Elsterweda - Vase (2) - Keramik - „Spritzdecor“-Vasen






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Paar Art Deco Spritzdekor Keramikkessel aus Elsterwerda, Deutschland, Modell U.738, Ursula Fesca zugeschrieben, ca. 1928–1930, in gutem Zustand mit kleinen Absplitterungen und Abmessungen 10 cm Breite, 19 cm Höhe, 10 cm Tiefe (zwei Objekte).
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
Paar deutscher Spritzdekor-Vasen, Zuschreibung Ursula Fesca für Elsterwerda, Modell U.738, ca. 1928–1933
Ein seltener und visuell eindrucksvoller Doppelvorrat avantgardistischer deutscher Spritzdekor-Vasen aus der Steingutfabrik Elsterwerda, am Boden mit Elsterwerda U.738 markiert, und möglicherweise von Ursula Fesca entworfen, die zwischen 1928 und 1931 in der Fabrik tätig war. Gegründet 1900 war Elsterwerda eine vergleichsweise kleine, aber hoch fortschrittliche Keramikfabrik, und in den Art-Déco-Jahren beschäftigte sie mehrere namhafte Designer und Bildhauer, darunter Ursula Fesca, Siegfried Möller, Grete Gottschalk und Franz Eggert.
Die Form ist elegant und zurückhaltend, doch die Dekoration ist eindeutig ihrer Zeit entsprechend: Airbrush-Hintergründe aus rauchigem Schwarz sowie warmem Beige und Orange, durchzogen von Kreisen, Balken und geometrischen Akzenten. Die Designsprache schöpft aus den großen abstrakten Strömungen der Zwischenkriegszeit, von Kubismus und Konstruktivismus über das Bauhaus bis hin zur breiteren Maschine-Ära-Faszination an gebrochener Form, Licht, Schatten und Geometrie. Spritzdekor übersetzte diesen avantgardistischen Wortschatz in Alltagskeramik.
Diese Vasen verbinden mehr als visuelle Attraktivität. In den mittleren 1930er Jahren geriet diese Art abstroter Dekoration in Deutschland zunehmend unter Kritik, politisch verdächtig und nicht traditionsbewusst genug. Moderne Keramik dieser Art geriet in den Hintergrund, und viele Beispiele überlebten nicht. Das macht ein so markantes Paar wie dieses besonders eindrucksvoll: Sie sind nicht nur lebendige avantgardistische Objekte, sondern Überlebende jener Zeit.
Eine weitere Intrige ergibt sich aus der Fabrik selbst. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Maschinen und Brennöfen teilweise zerlegt und als Reparationszahlungen in die Sowjetunion verschickt, und das Firmenarchiv ging verloren, wahrscheinlich zerstört. Dieser Verlust erklärt, warum eine präzise modellbezogene Dokumentation oft heute schwer zugänglich ist.
Ein starkes und historisch aufgeladenes Paar.
Zustand
Ausgezeichneter Zustand mit nur einem minimalen Chip an einer der Basen (siehe letztes Foto). Unter dem Sockel markiert: Elsterwerda U.738.
Paar deutscher Spritzdekor-Vasen, Zuschreibung Ursula Fesca für Elsterwerda, Modell U.738, ca. 1928–1933
Ein seltener und visuell eindrucksvoller Doppelvorrat avantgardistischer deutscher Spritzdekor-Vasen aus der Steingutfabrik Elsterwerda, am Boden mit Elsterwerda U.738 markiert, und möglicherweise von Ursula Fesca entworfen, die zwischen 1928 und 1931 in der Fabrik tätig war. Gegründet 1900 war Elsterwerda eine vergleichsweise kleine, aber hoch fortschrittliche Keramikfabrik, und in den Art-Déco-Jahren beschäftigte sie mehrere namhafte Designer und Bildhauer, darunter Ursula Fesca, Siegfried Möller, Grete Gottschalk und Franz Eggert.
Die Form ist elegant und zurückhaltend, doch die Dekoration ist eindeutig ihrer Zeit entsprechend: Airbrush-Hintergründe aus rauchigem Schwarz sowie warmem Beige und Orange, durchzogen von Kreisen, Balken und geometrischen Akzenten. Die Designsprache schöpft aus den großen abstrakten Strömungen der Zwischenkriegszeit, von Kubismus und Konstruktivismus über das Bauhaus bis hin zur breiteren Maschine-Ära-Faszination an gebrochener Form, Licht, Schatten und Geometrie. Spritzdekor übersetzte diesen avantgardistischen Wortschatz in Alltagskeramik.
Diese Vasen verbinden mehr als visuelle Attraktivität. In den mittleren 1930er Jahren geriet diese Art abstroter Dekoration in Deutschland zunehmend unter Kritik, politisch verdächtig und nicht traditionsbewusst genug. Moderne Keramik dieser Art geriet in den Hintergrund, und viele Beispiele überlebten nicht. Das macht ein so markantes Paar wie dieses besonders eindrucksvoll: Sie sind nicht nur lebendige avantgardistische Objekte, sondern Überlebende jener Zeit.
Eine weitere Intrige ergibt sich aus der Fabrik selbst. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Maschinen und Brennöfen teilweise zerlegt und als Reparationszahlungen in die Sowjetunion verschickt, und das Firmenarchiv ging verloren, wahrscheinlich zerstört. Dieser Verlust erklärt, warum eine präzise modellbezogene Dokumentation oft heute schwer zugänglich ist.
Ein starkes und historisch aufgeladenes Paar.
Zustand
Ausgezeichneter Zustand mit nur einem minimalen Chip an einer der Basen (siehe letztes Foto). Unter dem Sockel markiert: Elsterwerda U.738.
