Nr. 106958930

Verkauft
Mittelalter, Epoche der Kreuzritter Silber, Knochen Memento Mori - Vanitas Amulett spätes 16. Jhd
Höchstgebot
€ 500
Vor 3 Wochen

Mittelalter, Epoche der Kreuzritter Silber, Knochen Memento Mori - Vanitas Amulett spätes 16. Jhd

Memento Mori , Vanitas Anhänger spätes 16.Jhd. Sehr beeindruckender Anhänger in Form einer gotischen Kirchensäule mit Oktogon Querschnitt. Auf einem dieser Flächen befindet sich ein Geheimfach, das sich durch betätigen des Schiebemechanismus öffnet. Im Inneren des Geheimfachs sind 2 Fächer unterteilt. Die Aufhängung dieses bedeutenden Anhängers, bildet eine Silberfassung mit Trageöse, die an einen gotischen Dom erinnert , der umlaufend mit Vierpass Fenstern und Strichverzierungen versehen ist. Mithilfe der Trageöse konnte der Anhänger am Gehänge des Gürtels oder um den Hals getragen werden. Die Länge beträgt inklusive Trageöse 7,9cm und mit dem Ring an der Trageöse 8,9cm. Die Breite des Horn, achteckig variiert unten von 1,4 bis 1,5cm. Die Breite der Silberfassung variiert oben von 1,0 bis 1,2cm. Der Löffel hat eine Länge von 0,8cm und eine Breite von 0,3cm. Die Schrift des Anhängers ist lateinisch, sie bildet 3 Zeilen, die jeweils eine Seite des Oktogons füllen. Text: EX VIRO MULI. Bedeutung: EX VIRO MULIER Übersetzung: Von dem Mann (kam) die Frau Text: EX MULI. PECC. Bedeutung: EX MULIERE PECCATUM Übersetzung: Von der Frau (kam) die Sünde Text: EX PECC. MORS. Bedeutung: EX PECCATO MORS Übersetzung: Von der Sünde (kam) der Tod Solche theologischen Merksprüche wurden vor allem im Hoch- und Spätmittelalter (ca. 11. bis 16. Jahrhundert) verwendet. Sie dienten als einprägsame Zusammenfassungen der christlichen Heilsgeschichte. Der Satz fasst in einer strengen Kausalitätskette eine traditionelle christliche Deutung der Sündenfallgeschichte (Genesis) zusammen: * Ex viro mulier: Bezieht sich auf die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams (Gen 2,21-23). * Ex muliere peccatum: Weist Eva die Schuld am Sündenfall zu, da sie zuerst von der verbotenen Frucht aß (Gen 3,6). * Ex peccato mors: Beschreibt die theologische Konsequenz des Sündenfalls – die Sterblichkeit des Menschen als Strafe für den Ungehorsam gegenüber Gott. Der Spruch und die damit verbundenen Motive (Adam, Eva, die Schlange) lässt sich als eine Kette des Ungehorsams beschreiben: 1. Verführung: Die Schlange verführt Eva durch List. 2. Sünde: Eva übertritt das Gebot und zieht Adam mit hinein (ex muliere peccatum). 3. Konsequenz: Die Gemeinschaft mit Gott zerbricht, Scham entsteht, und die Sterblichkeit wird zur Strafe für alle Beteiligten (ex peccato mors). An einer weiteren Fläche des Oktogon befindet sich außerdem ein Kelchsymbol. Das Geheimfach ist in 2 Kammern unterteilt und mit einem Schiebedeckel verschlossen. Frontseitig befindet sich im Schiebedeckel ein integrierter Löffel, welcher zum entnehmen der in den Kammern befindlichen Substanzen verwendet wurde. Sehr filigran gearbeitet, konnten hier exakte kleine Mengen von dessen Substanzen (vermutlich Gifte) entnommen werden. Im 16. Jahrhundert, war das Wissen über Gifte sowohl in der Medizin als auch für kriminelle Zwecke weit verbreitet. Man unterschied vor allem zwischen mineralischen und pflanzlichen Stoffen. Mineralische Gifte Diese waren besonders gefürchtet, da sie oft geschmacksneutral waren und sich leicht in Speisen oder Wein mischen ließen. * Arsenik (Weißer Arsenik): Bekannt als der „König der Gifte“. Es war die erste Wahl für politische Morde oder um unliebsame Erben zu beseitigen, da die Symptome einer chronischen Vergiftung oft mit einer natürlichen Krankheit verwechselt wurden. * Antimon: Wurde oft als Brechmittel in der Medizin genutzt, konnte aber in hohen Dosen tödlich wirken. * Quecksilber: Kam in verschiedenen Verbindungen vor und wurde sowohl für Heilungsversuche (z. B. gegen Syphilis) als auch als schleichendes Gift verwendet.  
  Pflanzliche Gifte Pflanzenauszüge waren leicht zugänglich und stammten meist aus heimischen Gärten oder Wäldern.  * Blauer Eisenhut (Aconit): Gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas. Im 16. Jahrhundert wurde er unter anderem für tödliche Menschenversuche durch Mediziner wie Pierandrea Mattioli genutzt, um Antidote zu testen. * Schierling: Berüchtigt seit der Antike, verursachte er Lähmungserscheinungen und Atemstillstand. * Nachtschattengewächse: Hierzu gehörten das Schwarze Bilsenkraut, die Tollkirsche und die Alraune. Sie wurden wegen ihrer halluzinogenen Wirkung („Hexensalben“) geschätzt, konnten aber bei Überdosierung schnell zum Tod führen. Material: Horn/Knochen (kein Elfenbein), Silber (geprüft) Folgende Provenienzen sind bekannt / mündlich überliefert. -aus Privatsammlung erworben -Vorbesitzer erworben im Kunsthandel in den 80er Jahren, verkauft 1998 -in Familienbesitz seit 1998 bis heute

Nr. 106958930

Verkauft
Mittelalter, Epoche der Kreuzritter Silber, Knochen Memento Mori - Vanitas Amulett spätes 16. Jhd

Mittelalter, Epoche der Kreuzritter Silber, Knochen Memento Mori - Vanitas Amulett spätes 16. Jhd

Memento Mori , Vanitas Anhänger spätes 16.Jhd.

Sehr beeindruckender Anhänger in Form einer gotischen Kirchensäule mit Oktogon Querschnitt. Auf einem dieser Flächen befindet sich ein Geheimfach, das sich durch betätigen des Schiebemechanismus öffnet. Im Inneren des Geheimfachs sind 2 Fächer unterteilt. Die Aufhängung dieses bedeutenden Anhängers, bildet eine Silberfassung mit Trageöse, die an einen gotischen Dom erinnert , der umlaufend mit Vierpass Fenstern und Strichverzierungen versehen ist. Mithilfe der Trageöse konnte der Anhänger am Gehänge des Gürtels oder um den Hals getragen werden.

Die Länge beträgt inklusive Trageöse 7,9cm und mit dem Ring an der Trageöse 8,9cm.
Die Breite des Horn, achteckig variiert unten von 1,4 bis 1,5cm.
Die Breite der Silberfassung variiert oben von 1,0 bis 1,2cm.
Der Löffel hat eine Länge von 0,8cm und eine Breite von 0,3cm.

Die Schrift des Anhängers ist lateinisch, sie bildet 3 Zeilen, die jeweils eine Seite des Oktogons füllen.

Text: EX VIRO MULI.
Bedeutung: EX VIRO MULIER
Übersetzung: Von dem Mann (kam) die Frau

Text: EX MULI. PECC.
Bedeutung: EX MULIERE PECCATUM
Übersetzung: Von der Frau (kam) die Sünde

Text: EX PECC. MORS.
Bedeutung: EX PECCATO MORS
Übersetzung: Von der Sünde (kam) der Tod


Solche theologischen Merksprüche wurden vor allem im Hoch- und Spätmittelalter (ca. 11. bis 16. Jahrhundert) verwendet. Sie dienten als einprägsame Zusammenfassungen der christlichen Heilsgeschichte. Der Satz fasst in einer strengen Kausalitätskette eine traditionelle christliche Deutung der Sündenfallgeschichte (Genesis) zusammen:
* Ex viro mulier: Bezieht sich auf die Erschaffung Evas aus der Rippe Adams (Gen 2,21-23).
* Ex muliere peccatum: Weist Eva die Schuld am Sündenfall zu, da sie zuerst von der verbotenen Frucht aß (Gen 3,6).
* Ex peccato mors: Beschreibt die theologische Konsequenz des Sündenfalls – die Sterblichkeit des Menschen als Strafe für den Ungehorsam gegenüber Gott.

Der Spruch und die damit verbundenen Motive (Adam, Eva, die Schlange) lässt sich als eine Kette des Ungehorsams beschreiben:
1. Verführung: Die Schlange verführt Eva durch List.
2. Sünde: Eva übertritt das Gebot und zieht Adam mit hinein (ex muliere peccatum).
3. Konsequenz: Die Gemeinschaft mit Gott zerbricht, Scham entsteht, und die Sterblichkeit wird zur Strafe für alle Beteiligten (ex peccato mors).

An einer weiteren Fläche des Oktogon befindet sich außerdem ein Kelchsymbol.

Das Geheimfach ist in 2 Kammern unterteilt und mit einem Schiebedeckel verschlossen. Frontseitig befindet sich im Schiebedeckel ein integrierter Löffel, welcher zum entnehmen der in den Kammern befindlichen Substanzen verwendet wurde. Sehr filigran gearbeitet, konnten hier exakte kleine Mengen von dessen Substanzen (vermutlich Gifte) entnommen werden.

Im 16. Jahrhundert, war das Wissen über Gifte sowohl in der Medizin als auch für kriminelle Zwecke weit verbreitet. Man unterschied vor allem zwischen mineralischen und pflanzlichen Stoffen.

Mineralische Gifte
Diese waren besonders gefürchtet, da sie oft geschmacksneutral waren und sich leicht in Speisen oder Wein mischen ließen.
* Arsenik (Weißer Arsenik): Bekannt als der „König der Gifte“. Es war die erste Wahl für politische Morde oder um unliebsame Erben zu beseitigen, da die Symptome einer chronischen Vergiftung oft mit einer natürlichen Krankheit verwechselt wurden.
* Antimon: Wurde oft als Brechmittel in der Medizin genutzt, konnte aber in hohen Dosen tödlich wirken.
* Quecksilber: Kam in verschiedenen Verbindungen vor und wurde sowohl für Heilungsversuche (z. B. gegen Syphilis) als auch als schleichendes Gift verwendet. 

 
Pflanzliche Gifte
Pflanzenauszüge waren leicht zugänglich und stammten meist aus heimischen Gärten oder Wäldern. 
* Blauer Eisenhut (Aconit): Gilt als eine der giftigsten Pflanzen Europas. Im 16. Jahrhundert wurde er unter anderem für tödliche Menschenversuche durch Mediziner wie Pierandrea Mattioli genutzt, um Antidote zu testen.
* Schierling: Berüchtigt seit der Antike, verursachte er Lähmungserscheinungen und Atemstillstand.
* Nachtschattengewächse: Hierzu gehörten das Schwarze Bilsenkraut, die Tollkirsche und die Alraune. Sie wurden wegen ihrer halluzinogenen Wirkung („Hexensalben“) geschätzt, konnten aber bei Überdosierung schnell zum Tod führen.

Material: Horn/Knochen (kein Elfenbein), Silber (geprüft)


Folgende Provenienzen sind bekannt / mündlich überliefert.
-aus Privatsammlung erworben
-Vorbesitzer erworben im Kunsthandel in den 80er Jahren, verkauft 1998
-in Familienbesitz seit 1998 bis heute

Höchstgebot
€ 500
Peter Reynaers
Experte
Schätzung  € 2.800 - € 3.800

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