Erasmus - Testamentum Novum [Rare female printer] - 1553
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Testamentum Novum, eine lateinische illustrierte Ausgabe von 1553, in Paris von Madeleine Boursette Regnault (Witwe von François Regnault) gedruckt, 714 Seiten, Ganzlederbindung, besitzt zahlreiche Holzschnitte im Text und eine Frontispiz mit holzschnittartigem Druckermarken.
Vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung
FIGURATIVE AUSGABE DER WIDOW REGNAULT, MATRONA VON 3 GENERATIONEN VON DIENSTLEUTEN ILLUSTRIERTEN
Juwel der humanistischen französischen Typografie des Cinquecento, diese Ausgabe des Testamentum Novum, gedruckt in Paris im Jahr 1553, bewahrt all den Charme der Bücher, die für privates Lesen bestimmt sind. Die Holzschnittausstattung, im Verlauf des Evangelientextes verteilt, begleitet den Leser auf einem kontinuierlichen visuellen Weg und ist intensiv erzählerisch. Besonders interessant ist der grafische Kontext: Die Ausgabe wurde von der Witwe François Regnaults, Madeleine Boursette, hergestellt, eine der ersten aktiven Druckfrauen in der französischen Verlagsgeschichte, gefolgt von ihrer Tochter und ihrer Enkelin, die die weibliche Führung der Druckerei bis ans Tor zum neuen Jahrhundert fortführten.
MARKET VALUE
Die illustrierten Ausgaben des erasmischen Neuen Testaments, die in Paris in der Mitte des XVI. Jahrhunderts gedruckt wurden, sind vor allem dort begehrt, wo sie schmucke dekorative Ledereinbände bewahren, dank der Qualität der Holzschnitte und der historischen Bedeutung der Regnault-Produktion. Analoge Exemplare schwanken in der Regel zwischen 1.000 und 3.000 Euro, abhängig von Vollständigkeit, Einband und Zustand.
PHYSICAL DESCRIPTION AND CONDITION
Titelblatt mit holzschnittartiger Druckmarke. Zahlreiche Holzschnitte im Text. Erste Blätter mit alten Restaurierungen am inneren Rand und Spuren von Verstärkungen; Vorhandensein von Feuchtigkeitspuren und vereinzelten Floriments im Text. Eigentumsstempel am Titelblatt und altes Exlibris am Gegendeckel angebracht. Lateinischer Text gedruckt in scharfen Lettern. Rückenleder aus glattem Moracain in gerader Maserung, reich vergoldet. Exemplar elegant und mit starker ästhetischer Präsenz, trotz Mängeln. Fehlend sind Blätter C8, D1, D8, E1 und alle Blätter nach Y4. Blätter 370.
Interessantes Exlibris am Gegendeckel. Das Wappen ist stark neomedieval, typisch für die neoromantische westeuropäisch-aristokratische Heraldik des XIX. Jahrhunderts.
Hauptbestandteile:
Gekreuzte Lilien: Hinweis auf religiöse Ritterorden – Sechszeilige Sterne: Symbol der Wahrheit, des geistigen Lichts und der Führung. Obere Blüten: Anspielung auf Reinheit – Motto „Veritas“: Die Wahrheit als geistige Grundlage.
Der Gesamteindruck deutet auf ein Exlibris aus dem franco-belgischen Umfeld des XIX. Jahrhunderts hin, beeinflusst vom französischen Mittelalterstil der postromantischen Epoche.
Bei alten Büchern, mit mehrjähriger Geschichte, können einige Unvollkommenheiten auftreten, die in der Beschreibung nicht immer berücksichtigt werden.
FULL TITLE AND AUTHOR
Testamentum Novum.
Parisiis, apud viduam Francisci Regnault via Iacobaea, 1553.
Desiderius Erasmus Roterodamus
CONTEXT AND SIGNIFICANCE
Diese Ausgabe gehört zur langen europäischen Tradition des erasmischen Neuen Testaments, dem Text, der im XVI. Jahrhundert das Verhältnis von Philologie, Glauben und Bibellesen neu definierte. Das kleine Format und die reiche Präsenz von Holzschnitten zeigen deutlich die private und meditative Bestimmung des Bandes, der sowohl als persönliches Leseobjekt als auch als raffinierte Handwerksarbeit konzipiert war.
Besonders wichtig ist die Rolle der Druckerin Madeleine Boursette, Witwe von François Regnault. Obwohl der Titelblatttext lediglich „vidua“ angibt, trägt das Druckzeichen ihre persönlichen Initialen. Boursette war eine der ersten französischen Druckerinnen und eröffnete eine echte weibliche Verlagsfamilie, fortgeführt von ihrer Tochter und Enkelin. Das Volumen gewinnt so einen weiteren historischen Reiz als Zeugnis der Präsenz von Frauen in der europäischen Verlagswelt der Renaissance.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466-1536) war der einflussreichste europäische Humanist der Renaissance. Philologe, Theologe und äußerst verbreitetes Autorentum, förderte eine kritische Neubearbeitung der Schrift, basierend auf der Rückgewinnung der ursprünglichen griechischen Quellen und dem Einsatz philologischer Vernunft. Sein Verlagswesen und sein Denken prägten die religiöse Kultur des XVI. Jahrhunderts.
PRINTING HISTORY AND CIRCULATION
Die Regnault-Werkstätten gehörten zu den wichtigsten Zentren des religiösen Drucks in Paris im Cinquecento. Nach dem Tod von François Regnault wurde die Tätigkeit von der Witwe Madeleine Boursette fortgeführt, einer zentralen Figur in der Geschichte der europäischen Druckkunst von Frauen. Die kleinen illustrierten Ausgaben des Neuen Testaments zirkulierten breit unter Kirchenleuten, Studenten und gebildeten Lesern, doch ihre intensive alltägliche Nutzung macht das Überleben solcher illustrierten Exemplare heute vergleichsweise selten.
BIBLIOGRAPHY AND REFERENCES
Adams, H.M., Catalogue of Books Printed on the Continent of Europe 1501-1600 in Cambridge Libraries.
Renouard, Philippe, Imprimeurs et libraires parisiens du XVIe siècle, Paris.
Baudrier, Henri, Bibliographie lyonnaise.
Brunet, Jacques-Charles, Manuel du libraire et de l’amateur de livres, II.
Graesse, Johann Georg Theodor, Trésor de livres rares et précieux, III.
Bezzel, Irmgard, Erasmusdrucke des 16. Jahrhunderts.
McMurtrie, Douglas C., The Book: The Story of Printing & Bookmaking.
USTC – Universal Short Title Catalogue, Erasmus editions, Paris, Regnault, 1553.
CERL Thesaurus, voci “Regnault, François” e “Boursette, Madeleine”.
BnF – Catalogue général.
WorldCat – censimenti internazionali delle edizioni Regnault.
ICCU / EDIT16 – repertori delle edizioni francesi del XVI secolo presenti in biblioteche italiane.
Studi sulla tipografia femminile francese del XVI secolo.
Der Verkäufer stellt sich vor
FIGURATIVE AUSGABE DER WIDOW REGNAULT, MATRONA VON 3 GENERATIONEN VON DIENSTLEUTEN ILLUSTRIERTEN
Juwel der humanistischen französischen Typografie des Cinquecento, diese Ausgabe des Testamentum Novum, gedruckt in Paris im Jahr 1553, bewahrt all den Charme der Bücher, die für privates Lesen bestimmt sind. Die Holzschnittausstattung, im Verlauf des Evangelientextes verteilt, begleitet den Leser auf einem kontinuierlichen visuellen Weg und ist intensiv erzählerisch. Besonders interessant ist der grafische Kontext: Die Ausgabe wurde von der Witwe François Regnaults, Madeleine Boursette, hergestellt, eine der ersten aktiven Druckfrauen in der französischen Verlagsgeschichte, gefolgt von ihrer Tochter und ihrer Enkelin, die die weibliche Führung der Druckerei bis ans Tor zum neuen Jahrhundert fortführten.
MARKET VALUE
Die illustrierten Ausgaben des erasmischen Neuen Testaments, die in Paris in der Mitte des XVI. Jahrhunderts gedruckt wurden, sind vor allem dort begehrt, wo sie schmucke dekorative Ledereinbände bewahren, dank der Qualität der Holzschnitte und der historischen Bedeutung der Regnault-Produktion. Analoge Exemplare schwanken in der Regel zwischen 1.000 und 3.000 Euro, abhängig von Vollständigkeit, Einband und Zustand.
PHYSICAL DESCRIPTION AND CONDITION
Titelblatt mit holzschnittartiger Druckmarke. Zahlreiche Holzschnitte im Text. Erste Blätter mit alten Restaurierungen am inneren Rand und Spuren von Verstärkungen; Vorhandensein von Feuchtigkeitspuren und vereinzelten Floriments im Text. Eigentumsstempel am Titelblatt und altes Exlibris am Gegendeckel angebracht. Lateinischer Text gedruckt in scharfen Lettern. Rückenleder aus glattem Moracain in gerader Maserung, reich vergoldet. Exemplar elegant und mit starker ästhetischer Präsenz, trotz Mängeln. Fehlend sind Blätter C8, D1, D8, E1 und alle Blätter nach Y4. Blätter 370.
Interessantes Exlibris am Gegendeckel. Das Wappen ist stark neomedieval, typisch für die neoromantische westeuropäisch-aristokratische Heraldik des XIX. Jahrhunderts.
Hauptbestandteile:
Gekreuzte Lilien: Hinweis auf religiöse Ritterorden – Sechszeilige Sterne: Symbol der Wahrheit, des geistigen Lichts und der Führung. Obere Blüten: Anspielung auf Reinheit – Motto „Veritas“: Die Wahrheit als geistige Grundlage.
Der Gesamteindruck deutet auf ein Exlibris aus dem franco-belgischen Umfeld des XIX. Jahrhunderts hin, beeinflusst vom französischen Mittelalterstil der postromantischen Epoche.
Bei alten Büchern, mit mehrjähriger Geschichte, können einige Unvollkommenheiten auftreten, die in der Beschreibung nicht immer berücksichtigt werden.
FULL TITLE AND AUTHOR
Testamentum Novum.
Parisiis, apud viduam Francisci Regnault via Iacobaea, 1553.
Desiderius Erasmus Roterodamus
CONTEXT AND SIGNIFICANCE
Diese Ausgabe gehört zur langen europäischen Tradition des erasmischen Neuen Testaments, dem Text, der im XVI. Jahrhundert das Verhältnis von Philologie, Glauben und Bibellesen neu definierte. Das kleine Format und die reiche Präsenz von Holzschnitten zeigen deutlich die private und meditative Bestimmung des Bandes, der sowohl als persönliches Leseobjekt als auch als raffinierte Handwerksarbeit konzipiert war.
Besonders wichtig ist die Rolle der Druckerin Madeleine Boursette, Witwe von François Regnault. Obwohl der Titelblatttext lediglich „vidua“ angibt, trägt das Druckzeichen ihre persönlichen Initialen. Boursette war eine der ersten französischen Druckerinnen und eröffnete eine echte weibliche Verlagsfamilie, fortgeführt von ihrer Tochter und Enkelin. Das Volumen gewinnt so einen weiteren historischen Reiz als Zeugnis der Präsenz von Frauen in der europäischen Verlagswelt der Renaissance.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
Desiderius Erasmus von Rotterdam (1466-1536) war der einflussreichste europäische Humanist der Renaissance. Philologe, Theologe und äußerst verbreitetes Autorentum, förderte eine kritische Neubearbeitung der Schrift, basierend auf der Rückgewinnung der ursprünglichen griechischen Quellen und dem Einsatz philologischer Vernunft. Sein Verlagswesen und sein Denken prägten die religiöse Kultur des XVI. Jahrhunderts.
PRINTING HISTORY AND CIRCULATION
Die Regnault-Werkstätten gehörten zu den wichtigsten Zentren des religiösen Drucks in Paris im Cinquecento. Nach dem Tod von François Regnault wurde die Tätigkeit von der Witwe Madeleine Boursette fortgeführt, einer zentralen Figur in der Geschichte der europäischen Druckkunst von Frauen. Die kleinen illustrierten Ausgaben des Neuen Testaments zirkulierten breit unter Kirchenleuten, Studenten und gebildeten Lesern, doch ihre intensive alltägliche Nutzung macht das Überleben solcher illustrierten Exemplare heute vergleichsweise selten.
BIBLIOGRAPHY AND REFERENCES
Adams, H.M., Catalogue of Books Printed on the Continent of Europe 1501-1600 in Cambridge Libraries.
Renouard, Philippe, Imprimeurs et libraires parisiens du XVIe siècle, Paris.
Baudrier, Henri, Bibliographie lyonnaise.
Brunet, Jacques-Charles, Manuel du libraire et de l’amateur de livres, II.
Graesse, Johann Georg Theodor, Trésor de livres rares et précieux, III.
Bezzel, Irmgard, Erasmusdrucke des 16. Jahrhunderts.
McMurtrie, Douglas C., The Book: The Story of Printing & Bookmaking.
USTC – Universal Short Title Catalogue, Erasmus editions, Paris, Regnault, 1553.
CERL Thesaurus, voci “Regnault, François” e “Boursette, Madeleine”.
BnF – Catalogue général.
WorldCat – censimenti internazionali delle edizioni Regnault.
ICCU / EDIT16 – repertori delle edizioni francesi del XVI secolo presenti in biblioteche italiane.
Studi sulla tipografia femminile francese del XVI secolo.
