Ancillon - Traité des Eunuques - 1707





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GLI EUNUCHI POSSONO SPOSARSI? EINES DER ÄLTESTEN UND AM SPÄTESTEN FORMULIERTEN TRATTATI DES SIEBZIGSTEN JAHREN
ERSTE AUSGABE
Seltene Erstausgabe eines der seltsamsten Kuriositäten, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts veröffentlicht wurden, Werk des französischen Juristen und Historikers Charles Ancillon (1659-1715). Anonym im Jahr 1707 unter dem Kürzel „M*** D***“ erschienen, behandelt der Traité des Eunuques mit überraschenderhistischer, juristischer, religiöser und nahezu anthropologischer Breite den Zustand der Eunuchen, unterscheidet deren verschiedene Typen und rekonstruiert ihre Rolle in antiken und modernen Gesellschaften. Kern des Werks ist jedoch eine Frage so ungewöhnlich wie juristisch komplex: Ob ein Eunuch gültig heiraten kann. Ausgehend vom Fall eines italienischen Kastraten untersucht Ancillon das Verhältnis von Unfähigkeit, Sterilität, Kastration, Fortpflanzung und Gültigkeit der ehelichen Bindung und lässt Naturrecht, Zivilrecht und Kirchenrecht miteinander dialogisieren. Das Ergebnis ist ein Buch, das überraschend modern in seiner Vielseitigkeit der Perspektiven wirkt, in dem Medizingeschichte, Sexualität, Religion, Sitte und klassische Gelehrsamkeit mit kuriosem und teils ironischem Kommentar verwoben sind. Die Widmung an Pierre Bayle, mit dem Anagramm „C. d’Ollincan“ signiert, verortet das Werk außerdem im Herzen der Europäischen République des Lettres kurz vor dem Aufkommen des Aufklärungszeitalters. Der vorliegende Exemplars bewahrt seine schlichte und eindringliche zeitgenössische Pergamenthülle mit handschriftlichem Titel am Rücken.
WARUM MAN ES KAUFEN SOLLTE
ERSTE AUSGABE – 1707! Einer der erstaunlichsten juristischen und anthropologischen Kuriositäten des frühen 18. Jahrhunderts.
GLI EUNUCHI POSSONO SPOSARSI? Ein außergewöhnliches Thema, das zwischen Recht, Medizin, Sexualität und Religion behandelt wird.
DEDICACE AN PIERRE BAYLE! Ein Buch, entstanden in dem raffiniertesten und unkonforme Umfeld der République des Lettres.
PERGAMENEA COEVA! Exemplar vollständig in seiner authentischen siebenzehnten Pergamentbindung mit handschriftlichem Titel am Rücken.
MARKTWERT
Die Erstausgabe des Traité des Eunuques gehört zu einer besonders interessanten sammlerischen Nische, verbunden mit Kuriositäten, Geschichte der Medizin, Sexualität, Eherecht sowie der libertinistisch-eruditen Kultur des frühen 18. Jahrhunderts. Die Nachfrage ist selektiv, international und steigt deutlich bei vollständigen Exemplaren in zeitgenössischer Binderung. Für dieses Exemplar, vollständig gemäß der angegebenen Kollation und vollständig Pergament der Epoche, erscheint ein realistischer Einzelhandelwert im Bereich von 550–700 €; höhere Preise sind in spezialisierten Katalogen für Kuriositäten, medizinische Geschichte oder Geschichte der Sexualität möglich.
PHYSISCHE EINHEIT / ZUSTAND
[20], 187, [3] Seiten. Titelblatt mit der charakteristischen Holzschnittfigur, die eine Hand zeigt, die eine Armillarsphäre oder Planisphäre hält. Die Widmung an Pierre Bayle und die Schlussblätter bleiben erhalten. Zeitgenössische Pergamentbindung mit dem auf dem Rücken längs geschriebenen Titel „Traité des Eunuques“. Pergament mit natürlichen Wellen, leichten Flecken, Abrasionen und kleinen Zeitzeichen. Innen insgesamt gut erhalten, Papier allgemein hell und gut bedruckt; geringe Vergilbungen, Färbungen, Flecken und marginale Gebrauchsspuren. Insgesamt ein authentisches und angenehmes Exemplar in seiner siebenzehnten Jahrhundert-Ausprägung. Die Widmung an Pierre Bayle ist mit „C. d’Ollincan“ signiert, einem transparenten Anagramm des Namens Charles Ancillon. Wie bei allen alten Würdeln sind geringe Mängel oder Restaurierungen möglich, die nicht ausdrücklich erwähnt werden.
VOLLSTÄNDIGE TITEL UND AUTOREN
Charles Ancillon (1659-1715), anonym unter dem Kürzel „M*** D***“ veröffentlicht.
Traité des Eunuques, dans lequel on explique toutes les différentes sortes d’Eunuques, quel rang ils ont tenu, & quel cas on en a fait, &c. On examine principalement s’ils sont propres au Mariage, & s’il leur doit être permis de se marier, et l’on fait plusieurs remarques curieuses & divertissantes à l’occasion des Eunuques, &c.
S.l. [Berlin oder Amsterdam], s.n., 1707.
ERSTE AUSGABE.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
Charles Ancillon (1659-1715) war ein französischer Jurist, Historiker und Politiker, der einer hugenottischen Familie angehörte. Nach der Revocation des Edikts von Nantes und der darauf folgenden Emigration zahlreicher Franzosen-Protestanten ließ er sich im Brandenburgischen Gebiet nieder, trat in das administrative und kulturelle Umfeld Berlins ein und übernahm wichtige Funktionen innerhalb der Gemeinschaft der französischen Flüchtlinge. Sein intellektuelles Schaffen spiegelt das kosmopolitische Klima wider, das die preußische Hauptstadt am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts prägte. Ancillon befasste sich mit Geschichte, Politik, Recht und Religionsfragen und zeigte besonderes Interesse an Problemen, bei denen Rechtsnormen, kulturelle Traditionen und menschliches Verhalten in Konflikt geraten. Der Traité des Eunuques ist zweifellos sein originellstes und kuriosestes Werk. Im Band wählt der Autor die Offenlegung seiner Identität nicht ausdrücklich, sondern signiert die Widmung an Pierre Bayle mit „C. d’Ollincan“, einem offensichtlichen Anagramm seines Namens. Dieses Mittel ermöglichte ihm eine Form redaktionellen Anonymität zu wahren, während er sich zugleich den gebildeten Kreisen der République des Lettres bekannt machte. Die Entscheidung, das Buch Bayle zu widmen, ist besonders bedeutsam: Sie platziert Ancillon in einer europäischen Kultur der Kritik, Gelehrsamkeit und relativer Freiheit von Vorurteilen, in der auch ein scheinbar skandalöses Thema zu einer rationalen Diskussion von Recht, Religion, Natur und Gesellschaft Anlass geben konnte.
RARITÄT
Die Erstausgabe des Traité des Eunuques von 1707 ist eher selten und zählt zu den charakteristischsten Kuriositäten der juristischen und gelehrten Literatur des frühen 18. Jahrhunderts. Die ursprüngliche Anonymität, das Fehlen eines klaren Orts- und Druckers, das äußerst ungewöhnliche Thema und die kryptisch signierte Widmung an Pierre Bayle tragen zum besonderen bibliografischen Reiz des Werks bei. Der Band spricht gleichzeitig verschiedene Sammlungsbereiche an: Kuriositäten, Geschichte der Sexualität, Zirkustärtiger, medizinische Geschichte, Eherecht, Anthropologie, Religionsgeschichte und Kultur der République des Lettres. Besonders wünschenswert sind Exemplare, die in den einfachen siebenzehnten Pergamentbindungen erhalten geblieben sind, wie die vorliegende Kopie. Die Verbindung aus einem heute noch erstaunlichen Thema und einem äußerst ernsthaften gelehrten Ansatz macht den Traité des Eunuques deutlich begehrter als einen gewöhnlichen zeitgleichen juristischen Traktat.
HISTORISCHE BEDEUTUNG
Der Traité des Eunuques ist ein außerordentliches Dokument der europäischen Kultur im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert. Hinter einem scheinbar skurrilen Titel verbirgt sich eine komplexe Diskussion über einige der grundlegenden Probleme des Eherechts: Was macht eine Ehe gültig? Welche Rolle spielt die Fortpflanzungsfähigkeit? Welche Unterschiede bestehen zwischen Sterilität und Unfähigkeit, und inwiefern kann der physischen Zustand eines Individuums seine bürgerlichen und religiösen Rechte bestimmen? Ancillon nutzt Beispiele aus der Antike, aus der Bibel, aus der Geschichte orientalischer Höfe, aus dem Kirchenrecht und aus zeitgenössischen Kasuistiken und baut eine Untersuchung auf, die heute auch als frühe interdisziplinäre Studie zu Sexualität und Körperidentität gelesen werden könnte. Besonders bedeutsam ist der Verweis auf die Ehe eines italienischen Kastratens, ein Vorfall, der eine anatomische Kuriosität zu einem echten juristischen und gesellschaftlichenProblem macht. Die Widmung an Pierre Bayle verknüpft das Werk schließlich mit der kritischen Kultur der République des Lettres und jener intellektuellen Epoche, die den Weg für die aufklärerische Reflexion über Toleranz, Naturrecht und individuelle Freiheit bereiten sollte.
BIBLIOGRAPHIE
Barbier, Dictionnaire des ouvrages anonymes et pseudonymes, III, 779.
Gay – Lemonnyer, Bibliographie des ouvrages relatifs à l’amour, aux femmes, au mariage, III, 1239.
Caillet, Manuel bibliographique des sciences psychiques ou occultes, I, 39.
Dorbon-Aîné, Bibliotheca Esoterica, n. 99.
Wellcome Collection, Traité des eunuques, attribué a Charles Ancillon, 1707.
Charles Ancillon, Traité des Eunuques, s.l., 1707.
Repertori bibliografici dedicati ai curiosa, alla storia della medicina, della sessualità e del diritto matrimoniale europeo.
Der Verkäufer stellt sich vor
GLI EUNUCHI POSSONO SPOSARSI? EINES DER ÄLTESTEN UND AM SPÄTESTEN FORMULIERTEN TRATTATI DES SIEBZIGSTEN JAHREN
ERSTE AUSGABE
Seltene Erstausgabe eines der seltsamsten Kuriositäten, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts veröffentlicht wurden, Werk des französischen Juristen und Historikers Charles Ancillon (1659-1715). Anonym im Jahr 1707 unter dem Kürzel „M*** D***“ erschienen, behandelt der Traité des Eunuques mit überraschenderhistischer, juristischer, religiöser und nahezu anthropologischer Breite den Zustand der Eunuchen, unterscheidet deren verschiedene Typen und rekonstruiert ihre Rolle in antiken und modernen Gesellschaften. Kern des Werks ist jedoch eine Frage so ungewöhnlich wie juristisch komplex: Ob ein Eunuch gültig heiraten kann. Ausgehend vom Fall eines italienischen Kastraten untersucht Ancillon das Verhältnis von Unfähigkeit, Sterilität, Kastration, Fortpflanzung und Gültigkeit der ehelichen Bindung und lässt Naturrecht, Zivilrecht und Kirchenrecht miteinander dialogisieren. Das Ergebnis ist ein Buch, das überraschend modern in seiner Vielseitigkeit der Perspektiven wirkt, in dem Medizingeschichte, Sexualität, Religion, Sitte und klassische Gelehrsamkeit mit kuriosem und teils ironischem Kommentar verwoben sind. Die Widmung an Pierre Bayle, mit dem Anagramm „C. d’Ollincan“ signiert, verortet das Werk außerdem im Herzen der Europäischen République des Lettres kurz vor dem Aufkommen des Aufklärungszeitalters. Der vorliegende Exemplars bewahrt seine schlichte und eindringliche zeitgenössische Pergamenthülle mit handschriftlichem Titel am Rücken.
WARUM MAN ES KAUFEN SOLLTE
ERSTE AUSGABE – 1707! Einer der erstaunlichsten juristischen und anthropologischen Kuriositäten des frühen 18. Jahrhunderts.
GLI EUNUCHI POSSONO SPOSARSI? Ein außergewöhnliches Thema, das zwischen Recht, Medizin, Sexualität und Religion behandelt wird.
DEDICACE AN PIERRE BAYLE! Ein Buch, entstanden in dem raffiniertesten und unkonforme Umfeld der République des Lettres.
PERGAMENEA COEVA! Exemplar vollständig in seiner authentischen siebenzehnten Pergamentbindung mit handschriftlichem Titel am Rücken.
MARKTWERT
Die Erstausgabe des Traité des Eunuques gehört zu einer besonders interessanten sammlerischen Nische, verbunden mit Kuriositäten, Geschichte der Medizin, Sexualität, Eherecht sowie der libertinistisch-eruditen Kultur des frühen 18. Jahrhunderts. Die Nachfrage ist selektiv, international und steigt deutlich bei vollständigen Exemplaren in zeitgenössischer Binderung. Für dieses Exemplar, vollständig gemäß der angegebenen Kollation und vollständig Pergament der Epoche, erscheint ein realistischer Einzelhandelwert im Bereich von 550–700 €; höhere Preise sind in spezialisierten Katalogen für Kuriositäten, medizinische Geschichte oder Geschichte der Sexualität möglich.
PHYSISCHE EINHEIT / ZUSTAND
[20], 187, [3] Seiten. Titelblatt mit der charakteristischen Holzschnittfigur, die eine Hand zeigt, die eine Armillarsphäre oder Planisphäre hält. Die Widmung an Pierre Bayle und die Schlussblätter bleiben erhalten. Zeitgenössische Pergamentbindung mit dem auf dem Rücken längs geschriebenen Titel „Traité des Eunuques“. Pergament mit natürlichen Wellen, leichten Flecken, Abrasionen und kleinen Zeitzeichen. Innen insgesamt gut erhalten, Papier allgemein hell und gut bedruckt; geringe Vergilbungen, Färbungen, Flecken und marginale Gebrauchsspuren. Insgesamt ein authentisches und angenehmes Exemplar in seiner siebenzehnten Jahrhundert-Ausprägung. Die Widmung an Pierre Bayle ist mit „C. d’Ollincan“ signiert, einem transparenten Anagramm des Namens Charles Ancillon. Wie bei allen alten Würdeln sind geringe Mängel oder Restaurierungen möglich, die nicht ausdrücklich erwähnt werden.
VOLLSTÄNDIGE TITEL UND AUTOREN
Charles Ancillon (1659-1715), anonym unter dem Kürzel „M*** D***“ veröffentlicht.
Traité des Eunuques, dans lequel on explique toutes les différentes sortes d’Eunuques, quel rang ils ont tenu, & quel cas on en a fait, &c. On examine principalement s’ils sont propres au Mariage, & s’il leur doit être permis de se marier, et l’on fait plusieurs remarques curieuses & divertissantes à l’occasion des Eunuques, &c.
S.l. [Berlin oder Amsterdam], s.n., 1707.
ERSTE AUSGABE.
BIOGRAPHY OF THE AUTHOR
Charles Ancillon (1659-1715) war ein französischer Jurist, Historiker und Politiker, der einer hugenottischen Familie angehörte. Nach der Revocation des Edikts von Nantes und der darauf folgenden Emigration zahlreicher Franzosen-Protestanten ließ er sich im Brandenburgischen Gebiet nieder, trat in das administrative und kulturelle Umfeld Berlins ein und übernahm wichtige Funktionen innerhalb der Gemeinschaft der französischen Flüchtlinge. Sein intellektuelles Schaffen spiegelt das kosmopolitische Klima wider, das die preußische Hauptstadt am Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts prägte. Ancillon befasste sich mit Geschichte, Politik, Recht und Religionsfragen und zeigte besonderes Interesse an Problemen, bei denen Rechtsnormen, kulturelle Traditionen und menschliches Verhalten in Konflikt geraten. Der Traité des Eunuques ist zweifellos sein originellstes und kuriosestes Werk. Im Band wählt der Autor die Offenlegung seiner Identität nicht ausdrücklich, sondern signiert die Widmung an Pierre Bayle mit „C. d’Ollincan“, einem offensichtlichen Anagramm seines Namens. Dieses Mittel ermöglichte ihm eine Form redaktionellen Anonymität zu wahren, während er sich zugleich den gebildeten Kreisen der République des Lettres bekannt machte. Die Entscheidung, das Buch Bayle zu widmen, ist besonders bedeutsam: Sie platziert Ancillon in einer europäischen Kultur der Kritik, Gelehrsamkeit und relativer Freiheit von Vorurteilen, in der auch ein scheinbar skandalöses Thema zu einer rationalen Diskussion von Recht, Religion, Natur und Gesellschaft Anlass geben konnte.
RARITÄT
Die Erstausgabe des Traité des Eunuques von 1707 ist eher selten und zählt zu den charakteristischsten Kuriositäten der juristischen und gelehrten Literatur des frühen 18. Jahrhunderts. Die ursprüngliche Anonymität, das Fehlen eines klaren Orts- und Druckers, das äußerst ungewöhnliche Thema und die kryptisch signierte Widmung an Pierre Bayle tragen zum besonderen bibliografischen Reiz des Werks bei. Der Band spricht gleichzeitig verschiedene Sammlungsbereiche an: Kuriositäten, Geschichte der Sexualität, Zirkustärtiger, medizinische Geschichte, Eherecht, Anthropologie, Religionsgeschichte und Kultur der République des Lettres. Besonders wünschenswert sind Exemplare, die in den einfachen siebenzehnten Pergamentbindungen erhalten geblieben sind, wie die vorliegende Kopie. Die Verbindung aus einem heute noch erstaunlichen Thema und einem äußerst ernsthaften gelehrten Ansatz macht den Traité des Eunuques deutlich begehrter als einen gewöhnlichen zeitgleichen juristischen Traktat.
HISTORISCHE BEDEUTUNG
Der Traité des Eunuques ist ein außerordentliches Dokument der europäischen Kultur im Übergang vom 17. zum 18. Jahrhundert. Hinter einem scheinbar skurrilen Titel verbirgt sich eine komplexe Diskussion über einige der grundlegenden Probleme des Eherechts: Was macht eine Ehe gültig? Welche Rolle spielt die Fortpflanzungsfähigkeit? Welche Unterschiede bestehen zwischen Sterilität und Unfähigkeit, und inwiefern kann der physischen Zustand eines Individuums seine bürgerlichen und religiösen Rechte bestimmen? Ancillon nutzt Beispiele aus der Antike, aus der Bibel, aus der Geschichte orientalischer Höfe, aus dem Kirchenrecht und aus zeitgenössischen Kasuistiken und baut eine Untersuchung auf, die heute auch als frühe interdisziplinäre Studie zu Sexualität und Körperidentität gelesen werden könnte. Besonders bedeutsam ist der Verweis auf die Ehe eines italienischen Kastratens, ein Vorfall, der eine anatomische Kuriosität zu einem echten juristischen und gesellschaftlichenProblem macht. Die Widmung an Pierre Bayle verknüpft das Werk schließlich mit der kritischen Kultur der République des Lettres und jener intellektuellen Epoche, die den Weg für die aufklärerische Reflexion über Toleranz, Naturrecht und individuelle Freiheit bereiten sollte.
BIBLIOGRAPHIE
Barbier, Dictionnaire des ouvrages anonymes et pseudonymes, III, 779.
Gay – Lemonnyer, Bibliographie des ouvrages relatifs à l’amour, aux femmes, au mariage, III, 1239.
Caillet, Manuel bibliographique des sciences psychiques ou occultes, I, 39.
Dorbon-Aîné, Bibliotheca Esoterica, n. 99.
Wellcome Collection, Traité des eunuques, attribué a Charles Ancillon, 1707.
Charles Ancillon, Traité des Eunuques, s.l., 1707.
Repertori bibliografici dedicati ai curiosa, alla storia della medicina, della sessualità e del diritto matrimoniale europeo.
