen Mystikerin und Kirchenlehrerin.

Gestik und Mimik: Der geöffnete Mund und die leicht erhobene rechte Hand (trotz Verlust der Fingerspitzen deutlich erkennbar) suggerieren einen Moment der göttlichen Eingebung oder der Lehre. Die feine Ausarbeitung der Augäpfel und der Lider verleiht der Figur eine bemerkenswerte psychologische Präsenz.

Schnitzqualität: Besonders die Faltenführung des Mantels zeigt das hohe Können des Bildhauers. Die tief unterschnittenen Röhrenfalten erzeugen ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten (Chiaroscuro), das der statischen Figur Dynamik verleiht.

Ikonografie und handwerkliche Details der Basis

Das visuelle Design der Unterseite (Revers/Boden) bietet wichtige Hinweise für die archäometrische Einordnung:

Zentraler Hohlraum: Eine kreisförmige Aussparung im Boden deutet darauf hin, dass die Figur ursprünglich auf einem Zapfen (z. B. eines Altars oder einer Prozessionsstange) fixiert war oder während der Bearbeitung auf einem Schnitzgalgen montiert wurde.

Montagespuren: Die Sichtbarkeit von alten Schlitzschrauben und handgeschmiedeten Nägeln bestätigt die historische Montage. Die kreuzweise eingeritzten Linien auf der Standfläche dienten dem Handwerker zur exakten Zentrierung des Objekts.

Kunsthistorischer Kontext: Sakrale Kunst um 1800

Das Werk entstand in einer Übergangsphase zwischen dem auslaufenden Spätbarock und dem beginnenden Klassizismus bzw. der frühen Neugotik:

Stilmischung: Während die emotionale Geste und der Faltenwurf noch barocke Reminiszenzen aufweisen, zeigt die Klarheit der Linienführung und die Ruhe in der Gesamterscheinung bereits den Einfluss der klassizistischen Beruhigung.

Bedeutung der Fassung: In dieser Ära wurde großer Wert auf eine realistische Inkarnatsdarstellung (Hautfarbe) gelegt. Die hier vorliegende matte, leicht nachgedunkelte Patina der Fassung unterstreicht das hohe Alter und den authentischen Charakter des Objekts.

Materialzustand und restauratorische Bewertung (Grading)

Der Erhaltungszustand ist für eine über 200 Jahre alte Holzskulptur als gut bis sehr gut zu bezeichnen, wobei authentische Altersspuren den historischen Wert unterstreichen:

Substanz: Das Holz ist stabil. Es sind keine Anzeichen für aktiven Anobienbefall (Holzwurm) erkennbar. Das Gesicht und das Hauptattribut (Buch) sind hervorragend erhalten.

Fehlstellen: An der rechten Hand sind Verluste an den Fingern zu verzeichnen. Dies sind typische „Verletzungen“ bei freistehenden Skulpturen dieser Epoche. An der Plinthe finden sich kleinere Bestoßungen und Abplatzungen der Fassung, die den Blick auf den Kreidegrund freigeben.

Patina: Die Oberfläche weist eine natürliche, historisch gewachsene Alterspatina auf. Es gibt keine Hinweise auf eine grobe Überfassung (Neuübermalung) in jüngerer Zeit, was für Sammler von höchster Relevanz ist.

Marktwert-Analyse und Ausblick 2026

Während industrielle Gipsfiguren oder späte Serienfertigungen kaum Marktwert besitzen, hebt sich diese handgeschnitzte Einzelfigur durch ihr Alter und die künstlerische Qualität massiv ab.

Kriterium Bewertung Einfluss auf den Wert
Künstlerischer Rang Hochwertige Werkstattarbeit Hoch
Physischer Zustand Authentisch mit kleinen Mängeln Positiv
Seltenheit Frühes 19. Jhd. (Originalfassung) Sehr hoch
Markttrend 2026 Fokus auf authentische Sakralplastik Stabil
Markteinschätzung: Für eine Skulptur dieser Qualität und Datierung (frühes 19. Jahrhundert) liegt der Wert im spezialisierten Kunsthandel oder bei Auktionen für Sakralgegenstände zwischen 1.200 € und 1.800 €. Der Wert ergibt sich aus der Kombination von Alter, der Identifikation als populäre Heilige (Teresa v. Ávila) und dem weitgehenden Erhalt der originalen Farbfassung.

Zusammenfassung für das Archiv

Dieses Objekt ist ein beeindruckendes Zeugnis privater oder kirchlicher Andachtskultur. Es vereint handwerkliche Meisterschaft mit tiefer spiritueller Ausdruckskraft. Ein signifikantes Exponat für jede Sammlung zum Thema „Sakrale Bildhauerkunst des Klassizismus und der Spätromantik“.

Titel:
Heilige Theresia von Ávila in Ekstase – Sakrale Holzskulptur, polychrom gefasst und teilvergoldet, ca. 1800–1830

Objekt:
Vollplastische Schnitzfigur aus Weichholz.
Maße: Höhe ca. 60 cm, Breite ca. 17 cm, Tiefe ca. 15 cm.
Herkunft: Süddeutschland / Österreich.

Darstellung:
Die Figur zeigt eine stehende Nonne im Habit der Karmelitinnen. In der linken Hand hält sie ein reich verziertes Buch mit goldfarbenem Buchdeckel und sichtbarem Buchschnitt. Die rechte Hand ist gestisch erhoben. Das Haupt ist leicht in den Nacken gelegt, der Blick ist gen Himmel gerichtet, was den Moment der mystischen Vision thematisiert.

Technik und Ausführung:
Handgeschnitztes Holzmodell.
Fassung: Polychrome Malerei auf Kreidegrund.
Veredelung: Blattmetallvergoldung an Säumen und Attributen.
Sockel: Integrierte Rechteckplinthe, Unterseite mit historischen Montageelementen.

Erhaltungszustand:
Altersgemäß guter Originalzustand. Fingerspitzen der rechten Hand fehlen. Fassung partiell berieben und mit kleineren Fehlstellen, jedoch weitgehend original erhalten. Keine erkennbaren strukturellen Schäden am Holzkorpus.

Fazit:
Eine museale Skulptur von hoher Qualität, die durch ihre Ausdrucksstärke und das authentische Alter besticht. Sie dokumentiert die Kontinuität der barocken Tradition in die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts hinein.

Wikipedia Infos:

Teresa von Ávila
Karmelitin, Mystikerin, Kirchenlehrerin und Heilige der katholischen Kirche
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Teresa von Ávila (im Deutschen auch Theres(i)a von Avila; spanisch Teresa de Ávila), geborene Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada (* 28. März 1515 in Ávila, Kastilien, Spanien; † 4. Oktober 1582 in Alba de Tormes, bei Salamanca), war eine spanische Ordensfrau und Autorin. Sie war Karmelitin sowie Mystikerin und gilt als „berühmteste Nonne des frühneuzeitlichen Katholizismus“.[1] In der katholischen Kirche wird sie als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt. Oft wird sie die „große Teresa“ genannt, um sie von der heiligen Theresia vom Kinde Jesus (von Lisieux) zu unterscheiden.

Teresa von Ávila (Peter Paul Rubens)
Leben
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Convento de Santa Teresa in Ávila
Teresa de Ahumada wurde 1515 in Ávila geboren, so die Meinung der meisten Biographen; nur eine Minderheit nennt Gotarrendura (Provinz Ávila) als Geburtsort, ohne überzeugende Beweise anzuführen und gegen eine Jahrhunderte alte Tradition. Ihr Großvater väterlicherseits war ein sephardischer Jude aus Toledo und ein begüterter Kaufmann, der mit Inés de Cepeda verheiratet war.[2] 1485, als Teresas Vater Alonso Sánchez de Cepeda (1471–1543) vierzehn Jahre alt war, trat der Großvater, Juan Sánchez de Toledo Cepeda (1440–1507), mit seiner Familie zum Christentum über[3], erwarb einen Adelsbrief und zog nach Ávila, um dort ein neues Leben zu beginnen. Mit dem Fortschreiten der Reconquista (siehe auch Zeittafel Reconquista) lag auf den sephardischen Juden ein zunehmender Druck zur Abkehr von ihrer religiösen Praxis, der dann im Jahre 1492 mit dem Alhambra-Edikt zu einer Vertreibung oder zu einer Zwangstaufe, conversos, führte.
Aus einer ersten Ehe von Alonso Sánchez de Cepeda stammten zwei Kinder, aus der zweiten, die er 1508 mit Doña Beatriz de Ahumada (1495–1528) schloss, zehn, von denen Teresa das dritte war. Sie schrieb: „Wir waren drei Schwestern und neun Brüder“.[4]
Nach dem Tod ihrer Mutter (1528) vertiefte sich Teresa nach ihren eigenen Angaben in die Lektüre der damals üblichen Ritterromane, die schon ihre Mutter eifrig gelesen habe, pflegte erste Freundschaften und geriet in eine religiöse Krise.[5] Als 1531 ihre Halbschwester heiratete, brachte der Vater die Sechzehnjährige zur weiteren Erziehung in das Kloster der Augustinerinnen Santa María de la Gracia in Ávila, das sie aus gesundheitlichen Gründen nach 18 Monaten wieder verlassen musste.[6] Auf dem Weg zur Genesung bei ihrer Schwester fielen ihr bei ihrem Onkel väterlicherseits Pedro Sánchez de Cepeda einige Bücher in die Hand, darunter auch die Briefe des Kirchenvaters Hieronymus, die für ihre Berufswahl wichtig wurden. Bei der Entscheidung für das Kloster spielte zwar eine echte Christusbeziehung, zugleich aber auch die damalige ungünstige Situation der verheirateten Frau und Höllenangst eine Rolle.[7]
Am 2. November 1535 trat Teresa gegen den Willen ihres Vaters in den Karmel von der Menschwerdung (Santa María de la Encarnación) in Ávila ein. Im Konvent lebten zu dieser Zeit knapp vierzig Schwestern, doch wuchs die Anzahl wegen des immensen Frauenüberschusses in Spanien in nur fünfzehn Jahren auf hundertneunzig, mit all den sich daraus ergebenden wirtschaftlichen, sozialen und spirituellen Folgen. Am 2. November 1536 wurde sie eingekleidet, und am 3. November 1537 legte sie ihre Ordensprofess ab.
Im Jahr darauf wurde Teresa ernsthaft krank. Eine retrospektive Diagnose ist nicht möglich, obwohl es viele Spekulationen gegeben hat[8]; genannt wurden und werden unter anderem Epilepsie, Depression und Brucellose. Auf dem Weg zu einer „Heilerin“ in Becedas fiel ihr bei ihrem Onkel Pedro das Tercer Abecedario Espiritual („Drittes geistliches ABC“) des Franziskaners Francisco de Osuna in die Hände, durch das sie in dem von ihr schon lange geübten „inneren Beten“ bestärkt wurde.[9] Im Juli 1539 kehrte sie todkrank in ihr Kloster zurück, wo sie im August in eine dreitägige todesähnliche Starre fiel; man hielt sie für tot, betete die Totengebete für sie und hob bereits das Grab aus. Drei Jahre war sie mehr oder weniger gelähmt.[10] Ab 1542 ging es ihr gesundheitlich besser, doch geriet sie in eine religiöse Krise; sie gab das innere Beten auf, das für sie „Verweilen bei einem Freund“ war, weil sie sich zu schlecht dafür hielt, Pater Vicente Barrón OP, den sie beim Tod ihres Vaters (26. Dezember 1543) kennenlernte, befreite sie jedoch von diesem Irrtum.[11]
Nach der teilweisen Wiederherstellung ihrer Gesundheit nahm Theresa wieder am regen Umgang mit den Besuchern des Klosters in den Sprechzimmern teil, meistens auf Anordnung ihrer Oberen[12], litt aber sehr darunter, weil sie sich zwischen oberflächlicheren Interessen und dem Wunsch, sich ganz auf Gott einzulassen, hin- und hergerissen fühlte. In der Not, dieses Dilemma aus eigener Kraft nicht lösen zu können, wurde ihr in der Fastenzeit 1554 vor einer kleinen Statue des Schmerzensmannes eine tiefe Erfahrung seiner Liebe zuteil, die eine völlige innere Umkehr und Befreiung bewirkte (ihre Zweite Bekehrung).[13] Teresa sprach in diesem Zusammenhang von einem „neuen Leben“.[14] In den folgenden Jahren erlebte sie erste tiefe Gebetserfahrungen und Visionen, die sie, verunsichert durch unfähige Beichtväter, in Angst und Schrecken versetzten, doch erhielt sie von kundigen Dominikanern und Jesuiten, unter anderen Francisco de Borja, Aufklärung und Hilfe. In diese Zeit fielen die ersten Aufzeichnungen für ihre Autobiographie.[15]

Convento de la Encarnación in Ávila

Karmel in Alba de Tormes, wo sich Teresas Grab befindet.
Eine weitere Vertiefung ihrer spirituellen Erfahrung war die Höllenvision (1560), die sie nach den damaligen Vorstellungen beschrieb und mit dem Wunsch nach einem konsequent apostolischen Leben verband.[16] In diesem Zustand erlebte sie zusammen mit einigen Freundinnen und Verwandten im September 1560 die sogenannte „Gründungssitzung“ in ihrer Klosterzelle, bei der der Wunsch ausgesprochen wurde, eine Gemeinschaft nach Art der sogenannten Descalzos („Unbeschuhten“) zu gründen, wie damals die Anhänger von Reformbewegungen innerhalb ihrer jeweiligen Orden genannt wurden.[17]
Mit Hilfe des Bischofs von Ávila, Álvaro de Mendoza, erhielt Teresa von Papst Pius IV. die Erlaubnis, in Ávila ein Kloster zu gründen, in dem wieder die ursprüngliche Ordensregel des heiligen Albert von Jerusalem befolgt werden sollte. So konnte sie am 24. August 1562 ihre erste Gründung, den Konvent vom hl. Josef (Convento de San José) in Ávila, errichten. Dem Brauch entsprechend, wurden sie „Unbeschuhte Karmelitinnen“ genannt. Die ersten Klöster der Unbeschuhten wurden mit der kleinen Anzahl von dreizehn Schwestern gegründet, die später auf nicht mehr als einundzwanzig Schwestern erhöht wurde.
Der ersten folgten noch sechzehn weitere Gründungen für Schwestern, und in Zusammenarbeit mit Johannes vom Kreuz wurde Teresa auch zur Gründerin des männlichen Zweigs des Teresianischen Karmels. Wegen der Verbindung ihrer erstaunlichen Tatkraft und ihrer tiefen Frömmigkeit nannte der niederländische Theologe Paul van Geest sie ein „Kraftwerk ihres Jahrhunderts.“[18] Im August/September 1568 führte sie in Valladolid Johannes vom Kreuz sorgfältig in ihre neuen Ziele ein, deren Kennzeichen ein geschwisterlicher Lebensstil, Einübung ins Ich-Sterben (Freiwerden vom Ego) und vor allem Pflege einer intensiven Freundschaft mit Gott waren; dem Ganzen sollte Demut – verstanden als ständiges Bemühen um Selbsterkenntnis – zugrunde liegen.[19] Damit hob Teresa sich klar vom damals gängigen Reformideal der Descalzos in Kastilien ab, das auf Rigorismus setzte, dessen Kennzeichen aufsehenerregende Bußübungen (Selbstgeißelung, extremes Fasten und ein totales Abstinenzgebot) waren, womit sich die Personen Gottes Gunst zu erwerben und zu erhalten hofften.
Am 6. Oktober 1571 wurde Teresa vom Apostolischen Visitator Pedro Fernández OP gegen ihren und den Willen der Schwestern zur Priorin des Karmels von der Menschwerdung, in den sie ursprünglich eingetreten war, ernannt. Im Sommer des folgenden Jahres holte sie Johannes vom Kreuz als Spiritual und Beichtvater in diesen inzwischen auf etwa zweihundert Schwestern angewachsenen Konvent. Mit ihrer auf suavidad (Sanftmut) und nicht auf dem damals üblichen Rigorismus beruhenden geistlichen Führung gelang es ihnen, dort eine wirkliche Erneuerung durchzuführen. Im April des Jahres 1575 lernte Teresa den gebildeten Karmeliten Jerónimo Gracián (1545–1614), der aus Sevilla stammte, kennen. Zwischen beiden bildete sich eine tiefe Verbundenheit.[20]
Im Zuge der sich zuspitzenden Auseinandersetzungen zwischen der päpstlichen Kurie in Rom (Konzil von Trient, abgeschlossen 1563) und dem Hof Philipps II., der im Sinne des Regalismus die Rolle der Kirche in Spanien zugunsten des Königshofes zurückzudrängen suchte, entstand zwischen Teresas Neugründung und dem Stammorden ein heftiger Streit, der erst durch die Errichtung einer unabhängigen Provinz durch Papst Gregor XIII. mit dem Breve Pia consideratione vom 22. Juni 1580 beigelegt wurde; die Folge war die Errichtung einer selbständigen Ordensprovinz des entstehenden Teresianischen Karmels am 7. März 1581.
Als sie von ihrer letzten Gründung in Burgos auf dem Heimweg in den Karmel vom hl. Josef in Avila war, wurde Teresa von Provinzvikar Antonio de Jesús (Heredia) nach Alba de Tormes abgeordnet, wo sie der jungen Herzogin von Alba bei der Niederkunft beistehen sollte. Sie kam dort am 20. September 1582 todkrank an und starb im dortigen Karmelitinnenkloster am 4. Oktober 1582 gegen neun Uhr abends. Aufgrund der Gregorianischen Kalenderreform folgte auf den 4. sofort der 15. Oktober, an dem Teresa beerdigt wurde.
Geistliche Erfahrung
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Teresas Lehre zentriert sich auf das innere Beten (oración), das sie bereits vor ihrem Eintritt ins Kloster geübt hatte.[21] Seinen Ursprung dürfte es in ihrer natürlichen Veranlagung zu Freundschaft und Kommunikation haben: „Gott hat mir die Gnade gegeben, dass ich überall, wo ich hinkam, Sympathie hervorrief, und so war ich sehr beliebt“.[22] Aus ihrer Zuneigung zum verlassenen und verratenen Menschen Jesus von Nazareth[21] entwickelte sie ihr „Beten“ als Pflege der Freundschaft mit Gott bzw. Jesus, nachdem sie im Herbst 1538 durch das Buch „Tercer Abecedario espiritual“ (Drittes Spirituelles ABC) des Franziskaners Francisco de Osuna auf diesem „Weg“ bestärkt worden war.[21] Es bestand darin, „mir Christus in meinem Inneren vorzustellen“; später bezeichnete sie ihr Beten als „Verweilen bei einem Freund“.[23] Das bedeutet, dass der Mensch sich immer wieder von neuem Gott zuwenden soll, ohne dabei etwas zu verdrängen oder abzuwerten, im Bewusstsein, so vom menschgewordenen Gott geliebt zu sein, „der sich über die Schwächen der Menschen nicht entsetzt, sondern Verständnis hat für unsere armselige Lage“.[24] Bei diesen Bemühungen „widerfuhr es mir, dass mich ganz unverhofft ein Gefühl der Gegenwart Gottes überkam, so dass ich in keiner Weise bezweifeln konnte, dass Er in meinem Innern weilte oder ich ganz in Ihm versenkt war“.[25]
Dabei machte Teresa im Lauf der Zeit auch mystische Erfahrungen (innere Ansprachen, Visionen, Verzückungen bis zum als „intellektuelle Vision“ bezeichneten intuitiven Erahnen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit). Doch relativiert Teresa diese Erfahrungen selbst. Sie sind nicht das Wesen der mystischen Erfahrung, denn im erhabensten Zustand, der sog. „mystischen Vermählung“, verschwinden sie. Der Kern bleibt jedoch die „Freundschaft mit dem Mensch gewordenen Gott“, die sich in der gelebten Nächstenliebe bewährt: „Ob wir Gott lieben, kann man nie wissen; die Liebe zum Nächsten erkennt man aber sehr wohl.“[26]

Rubens: Transverberation der Teresa, 1615
Ihre bekannteste Vision war die sogenannte Transverberation, die Durchbohrung ihres Herzens:[27]
„Ich sah einen Engel neben mir, an meiner linken Seite, und zwar in leiblicher Gestalt, was ich sonst kaum einmal sehe. […] Er war nicht groß, eher klein, sehr schön, mit einem so leuchtenden Antlitz, daß er allem Anschein nach zu den ganz erhabenen Engeln gehörte, die so aussehen, als stünden sie ganz in Flammen. […] Ich sah in seinen Händen einen langen goldenen Pfeil, und an der Spitze dieses Eisens schien ein wenig Feuer zu züngeln. Mir war, als stieße er es mir einige Male ins Herz, und als würde es mir bis in die Eingeweide vordringen. Als er es herauszog, war mir, als würde er sie mit herausreißen und mich ganz und gar brennend vor starker Gottesliebe zurücklassen. Der Schmerz war so stark, daß er mich […] Klagen ausstoßen ließ, aber zugleich ist die Zärtlichkeit, die dieser ungemein große Schmerz bei mir auslöst, so überwältigend, daß noch nicht einmal der Wunsch hochkommt, er möge vergehen, noch daß sich die Seele mit weniger als Gott begnügt. Es ist dies kein leiblicher, sondern ein geistiger Schmerz, auch wenn der Leib durchaus Anteil daran hat, und sogar ziemlich viel.“[28]
Im teresianischen Karmel wird der 26. August als Gedenktag der Transverberation gefeiert.
Am Ende ihres Hauptwerkes, den 1577 entstandenen Wohnungen der inneren Burg schreibt sie: „Letztlich, meine Schwestern, das, womit ich schließe, ist, dass wir keine Türme ohne Fundament bauen sollen, denn der Herr schaut nicht so sehr auf die Größe der Werke, als vielmehr auf die Liebe, mit der sie getan werden. Und wenn wir tun, was wir können, wird Seine Majestät dazutun, dass wir jeden Tag mehr und mehr vermögen, sofern wir nicht gleich müde werden, sondern für die kurze Dauer dieses Lebens – und vielleicht ist es kürzer als die einzelne denkt – innerlich und äußerlich dem Herrn das Opfer anbieten, das wir fertig bringen. Seine Majestät wird es mit dem verbinden, was er am Kreuz für uns dem Vater darbrachte, damit es den Wert erhält, den unser Wollen verdient hätte, seien die Werke auch klein.“[29]
Der wohl berühmteste ihrer Texte ist das Gebet Nada te turbe, zu dessen Beliebtheit wesentlich eine Taizé-Vertonung beitrug, der allerdings wiederum eine stark bearbeitete Textversion zugrunde liegt. Übertragungen und Nachdichtungen finden sich über die Jahre auch in verschiedenen Ausgaben des katholischen Gebet- und Gesangbuchs Gotteslob.[30]
Namensgeberin
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Teresa von Ávila ist Namensgeberin für das Macizo Santa Teresita, besser bekannt als Dufek-Massiv. Mehrere Kirchen haben das Patrozinium St. Theresia von Ávila, siehe Theresienkirche.
Verehrung
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Teresa gilt als große Mystikerin. 1614 wurde sie seliggesprochen, 1617 zur Schutzpatronin von Spanien ernannt und 1622 heiliggesprochen. 1944 wurde sie von Papst Pius XII. zur Schutzpatronin der Schachspieler erklärt.[31] Am 18. September 1965 ernannte Paul VI. Teresa zur Patronin der hispanischen Schriftsteller und am 27. September 1970 als erste Frau in der Geschichte der Kirche zur Kirchenlehrerin.[32] Weitere Ehrungen sind ihre Ernennungen zur Mitpatronin Spaniens 1627 (neben Santiago, dem heiligen Jakobus), zum Ehrendoktor der Universität Salamanca am 4. März 1922 und aus Anlass ihres 500. Geburtstages zum Ehrendoktor ihrer Heimatuniversität, der Katholischen Universität Ávila am 5. August 2015.[33]
Die hl. Teresa von Avila starb am letzten Tag der Gültigkeit des julianischen Kalenders in den damaligen katholischen Gebieten. Wegen der gregorianischen Kalenderreform fiel der Heiligengedenktag der hl. Teresa auf den 15. Oktober, der dem 4. Oktober unmittelbar folgte.
Katholisch: 15. Oktober (Gebotener Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender)
Anglikanisch: 15. Oktober[34]
Evangelisch: 15. Oktober (Gedenktag im Evangelischen Namenkalender)
Eine dem Gedenktag entsprechende Bauernregel lautet: Zu Theres’ beginnt die Weinles’.[35]
In der christlichen Ikonographie wird Teresa von Ávila im braunen Habit der unbeschuhten Karmelitinnen mit weißem Chormantel und schwarzem Schleier, mit den Attributen Buch und Feder, mit einem Herzen mit dem Christusmonogramm, mit Geißel, Dornen und Pfeil, mit der Taube des Heiligen Geistes dargestellt.
Eine der berühmtesten Darstellungen ist die Marmorstatue Gian Lorenzo Berninis in der römischen Kirche Santa Maria della Vittoria. Sie zeigt Teresa in der mystischen Verzückung bei der Transverberation.[36]
Gaspar de Crayer malte die Vision, in der Maria und Josef Teresa ein weißes Gewand und „eine wunderschöne Goldkette […] mit einem sehr wertvollen Kreuz daran“[37] schenkten.[38]
Gemälde von Br. Juan de la Miseria im Karmelitinnenkloster Sevilla
Gemälde von Br. Juan de la Miseria im Karmelitinnenkloster Sevilla
Teresa of Ávila, Gemälde von François Gérard
Teresa of Ávila, Gemälde von François Gérard
Altarbild der Heiligen Teresa von Avila, Statue und Gemälde in der Kathedrale Sainte-Marie d'Auch in Frankreich
Altarbild der Heiligen Teresa von Avila, Statue und Gemälde in der Kathedrale Sainte-Marie d'Auch in Frankreich
Statue in der Kirche von Gebrazhofen/Leutkirch im Allgäu, Deutschland
Statue in der Kirche von Gebrazhofen/Leutkirch im Allgäu, Deutschland
Statue in der Kathedrale von Caxias do Sul, Brasilien
Statue in der Kathedrale von Caxias do Sul, Brasilien
Glasfenster im Kloster der Menschwerdung
Glasfenster im Kloster der Menschwerdung
Skulptur der Heiligen von Gregorio Fernández im Konvent der hl. Teresa in Avila
Skulptur der Heiligen von Gregorio Fernández im Konvent der hl. Teresa in Avila
Statue der Heiligen in mystischer Verzückung (Cornaro-Kapelle in der Karmelitenkirche Santa Maria della Vittoria Rom)
Statue der Heiligen in mystischer Verzückung (Cornaro-Kapelle in der Karmelitenkirche Santa Maria della Vittoria Rom)
Statue der hl. Teresa am Eingangstor Puerta del Alcázar der Stadtmauer von Ávila
Statue der hl. Teresa am Eingangstor Puerta del Alcázar der Stadtmauer von Ávila
Werke
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Vida (1565 vollendet, eine frühere Fassung von 1561/1562 ist verlorengegangen)
Das Buch meines Lebens. Herder, Freiburg 2001, 8. Auflage 2013: übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 1), ISBN 978-3-451-05211-8 (PDF; 2 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Camino de Perfección. (beide Fassungen [Escorial und Valladolid] 1566/1567)
Weg der Vollkommenheit. [Kodex von Escorial]. Herder, Freiburg 2001, 4. Auflage 2012: übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisbeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 2), ISBN 978-3-451-05318-4 (PDF; 1,1 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Meditaciones sobre los Cantares
Gedanken zum Hohen Lied, Gedichte und kleinere Schriften. Herder, Freiburg 2004, 2. Auflage 2012, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 3), ISBN 978-3-451-05477-8 (PDF; 1,7 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Moradas del Castillo Interior (1577)
Wohnungen der Inneren Burg. Herder, Freiburg 2005, 4. Auflage 2012, übersetzt, herausgegeben und eingeleitet von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 4), ISBN 978-3-451-05655-0 (PDF; 1,4 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Libro de las fundaciones
Das Buch der Gründungen. Herder, Freiburg 2007, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 5), ISBN 978-3-451-05847-9).
Briefe (I, 1–150, 1546–1576)
Schicken Sie mir doch ein paar Täubchen. Herder, Freiburg 2010, 2. Auflage 2012, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 6), ISBN 978-3-451-06223-0 (PDF; 4,4 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Briefe (II, 151–300, 1576–1579)
Noch nie habe ich euch so geliebt wie jetzt. Herder, Freiburg 2011, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 7), ISBN 978-3-451-06299-5 (PDF; 4,1 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).
Briefe (III, 301–468, 1579–1582)
Diesen großen Gott können wir überall lieben. Herder, Freiburg 2013, übersetzt und herausgegeben von Ulrich Dobhan, Elisabeth Peeters. (Gesammelte Werke Band 8), ISBN 978-3-451-06311-4 (PDF; 5 MB (Memento vom 27. Mai 2014 im Internet Archive)).

Details

Epoche
1400-1900
Holzart
Eiche
Anzahl der Objekte
1
Stil
Antik
Titel des Kunstwerks
Theresia von Ávila - 60 cm
Herkunftsland
Spanien
Material
Holz
Farbe
Gold, Schwarz, Weiß
Zustand
Mäßiger Zustand - stark gebraucht & mit möglicherweise fehlenden kleineren Teilen
Höhe
60 cm
Breite
17 cm
Tiefe
15 cm
Darstellung/Thema
Religion
Geschätzter Zeitraum
1800-1850
Verkauft von
ÖsterreichVerifiziert
178
Verkaufte Objekte
95,65 %
Privat

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