La Guérinière - École de Cavalerie - 1754





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DER WAHRE LUXUS DER ARISTOKRATIE: DAS ZÄHIGKEITSGEBRÄU DES REITENS MIT SANFTE
Monumentale Oper der europäischen Reitkultur, die École de cavalerie von François Robichon de La Guérinière bildet den fundamentalen Text der modernen klassischen Reitkunst und eine der einflussreichsten technischen Kodifizierungen der Kunst des Reitens, die je veröffentlicht wurde. Gedacht für eine aristokratische, militärische und höfische Elite, verwandelt das Werk die Reitkunst von einer empirischen Praxis zu einer rationalen Disziplin, aufgebaut auf Balance, Harmonie, Biomechanik und absoluter Kontrolle der Bewegung. In diesem Traktat ist das Pferd nicht länger nur ein Kriegs- oder Prestigoinstrument, sondern wird zu einem Organismus, der wissenschaftlich verstanden und durch Maß, Leichtigkeit und Präzision geführt wird. Das hier beschriebene Exemplar, vollständig in zwei Bänden und in zeitgenössischer Pergamentbindung erhalten, bewahrt den Charme der großen französischen Pferdeverlagskunst des achtzehnten Jahrhunderts: ein Buch, das in königlichen Ställen entstand und über Jahrhunderte die europäische Reitkunst beeinflussen sollte, von der französischen Schule bis zur Wiener Hofreitschule.
MARKTVALUE
Die vollständigen Editionsausgaben des achtzehnten Jahrhunderts der École de cavalerie nehmen eine herausragende Stellung auf dem Markt der internationalen Reitausgaben ein. Vollständige Exemplare in zwei Bänden der Pariser Ausgabe von 1754 weisen üblicherweise Werte zwischen 1.000 und 3.000 Euro auf. Die constante internationale Nachfrage nach großen historischen Reittexten macht La Guérinière außerdem zu einem der stabilsten und nachgefragtesten Autoren des gesamten Antiquarienbereichs für Pferdewissenschaft.
PHYSICAL DESCRIPTION AND CONDITION
Zwei Bände. Zeitgenössische Voll-Lederbindung mit marmorisierter Rückenlehne und reich verzierten goldenen Rückenbordüren. Rote Schnitte. Die Blätter gut erhalten, mit leichten und physiologischen Randfärbungen.
Der erste Band enthält das berühmte kalkographische Porträt des Autors, zahlreiche Abbildungen im Text, Typografische Kreuz- und Ornamentfriese sowie initiale geschmückt. Es sind einige leichte Holzwurmlöcher am unteren rechten Rand sowie zwei minimale Randverluste vorhanden, ohne Text- oder Tafelnverluste.
Der zweite Band liegt in besonders frischen Zustand vor, mit scharfen kalkographischen Druckeindrücken und guter Papierqualität; außerdem befinden sich zwei ausgebundene Tafeln im Band. Der Bildteil behält vollständig seine didaktische und dekorative Funktion, ein wesentliches Element des Erfolgs des Werks.
Zusammenstellung: pp. (2); 18 nn.; 318; 2 nn.; (4). Zweiter Band: (4); 4 nn.; 300; (4).
Insgesamt sehr guter Erhaltungszustand für ein technisch genutztes Fachwerkwerk und stark frequentierte Referenz. Bei alten Büchern mit jahrhundertelanger Geschichte können einige Unregelmäßigkeiten auftreten, die in der Beschreibung nicht immer erfasst werden.
VOLLSTÄNDIGER TITEL UND AUTOR
École de cavalerie, contenant la connoissance, l’instruction, et la conservation du cheval.
Paris, par la Compagnie, 1754.
François Robichon de La Guérinière.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Mit La Guérinière tritt die europäische Reitkunst endgültig in die Moderne ein. Vor der Veröffentlichung der École de cavalerie war die Reittradition von einem oft fragmentarischen Wissen dominiert, das von italienischen und spanischen Meistern der Renaissance geerbt und über höfische Praktiken oder nicht systematische technische Traktate weitergegeben wurde. La Guérinière baut stattdessen eine kohärente, organische und fast wissenschaftliche Methode auf, die das gesamte Verhältnis zwischen Reiter und Pferd neu definiert.
Das grundlegende Prinzip des Werks ist die „Leichtigkeit“: Das Pferd soll ohne Brutalität durch Gleichgewicht, Sensibilität und schrittweise muskuläre Ausbildung geführt werden. In diesem Sinne widerspricht der Traktat implizit vielen coercitiven Praktiken, die im 17. Jahrhundert noch verbreitet waren. Die eigentliche Stärke des Reiters besteht nicht mehr in der Gewalt der Handlung, sondern in der Fähigkeit, Gehorsam durch Präzision und Harmonie zu erlangen.
Das Werk behandelt systematisch:
Anatomie und Konstitution des Pferdes;
Theorie der Gangarten;
Zäumungen und Zaumzeug;
Trainingsmethoden;
Reitübungen;
Gleichgewicht des berittenen Pferdes;
Militärische und akademische Vorbereitung;
Korrektur von Verhaltensfehlern;
Fortgeschrittene Figuren wie Piaffe, Passage, Volte und Galoppsprünge.
Besonders revolutionär war die biomechanische Konzeption des Tieres: La Guérinière versteht, dass das Pferd besser arbeitet, wenn es im natürlichen Gleichgewicht ist, und antizipiert Prinzipien, die heute in der hohen Schule des modernen Dressurreitens grundlegend sind.
Die Kupferstiche stellen eines der wichtigsten Elemente des Werks dar. Es handelt sich nicht um einfache Ornamentik, sondern um echte didaktische Tafeln, die Bewegung ins Bild übersetzen. Die Haltungen des Pferdes, die Positionen des Reiters und die Geometrie des Reitens werden mit architektonischer Klarheit dargestellt, was dem rationalen Geschmack des französischen Enlightenment entspricht.
Der Traktat erlebte eine enorm breite Verbreitung an europäischen Höfen. Er wurde in Militärakademien, in aristokratischen Reitschulen und in großen königlichen Menagerien genutzt. Sein Einfluss durchzieht die westliche Reitkultur und erreicht die Spanische Schule in Wien, die La Guérinière noch heute als einen ihrer theoretischen Gründer anerkennt.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
François Robichon de La Guérinière (1688–1751) war der berühmteste Reitlehrer Frankreichs im 18. Jahrhundert. Aus einer Familie stammend, die mit der Reitwelt verbunden war, erlangte er größte Bekanntheit als Direktor der Tuilerien-Gestüte und „écuyer du Roi“. Sein Ruhm resultierte aus der Fähigkeit, tägliche Praxis, anatomische Beobachtung und theoretische Reflexion in eine kohärente und innovative Methode zu vereinen.
Im Gegensatz zur strengeren und coerciveren Sezession des 17. Jahrhunderts befürwortete La Guérinière einen Ansatz, der auf dem natürlichen Gleichgewicht des Pferdes und schrittweiser Bewegungsausbildung beruht. Seine Theorien revolutionierten die europäische Reitkunst und beeinflussten die französischen, deutschen und österreichischen Schulen maßgeblich. Bis heute wird er als Begründer der modernen klassischen Reitkunst angesehen.
PRINTING HISTORY AND CIRCULATION
Die Erstausgabe der École de cavalerie erschien 1733 in Paris und wurde sofort als der bedeutendste Reittrakt der Zeit anerkannt. Das Werk erlebte im Laufe des 18. Jahrhunderts zahlreiche Neuausgaben und wurde in verschiedene europäische Sprachen übersetzt, was seine enorme internationale Verbreitung bezeugt. Die hier beschriebene Ausgabe von 1754 gehört zur Phase der Konsolidierung und größten Verbreitung des Textes. Sie bewahrt das ikonografische Layout und die technische Struktur der Princeps und bestätigt die zentrale Rolle des Werks in der französischen aristokratischen und militärischen Kultur. Seine Verbreitung in Adelsbibliotheken und Reitschulen trug dazu bei, den Traktat zu einem der kulturellen Symbole der aufklärerischen Reitkunst zu machen.
BIBLIOGRAPHY AND REFERENCES
Mennessier de La Lance, Bibliographie hippique, II, pp. 276–279.
Huth, Works on Horses and Equitation, p. 43.
Nissen, ZBI, 2234.
Brunet, Manuel du libraire, III, coll. 1021–1022.
Cicognara, Catalogo ragionato dei libri d’arte e d’antichità, no. 1510.
Lipperheide, Sammlung für Kostümwissenschaft, repertori iconografici equestri del XVIII secolo.
ICCU/OPAC SBN, identificazioni multiple dell’edizione parigina del 1754.
Bibliothèque nationale de France, département Philosophie, histoire, sciences de l’homme, edizioni settecentesche della École de cavalerie.
Benezit, Dictionnaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, voci relative agli incisori dell’opera.
The Spanish Riding School of Vienna, historical references to La Guérinière and classical dressage tradition.
Der Verkäufer stellt sich vor
DER WAHRE LUXUS DER ARISTOKRATIE: DAS ZÄHIGKEITSGEBRÄU DES REITENS MIT SANFTE
Monumentale Oper der europäischen Reitkultur, die École de cavalerie von François Robichon de La Guérinière bildet den fundamentalen Text der modernen klassischen Reitkunst und eine der einflussreichsten technischen Kodifizierungen der Kunst des Reitens, die je veröffentlicht wurde. Gedacht für eine aristokratische, militärische und höfische Elite, verwandelt das Werk die Reitkunst von einer empirischen Praxis zu einer rationalen Disziplin, aufgebaut auf Balance, Harmonie, Biomechanik und absoluter Kontrolle der Bewegung. In diesem Traktat ist das Pferd nicht länger nur ein Kriegs- oder Prestigoinstrument, sondern wird zu einem Organismus, der wissenschaftlich verstanden und durch Maß, Leichtigkeit und Präzision geführt wird. Das hier beschriebene Exemplar, vollständig in zwei Bänden und in zeitgenössischer Pergamentbindung erhalten, bewahrt den Charme der großen französischen Pferdeverlagskunst des achtzehnten Jahrhunderts: ein Buch, das in königlichen Ställen entstand und über Jahrhunderte die europäische Reitkunst beeinflussen sollte, von der französischen Schule bis zur Wiener Hofreitschule.
MARKTVALUE
Die vollständigen Editionsausgaben des achtzehnten Jahrhunderts der École de cavalerie nehmen eine herausragende Stellung auf dem Markt der internationalen Reitausgaben ein. Vollständige Exemplare in zwei Bänden der Pariser Ausgabe von 1754 weisen üblicherweise Werte zwischen 1.000 und 3.000 Euro auf. Die constante internationale Nachfrage nach großen historischen Reittexten macht La Guérinière außerdem zu einem der stabilsten und nachgefragtesten Autoren des gesamten Antiquarienbereichs für Pferdewissenschaft.
PHYSICAL DESCRIPTION AND CONDITION
Zwei Bände. Zeitgenössische Voll-Lederbindung mit marmorisierter Rückenlehne und reich verzierten goldenen Rückenbordüren. Rote Schnitte. Die Blätter gut erhalten, mit leichten und physiologischen Randfärbungen.
Der erste Band enthält das berühmte kalkographische Porträt des Autors, zahlreiche Abbildungen im Text, Typografische Kreuz- und Ornamentfriese sowie initiale geschmückt. Es sind einige leichte Holzwurmlöcher am unteren rechten Rand sowie zwei minimale Randverluste vorhanden, ohne Text- oder Tafelnverluste.
Der zweite Band liegt in besonders frischen Zustand vor, mit scharfen kalkographischen Druckeindrücken und guter Papierqualität; außerdem befinden sich zwei ausgebundene Tafeln im Band. Der Bildteil behält vollständig seine didaktische und dekorative Funktion, ein wesentliches Element des Erfolgs des Werks.
Zusammenstellung: pp. (2); 18 nn.; 318; 2 nn.; (4). Zweiter Band: (4); 4 nn.; 300; (4).
Insgesamt sehr guter Erhaltungszustand für ein technisch genutztes Fachwerkwerk und stark frequentierte Referenz. Bei alten Büchern mit jahrhundertelanger Geschichte können einige Unregelmäßigkeiten auftreten, die in der Beschreibung nicht immer erfasst werden.
VOLLSTÄNDIGER TITEL UND AUTOR
École de cavalerie, contenant la connoissance, l’instruction, et la conservation du cheval.
Paris, par la Compagnie, 1754.
François Robichon de La Guérinière.
KONTEXT UND BEDEUTUNG
Mit La Guérinière tritt die europäische Reitkunst endgültig in die Moderne ein. Vor der Veröffentlichung der École de cavalerie war die Reittradition von einem oft fragmentarischen Wissen dominiert, das von italienischen und spanischen Meistern der Renaissance geerbt und über höfische Praktiken oder nicht systematische technische Traktate weitergegeben wurde. La Guérinière baut stattdessen eine kohärente, organische und fast wissenschaftliche Methode auf, die das gesamte Verhältnis zwischen Reiter und Pferd neu definiert.
Das grundlegende Prinzip des Werks ist die „Leichtigkeit“: Das Pferd soll ohne Brutalität durch Gleichgewicht, Sensibilität und schrittweise muskuläre Ausbildung geführt werden. In diesem Sinne widerspricht der Traktat implizit vielen coercitiven Praktiken, die im 17. Jahrhundert noch verbreitet waren. Die eigentliche Stärke des Reiters besteht nicht mehr in der Gewalt der Handlung, sondern in der Fähigkeit, Gehorsam durch Präzision und Harmonie zu erlangen.
Das Werk behandelt systematisch:
Anatomie und Konstitution des Pferdes;
Theorie der Gangarten;
Zäumungen und Zaumzeug;
Trainingsmethoden;
Reitübungen;
Gleichgewicht des berittenen Pferdes;
Militärische und akademische Vorbereitung;
Korrektur von Verhaltensfehlern;
Fortgeschrittene Figuren wie Piaffe, Passage, Volte und Galoppsprünge.
Besonders revolutionär war die biomechanische Konzeption des Tieres: La Guérinière versteht, dass das Pferd besser arbeitet, wenn es im natürlichen Gleichgewicht ist, und antizipiert Prinzipien, die heute in der hohen Schule des modernen Dressurreitens grundlegend sind.
Die Kupferstiche stellen eines der wichtigsten Elemente des Werks dar. Es handelt sich nicht um einfache Ornamentik, sondern um echte didaktische Tafeln, die Bewegung ins Bild übersetzen. Die Haltungen des Pferdes, die Positionen des Reiters und die Geometrie des Reitens werden mit architektonischer Klarheit dargestellt, was dem rationalen Geschmack des französischen Enlightenment entspricht.
Der Traktat erlebte eine enorm breite Verbreitung an europäischen Höfen. Er wurde in Militärakademien, in aristokratischen Reitschulen und in großen königlichen Menagerien genutzt. Sein Einfluss durchzieht die westliche Reitkultur und erreicht die Spanische Schule in Wien, die La Guérinière noch heute als einen ihrer theoretischen Gründer anerkennt.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
François Robichon de La Guérinière (1688–1751) war der berühmteste Reitlehrer Frankreichs im 18. Jahrhundert. Aus einer Familie stammend, die mit der Reitwelt verbunden war, erlangte er größte Bekanntheit als Direktor der Tuilerien-Gestüte und „écuyer du Roi“. Sein Ruhm resultierte aus der Fähigkeit, tägliche Praxis, anatomische Beobachtung und theoretische Reflexion in eine kohärente und innovative Methode zu vereinen.
Im Gegensatz zur strengeren und coerciveren Sezession des 17. Jahrhunderts befürwortete La Guérinière einen Ansatz, der auf dem natürlichen Gleichgewicht des Pferdes und schrittweiser Bewegungsausbildung beruht. Seine Theorien revolutionierten die europäische Reitkunst und beeinflussten die französischen, deutschen und österreichischen Schulen maßgeblich. Bis heute wird er als Begründer der modernen klassischen Reitkunst angesehen.
PRINTING HISTORY AND CIRCULATION
Die Erstausgabe der École de cavalerie erschien 1733 in Paris und wurde sofort als der bedeutendste Reittrakt der Zeit anerkannt. Das Werk erlebte im Laufe des 18. Jahrhunderts zahlreiche Neuausgaben und wurde in verschiedene europäische Sprachen übersetzt, was seine enorme internationale Verbreitung bezeugt. Die hier beschriebene Ausgabe von 1754 gehört zur Phase der Konsolidierung und größten Verbreitung des Textes. Sie bewahrt das ikonografische Layout und die technische Struktur der Princeps und bestätigt die zentrale Rolle des Werks in der französischen aristokratischen und militärischen Kultur. Seine Verbreitung in Adelsbibliotheken und Reitschulen trug dazu bei, den Traktat zu einem der kulturellen Symbole der aufklärerischen Reitkunst zu machen.
BIBLIOGRAPHY AND REFERENCES
Mennessier de La Lance, Bibliographie hippique, II, pp. 276–279.
Huth, Works on Horses and Equitation, p. 43.
Nissen, ZBI, 2234.
Brunet, Manuel du libraire, III, coll. 1021–1022.
Cicognara, Catalogo ragionato dei libri d’arte e d’antichità, no. 1510.
Lipperheide, Sammlung für Kostümwissenschaft, repertori iconografici equestri del XVIII secolo.
ICCU/OPAC SBN, identificazioni multiple dell’edizione parigina del 1754.
Bibliothèque nationale de France, département Philosophie, histoire, sciences de l’homme, edizioni settecentesche della École de cavalerie.
Benezit, Dictionnaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs, voci relative agli incisori dell’opera.
The Spanish Riding School of Vienna, historical references to La Guérinière and classical dressage tradition.
